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Produkttitel-Bericht: Googles KI-Titel im Shopping prüfen
Google Ads News 7 Min. Lesezeit

Produkttitel-Bericht: Googles KI-Titel im Shopping prüfen

Das Wichtigste zusammengefasst

In Google Ads taucht seit Ende August 2026 ein Produkttitel-Bericht auf, der den Titel aus deinem Feed neben den Titel stellt, den Google per KI daraus gemacht und in der Anzeige gezeigt hat. Zu beiden stehen Impressionen, Produktklicks, Klickrate, Kosten und durchschnittlicher Klickpreis. Zum ersten Mal kannst du damit nachprüfen, ob Googles Umschreibung deinem Shop nützt oder schadet. Wer das nicht will, kann die Anpassung über den Support abstellen. Sinnvoller ist meist, aus dem Bericht zu lernen und die eigenen Titel nachzuziehen.

Wer einen Online-Shop über Google Shopping bewirbt, hat lange mit einer Blackbox gelebt. Google darf Produkttitel verändern, wenn es meint, eine andere Formulierung passe besser zur Suchanfrage. In der Merchant-Center-Hilfe steht dazu das Beispiel einer Matratze, deren Titel bei der Suche nach einer Kingsize-Matratze so umgestellt wird, dass die Größe vorn steht. Was Google daraus in deinem Konto gemacht hat, konntest du bisher nicht sehen.

Seit Ende August 2026 gibt es dafür einen neuen Bericht in Google Ads, über den unter anderem Search Engine Land berichtet hat. Er heißt schlicht Produkttitel und öffnet die Blackbox ein Stück.

Was zeigt der Produkttitel-Bericht?

Der Bericht in einem Absatz

Der Produkttitel-Bericht listet je Produkt den Titel aus deinem Feed und daneben den Titel, den Google per KI erzeugt und in Shopping-Anzeigen ausgespielt hat. Zu beiden Versionen stehen Impressionen, Produktklicks, Klickrate, Kosten und durchschnittlicher Klickpreis. Dein Originaltitel verschwindet dabei nicht, Google spielt ihn weiter aus, wenn es ihn für die passendere Variante hält. Der Bericht wird gerade schrittweise in Konten sichtbar, eine Ankündigung von Google dazu gibt es bisher nicht.

Das Wichtigste an dem Bericht ist die Zahl der Impressionen je Version. Sie sagt dir, wie oft Google seine eigene Fassung deiner Fassung vorgezogen hat. Bei einem Produkt, das zu 80 Prozent mit dem KI-Titel läuft, hat Google praktisch den Text deiner Anzeige übernommen. Das kann gut sein, es kann aber auch heißen, dass dein Titel im Feed so schlecht gebaut ist, dass Google ihn ständig reparieren muss.

Wie du den Bericht liest, ohne dich zu verrennen

Der Reflex ist, Klickrate gegen Klickrate zu stellen und der besseren Version zu glauben. Das greift zu kurz, weil beide Versionen nicht bei denselben Suchanfragen laufen. Google zeigt den KI-Titel gerade dann, wenn es meint, dass er zu einer bestimmten Anfrage besser passt. Die beiden Zeilen sind also zwei Ausschnitte deines Traffics.

Was der Bericht kann
Was er nicht kann
Zeigen, welcher Titel wie oft ausgespielt wurde
Sagen, ob der andere Titel bei denselben Anfragen besser gelaufen wäre
Klickrate, Kosten und Klickpreis je Version nennen
Conversions oder Umsatz je Version zeigen
Muster zeigen, was Google an deinen Titeln umstellt
Erklären, warum Google eine Version bevorzugt
Grundlage für bessere Feed-Titel liefern
Den Feed selbst reparieren

Was der Bericht gut kann, ist Muster zeigen. Wenn Google bei 30 Produkten regelmäßig die Marke nach hinten und die Größe oder das Material nach vorn schiebt, dann sagt dir das, was Suchende offenbar zuerst lesen wollen. Das ist die Erkenntnis, die du in den Feed zurückträgst. Ich habe im Beitrag zu Shopping-Anzeigen in Google Ads beschrieben, wie ein Titel aufgebaut sein sollte, und der Bericht ist die erste Rückmeldung von Google selbst dazu.

Experten-Tipp

Nimm dir die zehn Produkte mit den meisten Kosten und schau nur dort, wie stark der KI-Titel vom Original abweicht. Ändert Google nur die Reihenfolge, kannst du das im Feed übernehmen und hast den Effekt dauerhaft, auch dort, wo Google nicht eingreift. Erfindet Google Eigenschaften, die auf der Produktseite gar nicht stehen, ist das ein Grund, den Ausstieg zu prüfen, denn dann klickt jemand auf ein Versprechen, das deine Seite nicht hält.

Was du aus dem Bericht für deinen Feed ableitest

Die Merchant-Center-Hilfe nennt für Titel ein Limit von 150 Zeichen und weist darauf hin, dass Nutzer in der Regel nur die ersten 70 davon sehen. Alles, was für die Kaufentscheidung wichtig ist, muss also in diesen ersten 70 Zeichen stehen. Google selbst empfiehlt, Marke oder Produktname vorn zu platzieren und danach die unterscheidenden Merkmale wie Größe, Farbe oder Variante.

Der Bericht zeigt dir, ob dein Feed diese Reihenfolge einhält. Wenn Googles Version das Merkmal nach vorn zieht, das bei dir hinten steht, ist die Korrektur klar. Wenn Googles Version Wörter streicht, die du für wichtig hältst, etwa eine Artikelnummer oder einen Werbezusatz, dann haben diese Wörter für Suchende offenbar keinen Wert.

Zwei weitere Punkte gehören in denselben Arbeitsgang. Erstens hat Google das Feld für den Kurztitel, im Feed short_title, im August 2026 auf die visuellen Placements von Performance Max ausgeweitet, also auf YouTube und Discover. Erlaubt sind bis zu 65 Zeichen, empfohlen werden unter 40, damit auf dem Handy nichts abgeschnitten wird. Wer dieses Feld bisher leer ließ, weil es nur für Demand Gen galt, sollte es jetzt füllen.

Zweitens gibt es für eigene KI-Titel ein sauberes Verfahren. Wenn du deine Titel selbst mit einem Sprachmodell erzeugst, gehören sie laut Merchant-Center-Hilfe in das Attribut structured_title mit der Kennzeichnung trained_algorithmic_media, und ausdrücklich nicht in das normale Titelfeld. Das hängt mit der Kennzeichnung von KI-Inhalten zusammen, die ich im Beitrag zur KI-Kennzeichnung in Google Ads eingeordnet habe.

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Wann ein Ausstieg aus der Titel-Anpassung sinnvoll ist

Du kannst die automatische Anpassung deiner Produktdaten abschalten. Das geht laut Merchant-Center-Hilfe über den Support oder deinen Ansprechpartner bei Google und dauert in der Regel drei bis fünf Werktage. Eine Einstellung zum Selbstklicken gibt es nicht.

Ob sich das lohnt, hängt von dem ab, was der Bericht zeigt. Wenn Googles Titel genauer sind als deine und besser laufen, wäre ein Ausstieg ein Rückschritt, den du dir aus Prinzip leistest. Wenn Google Eigenschaften erfindet, Markennamen entfernt, die für deine Kunden zählen, oder Titel erzeugt, die mit der Produktseite nicht zusammenpassen, ist der Ausstieg richtig. Dann stimmt die Anzeige nicht mehr mit dem überein, was der Kunde auf der Seite findet, und das kostet Conversions, die der Bericht gar nicht zeigt.

Für die meisten Shops liegt die Antwort dazwischen. Den Bericht regelmäßig lesen, die Muster in den Feed übernehmen, und die Anpassung so lange laufen lassen, wie sie mehr repariert als kaputtmacht. Wer Shopping über Standard-Kampagnen mit wertbasierten Geboten steuert, findet im Beitrag zu Conversion-Wert maximieren in Standard Shopping die Ergänzung dazu, denn beide Themen hängen an derselben Frage, nämlich ob dein Feed die Wahrheit über deine Produkte sagt.

Was Google Shopping für kleine Shops grundsätzlich taugt und welche Einstellungen vor dem ersten Euro Budget sitzen müssen, steht im Leitfaden zu Google Ads für kleine Unternehmen.

Häufige Fragen

Darf Google meine Produkttitel einfach ändern?

Ja. Die automatische Anpassung von Produktdaten ist Teil der Standardeinstellungen im Merchant Center. Google verändert Titel, wenn es seine Version für relevanter zur Suchanfrage hält, und nutzt dafür unter anderem die Inhalte deiner Produktseite. Du kannst der Anpassung widersprechen, indem du den Ausstieg über den Google-Support beantragst.

Wo finde ich den Produkttitel-Bericht in Google Ads?

Der Bericht wird seit Ende August 2026 schrittweise in Konten mit Shopping-Kampagnen sichtbar und liegt im Bereich der Produktberichte. Eine offizielle Ankündigung mit Klickweg hat Google noch nicht veröffentlicht. Wenn er in deinem Konto fehlt, ist die Ausrollung dort noch nicht angekommen.

Wie lang sollte ein Produkttitel für Google Shopping sein?

Erlaubt sind 150 Zeichen. Sichtbar sind für die meisten Nutzer nur die ersten 70, deshalb gehören Marke, Produktname und das wichtigste Unterscheidungsmerkmal an den Anfang. Für den Kurztitel in visuellen Placements erlaubt Google 65 Zeichen und empfiehlt weniger als 40.

Zeigt der Bericht auch, welcher Titel mehr Umsatz bringt?

Nein. Der Bericht enthält Impressionen, Produktklicks, Klickrate, Kosten und durchschnittlichen Klickpreis, aber keine Conversions und keinen Conversion-Wert je Titelversion. Ob ein Titel nach dem Klick auch verkauft, musst du weiterhin über die Produktseite und dein Conversion-Tracking beurteilen.

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Benjamin Häntzschel

Benjamin Häntzschel

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