Google Ads AI Mode (KI-Modus): Was sich für deutsche KMUs wirklich ändert
Googles AI Mode (in Deutschland „KI-Modus”) ist seit Oktober 2025 in Deutschland verfügbar und verändert grundlegend, wie Nutzer suchen. Statt durch Linklisten zu klicken, führen sie Dialoge mit einer KI. Der KI-Modus ist mittlerweile in über 200 Ländern aktiv und hat weltweit 75 Millionen tägliche Nutzer. Anzeigen innerhalb des KI-Modus werden bisher nur in den USA getestet. Trotzdem solltest du dich jetzt vorbereiten: Nur Kampagnen mit AI Max, Performance Max oder Broad Match werden in den neuen KI-Oberflächen angezeigt. Und die KI-Übersichten (AI Overviews), die schon jetzt auf vielen deutschen Suchergebnisseiten erscheinen, verändern die Klickraten bereits spürbar. Dieser Ratgeber zeigt dir, was sich konkret geändert hat und wie du dich darauf einstellst.
Googles AI Mode (in Deutschland „KI-Modus”) verändert grundlegend, wie Nutzer bei Google suchen. Statt durch Linklisten zu klicken, führen sie Dialoge mit einer KI. Der KI-Modus ist seit Oktober 2025 in Deutschland verfügbar, mittlerweile in über 200 Ländern aktiv und hat laut Google 75 Millionen tägliche Nutzer (Stand Dezember 2025). Anzeigen innerhalb des AI Mode werden aktuell nur in den USA getestet. Aber die KI-Übersichten (AI Overviews), die schon seit März 2025 auf deutschen Suchergebnisseiten erscheinen, verändern die Spielregeln bereits jetzt. Nur Kampagnen mit AI Max, Performance Max oder Broad Match werden in den neuen KI-Oberflächen angezeigt. Dieser Ratgeber zeigt dir, was sich seit dem Start konkret getan hat und wie du dich als KMU darauf einstellst.
Was ist der Google Ads AI Mode (KI-Modus) und warum ist er für KMUs relevant?
Der AI Mode (KI-Modus) ist Googles konversationelle Sucherfahrung, die traditionelle Suchergebnisse durch KI-generierte Antworten ergänzt. Nutzer führen Dialoge mit der KI, statt durch Listen zu klicken. Der KI-Modus ist seit Oktober 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar und mittlerweile in über 200 Ländern und 53 Sprachen aktiv. Anzeigen innerhalb des KI-Modus werden seit 2025 in den USA getestet, sind in Deutschland aber noch nicht verfügbar (Stand März 2026).
Der fundamentale Unterschied zur heutigen Suche
Stell dir vor, dein Kunde sucht nicht mehr nach “Zahnarzt Köln”, sondern fragt: “Ich habe seit drei Tagen Zahnschmerzen im Backenzahn. Was kann das sein und welcher Spezialist in Köln kann mir helfen?” Die KI antwortet mit einer detaillierten Erklärung möglicher Ursachen und schlägt dabei deine Praxis vor – nicht als Link in einer Liste, sondern als natürlicher Teil der Antwort.
Diese Veränderung geht weit über ein neues Feature hinaus. Es ist ein komplett neues Geschäftsmodell:
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Keywords weichen Konversationen: Nutzer verwenden natürliche Sprache statt Suchbegriffe
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Listen weichen Dialogen: Anstatt 10 blaue Links gibt es personalisierte Antworten
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Klicks weichen Consideration: Der Erfolg misst sich nicht mehr nur an Klicks, sondern an Einfluss innerhalb der KI-Antwort
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Manuelle Kontrolle weicht KI-Kontrolle: Die KI entscheidet, welche Anzeigen relevant sind – nicht deine Keyword-Liste
Für KMUs ist das eine Zäsur. Viele der etablierten Google Ads-Strategien funktionieren im AI Mode (KI-Modus) nicht mehr. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für Unternehmen, die sich frühzeitig anpassen.
Die Technologien im Detail: Was du wissen musst
Google führt mehrere KI-Technologien parallel ein, die oft verwechselt werden. Für deine Strategie ist es entscheidend, die Unterschiede zu verstehen:
KI-Übersichten (AI Overviews) – Bereits in Deutschland verfügbar
KI-Übersichten sind KI-generierte Zusammenfassungen, die seit März 2025 auch in Deutschland über den normalen Suchergebnissen erscheinen. Sie beantworten komplexe Fragen direkt auf der Suchergebnisseite und enthalten Links zu Quellen. Anzeigen können über, unter oder in diesen Übersichten platziert werden.
Beispiel aus der Praxis: Ein Kunde sucht “Wie repariere ich einen tropfenden Wasserhahn?”. Die KI-Übersicht erklärt die Schritte und zeigt dabei Anzeigen für Sanitär-Notdienste oder Werkzeughändler – ohne dass der Nutzer explizit danach gesucht hat.
AI Mode (KI-Modus) – Seit Oktober 2025 in Deutschland verfügbar
Der AI Mode (in Deutschland „KI-Modus” genannt) ist seit Oktober 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Weltweit nutzen ihn laut Google 75 Millionen Menschen täglich (Stand Dezember 2025), der Dienst ist in über 200 Ländern aktiv. Seit Januar 2026 können Nutzer nahtlos von KI-Übersichten in den AI Mode wechseln, was die Nutzung weiter steigert. Anzeigen innerhalb des KI-Modus werden bisher nur in den USA getestet.
Der AI Mode (KI-Modus) ist die radikalste Neuerung. Hier führt der Nutzer einen echten Dialog mit der KI:
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Folgefragen sind möglich – z.B. “Und was kostet das ungefähr?” nach der ersten Antwort
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Die KI hat echtes Kontextverständnis und merkt sich den gesamten Gesprächsverlauf
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Multimodale Eingaben erlauben Text, Sprache und Bilder in einer einzigen Anfrage
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Google testet integrierte Anzeigen als Teil der Konversation (bisher nur in den USA)
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Per Query Fan-Out zerlegt Google komplexe Fragen in mehrere Untersuchen und greift auf mehr Datenquellen zu
AI Max für Search – Dein Ticket zum AI Mode (KI-Modus)
Hier wird es kritisch: Nur Kampagnen mit AI Max, Performance Max oder Broad Match werden im AI Mode angezeigt. Exakt passende Keywords funktionieren nicht. Das ist keine Empfehlung von Google, sondern eine technische Voraussetzung.
AI Max ist keine neue Kampagnen-Art, sondern eine Erweiterung für bestehende Suchkampagnen. Google gibt an, dass Advertiser mit aktiviertem AI Max typischerweise 14% mehr Conversions bei ähnlichem CPA/ROAS sehen. Kampagnen mit exakten und Phrase-Match-Keywords sogar 27% mehr. Eine unabhängige Studie von Smarter Ecommerce mit über 250 Kampagnen zeigt allerdings ein differenzierteres Bild. AI Max ist kein Selbstläufer.
Sie aktiviert automatisch:
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Broad Match für alle Keywords – auch wenn du sie als “exakt passend” eingestellt hast
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Die KI übernimmt dynamische Anzeigenerstellung und kombiniert deine Assets neu
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Erweiterte Zielgruppensignale werden aktiviert: GA4-Daten und Customer Lists fließen ein
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Nur mit AI Max bekommst du Berechtigung für den AI Mode und kannst dort überhaupt erscheinen
Warum herkömmliche Google Ads-Strategien im AI Mode (KI-Modus) versagen
Die meisten KMU-Strategien basieren auf Kontrolle: exakte Keywords, spezifische Anzeigengruppen, manuelle Gebote. Im AI Mode (KI-Modus) ist diese Kontrolle eine Illusion.
Das Ende der Keyword-Kontrolle
Bisheriges Vorgehen
Du buchst “Zahnarzt Köln”, “Zahnschmerzen Köln”, “Notfall Zahnarzt” als exakte Keywords.
Im AI Mode (KI-Modus)
Ein Nutzer fragt: “Mein Zahn tut seit gestern weh und ich wohne in Köln-Ehrenfeld. Ist das ein Notfall?” Die KI kann aus dieser einen Frage dutzende interne Suchen generieren, die unmöglich durch manuelle Keywords abgedeckt werden können.
Google löst das durch “Query Fan-Out”: Die KI zerlegt komplexe Anfragen in mehrere Untersuchen und synthetisiert die Ergebnisse. Deine exakten Keywords greifen hier ins Leere.
Die Illusion der Anzeigengruppen-Kontrolle
Viele KMUs strukturieren Konten mit hunderten Anzeigengruppen für maximale Kontrolle. Im AI Mode (KI-Modus) entscheidet die KI kontextbasiert, welche Anzeige passt – unabhängig von deiner Gruppenstruktur.
Beispiel: Du hast separate Anzeigengruppen für “Implantate”, “Prophylaxe” und “Notfälle”. Ein Nutzer fragt nach Zahnschmerzen, und die KI-Antwort erwähnt Prophylaxe als Prävention. Plötzlich ist deine Prophylaxe-Anzeige relevant, obwohl nie explizit danach gesucht wurde.
Die Zukunft gehört vereinfachten Kontostrukturen mit wenigen, datenreichen Kampagnen. Qualität der Assets und Landingpages wird wichtiger als granulare Keyword-Kontrolle.
Rollout-Status: Was ist in Deutschland verfügbar? (Stand März 2026)
Seit der ersten Version dieses Artikels im Oktober 2025 hat sich einiges getan. Hier der aktuelle Stand, ehrlich sortiert nach dem, was wirklich schon da ist und was nicht.
Aktueller Stand in Deutschland
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✅ KI-Übersichten (AI Overviews) sind seit März 2025 auf deutschen Suchergebnisseiten aktiv. Laut SISTRIX erscheinen sie bei rund 20% der deutschen Suchanfragen.
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✅ AI Mode (KI-Modus) ist seit Oktober 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar – mittlerweile in über 200 Ländern und 53 Sprachen aktiv.
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❌ Anzeigen IN KI-Übersichten gibt es nicht in Deutschland. Das Feature ist nur in 12 Ländern verfügbar (USA, Australien, Indien u.a.), kein einziges EU-Land dabei. In Deutschland erscheinen Anzeigen nur über oder unter den KI-Übersichten, nicht darin.
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❌ Anzeigen im AI Mode werden ausschließlich in den USA getestet. Kein Startdatum für Deutschland bekannt.
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✅ AI Max für Search ist global verfügbar (technisch noch Beta-Label, aber alle Werbetreibenden können es nutzen). Seit Februar 2026 auch mit Text Guidelines für automatisch generierte Anzeigentexte.
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✅ Der nahtlose Übergang von AI Overviews in den AI Mode ist seit Januar 2026 möglich – Nutzer können direkt aus KI-Übersichten in den KI-Modus wechseln, was die Nutzung deutlich erhöht.
Was sich seit Oktober 2025 konkret geändert hat
Was das für deine Planung bedeutet
Im Oktober 2025 habe ich geschrieben, dass Anzeigen im KI-Modus „für Q4 2025 erwartet” werden. Das ist nicht eingetreten, zumindest nicht für Deutschland. Google testet weiterhin nur in den USA.
Trotzdem hat sich die Situation verändert: KI-Übersichten sind inzwischen auf rund 20% der deutschen Suchanfragen präsent und drücken die organischen Klickraten messbar nach unten (dazu gleich mehr). Die Vorbereitung ist also nicht umsonst, nur der Zeitrahmen hat sich verschoben.
Der KI-Modus ist live in Deutschland, aber noch ohne Anzeigen. Probiere selbst aus, wie die KI auf verschiedene Suchanfragen in deiner Branche reagiert. Das hilft dir einzuschätzen, wie sich das Suchverhalten deiner Kunden verändert und welche Inhalte die KI bevorzugt.
Performance-Auswirkungen: Was die Daten wirklich zeigen
Hier muss ich ehrlich sein: Es gibt bisher kaum belastbare Performance-Daten speziell für Anzeigen im AI Mode, weil Google diese nur in den USA testet und keine separaten Metriken veröffentlicht. Was wir haben, sind Daten zu KI-Übersichten (AI Overviews), die schon jetzt in Deutschland sichtbar sind. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Klickraten: Die Auswirkungen von KI-Übersichten
Mehrere unabhängige Studien zeigen deutliche Rückgänge bei den Klickraten, wenn KI-Übersichten auf der Suchergebnisseite erscheinen.
Die Amsive-Studie zeigt einen durchschnittlichen CTR-Rückgang von 15,5% bei Suchanfragen mit KI-Übersichten. Wenn zusätzlich ein Featured Snippet erscheint, sind es sogar 37%. Seer Interactive misst noch drastischere Werte: Die bezahlte CTR fiel von 19,7% auf 6,3% bei Suchanfragen mit KI-Übersichten.
Besonders relevant für den deutschen Markt: SISTRIX hat im März 2026 gemessen, dass die CTR für Position 1 in Deutschland von 27% auf 11% gefallen ist, wenn KI-Übersichten angezeigt werden. Das entspricht 265 Millionen verlorenen organischen Klicks pro Monat in Deutschland. KI-Übersichten erscheinen bei rund 20% der deutschen Suchanfragen.
Warum sinken die Klickraten?
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Mehr „Zero-Click”-Suchen: Nutzer bekommen Antworten direkt in der KI-Übersicht
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Höhere Zufriedenheit on-SERP bedeutet weniger Bedarf, auf Links zu klicken
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Durch längere Verweildauer lesen und interagieren Nutzer mehr mit der KI
Diese Zahlen beziehen sich auf KI-Übersichten (AI Overviews), nicht auf den AI Mode selbst. Für Anzeigen im AI Mode hat Google bisher keine Performance-Daten veröffentlicht. Die Auswirkungen des AI Mode auf Klickraten werden sich erst zeigen, wenn Anzeigen auch in Deutschland verfügbar sind.
Conversion-Qualität: Der Silberstreif
Was ich in der Praxis beobachte: Die verbleibenden Klicks haben oft eine höhere Qualität. Nutzer, die nach dem Lesen einer detaillierten KI-Antwort noch auf eine Anzeige klicken, sind in der Regel besser informiert und haben eine klarere Kaufabsicht.
Das deckt sich mit dem, was die frühen US-Daten zeigen: höhere Conversion-Rates bei den Klicks, die noch durchkommen. Konkrete Zahlen für den deutschen Markt gibt es allerdings noch nicht.
Kosten: Der Druck nimmt zu
Weniger verfügbare Klickfläche bei gleichbleibender Nachfrage führt logischerweise zu steigenden Klickpreisen. Das ist keine Prognose, sondern Angebot und Nachfrage. Wie stark sich das auf deinen Account auswirkt, hängt von deiner Branche und deinen Keywords ab.
Was ich aus meinen Accounts sagen kann: Bei Keywords, wo KI-Übersichten erscheinen, sehe ich tendenziell höhere CPCs. Aber das lässt sich nicht pauschal beziffern, weil zu viele andere Faktoren mitspielen.
Vorbereitung für deutsche KMUs: Der 5-Stufen-Plan
Basierend auf den Erfahrungen aus USA und UK haben sich fünf Vorbereitungsschritte bewährt. Wichtig vorab: „Never touch a running system.” Funktionieren deine Kampagnen gut, teste parallel. Nie alles auf einmal umstellen.
Weg von 50+ Anzeigengruppen mit exakten Keywords, hin zu 5-10 thematischen Kampagnen mit Broad Match und Smart Bidding.
Die KI braucht deine eigenen Daten, um Relevanz zu bestimmen. Je besser deine Datengrundlage, desto besser die KI-Performance.
Die KI braucht vielfältiges Material, um in verschiedenen Kontexten die richtige Anzeige zusammenzusetzen. Wenige, veraltete Assets bremsen die Performance.
Die KI analysiert deine Landingpages, um Relevanz zu bewerten. Schlechte Seiten können dazu führen, dass deine Anzeigen gar nicht ausgespielt werden.
Google bietet noch kein separates Reporting für AI Mode-Traffic. Du brauchst eigene Tracking-Mechanismen, um den Impact messen zu können.
Starte mit 20-30% deines Budgets in neuen, vereinfachten Kampagnen und vergleiche die Performance mit den alten Strukturen. Die Umstellung muss nicht auf einmal passieren.
Branchenspezifische AI Mode-Strategien
Je nach Branche sind unterschiedliche Ansätze sinnvoll. Hier die wichtigsten Strategien für die vier KMU-Typen, die ich am häufigsten betreue.
Nutzer fragen komplex: „Meine Heizung macht komische Geräusche und ist 15 Jahre alt. Reparatur oder Austausch?”
Hohe Konkurrenz um informationelle Suchanfragen, strenge Compliance-Anforderungen. KI-Übersichten erscheinen besonders häufig bei Gesundheitsfragen.
Shopping-Integration im AI Mode ist sehr fortgeschritten. Visuelle Suche wird wichtiger. Google arbeitet am Universal Commerce Protocol für direkten Checkout.
Längere Verkaufszyklen, komplexe Entscheidungsprozesse. Nutzer fragen nach „Wie löse ich Problem X?” statt „Wer bietet Service Y?”
Häufige Fehler bei der AI Mode-Vorbereitung
Aus den Erfahrungen der US-Märkte haben sich typische Stolpersteine herauskristallisiert. Hier die fünf häufigsten, jeweils mit der Lösung.
Budget-Planung für den AI Mode-Übergang
Eine der häufigsten Fragen von KMUs: “Wie viel Budget brauche ich für AI Mode (KI-Modus)?” Die Antwort ist komplex, da sich die Kosten-Nutzen-Relation fundamental ändert.
Kosten-Erwartung
Kurzfristige Kostensteigerungen (erste 3-6 Monate):
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CPCs steigen um +20% bis +40% durch reduzierten Wettbewerb
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Lernphase: KI-Systeme brauchen 2-3 Monate für die Optimierung – das kostet Budget
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Asset-Erstellung: Einmalige Kosten für mehr und bessere Creatives
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Setup-Aufwand: Zeit für Kontoumstellung und Schulungen einplanen
Langfristige Effizienz-Gewinne (ab 6+ Monaten):
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Conversion-Rates verbessern sich um +10% bis +25% bei qualifizierten Leads
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Management-Aufwand sinkt: weniger manuelle Optimierung nötig
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Cross-Channel-Synergien: AI Mode stärkt auch SEO und Social Media
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Wettbewerbsvorteil durch frühe Adoption – die Konkurrenz schläft noch
Budget-Allokation: Der 70/20/10-Ansatz
Für eine erfolgreiche AI Mode-Transition empfiehlt sich folgende Budget-Verteilung:
70% - Bewährte Kampagnen optimieren:
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Bestehende Performance Max-Kampagnen weiter optimieren
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Top-performende Suchkampagnen schrittweise auf AI Max umstellen
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Basis-Remarketing und Brand-Kampagnen als stabile Grundlage beibehalten
20% - AI Mode-Experimente:
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Neue AI Max-Kampagnen mit verschiedenen Ansätzen testen
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Verschiedene Broad Match-Strategien ausprobieren und die Lernphase nutzen
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Asset-Testing und Creative-Optimierung: Variationen systematisch gegeneinander testen
10% - Zukunfts-Investment:
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Advanced GA4-Setup für besseres Tracking
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Conversion API implementieren für saubere First-Party-Daten
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Systematische First-Party-Data-Sammlung als Dateninfrastruktur aufbauen
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Tools und Software auf den aktuellen Stand bringen
ROI-Kalkulation für AI Mode (KI-Modus)
Die traditionelle ROI-Berechnung (Revenue/Ad Spend) wird im AI Mode komplexer. Du musst zusätzliche Faktoren berücksichtigen:
Erweiterte ROI-Formel für AI Mode:
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Direct Revenue: direkte Verkäufe aus AI Mode-Klicks
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Assisted Revenue: Cross-Channel-Conversions nach AI Mode-Interaktion
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Brand Lift Value: geschätzter Wert der gewonnenen Markenbekanntheit
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Competitive Defense: verhinderte Gewinne der Konkurrenz
Für KMUs ist oft der “Competitive Defense”-Wert unterschätzt. Wenn deine Konkurrenz im AI Mode sichtbar ist und du nicht, verlierst du nicht nur neue Kunden, sondern auch bestehende.
Was kommt als Nächstes? Der Blick nach vorne
AI Mode entwickelt sich schnell weiter. Hier sind die Entwicklungen, die ich für deutsche KMUs am relevantesten halte.
Agentische KI: Google plant den nächsten Schritt
Google hat „agentische Lösungen” angekündigt und arbeitet am Universal Commerce Protocol (UCP). Die Idee: KI-Systeme, die nicht nur Antworten geben, sondern direkt Aktionen ausführen. Ein Nutzer sagt „Plane mir ein Wochenende in Berlin für unter 500€” und die KI sucht Hotels, bucht Flüge, reserviert Restaurants. Gesponserte Angebote werden in jeden Schritt integriert.
Für Werbetreibende bedeutet das:
- Anzeigen werden Teil automatisierter Kaufprozesse
- Strukturierte Daten (Schema-Markup) werden noch wichtiger
- Neue Abrechnungsmodelle wie „Cost per Transaction” sind denkbar
- Direkte Anbindungen an Buchungs- und Shop-Systeme werden relevant
Wann das für deutsche KMUs praktisch wird, ist noch unklar. Aber die Richtung ist eindeutig.
Die traditionelle SERP verändert sich
Die klassischen 10 blauen Links werden nicht verschwinden, aber sie verlieren an Bedeutung. KI-Übersichten und der AI Mode schieben sich davor. Was das für dich bedeutet:
- Erwähnung in KI-Antworten wird wertvoller als ein Ranking auf Position 3
- Die Grenze zwischen bezahlter und organischer Sichtbarkeit verschwimmt
- Content muss nicht nur für Menschen gut sein, sondern auch von KI-Systemen als vertrauenswürdig eingestuft werden
Google Search Live: Suche per Stimme und Kamera
Seit März 2026 ist Google Search Live in über 200 Märkten verfügbar. Nutzer können im KI-Modus per Sprache und Kamera suchen. Für lokale Dienstleister ist das besonders interessant: Jemand fotografiert ein defektes Rohr und fragt „Was kostet die Reparatur?” Die KI kann dabei lokale Anbieter vorschlagen.
Das ist noch Zukunftsmusik für die meisten KMUs, aber es zeigt die Richtung: Die Suche wird visueller, konversationeller und weniger textbasiert.
Checkliste: Ist dein Unternehmen AI Mode-bereit?
Geh die fünf Bereiche durch und schau, wo du stehst.
Meine ehrliche Einschätzung nach über 13 Jahren Google Ads
Ich beschäftige mich seit Oktober 2025 intensiv mit dem KI-Modus und habe in meinen eigenen Accounts die Auswirkungen von KI-Übersichten beobachtet. Hier ist, was ich daraus mitnehme.
Was sich für KMUs tatsächlich ändert
Die KI-Übersichten sind schon jetzt real und messbar in Deutschland. Wenn du informationelle Keywords bewirbst (Ratgeber-Themen, Erklärungen, Vergleiche), wirst du die Auswirkungen auf deine CTR wahrscheinlich bereits spüren. Bei transaktionalen Keywords („Anwalt Arbeitsrecht Hamburg buchen”) sehe ich bisher weniger Veränderung.
Der AI Mode selbst ist in Deutschland noch ohne Anzeigen. Das heißt: Du hast Zeit, dich vorzubereiten, ohne unter Druck zu stehen. Aber diese Zeit solltest du auch nutzen.
Was ich meinen Kunden rate
Ich bin kein Fan von Panik-Modus und „Wenn du nicht sofort umstellst, bist du raus”-Aussagen. Das ist nicht mein Stil. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die ich aktuell bei jedem Kunden angehe:
- Kampagnenstrukturen vereinfachen, wo es Sinn ergibt
- Mindestens eine AI Max-Testkampagne aufsetzen, um Erfahrungen zu sammeln
- Asset-Qualität verbessern (mehr und bessere Headlines, Beschreibungen, Bilder)
- Google Business Profile auf dem aktuellen Stand halten
- First-Party-Daten sauber sammeln (Enhanced Conversions, Customer Match)
Das sind keine revolutionären Maßnahmen. Es sind Dinge, die ohnehin zu gutem Google Ads Management gehören. Der KI-Modus macht sie nur dringlicher.
Die nüchterne Einschätzung
Im Oktober 2025 habe ich geschrieben, dass Anzeigen im KI-Modus „bald kommen”. Fünf Monate später sind sie in Deutschland immer noch nicht da. Google testet vorsichtiger als viele erwartet haben. Das kann man als Entwarnung lesen, aber auch als Warnung: Wenn sie kommen, will man nicht unvorbereitet sein.
Was ich sicher weiß: Die Art, wie Menschen bei Google suchen, verändert sich gerade. Ob durch KI-Übersichten, den KI-Modus oder was auch immer als Nächstes kommt. Die Unternehmen, die ihre Basics sauber haben, werden sich leichter anpassen. Die, die seit Jahren mit veralteten Kampagnenstrukturen und drei Headlines arbeiten, werden es schwerer haben.
Mein Rat: Nicht in Panik verfallen, aber auch nicht ignorieren. Fang mit einer AI Max-Testkampagne an, beobachte die Ergebnisse und passe deine Strategie schrittweise an. Die Veränderung kommt nicht über Nacht, und du musst nicht alles auf einmal umstellen.
Verlierst du mit Google Ads mehr Geld, als du solltest?
Ich zeige dir, wo dein Account Potenzial verschenkt – und wie du mehr aus deinem Budget herausholst.
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