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Performance Max: Kanäle jetzt einzeln priorisieren
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Performance Max: Kanäle jetzt einzeln priorisieren

Das Wichtigste zusammengefasst

Performance Max bekommt einen Einstellungsblock namens Kanäle. Für Discover, Gmail, Display, die Suche, Maps und YouTube steht dort je ein Regler zwischen Niedriger und Höher. Er wirkt über den Ziel-CPA des jeweiligen Kanals und lockert oder verschärft ihn. Die Funktion trägt in der Oberfläche das Kennzeichen Alpha und ist der erste echte Hebel auf Kanalebene, seit es Performance Max gibt.

Performance Max entscheidet seit dem Start im November 2021 selbst, wie viel von deinem Budget auf welchen Google-Kanal fließt. Beeinflussen ließ sich das nur indirekt, über deine Assets, die Zielgruppensignale und den Ziel-CPA der gesamten Kampagne. Seit dem 6. Juni 2025 zeigt der Channel-Performance-Bericht wenigstens, wohin das Geld läuft. Wer dann sah, dass YouTube einen großen Teil des Budgets frisst, konnte trotzdem nichts daran ändern. Genau diese Lücke schließt Google jetzt. Wenn du Performance Max selbst betreust, lohnt sich vorher ein Blick in den Überblick für kleine Unternehmen.

Entdeckt hat die neue Einstellung die PPC-Spezialistin Heidi Sturrock, aufgegriffen wurde sie am 25. August 2026 im Newsletter von Adriaan Dekker.

Was steht in der neuen Einstellung?

Gut zu wissen

Der Block heißt Kanäle und trägt neben der Überschrift das Kennzeichen Alpha. Aufgelistet sind Discover, Gmail zusammen mit dem Google Displaynetzwerk, die Google Suche zusammen mit den Suchnetzwerk-Partnern, Maps und YouTube. Jeder Eintrag steht auf Automatisch. Klappst du einen Kanal auf, erscheint ein Schieberegler mit den Enden Niedriger und Höher, dazu ein Feld mit dem aktuellen Wert und ein Zurücksetzen.

Google schreibt über der Liste selbst dazu, dass Performance Max automatisch auf die Gesamtzahl der Conversions über alle Kanäle hinweg optimiert und dass jede Anpassung hier die Leistung direkt beeinflusst. Das ist eine ungewöhnlich deutliche Warnung für eine Einstellung, die Google gerade erst freigibt.

Die Aufteilung der Kanäle entspricht dabei der aus dem Channel-Performance-Bericht. Der unterscheidet laut Google-Ads-Hilfe sieben Kanäle: Google Suche, Google Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Maps, Gmail und Suchnetzwerk-Partner. Was du im Bericht siehst, kannst du künftig also an derselben Stelle auch beeinflussen.

Der Regler wirkt über den Ziel-CPA

Hier wird es wichtig, und hier verkürzen die meisten Meldungen zu der Neuerung. Im aufgeklappten YouTube-Bereich steht wörtlich, dass eine positive Anpassung den CPA dieses Kanals lockert und eine negative ihn verschärft. Darunter erklärt ein Hinweis, dass Google die Leistung auf YouTube so optimiert, dass der Ziel-CPA der Kampagne erreicht wird, im Beispiel 150 Dollar.

Praktisch bedeutet Niedriger, dass dieser Kanal günstiger liefern muss als der Rest der Kampagne. Schafft er das nicht, bekommt er weniger Auslieferung und damit weniger Geld. Höher erlaubt ihm, teurer zu sein als der Kampagnendurchschnitt, weil du seinen Beitrag höher bewertest als die reine Zahl im Bericht.

Was der Regler tut
Was er nicht tut
Er verschiebt den Ziel-CPA eines einzelnen Kanals nach oben oder unten
Er legt keinen Budgetanteil je Kanal fest
Er wirkt über die Gebotslogik und damit auf die Auslieferung
Er schaltet keinen Kanal komplett ab
Er gilt innerhalb einer Kampagne
Er ersetzt keine getrennte Kampagne je Kanal
Er lässt sich je Kanal zurücksetzen
Er liefert keine Prognose, was die Änderung kosten wird

Der Unterschied klingt akademisch und ist er nicht. Wer glaubt, er verteile hier Prozente vom Budget, dreht den Regler zu weit und wundert sich, warum ein Kanal ganz verschwindet oder warum plötzlich die Gesamtzahl der Conversions einbricht.

Warum ein schwacher Kanal nicht automatisch weg gehört

Der Reflex bei so einem Regler ist schnell da. Du öffnest den Bericht, siehst bei YouTube oder Display einen hohen Preis je Conversion, ziehst den Regler auf Niedriger und fühlst dich gut dabei.

Das Problem steckt in der Messung. Der Bericht zeigt dir, welchem Kanal die Conversion am Ende zugerechnet wurde. Er zeigt dir nicht, welcher Kanal den Weg dahin überhaupt angestoßen hat. Jemand sieht ein Video auf YouTube, sucht zwei Tage später nach deinem Namen und fordert dann ein Angebot an. Die Conversion landet in der Suche, der Anstoß kam von YouTube.

Drosselst du in so einem Fall YouTube, trifft es einen Teil der Nachfrage, die deine Suchkampagne bisher gefüttert hat. Sichtbar wird das erst Wochen später, und dann sieht es aus wie ein Saisoneffekt.

Experten-Tipp

Prüfe vor jeder Entscheidung, wie lang bei dir die Zeit zwischen erstem Kontakt und Anfrage ist. Bei erklärungsbedürftigen Leistungen wie Handwerksprojekten, Kanzleimandaten, Steuerberatung oder B2B-Angeboten liegen dazwischen oft Wochen. In solchen Konten sagt ein Kanalpreis aus dem Last-Click-Blick wenig darüber aus, was der Kanal wirklich beiträgt.

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Wer den Zugang hat, und was das mit dem Partners-Test zu tun hat

Die Kanal-Regler laufen als Alpha, also als begrenzter Test. Eine offizielle Ankündigung von Google gibt es bisher nicht, und einen Termin für die allgemeine Freigabe auch nicht. Bei den letzten Performance-Max-Alphas hing der Zugang an Ausgabenhöhe, Branche und Kontohistorie, teils lief er über den Google-Ansprechpartner.

Verwechseln solltest du das mit einem zweiten Test, der seit Ende Juni 2026 läuft und Ende Juli breiter bekannt wurde. Dort geht es um eine Einstellung namens Partner, mit der sich das Suchnetzwerk der Partner und das Displaynetzwerk per Häkchen abwählen lassen. Das ist ein Ausschalter, während die Kanal-Regler eine Gewichtung sind.

Beim Suchnetzwerk der Partner gibt es dafür immerhin einen belastbaren Anlass. Eine von PPC Land zitierte Branchenauswertung kam für dieses Netzwerk auf einen um 37 Prozent niedrigeren ROAS als für die Google Suche selbst.

Bevor du an einem Regler drehst

1
Kanalbeitrag lesen, nicht nur den Kanalpreis

Öffne den Channel-Performance-Bericht und schau dir mindestens 90 Tage an. Vergleiche die Kanäle über drei Größen, die Kosten je Conversion, den Anteil an Impressionen und den Anteil an Klicks. Ein Kanal mit viel Sichtbarkeit und wenig zugerechneten Conversions ist ein Verdachtsfall, kein Urteil.

Channel-Performance-BerichtZeitraum ab 6. Juni 2025

Danach lohnt der Blick auf die Assets, weil ein schwacher Kanal oft schlicht schlecht ausgestattet ist.

2
Ausschließen, dass es an fehlenden Assets liegt

Fehlt für einen Kanal das passende Format, liefert Google dort automatisch generierte Notlösungen aus oder spielt weniger aus. Das drückt die Leistung, ohne dass der Kanal selbst schuld ist. Die Channel-Diagnose zeigt fehlende und abgelehnte Assets je Kanal an einer Stelle.

Diagnose-AnsichtFormateAblehnungen

Erst wenn beides sauber ist, kommt der Regler an die Reihe.

3
Eine Sache ändern und zwei Wochen warten

Verstell einen einzigen Kanal um eine Stufe und lass Budget, Ziel-CPA und Assets in dieser Zeit unangetastet. Wer alles gleichzeitig anfasst, macht aus einem Test einen Neustart und weiß hinterher nicht, was gewirkt hat. Notier dir den Stichtag, sonst vergleichst du später gegen ein Gefühl.

ein Kanaleine Stufefester Stichtag

Was das für kleine Unternehmen heißt

Für die meisten Konten mit Anfragen als Ziel ist der Regler vorerst Beobachtungsstoff. Wer eine einzige Performance-Max-Kampagne mit wenigen Conversions im Monat fährt, hat schlicht keine Datenbasis, um sechs Kanäle sinnvoll gegeneinander zu gewichten. Dort bringen sauberes Conversion-Tracking, gute Assets und ein realistischer Ziel-CPA mehr als jede Feineinstellung.

Interessant wird es bei Shops und bei Konten mit ordentlich Volumen, in denen YouTube und Display heute spürbar mitfressen. Wenn dort ein Kanal seit Monaten Geld zieht, ohne dass sich das an irgendeiner Stelle in der Kaufstrecke zeigt, bekommst du erstmals einen Hebel, der schwächer eingreift als eine komplette Trennung der Kampagne.

Bis dahin bleibt der wichtigste Schritt derselbe wie immer bei Performance Max. Du musst sehen können, was passiert, bevor du steuerst. Wie du dein Konto insgesamt in den Griff bekommst, steht im Leitfaden für kleine Unternehmen.

Häufige Fragen

Kann ich mit den neuen Reglern YouTube in Performance Max abschalten?

Nein. Die Regler verschieben nur den Ziel-CPA eines Kanals nach oben oder unten und beeinflussen darüber, wie viel Auslieferung er bekommt. Ein echtes Abschalten gibt es bisher nur in einem separaten Alpha-Test, und zwar ausschließlich für das Suchnetzwerk der Partner und das Displaynetzwerk.

Wo finde ich die Kanal-Einstellung in Google Ads?

Sie sitzt in den Einstellungen der Performance-Max-Kampagne in einem Block namens Kanäle, erkennbar am Kennzeichen Alpha. Wenn du den Block nicht siehst, ist dein Konto nicht im Test. Eine Möglichkeit, sich selbst freizuschalten, gibt es nicht.

Welche Kanäle deckt Performance Max überhaupt ab?

Der Channel-Performance-Bericht unterscheidet sieben Kanäle: Google Suche, Google Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Maps, Gmail und Suchnetzwerk-Partner. Shopping-Anzeigen laufen dabei unter Suche mit, was beim Lesen der Zahlen leicht zu Fehlschlüssen führt.

Wie lange sollte ich nach einer Änderung warten?

Plane ein bis zwei Wochen ein, bevor du die Zahlen bewertest, und länger, wenn zwischen Klick und Anfrage bei dir viel Zeit liegt. Verändere in dieser Phase nichts anderes an der Kampagne, sonst lässt sich der Effekt nicht mehr zuordnen.

Betrifft das auch meine Suchkampagnen?

Nein. Die Einstellung gibt es nur in Performance Max. Klassische Suchkampagnen laufen ohnehin nur in der Suche und im Suchnetzwerk der Partner, das sich dort seit jeher per Häkchen abwählen lässt.

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Benjamin Häntzschel

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