Conversion Traffic
Merchant Center Konto gesperrt: erst beheben, dann Einspruch
Google Ads News 10 Min. Lesezeit

Merchant Center Konto gesperrt: erst beheben, dann Einspruch

Das Wichtigste zusammengefasst

Wenn dein Merchant Center Konto gesperrt ist oder Produkte abgelehnt werden, behebe zuerst jeden Fehler in Shop, Feed und Website und beantrage erst danach eine Überprüfung. Korrigierte Produkte prüft Google ohnehin automatisch neu. Einsprüche dagegen sind knapp. Laut Google-Hilfe kann nach dem zweiten erfolglosen Versuch eine Wartezeit beginnen, die sich mit jedem weiteren Fehlversuch verlängern kann. Einen Sammeleinspruch würde ich nur einlegen, wenn das Sortiment wirklich sauber ist.

Google hatte im Juli 2026 angekündigt, die Richtlinien für Shopping-Anzeigen und Produkteinträge im September zusammenzuführen. Inzwischen sind mehrere Richtlinienseiten im Merchant Center überarbeitet, darunter die zur Falschdarstellung, zu gefährlichen und zu gefälschten Produkten. Auf diesen Seiten steht jetzt derselbe Block mit drei Wegen aus einer Ablehnung. Du kannst das Produkt korrigieren, Einspruch einlegen oder einen Sammeleinspruch stellen.

Für kleine Online-Shops kommt das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Black Friday fällt 2026 auf den 27. November, danach läuft das Weihnachtsgeschäft, und genau dann fehlt die Zeit für Wartezeiten. Wie Shopping-Anzeigen und Merchant Center in eine Werbestrategie mit kleinerem Budget passen, steht im Überblick zu Google Ads für kleine Unternehmen. Hier geht es darum, was du tust, wenn Google Produkte ablehnt oder das Konto sperrt.

Warum ich erst korrigieren und dann widersprechen würde

Ein Einspruch ist im Merchant Center ein knapper Vorrat. Laut Google-Hilfe kannst du möglicherweise nur einmal angeben, dass deiner Meinung nach kein Problem vorliegt. Bestehen die Probleme nach dem zweiten Versuch weiter, kann eine Wartezeit von einer Woche beginnen, und die kann sich nach jeder weiteren erfolglosen Überprüfung verlängern. Der Google-Support kann sie weder umgehen noch verkürzen.

Wer also sofort widerspricht, weil er die Ablehnung für einen Irrtum hält, und dabei einen echten Fehler übersieht, hat einen seiner Versuche verbraucht. Dazu kommt, dass eine Überprüfung laut Google für alle Probleme im jeweiligen Land gilt. Ein Antrag, bei dem noch ein zweites Problem offen ist, kann deshalb an genau dem Problem scheitern, an das du gar nicht gedacht hast.

Wenn ich die Angaben aus der Hilfe zusammenrechne, wird es vor dem Weihnachtsgeschäft eng. Eine Überprüfung dauert bis zu sieben Arbeitstage. Wer Mitte Oktober eine Sperre hat und zweimal mit einem halb sauberen Konto anfragt, steht nach rund drei Wochen vor der Wartezeit. Der dritte Antrag wird dann im ungünstigen Fall erst in der zweiten Novemberhälfte entschieden, eine Woche vor Black Friday.

Korrigieren kostet dich dagegen keinen Versuch. Was du in der Datenquelle änderst, prüft Google automatisch noch einmal. Und für Produkte, die du aus der Datenquelle entfernst, sind laut Google keine weiteren Maßnahmen oder Überprüfungsanträge erforderlich.

Was hat Google im September an den Richtlinien geändert?

In der Ankündigung vom 15. Juli 2026 steht ein Satz, der die Aufregung etwas dämpft: „Es handelt sich nicht um wesentliche Änderungen und die Richtlinien werden nicht restriktiver durchgesetzt.“

Welche Seiten überarbeitet sind

Überarbeitet sind unter anderem die Seiten zu Falschdarstellung, gefährlichen Produkten, gefälschten Produkten, unehrlichem Verhalten, sexuellen Inhalten und redaktionellen Anforderungen sowie die Übersicht der Richtlinien. Neu ist auf diesen Seiten der gleiche Block „Korrekturmöglichkeiten“ mit drei Wegen (Produkt korrigieren, Einspruch, Sammeleinspruch) und ein Abschnitt zu Problemen mit dem Konto, durch die die Sichtbarkeit von Produkten eingeschränkt wird.

Klarer beschrieben ist nach dem Umbau vor allem der Weg aus einer Ablehnung. In der Übersicht steht, dass Google Konten aufgrund wiederholter oder schwerwiegender Verstöße sperren kann. Außerdem kann Google die Impressionen für Konten, die über Google AI gemeldet wurden, vorübergehend beschränken.

Eine Ländereinschränkung nennt Google für diese Regeln nicht, und die deutsche Merchant-Center-Hilfe hat denselben Wortlaut wie die englische. Die Wege aus einer Ablehnung stehen also auch Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz offen. Den Sammeleinspruch bietet Google allerdings nur in bestimmten Fällen an, dazu unten mehr.

Was heißt es, wenn dein Merchant Center Konto gesperrt ist?

Im Merchant Center gibt es zwei Ebenen, und die Ebene entscheidet, was nach deiner Korrektur passiert. Ein abgelehntes Produkt ist ärgerlich, eine Kontosperre betrifft das ganze Sortiment.

Produkt abgelehnt
Konto gesperrt oder eingeschränkt
Betrifft einzelne Angebote
Schränkt die Sichtbarkeit aller Produkte ein
Das Problem steht beim jeweiligen Produkt
Google zeigt es in einem Banner oben im Konto
Nach der Korrektur in der Datenquelle prüft Google automatisch neu
Nach der Korrektur musst du die Überprüfung selbst beantragen
Für entfernte Produkte ist kein Antrag nötig
Der Antrag lohnt erst, wenn alle Kontoprobleme behoben sind

Bei den meisten Verstößen bekommst du vorher eine Warnung per E-Mail und hast dann 7 bzw. 28 Kalendertage Zeit, das Problem zu beheben. So steht es auf den überarbeiteten Seiten, etwa der zur Falschdarstellung. Bei schwerwiegenden Verstößen kann die Sperre ohne Warnung kommen. Eine Verlängerung der Frist gibt es laut Shopify-Hilfe bei keinem Verstoß.

Die Seite zur Falschdarstellung ist für kleine Shops besonders relevant, weil sie auch Angaben zum Unternehmen selbst umfasst. Google versteht darunter Einträge, „mit denen Nutzer*innen durch Auslassung relevanter Produktinformationen oder durch die Angabe irreführender Informationen zu Produkten und Unternehmen getäuscht werden“. Dazu zählen unter anderem fehlende oder versteckte Angaben zum Unternehmen, unklare Preise und Transaktionsbedingungen und unrealistische Darstellungen von Produkten.

So gehst du vor, wenn Produkte abgelehnt oder das Konto gesperrt ist

Die ersten beiden Schritte gelten für beide Ebenen. Bei einer Kontosperre kommen der dritte und der vierte dazu.

1
Alle Probleme lesen

Probleme auf Kontoebene zeigt Google in einem Banner oben im Merchant Center Konto. Die einzelnen Meldungen findest du im Bereich „Produkte“ im Tab „Überprüfung erforderlich“, der Name kann je nach Oberfläche etwas abweichen. Notier dir alle Probleme.

BannerProdukte

Danach geht es an die Stelle, an der die Daten entstehen.

2
In der Datenquelle korrigieren

Korrigiere Preise, Verfügbarkeit, Titel oder Bilder dort, wo die Daten herkommen, also im Shop oder im Feed. Bearbeitete Produkte prüft Google laut Hilfe automatisch noch einmal. Bekommst du ein Produkt nicht sicher richtlinienkonform, nimm es aus der Datenquelle.

ShopFeed

Bei einer Kontosperre reicht das allein nicht, dann gehört auch die Website dazu.

3
Website und Konto abgleichen

Google nennt vor einem Antrag drei Vorbereitungen. Schließe die Identitätsbestätigung ab, wenn du dazu aufgefordert wirst. Sorge dafür, dass Kontaktdaten, Versand sowie Rückgabe und Erstattung klar und leicht zugänglich in der Fußzeile deiner Website stehen, hierzulande also auch das Impressum. Und halte Preise, Verfügbarkeit und Produktangaben im Merchant Center gleich mit dem, was im Shop steht.

IdentitätImpressumVersandRückgabe

Erst wenn alle drei Punkte stimmen, kommt der Antrag.

4
Überprüfung beantragen

Im Bereich „Produkte“ im Tab „Überprüfung erforderlich“ wählst du „Probleme im Zusammenhang mit Einrichtung und Richtlinien ansehen“. Bei jedem Problem wählst du „Ich habe das Problem behoben“ oder „Meiner Meinung nach liegt kein Problem vor“ und klickst dann auf „Überprüfung beantragen“. Die zweite Option kannst du möglicherweise nur einmal nutzen.

gilt für alle Probleme im Land

Wird die Überprüfung genehmigt, können deine Produkte laut Google innerhalb von 24 Stunden wieder erscheinen. Die Einzelheiten zu Wartezeiten und Voraussetzungen stehen in der Google-Hilfe Überprüfung Ihrer Probleme beantragen. Dort steht auch, dass die Datenquelle nicht leer sein darf, sonst bleibt der Button gesperrt.

Experten-Tipp

Wenn du unsicher bist, ob ein Produkt gegen eine Richtlinie verstößt, würde ich es bis zur Klärung aus dem Feed nehmen. Ein paar Tage ohne dieses eine Produkt kosten aus meiner Sicht weniger als ein verbrauchter Einspruch und eine Wartezeit mitten in der Saison.

In eigener Sache

Willst du wissen, ob bei deinen Google Ads mehr drin ist?

Erstgespräch anfragen →

Wann ein Sammeleinspruch richtig ist

Der Sammeleinspruch ist für den Fall gedacht, dass viele Produkte wegen desselben Problems abgelehnt wurden. Den Weg beschreibt Google so: im Bereich „Produkte“ den Tab „Überprüfung erforderlich“ öffnen, das Problem aufrufen, „Korrektur anzeigen“ wählen, die Option „Meiner Meinung nach liegt bei keinem Produkt ein Problem vor“ auswählen und mit „Überprüfung beantragen“ einreichen.

Das Risiko steht in der Hilfe

Bei einem Sammeleinspruch für eine große Anzahl von Angeboten „besteht das Risiko, dass der Einspruch sofort abgelehnt wird, wenn Verstöße festgestellt werden. Sie können dann unter Umständen keine nachfolgenden Einsprüche für diese Produkte mehr einlegen.“

Gemeint sind die Produkte im Einspruch, vom ganzen Konto spricht Google an dieser Stelle nicht. Für diese Produkte ist der Weg danach aber unter Umständen zu. Deshalb würde ich einen Sammeleinspruch nur stellen, wenn ich jedes Produkt darin geprüft habe und überzeugt bin, dass kein Verstoß vorliegt. Steckt auch nur ein echter Fehler im Sortiment, korrigiere ich ihn vorher oder nehme das Produkt aus dem Feed.

Auf Plattformen von Drittanbietern stellt Google den Sammeleinspruch möglicherweise gar nicht zur Verfügung. Wer über Shopify verkauft, findet die Option deshalb unter Umständen nicht.

Was gilt für Shopify-Händler?

Wer seine Produkte über den Google-Kanal in Shopify ins Merchant Center schickt, hat zwei Ansprechpartner, und für die Sperre ist nur einer zuständig. Shopify schreibt in seiner Hilfe, dass Google für das Merchant Center verantwortlich ist. Der Shopify-Support hilft beim Einrichten des Kanals und der Produkte.

Drei Aussagen aus der Shopify-Hilfe zu Sperrungen decken sich mit dem Vorgehen oben. Das Beheben der Probleme löst bei einer Sperrung keine neue Überprüfung aus, die musst du beantragen. Gibt es mehrere Kontoprobleme, müssen alle behoben sein, bevor du den Antrag stellst. Und eine Fristverlängerung gibt es bei keinem Verstoß.

Merchant Center und Google Ads prüfen getrennt

Eine Ablehnung im Merchant Center ist etwas anderes als eine abgelehnte Anzeige in Google Ads. Für Text- und Bildanzeigen gibt es eine eigene Prüfung mit eigenem Einspruch, beschrieben im Beitrag zu abgelehnten Anzeigen in Google Ads.

Wie du das Konto selbst sauber aufsetzt und welche Feed-Felder am häufigsten zu Ablehnungen führen, steht im Beitrag zum Google Merchant Center. Mitte September 2026 sind im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) außerdem die kostenlosen Google-Shopping-Einträge aus der Suche verschwunden. Die Schweiz gehört nicht zum EWR, dort hat Google keine solche Änderung angekündigt. In Deutschland und Österreich hängt die Sichtbarkeit von Produkten in der Suche damit noch stärker an den Shopping-Anzeigen, und jede Woche Sperre fehlt dort direkt. Ob für deinen Shop Standard-Shopping oder Performance Max besser passt, vergleicht der Leitfaden zu Google Ads für kleine Unternehmen.

Häufige Fragen

Mein Merchant Center Konto ist gesperrt, was tun?

Lies zuerst alle Probleme im Banner oben im Konto und im Bereich „Produkte“. Behebe sie in Shop, Feed und Website, schließe die Identitätsbestätigung ab und gleiche Kontaktdaten, Versand und Rückgabe mit den Angaben im Merchant Center ab. Erst dann beantragst du die Überprüfung, denn sie gilt für alle Probleme im jeweiligen Land.

Wie lange dauert die Überprüfung im Merchant Center?

Google nennt bis zu sieben Arbeitstage. Wird die Überprüfung genehmigt, können die Produkte innerhalb von 24 Stunden wieder auf Google erscheinen. Bestehen die Probleme nach dem zweiten Versuch weiter, kann eine Wartezeit von einer Woche beginnen, die sich nach jedem weiteren Fehlversuch verlängern kann.

Warum ist „Überprüfung beantragen“ ausgegraut?

Ein Grund, den Google selbst nennt, ist eine leere Datenquelle. Solange darin keine Produkte stehen, bleibt der Button gesperrt. Google empfiehlt dann, im Bereich „Produkte“ unter „Alle Produkte“ mindestens ein Produkt manuell anzulegen. Läuft nach erfolglosen Versuchen gerade eine Wartezeit, geht es erst nach deren Ende weiter.

Was passiert, wenn mein Sammeleinspruch abgelehnt wird?

Laut Google kannst du dann unter Umständen keine weiteren Einsprüche für die Produkte in diesem Sammeleinspruch mehr einlegen. Dir bleibt dann, die Produkte zu korrigieren oder aus der Datenquelle zu nehmen.

Hilft der Shopify-Support bei einer Sperrung?

Bei der Sperre selbst kann er wenig tun. Shopify schreibt in seiner Hilfe, dass für das Merchant Center Google zuständig ist, der Shopify-Support hilft beim Einrichten des Kanals und der Produkte. Die Überprüfung nach einer Sperrung beantragst du selbst, und eine Fristverlängerung gibt es laut Shopify bei keinem Verstoß.

Was bedeutet Falschdarstellung im Merchant Center?

Google meint damit Einträge, die Nutzer durch weggelassene Produktinformationen oder irreführende Angaben zu Produkten und Unternehmen täuschen. Darunter fallen etwa fehlende oder versteckte Angaben zum Unternehmen, unklare Preise und Transaktionsbedingungen und unrealistische Produktdarstellungen. Bei den meisten Verstößen kommt vorher eine Warnung mit 7 bzw. 28 Kalendertagen Frist, bei schwerwiegenden kann die Sperre ohne Warnung kommen.

Läuft Google Ads bei dir schon so, wie es könnte?

Seit 2013 Google Ads für deutsche KMUs
Jährliche Werbebudgets im Millionenbereich verantwortet
5,0 von 5 bei ProvenExpert
30 Minuten Erstgespräch anfragen →
Benjamin Häntzschel

Benjamin Häntzschel

Google Ads, KI & Conversion-Optimierung

Das könnte dich auch interessieren