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Google Shopping: kostenlose Einträge in der EU abgeschaltet
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Google Shopping: kostenlose Einträge in der EU abgeschaltet

Das Wichtigste zusammengefasst

Google hat am 17. und 18. September 2026 die kostenlosen Produkteinträge und die Produkt-Karussells aus den Suchergebnissen im Europäischen Wirtschaftsraum entfernt. Shopping-Anzeigen laufen unverändert weiter. Für Shops heißt das, dass ein Teil des unbezahlten Traffics wegfällt. Die sinnvollste Reaktion ist im Moment, die eigene Größenordnung zu messen und das Konto erst danach anzufassen.

Wenn du einen Online-Shop betreibst und deine Produkte über das Merchant Center bei Google liegen, hat sich in der vergangenen Woche etwas verändert, das du in den Zahlen sehen wirst. Die kostenlosen Produkteinträge sind aus der deutschen Google-Suche verschwunden. Auch der Shopping-Reiter in der Navigationsleiste ist weg. Übrig bleiben die bezahlten Shopping-Anzeigen.

Dahinter steckt eine dauerhafte Umstellung, mit der Google Auflagen der EU-Kommission umsetzt. Für dich als Unternehmer ist die Lage unangenehm einfach: Diese Fläche kommt nicht zurück, und es gibt keinen Handgriff, mit dem du sie dir zurückholst. Ein Wechsel des Preisvergleichsdienstes gehört ausdrücklich dazu, dazu unten mehr.

Meine Empfehlung für die nächsten Wochen ist deshalb zurückhaltend. Miss zuerst, wie groß der Anteil bei dir überhaupt war, und beobachte, was in den Shopping-Anzeigen passiert. Wie du deine Google Ads als kleines Unternehmen insgesamt aufstellst, wird durch die Änderung nicht falsch, aber ein Kanal fällt aus der Rechnung.

Was aus den kostenlosen Google-Shopping-Einträgen geworden ist

Betroffen sind zwei Dinge, die viele Shops jahrelang mitgenommen haben, ohne dafür zu zahlen. Zum einen die kostenlosen Produkteinträge, die Google seit 2020 in Deutschland aus dem Merchant-Center-Feed gespeist hat. Zum anderen die Produkt-Karussells, die bei kommerziellen Suchanfragen über oder zwischen den organischen Ergebnissen standen.

Bis Mitte September
Seit dem 18. September
Shopping-Reiter in der Navigationsleiste
Reiter aus der Leiste verschwunden
Produkt-Karussells bei kommerziellen Suchen
Karussells nahezu vollständig weg
Kostenlose Produkteinträge aus dem Feed
Keine unbezahlte Ausspielung mehr
Shopping-Anzeigen über den Ergebnissen
Shopping-Anzeigen laufen unverändert

Die Geschwindigkeit ist bemerkenswert. Hugo Huijer vom Tool-Anbieter Productrise hat den Rückgang über mehrere Länder dokumentiert und kommt für Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden und die Niederlande auf 90 bis 100 Prozent innerhalb von zwei Tagen. Search Engine Roundtable hat die Beobachtung am 18. September aufgegriffen, Semrush-Daten zeigen dieselbe Richtung.

Warum macht Google das?

Ginny Marvin, die Ads Liaison bei Google, hat bestätigt, dass die Entfernung auf Anforderungen des Digital Markets Act zurückgeht. Der EWR umfasst alle EU-Staaten, also auch Österreich, dazu Norwegen, Island und Liechtenstein.

Der Hintergrund in zwei Sätzen

Die EU-Kommission hat im Juli 2026 eine Strafe von 460 Millionen Euro gegen Google verhängt, weil eigene Dienste in der Suche bevorzugt dargestellt wurden. Die kostenlosen Produkteinträge waren genau so ein eigener Dienst. Die Frist zur Umsetzung lief bis zum 25. September, Google hat die Flächen eine Woche früher entfernt, statt sie umzubauen.

Der Umbau läuft seit Anfang September in Etappen. Adriaan Dekker, der die Entwicklung aus den Niederlanden verfolgt, hat den Wegfall der Einheit für Ferienwohnungen am 8. September dokumentiert, also noch bevor die Produktflächen dran waren, und rechnet mit weiteren Änderungen in den kommenden Wochen.

Was ich in der Suche tatsächlich sehe

An dieser Stelle weichen meine eigenen Suchen von dem ab, was die internationalen Berichte beschreiben. Dort ist von aufklappbaren Kästen die Rede, in denen Preisvergleichsdienste mit Logo und Namen ihre eigenen Produktseiten zeigen, also eine Art Ersatzfläche für das, was weg ist.

In meinen Suchen sehe ich diese Kästen nicht. Was ich sehe, sind die gesponserten Produkte, sonst nichts. Der Reiter fehlt in der Leiste, und dort, wo früher die organischen Produktblöcke standen, stehen heute die Anzeigen. Ob das an der Anfrage liegt, an der Branche oder daran, dass der Umbau noch läuft, kann ich nicht sagen, und ich behaupte es deshalb auch nicht.

Experten-Tipp

Bevor du einer Beschreibung aus einem Fachartikel folgst, tippe zwei oder drei deiner wichtigsten Produktsuchen selbst bei Google ein und schau, was in deiner Nische wirklich angezeigt wird. Die Suchergebnisse sehen in der Praxis je nach Anfrage sehr unterschiedlich aus, und deine Entscheidung hängt an deinen Suchanfragen, nicht an den Beispielen aus einem Screenshot.

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Was das für deinen Shop bedeutet

Der Verlust trifft nicht alle gleich. Entscheidend ist, wie viel unbezahlter Traffic bei dir überhaupt aus dieser Quelle kam. Bei Shops, die Google Shopping faktisch als kostenlose Preisvergleichsfläche genutzt haben, fällt jetzt ein spürbarer Anteil weg. Bei Shops, deren Umsatz ohnehin fast vollständig über Anzeigen und über die klassische organische Suche lief, ändert sich wenig.

Die Zahl dazu liegt in deinem Merchant Center. Unter Leistung findest du die Auswertung getrennt nach kostenlosen Produkteinträgen und Anzeigen. Vergleiche die erste Septemberhälfte mit der Zeit nach dem 18. September, dann hast du deine eigene Größenordnung statt einer fremden Prozentzahl. Wie du das Konto dahinter sauber aufstellst, steht im Beitrag zu Google Merchant Center.

Holt ein Wechsel des CSS-Anbieters die Fläche zurück?

Diese Frage wird gerade häufig gestellt, weil Anbieter von Preisvergleichsdiensten genau jetzt auf Unternehmer zugehen. Die Antwort ist nein, jedenfalls nicht für diese Fläche.

Die Vergleichsdienste, die in den Suchergebnissen auftauchen, arbeiten mit eigenen Datenbeständen und ranken über klassische Suchmaschinenoptimierung. Sie ziehen ihre Produkte nicht aus deinem Merchant-Center-Feed, nur weil du deine Shopping-Anzeigen über einen CSS-Partner abrechnest. Ein Wechsel kann aus anderen Gründen sinnvoll sein, etwa wegen der Konditionen bei den Klickkosten. Als Antwort auf den weggefallenen organischen Traffic taugt er nicht.

Was ich jetzt tun würde

Meine Haltung dazu ist zurückhaltend, und zwar aus einem konkreten Grund. Niemand weiß im Moment, was mit den Suchenden passiert, die vorher auf einen kostenlosen Eintrag geklickt haben. Sie sind ja nicht verschwunden, sie sehen nur andere Ergebnisse. Ein Teil von ihnen wird jetzt auf die Shopping-Anzeigen klicken, und dann taucht ein Umsatz, den du vorher geschenkt bekommen hast, als bezahlter Klick in deinem Konto auf.

Das wäre für die Gesamtrechnung ein Nachteil, für die Zahlen in Google Ads aber zunächst ein Zuwachs. Genau diese Verschiebung solltest du in den nächsten Wochen im Blick haben, bevor du Budgets anfasst. Wenn Volumen und Umsatz in den Shopping-Anzeigen steigen, ohne dass du etwas geändert hast, ist das vermutlich der Effekt.

1
Größenordnung messen

Kostenlose Produkteinträge und Anzeigen getrennt auswerten, erste Septemberhälfte gegen die Zeit danach. Das ist deine Ausgangsbasis für alles Weitere.

Merchant CenterLeistung

Erst wenn diese Zahl steht, lohnt der Blick auf die andere Seite der Rechnung.

2
Shopping-Anzeigen beobachten

Vier bis sechs Wochen lang verfolgen, ob Klicks und Umsatz in den Shopping-Kampagnen ohne eigenes Zutun steigen. Erst dann lässt sich sagen, ob Budget nachgeschoben werden muss.

KlicksUmsatzKosten

Bis dahin gilt für alles andere Zurückhaltung.

3
Keine Schnellschüsse

Kein CSS-Wechsel und keine Budgeterhöhung, solange die beiden Zahlen oben nicht vorliegen. Der Umbau bei Google läuft weiter, und eine Entscheidung auf Basis von zwei Wochen Daten hält selten.

CSSFeedBudget

Am meisten stört mich an dieser Sache die Geschwindigkeit. Eine Fläche, auf der sich Shops über Jahre Sichtbarkeit aufgebaut haben, kann innerhalb von zwei Tagen verschwinden, ohne dass jemand vorher gefragt wird. Wer seinen Umsatz auf einen einzigen Kanal stellt, trägt dieses Risiko immer mit. Das gilt für kleine Unternehmen bei Google Ads genauso wie für große Händler.

Häufige Fragen

Sind die kostenlosen Google-Shopping-Einträge komplett abgeschafft?

Im Europäischen Wirtschaftsraum ja. Google hat die Entfernung ausdrücklich mit Auflagen aus dem Digital Markets Act begründet, und dieses Gesetz gilt nur in der EU plus Norwegen, Island und Liechtenstein. Für Märkte außerhalb davon hat Google keine entsprechende Änderung angekündigt, eine Zusage für ihren Fortbestand ist das allerdings nicht.

Warum finde ich den Shopping-Tab bei Google nicht mehr?

Der Reiter ist im Zuge derselben Umstellung aus der Navigationsleiste verschwunden. Das liegt weder an deinem Browser noch an einer Einstellung, die sich zurückdrehen ließe. Betroffen ist der Europäische Wirtschaftsraum.

Laufen meine Shopping-Anzeigen normal weiter?

Ja. Die bezahlten Shopping-Anzeigen sind von der Änderung nicht betroffen und werden unverändert ausgeliefert. Betroffen war ausschließlich die unbezahlte Ausspielung aus dem Merchant-Center-Feed.

Brauche ich mein Merchant-Center-Konto überhaupt noch?

Ja, unbedingt. Der Produktfeed ist die Grundlage für alle Shopping-Anzeigen und für Performance-Max-Kampagnen mit Produktdaten. Ohne gepflegtes Merchant Center läuft davon nichts, und die Anforderungen an die Datenqualität sind dieselben geblieben.

Sollte ich mein Shopping-Budget jetzt erhöhen?

Nicht sofort. Sinnvoller ist, vier bis sechs Wochen zu beobachten, wie sich Klicks und Umsatz in den bestehenden Kampagnen entwickeln. Wenn ein Teil der früheren kostenlosen Klicks jetzt als bezahlter Klick ankommt, siehst du das an steigendem Volumen bei gleichem Budget, und erst dann lässt sich der Bedarf vernünftig beziffern.

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Benjamin Häntzschel

Benjamin Häntzschel

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