Conversion Traffic
Negative Keywords in Google Ads: So schützt du dein Werbebudget
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 12 Min. Lesezeit

Negative Keywords in Google Ads: So schützt du dein Werbebudget

Das Wichtigste zusammengefasst

Negative Keywords sind Begriffe, bei denen deine Anzeige bewusst nicht erscheint. Du findest sie im Suchbegriffe-Bericht deines Kontos, trägst sie als Ausschluss ein und sparst damit das Budget, das sonst in Klicks ohne Anfrage fließt. Dieser Beitrag zeigt dir den Arbeitsweg von der ersten Liste bis zur wöchentlichen Kontrolle.

Was sind negative Keywords?

Gut zu wissen

Negative Keywords (auszuschließende Keywords) sind Suchbegriffe, bei denen deine Google Ads bewusst nicht ausgeliefert werden. Wer “kostenlos” ausschließt, erscheint nicht mehr bei Anfragen wie “beratung kostenlos”. Das Werkzeug arbeitet über den Text der Suchanfrage, nicht über deine Keywords.

Jede Suchkampagne braucht Ausschlüsse. Der Grund ist, dass Google deine Keywords breiter auslegt, als die meisten Unternehmer erwarten. Selbst ein präzise wirkendes Keyword wie “Sanitärnotdienst Hamburg” kann Anzeigen bei “sanitärnotdienst hamburg gehalt”, “sanitärnotdienst hamburg ausbildung” oder “sanitär selber reparieren” auslösen. Jeder dieser Klicks kostet Geld und bringt keine Anfrage.

Wer sein Konto selbst betreibt, hat hier die günstigste Stellschraube überhaupt. Sie kostet nichts außer Aufmerksamkeit, und sie wirkt ab dem Moment, in dem der Ausschluss gespeichert ist.

Warum Ausschlüsse dein Budget schützen

Ohne Ausschlüsse fließt ein spürbarer Teil des Budgets in Klicks, die nie zu einer Anfrage führen. In den Konten, die ich übernehme, liegt dieser Anteil bei frisch aufgesetzten Kampagnen erfahrungsgemäß im zweistelligen Prozentbereich. Das ist eine Beobachtung aus der Praxis und keine erhobene Statistik, die Größenordnung deckt sich aber mit dem, was Suchbegriffe-Berichte in solchen Konten zeigen.

Bei einem Monatsbudget von 800 Euro sind schon 20 Prozent Streuung 160 Euro, die in Neugier, Jobsuche und Bastelanleitungen wandern. Dasselbe Geld in relevante Klicks gesteckt, verändert die Zahl der Anfragen sichtbar.

Der zweite Effekt wirkt langsamer und ist der wichtigere. Wenn nur noch passende Nutzer klicken, steigt der Anteil derer, die tatsächlich anfragen. Davon profitiert auch Smart Bidding, weil der Algorithmus aus den Klicks lernt, die zu Conversions führen. Saubere Daten führen zu besseren Geboten, verrauschte Daten zu teuren Experimenten.

Indirekt hilft das auch deinem Qualitätsfaktor. Erscheinen deine Anzeigen nur noch bei passenden Anfragen, steigt die Klickrate, und eine höhere Klickrate senkt über die Zeit deine Klickpreise.

Welche Match Types gibt es für negative Keywords?

Negative Keywords verhalten sich anders als ihre positiven Gegenstücke. Es gibt drei Typen, und der Unterschied entscheidet darüber, ob du zu wenig oder zu viel blockierst.

Match TypeSchreibweiseBeispielAusgeschlossen wird
Weitgehend passendohne Zeichenkostenlosjede Anfrage, die das Wort enthält, in beliebiger Reihenfolge
Passende WortgruppeAnführungszeichen”beratung kostenlos”Anfragen mit genau dieser Wortfolge
Genau passendeckige Klammern[beratung kostenlos]nur exakt diese eine Anfrage
Negative Keywords denken nicht mit

Anders als positive Keywords erkennen Ausschlüsse keine Synonyme, Pluralformen oder Schreibvarianten. Wer “kostenlos” ausschließt, blockiert damit nicht “gratis”, “umsonst” oder “for free”. Jede Variante braucht einen eigenen Eintrag.

Für allgemeine Ausschlüsse ist weitgehend passend die richtige Wahl, weil ein Wort wie “jobs” in jeder Kombination stört. Sobald ein Begriff auch in einer guten Anfrage vorkommen kann, wird es enger, und dann gehört er in Anführungszeichen oder in eckige Klammern.

Ein paar Formatierungsregeln entscheiden mit, ob ein Ausschluss überhaupt greift. Laut der Negative-Keyword-Referenz aus dem PPC-OS-Wissenskorpus gelten je negativem Keyword maximal 80 Zeichen und zehn Wörter, Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle, und Zeichen wie !, @, %, ? und * werden ignoriert. Wichtig für deutsche Konten: Akzent- und Sonderzeichen zählen als eigene Zeichen. “büro” und “buero” sind deshalb zwei verschiedene Ausschlüsse, und wer nur einen davon einträgt, blockiert die andere Schreibweise nicht.

So findest du Ausschlüsse im Suchbegriffe-Bericht

Der Suchbegriffe-Bericht zeigt die echten Anfragen, bei denen deine Anzeigen erschienen sind. Er ist die einzige Quelle, die dir sagt, wofür du tatsächlich bezahlst. Keyword-Ideen und Planer-Listen zeigen das nicht.

1
Bericht öffnen und Zeitraum wählen

Im Konto unter “Insights und Berichte” den Punkt “Suchbegriffe” aufrufen. Bei neuen Kampagnen reichen die letzten sieben Tage, bei laufenden Kampagnen sind 30 Tage der bessere Zuschnitt, weil seltenere Anfragen sonst untergehen.

Insights und BerichteSuchbegriffe

Die Sortierung entscheidet darüber, wie viel dir der Durchgang bringt. Wer alphabetisch liest, arbeitet sich durch Hunderte Zeilen ohne Wirkung.

2
Nach Kosten sortieren, nicht nach Klicks

Sortiere absteigend nach Kosten. Oben stehen dann die Anfragen, die dich real Geld kosten. Eine Anfrage mit 40 Einblendungen und keinem Klick kostet nichts, eine mit drei Klicks zu je zwölf Euro schon.

Kosten absteigend
3
Zeile für Zeile entscheiden

Für jede teure Zeile gibt es drei mögliche Antworten. Passt die Anfrage, bleibt sie. Passt sie nicht, wird sie ausgeschlossen. Ist sie unklar, bleibt sie vorerst stehen und wird beim nächsten Durchgang erneut angesehen. Der dritte Fall ist der wichtigste, weil voreilige Ausschlüsse schwer zu entdecken sind.

relevantirrelevantunklar
4
Das störende Wort ausschließen, nicht die ganze Anfrage

Taucht “gehalt sanitärinstallateur” auf, ist der Ausschluss “gehalt” und nicht die ganze Anfrage. Sonst trägst du jede Woche neue Varianten desselben Problems nach. Erst wenn ein Wort auch in guten Anfragen vorkommt, wird stattdessen die Wortgruppe ausgeschlossen.

Wortebene
5
Auf die richtige Ebene legen

Allgemeine Störer wie “jobs” oder “kostenlos” gehören in eine kontoweite Liste, damit sie überall gelten. Ausschlüsse, die nur eine Leistung oder Region betreffen, gehören in die jeweilige Kampagne.

KontoKampagneAnzeigengruppe
Experten-Tipp

Der Suchbegriffe-Bericht zeigt aus Datenschutzgründen nicht jede Anfrage. Ein Teil der Klicks bleibt unsichtbar, und der Anteil ist in kleinen Konten höher, weil dort seltene Anfragen die Regel sind. Deshalb lohnt sich der Blick in die Zeilen ohne Klicks trotzdem: Sie zeigen, wohin Google deine Keywords ausdehnt, bevor daraus Kosten werden.

Was du vor dem Kampagnenstart schon ausschließen kannst

Warte nicht auf den ersten Bericht. Eine Basisliste vor dem Start spart die Lehrgeldphase. Vier Gruppen sind in fast jedem Konto sinnvoll.

Informationssuchen wie Wikipedia, Definition, Referat, Seminar, Studium, Ausbildung, Gehalt, Jobs und Praktikum treffen Leute, die etwas nachschlagen oder sich bewerben wollen. Kostenlos-Varianten wie kostenlos, gratis, umsonst und free treffen Leute mit anderem Budget als deinem Angebot. Selbermacher-Begriffe wie selber machen, Anleitung, Tutorial und Schritt für Schritt treffen Leute, die gerade keine Dienstleistung suchen. Und Wettbewerber-Namen gehören ausgeschlossen, solange du nicht bewusst auf sie bietest.

Was darüber hinaus stört, hängt vom Geschäft ab. Bei beratungsintensiven Anbietern wie Kanzleien, Steuerberatungen oder Praxen sind es meist Muster, Vorlage und Forum. Im Handwerk und bei lokalen Dienstleistern sind es Baumarkt, gebraucht und billig. Im B2B sind es Open Source, Kurs und Vergleich.

In eigener Sache

Willst du wissen, ob bei deinen Google Ads mehr drin ist?

Erstgespräch anfragen →

Soll ich Googles Empfehlungen zu Ausschlüssen annehmen?

Gut zu wissen

Googles Empfehlungen unter “Optimierungsvorschläge” sind Vorschläge und keine Anweisungen. Du kannst jeden einzelnen ablehnen, und der Optimierungsfaktor ist kein Ranking-Signal. Er misst, wie weit du Googles Vorschlägen folgst, und sagt nichts über deine Ergebnisse.

Die Frage taucht regelmäßig auf, weil Google im Konto sichtbar dafür wirbt. Zwei Muster sind dabei häufig. Google schlägt vor, bestehende Ausschlüsse zu entfernen, weil sie Reichweite kosten. Das stimmt sogar, nur ist genau das ihr Zweck. Und Google schlägt vor, neue Keywords aufzunehmen, die du bewusst ausgeschlossen hattest.

Ein abgelehnter Vorschlag senkt den Optimierungsfaktor, und das ist ohne Folgen. Wer den Wert trotzdem sauber halten will, kann einzelne Vorschläge dauerhaft verwerfen, dann rechnet Google sie nicht mehr gegen dich. Der Faktor ist ein Fortschrittsbalken für Googles eigene Empfehlungen und kein Qualitätsmaß für dein Konto.

Sinnvoll sind die Vorschläge dort, wo sie auf Suchbegriffe hinweisen, die dir entgangen sind. Dann ist der Vorschlag ein Hinweis auf eine Zeile im Bericht, die du dir ansehen solltest, und die Entscheidung triffst du danach selbst.

Wie du deine Listen strukturierst

Ausschlüsse, die planlos in Kampagnen und Anzeigengruppen verteilt sind, kann nach einem halben Jahr niemand mehr prüfen. Die Negative-Keyword-Referenz des PPC-OS-Korpus empfiehlt deshalb mindestens drei geteilte Listen je Konto.

Liste
Was hineingehört
Immer irrelevant
Jobs, Ausbildung, kostenlos, Selbermachen. Gilt für alle Kampagnen
Schlechte Performer
Begriffe, die im Bericht nachweislich Geld ohne Anfragen gekostet haben
Eigene Marke
Dein Firmenname. Nur in den Kampagnen, die nicht auf die Marke zielen

Dazu kommen bei Bedarf eine Liste mit Wettbewerber-Namen und eine je Leistung, die du nicht anbietest. Die technischen Grenzen sind großzügig genug, dass sie in einem kleinen Konto nie stören: 5.000 Keywords je Liste und 20 Listen je Konto, ebenfalls laut der Referenz aus dem Korpus.

Kampagnenspezifische Ausschlüsse bleiben in der Kampagne. Auf Anzeigengruppenebene wird nur ausgeschlossen, wenn sich zwei Anzeigengruppen gegenseitig Anfragen wegnehmen.

Welche Fehler solltest du vermeiden?

Der häufigste Fehler ist der zu breite Ausschluss. Ein Heizungsbauer, der sich auf Neuanlagen konzentriert und deshalb “reparatur” weitgehend passend ausschließt, blockiert damit auch “heizung reparatur notdienst”, also die profitabelste Anfrage seines Geschäfts. Die Prüffrage vor jedem Ausschluss lautet, ob das Wort in Kombination mit anderen eine gute Anfrage bilden könnte. Wenn ja, wird der Ausschluss enger gefasst.

Der zweitteuerste Fehler ist das Vergessen. Ausschlüsse sind keine einmalige Einrichtung, weil laufend neue Anfragen entstehen, besonders bei weitgehend passenden Keywords. Ohne festen Rhythmus wächst die Streuung still zurück.

Der dritte Fehler fällt erst spät auf. Wer über Jahre Ausschlüsse anhäuft, ohne sie je zu prüfen, hat irgendwann eine Liste, die mehr blockiert als hilft. Ein Blick in den Anteil an möglichen Impressionen zeigt, ob du dir selbst im Weg stehst.

Wie oft solltest du die Suchbegriffe prüfen?

Der Rhythmus hängt vom Kampagnentyp, vom Budget und davon ab, wie breit deine Keywords ausgerichtet sind.

SituationEmpfohlener Rhythmus
Neue Kampagne, erste vier Wochenalle zwei bis drei Tage
Laufende Kampagne mit weitgehend passenden Keywordswöchentlich
Stabile Kampagne mit genau passenden Keywordsalle zwei Wochen
Performance Maxwöchentlich über kontoweite Listen

Am Anfang lohnt der häufigere Blick am meisten, weil Google deine Keywords dann noch am breitesten ausspielt und das Budget entsprechend streut.

Bei Performance Max galten lange Sonderregeln. Kontoweite Ausschlusslisten wirken dort schon länger, und seit Ende 2024 lassen sich negative Keywords zusätzlich direkt auf Kampagnenebene hinterlegen. Vorher ging das nur über den Google-Support. Nutze beide Wege, sonst bleibt der Kanal mit der breitesten Ausspielung der am wenigsten kontrollierte.

Wann sich das Auslagern lohnt

Der Suchbegriffe-Durchgang ist die Arbeit, die sich am ehesten selbst machen lässt. Er braucht Regelmäßigkeit und Kenntnis des eigenen Geschäfts, kein Fachwissen. Wer weiß, welche Anfragen zu echten Aufträgen führen, entscheidet die unklaren Zeilen besser als jeder Externe.

Abgeben lohnt sich an drei Punkten. Wenn der Durchgang seit Monaten nicht stattfindet, weil er im Tagesgeschäft untergeht, geht es nicht mehr um die Frage, wer es besser kann. Dann geht es darum, ob es überhaupt passiert. Wenn mehrere Kampagnen mit unterschiedlichen Leistungen laufen und die Ausschlüsse anfangen, sich gegenseitig ins Gehege zu kommen, wird aus einer Fleißaufgabe eine Strukturfrage. Und wenn du den Verdacht hast, dass eine gewachsene Liste inzwischen gute Anfragen blockiert, braucht es einen Blick von außen, weil man die eigenen Einträge nicht mehr unvoreingenommen liest.

Was die meisten Konten zeigt, in die ich schaue, ist einer von zwei Zuständen. Entweder es gibt fast keine Ausschlüsse, oder es gibt eine über Jahre gewachsene Liste, die nie jemand geprüft hat. Welcher Fall vorliegt, sieht man schnell, und genau das ist der erste Blick beim kostenlosen Google Ads Check. Wer sein Konto weiter selbst betreiben will, bekommt dabei die Liste der auffälligen Suchbegriffe mit.

Häufige Fragen

Wie schließe ich Suchbegriffe in Google Ads aus?

Im Suchbegriffe-Bericht unter “Insights und Berichte” die betreffende Zeile markieren und als auszuschließendes Keyword hinzufügen. Dabei wählst du die Ebene (Konto, Kampagne oder Anzeigengruppe) und den Match Type. In den meisten Fällen genügt das eine Wort, das die Anfrage unpassend macht. Die ganze Anfrage auszuschließen wirkt nur für genau diese Schreibweise.

Was ist der Unterschied zwischen Keywords und Suchbegriffen?

Keywords sind die Begriffe, die du in deiner Kampagne hinterlegst. Suchbegriffe sind die tatsächlichen Anfragen, die Nutzer bei Google eingetippt haben und die deine Anzeige ausgelöst haben. Beides fällt nur bei genau passenden Keywords zusammen, sonst weicht der Suchbegriff oft deutlich vom Keyword ab.

Funktionieren negative Keywords auch bei Performance Max?

Ja. Kontoweite Ausschlusslisten gelten für Performance Max, und seit Ende 2024 lassen sich negative Keywords zusätzlich direkt auf Kampagnenebene hinterlegen. Vorher war das nur über den Google-Support möglich.

Wie viele negative Keywords sollte ich haben?

Es gibt keine ideale Zahl. Eine gepflegte Liste mit 50 bis 100 Einträgen, die du noch überblickst, wirkt mehr als eine mit 500, bei der niemand mehr weiß, warum ein Begriff drinsteht. Technisch erlaubt Google 5.000 Keywords je Liste und 20 Listen je Konto.

Senkt das Ablehnen von Google-Empfehlungen mein Ranking?

Nein. Der Optimierungsfaktor misst, wie weit du Googles Vorschlägen folgst, und fließt weder in den Qualitätsfaktor noch in die Anzeigenauktion ein. Ein Konto mit 60 Prozent Optimierungsfaktor kann bessere Ergebnisse liefern als eines mit 100 Prozent.

Kann ich negative Keywords aus einem anderen Konto übernehmen?

Ja, über den Google Ads Editor lassen sich Ausschlüsse zwischen Konten kopieren, und Listen lassen sich als CSV exportieren und importieren. Beim Übernehmen lohnt sich ein Blick auf jeden Eintrag, weil ein Begriff, der in einer Branche stört, in der anderen eine gute Anfrage sein kann.

Läuft Google Ads bei dir schon so, wie es könnte?

Seit 2013 Google Ads für deutsche KMUs
Jährliche Werbebudgets im Millionenbereich verantwortet
5,0 von 5 bei ProvenExpert
30 Minuten Erstgespräch anfragen →
Benjamin Häntzschel

Benjamin Häntzschel

Google Ads, KI & Conversion-Optimierung

Das könnte dich auch interessieren