Conversion-Wert maximieren in Standard Shopping
Standard-Shopping-Kampagnen können jetzt auf Conversion-Wert optimieren, ohne dass du ein festes ROAS-Ziel vorgeben musst. Diese wertbasierte Steuerung war bisher Performance Max vorbehalten. Für Online-Shops, die Kontrolle und Transparenz schätzen, ist das eine ernsthafte Alternative.
Wer einen Online-Shop betreibt, kennt die Abwägung zwischen Kontrolle und Automatik. Standard Shopping gibt dir Einblick und Steuerung, etwa welche Produkte laufen, welche Suchbegriffe Umsatz bringen und wie das Budget verteilt wird. Performance Max nimmt dir vieles ab, aber eben auch die Sicht darauf. Bisher gab es einen Grund, trotzdem zu Performance Max zu greifen: die wertbasierte Gebotssteuerung. Genau dieser Grund fällt jetzt weg.
Standard Shopping kann ab sofort auf Conversion-Wert optimieren, also auf Umsatz statt nur auf die Zahl der Verkäufe, und das ohne ein festes ROAS-Ziel. Du behältst dabei alles, was Standard Shopping ausmacht, und bekommst die Steuerung dazu, für die viele Shops bisher in eine eigene Performance-Max-Kampagne ausweichen mussten.
Was ist neu an dieser Gebotssteuerung?
Standard-Shopping-Kampagnen können jetzt die Strategie „Conversion-Wert maximieren” nutzen, ohne dass ein ROAS-Ziel gesetzt werden muss. Damit optimiert die Kampagne auf den Umsatz, den die Verkäufe bringen, statt jeden Verkauf gleich zu gewichten. Die Transparenz von Standard Shopping bleibt dabei erhalten.
Der Unterschied klingt technisch, ist im Alltag aber spürbar. Wenn eine Kampagne nur auf die Anzahl der Verkäufe optimiert, behandelt sie einen Verkauf für 20 Euro genauso wie einen für 200 Euro. Bei wertbasierter Steuerung richtet sich die Kampagne danach aus, wo der Umsatz entsteht. Für Shops mit unterschiedlich teuren Produkten macht das den Unterschied.
Dass das jetzt auch ohne festes ROAS-Ziel geht, senkt die Einstiegshürde. Du kannst die Kampagne erst einmal auf Umsatz optimieren lassen und ein Ziel später ergänzen, wenn genug Daten da sind.
Was heißt das für Performance Max?
Viele Shops haben in der Vergangenheit eine reine Feed-Kampagne in Performance Max aufgesetzt, nur um an die wertbasierte Steuerung zu kommen. Diese Notlösung wird jetzt überflüssig, wenn es dir vor allem um diese Gebotssteuerung ging.
Das heißt nicht, dass Performance Max grundsätzlich die schlechtere Wahl ist. Es hat seine Berechtigung, gerade wenn du bewusst die breite Ausspielung über alle Google-Kanäle willst. Aber wenn dein einziger Grund für eine Feed-Kampagne in Performance Max die wertbasierte Steuerung war, kannst du diesen Umweg jetzt sparen und stattdessen in Standard Shopping bleiben, mit mehr Transparenz.
Für welche Shops lohnt sich der Wechsel?
Am meisten profitieren Shops mit sauberen Conversion-Werten, unterschiedlichen Produktmargen und dem Wunsch nach Kontrolle. Wenn deine Produkte deutlich unterschiedlich viel Umsatz oder Gewinn bringen, holt eine wertbasierte Steuerung mehr heraus als eine, die jeden Verkauf gleich behandelt.
Voraussetzung ist allerdings, dass deine Conversion-Werte stimmen. Wertbasierte Gebote sind nur so gut wie die Umsatzdaten, die in deinem Tracking ankommen. Wenn dort falsche oder fehlende Werte landen, optimiert die Kampagne auf ein schiefes Bild.
Bevor du auf wertbasierte Gebote umstellst, prüf, ob in deinem Tracking für jeden Kauf der richtige Umsatzwert ankommt. Eine Kampagne, die auf Conversion-Wert optimiert, aber falsche Werte bekommt, steuert konsequent in die falsche Richtung. Der saubere Wert ist hier wichtiger als die Strategie selbst.
Wer den Schritt geht, sollte ihn nicht über Nacht machen. Eine neue Gebotsstrategie braucht eine Lernphase, in der die Leistung schwankt. Es ist sinnvoll, die Umstellung über einen Test laufen zu lassen und die ersten ein bis zwei Wochen aus der Bewertung herauszunehmen, statt sofort ein Urteil zu fällen.
So gehst du es an
Stelle sicher, dass dein Tracking für jeden Kauf den richtigen Umsatzwert übergibt. Das ist die Grundlage für jede wertbasierte Steuerung.
Hast du eine reine Feed-Kampagne in Performance Max nur wegen der wertbasierten Gebote laufen? Dann prüf, ob Standard Shopping diesen Zweck jetzt mit mehr Transparenz erfüllt.
Lass die neue Strategie kontrolliert anlaufen und gib ihr Zeit, bevor du die Leistung bewertest.
Update September 2026: Google verkürzt die Wartezeit vor der Umstellung
Bisher stand in der Google-Ads-Hilfe, dass du nach dem Einführen oder Ändern deiner Conversion-Werte vier Wochen oder drei Conversion-Zyklen warten sollst, bevor du auf Conversion-Wert maximieren umstellst. Diese Empfehlung hat Google Ende August 2026 geändert. Die Vier-Wochen-Variante ist gestrichen, und die Hilfe nennt jetzt ein bis zwei Conversion-Zyklen als Wartezeit. Zuerst aufgefallen ist die Änderung Barry Schwartz von Search Engine Roundtable.
Ein Conversion-Zyklus ist laut Google-Hilfe die Zeit, die zwischen einem Klick und der daraus folgenden Conversion vergeht. Bei einem Shop, in dem Kunden meist am selben Tag bestellen, ist das ein Tag. Bei einem Möbelshop, bei dem zwischen erstem Klick und Bestellung zwei Wochen liegen, sind es zwei Wochen. Die Wartezeit von ein bis zwei Zyklen ist also für jeden Shop anders lang.
Die Hilfe nennt zwei Bedingungen für die Umstellung. Die neuen Werte müssen in der Spalte Conversions enthalten sein, und die Kampagne muss über die ein bis zwei Zyklen hinweg Conversion-Werte in einer ähnlichen Rate empfangen wie vorher. Neu ist auch, dass Google in dieser Passage ausdrücklich Shopping neben der Suche nennt und auf zusätzliches Material zur Fehlersuche verweist.
Was heißt das für dich? Du kannst früher auf wertbasierte Gebote wechseln, wenn deine Werte stabil ankommen. Das Wort stabil trägt dabei den ganzen Satz. Ein Shop, bei dem in der ersten Woche nach der Umstellung des Trackings noch Bestellungen mit Wert null oder mit dem doppelten Betrag auflaufen, hat noch keinen sauberen Zyklus, egal was der Kalender sagt. Die kürzere Empfehlung verschiebt nur den frühesten sinnvollen Zeitpunkt nach vorn, der Blick in die Conversion-Berichte bleibt Pflicht.
Meine Einschätzung dazu ist zweigeteilt. Für Shops mit täglichen Bestellungen ist die kürzere Frist richtig, denn dort verliert man mit vier Wochen Wartezeit nur Lernzeit. Für Shops mit wenigen Bestellungen im Monat würde ich mich weiter an der Datenmenge orientieren, nicht an der Zykluszahl. Zwei Zyklen mit je drei Bestellungen sind sechs Datenpunkte, und darauf lässt sich keine wertbasierte Strategie aufbauen. Ich habe im Beitrag zur Pflicht für Conversion-Werte in Google Ads beschrieben, warum der Wert selbst wichtiger ist als der Zeitpunkt, und daran hat die neue Empfehlung nichts geändert.
Für Online-Shops, die Wert auf Einblick und Steuerung legen, bleibt die Öffnung von Standard Shopping für wertbasierte Gebote eine der nützlicheren Änderungen des Jahres. Sie gibt dir eine Funktion zurück, für die du bisher Transparenz opfern musstest. Wie Shopping-Kampagnen für kleine Shops grundsätzlich aufgebaut werden, steht im Leitfaden zu Google Ads für kleine Unternehmen. Und wer wissen will, was Google aus den eigenen Produkttiteln macht, findet die Antwort seit Ende August 2026 im Produkttitel-Bericht.
Häufige Fragen
Wann sollte ich auf Conversion-Wert maximieren umstellen?
Google empfiehlt seit September 2026, nach dem Einführen oder Ändern von Conversion-Werten ein bis zwei Conversion-Zyklen zu warten, bis die Kampagne Werte in stabiler Rate empfängt. Vorher galten vier Wochen oder drei Zyklen. Bei wenigen Bestellungen im Monat ist die Zahl der Conversions mit Wert wichtiger als die Zahl der Zyklen.
Was ist der Unterschied zwischen Conversion-Wert maximieren und Ziel-ROAS?
Conversion-Wert maximieren holt mit dem vorhandenen Budget möglichst viel Umsatz heraus, ohne eine Rendite vorzugeben. Ziel-ROAS ist dieselbe Strategie mit einer Vorgabe, wie viel Umsatz je Euro Werbekosten entstehen soll. Seit Juni 2026 heißt die Variante mit Vorgabe in Google Ads nur noch Ziel-ROAS, die Gebotslogik dahinter ist unverändert.
Brauche ich für wertbasierte Gebote in Standard Shopping Performance Max?
Nein. Seit Juli 2026 können auch Standard-Shopping-Kampagnen auf Conversion-Wert optimieren, ohne ein ROAS-Ziel zu setzen. Eine reine Feed-Kampagne in Performance Max, die nur wegen der wertbasierten Steuerung angelegt wurde, ist damit nicht mehr nötig.
Was passiert, wenn meine Conversion-Werte falsch sind?
Die Kampagne optimiert dann konsequent auf ein falsches Bild. Bestellungen mit Wert null werden ignoriert, Bestellungen mit zu hohem Wert bevorzugt. Vor jeder Umstellung auf wertbasierte Gebote sollte im Conversion-Bericht geprüft werden, ob jeder Kauf mit dem richtigen Umsatz ankommt.
Läuft Google Ads bei dir schon so, wie es könnte?
Benjamin Häntzschel
Google Ads, KI & Conversion-Optimierung