Der Google Ads Keyword Planner: So findest du die richtigen Keywords für dein Unternehmen
Der Google Ads Keyword Planner ist das zentrale Tool für die Keyword-Recherche in Google Ads. Er zeigt dir, welche Suchbegriffe potenzielle Kunden verwenden, wie oft sie gesucht werden und was Klicks ungefähr kosten. Was viele nicht wissen: Ohne aktive Kampagne bekommst du nur grobe Suchvolumenbereiche statt echter Zahlen. Hier erfährst du, wie du das Tool trotzdem sinnvoll nutzt und wo seine Grenzen liegen.
Was ist der Google Ads Keyword Planner?
Der Keyword Planner ist ein kostenloses Tool innerhalb von Google Ads. Du findest ihn im Konto unter “Tools” und dann “Keyword-Planer”. Er hat zwei Hauptfunktionen: neue Keyword-Ideen entdecken und Suchvolumen sowie Prognosen für bestehende Keywords abrufen.
Ich nutze den Keyword Planner bei jedem neuen Kunden am Anfang, um ein Gefühl für den Markt zu bekommen. Welche Begriffe werden wirklich gesucht? Was kostet ein Klick ungefähr? Welche Varianten gibt es, die ich noch nicht auf dem Schirm hatte?
Das Tool ist kein Wundermittel, aber ein guter Ausgangspunkt. Wichtig ist, dass du weißt, was die Zahlen bedeuten und wo sie aufhören, verlässlich zu sein.
Wie kommst du zum Keyword Planner?
Du brauchst ein Google Ads-Konto. Wenn du noch keines hast, kannst du eines kostenlos erstellen. Google möchte dich dann durch eine Kampagneneinrichtung führen. Du kannst diesen Prozess überspringen oder eine minimale Testkampagne anlegen und danach direkt pausieren.
Sobald du im Konto bist, findest du den Keyword Planner oben rechts unter dem Schraubenschlüssel-Symbol bei “Tools”. Die zwei Bereiche heißen:
- Mit Neue Keywords entdecken gibst du Begriffe oder eine Website-URL ein und bekommst Keyword-Vorschläge mit Suchvolumen und Wettbewerbsindikatoren.
- Mit Suchvolumen und Prognosen abrufen gibst du eine Liste eigener Keywords ein und siehst, wie oft sie gesucht werden und was Klicks kosten könnten.
Neue Keywords entdecken: So gehst du vor
Bevor du das Tool öffnest, mach kurz Brainstorming. Schreib 10 bis 20 Begriffe auf, die deine Kunden bei Google eingeben könnten. Denk dabei in Kundensprache, nicht in Fachbegriffen. Ein Dachdecker schreibt nicht “Bedachung erneuern”, seine Kunden suchen eher “Dach undicht was tun” oder “Dachdecker Hamburg Angebot”.
Diese Begriffe gibst du in den Keyword Planner ein. Das Tool zeigt dir dann ähnliche Begriffe, die Menschen tatsächlich suchen, inklusive Suchvolumenbereich, Wettbewerb (niedrig, mittel, hoch) und geschätztem Klickpreis.
Was du dabei bekommst, ist eine Mischung aus nützlichen Ideen und viel Rauschen. Google schlägt oft Keywords vor, die thematisch entfernt sind oder eine völlig andere Suchintention haben. Deine Aufgabe ist es, die Vorschläge zu filtern und die relevanten Begriffe herauszupicken.
Gib nicht nur Fachbegriffe ein, sondern auch problembasierte Suchbegriffe. “Rohr verstopft” bringt oft andere Keyword-Ideen als “Rohrreinigung”. Viele deiner Kunden beschreiben ihr Problem bei Google, nicht die Lösung, die sie suchen.
Du kannst auch eine Landing-Page-URL eingeben statt Begriffe. Google analysiert dann den Inhalt der Seite und schlägt passende Keywords vor. Das ist praktisch, wenn du noch keine gute Begriffsliste hast.
Suchvolumen und Prognosen: Was die Zahlen bedeuten
Wenn du Keywords eingibst und dir das Suchvolumen anzeigen lässt, siehst du Bereiche wie “1.000–10.000” statt einer genauen Zahl. Das ist keine technische Einschränkung, sondern eine bewusste Entscheidung von Google.
Ohne laufende Kampagne bekommst du nur grobe Bereiche: 0, 1–100, 100–1.000, 1.000–10.000, 10.000–100.000 usw. Mit einer aktiven Kampagne und echten Ausgaben werden die Daten deutlich präziser. Bei wie viel Budget genau das passiert, kommuniziert Google nicht. In der Praxis merke ich, dass Konten mit einem monatlichen Spend ab ca. 300–500 Euro bereits spürbar genauere Daten sehen.
Was bedeutet das für dich? Wenn du gerade anfängst und noch kein aktives Konto hast, kannst du die Zahlen trotzdem als grobe Orientierung nutzen. Ein Keyword mit dem Bereich “1.000–10.000” wird häufiger gesucht als eines mit “100–1.000”. Aber mach keine Entscheidungen davon abhängig, ob ein Keyword jetzt genau 2.400 oder 3.800 Suchanfragen hat. Das ist in dieser Phase egal.
Die wirklich wichtigen Daten kommen sowieso aus deinem eigenen Konto, sobald du Kampagnen laufen hast.
Wettbewerb und Gebotsvorschläge einschätzen
Neben dem Suchvolumen zeigt dir der Keyword Planner zwei weitere Werte:
Wettbewerb (niedrig, mittel, hoch)
Das beschreibt, wie viele Werbetreibende auf dieses Keyword bieten. Hoch bedeutet viel Konkurrenz, niedrig bedeutet weniger. Wichtig: Das ist kein Qualitätsmerkmal. Ein Keyword mit niedrigem Wettbewerb kann trotzdem gut für dich funktionieren, wenn die Suchintention passt.
Geschätzter Klickpreis (oben auf der Seite)
Das ist der Bereich, in dem Klickpreise für dieses Keyword typischerweise liegen. Diese Zahl hilft dir, ein grobes Gefühl für dein benötigtes Budget zu bekommen. Wenn ein Klick zwischen 8 und 15 Euro kostet und du 30 Klicks pro Monat anstrebst, brauchst du mindestens 240 bis 450 Euro Monatsbudget, nur um diese Daten sinnvoll zu sammeln.
Ich nutze die Gebotsvorschläge nicht als Zielwert, sondern als Budget-Kalkulator. Wenn eine Branche sehr hohe Klickpreise hat, muss das Budget entsprechend hoch sein, damit genug Daten für Smart Bidding entstehen. Wer mit 100 Euro Monatsbudget in einem 10-Euro-CPC-Markt starten will, bekommt keine aussagekräftigen Daten.
Neue Keywords finden vs. Volumen prüfen: Wann nutzt du was?
Die zwei Hauptfunktionen des Keyword Planners haben unterschiedliche Einsatzzwecke.
“Neue Keywords entdecken” nutzt du am Anfang. Du hast eine Rohliste aus deinem Brainstorming und willst wissen, welche Varianten es noch gibt und welche davon tatsächlich gesucht werden. Du willst den Markt verstehen.
“Suchvolumen und Prognosen abrufen” nutzt du, wenn du bereits eine konkrete Liste hast und prüfen willst, wie einzelne Begriffe performen. Zum Beispiel, wenn du zwischen zwei ähnlichen Keywords entscheiden musst oder wenn du die Volumina für ein Reporting zusammenstellen willst.
In der Praxis wechsle ich zwischen beiden Modi. Ich starte mit “Neue Keywords entdecken”, filtere die Vorschläge und überprüfe dann die finale Liste mit “Suchvolumen abrufen”.
Keyword-Listen multiplizieren
Eine weniger bekannte Funktion im Keyword Planner ist die Möglichkeit, zwei oder mehr Listen zu kombinieren. Du gibst zum Beispiel in eine Spalte “Dachdecker”, “Klempner”, “Elektriker” ein und in eine zweite “Hamburg”, “Altona”, “Rahlstedt”. Das Tool erstellt dann automatisch alle Kombis: “Dachdecker Hamburg”, “Dachdecker Altona”, “Klempner Hamburg” usw.
Das ist besonders praktisch für lokale Unternehmen mit mehreren Stadtteilen oder für Anbieter mit mehreren Dienstleistungen. Statt jede Kombination von Hand einzutippen, übernimmt das Tool die Arbeit.
Die Grenzen des Tools
Der Keyword Planner ist gut, aber er hat klare Grenzen, die du kennen solltest.
Die Daten sind nicht exakt
Selbst mit aktivem Spend sind die Suchvolumendaten Durchschnittswerte über die letzten 12 Monate. Saisonale Schwankungen siehst du zwar im monatlichen Verlauf, aber die Hauptzahl ist ein Jahresschnitt. Für saisonale Branchen wie Schwimmbadtechnik oder Steuerberatung zum Jahresende kann das irreführend sein.
Google zeigt nicht alles
Keywords mit sehr niedrigem Suchvolumen werden manchmal gar nicht angezeigt oder erscheinen mit “0”. Das bedeutet nicht, dass sie nicht gesucht werden. Long-Tail-Begriffe mit 10 bis 20 Suchanfragen pro Monat können trotzdem wertvolle Kunden bringen, besonders bei hohem Auftragswert.
Suchintention erkennst du nicht direkt
Der Keyword Planner sagt dir nicht, ob hinter einem Suchbegriff Kaufabsicht steckt oder ob jemand nur recherchiert. Das musst du selbst einschätzen. “Anwalt Arbeitsrecht Hamburg” klingt transaktional. “Was macht ein Arbeitsrechtanwalt” ist informationell. Beide können im Tool ähnliche Volumina haben.
Wettbewerber-Daten fehlen
Du siehst nicht, welche anderen Unternehmen auf ein bestimmtes Keyword bieten oder wie deren Anzeigentexte aussehen. Dafür gibt es andere Tools wie den Anzeigenvorschau- und Diagnosebereich.
Welche Alternativen gibt es?
Für ergänzende Keyword-Recherche gibt es einige Tools, die den Keyword Planner sinnvoll erweitern.
Google Search Console
Wenn deine Website schon Traffic bekommt, zeigt dir die Search Console, bei welchen Suchanfragen du organisch erscheinst. Das sind echte Begriffe, die echte Menschen eingegeben haben. Sehr wertvoll als Ergänzung.
Google Suggest und “Ähnliche Suchanfragen”
Gib einen Begriff bei Google ein und schau, was Google vorschlägt. Unten auf der Ergebnisseite siehst du verwandte Suchanfragen. Kostenlos, direkt und nah an der Realität.
Dein eigener Suchbegriff-Bericht
Sobald eine Kampagne läuft, ist das der wichtigste Datenpunkt. Du siehst die tatsächlichen Suchanfragen, nicht nur Schätzungen. Dieser Bericht ersetzt den Keyword Planner für laufende Optimierungen.
In meiner täglichen Arbeit nutze ich den Keyword Planner fast ausschließlich am Anfang eines neuen Projekts. Danach arbeite ich hauptsächlich mit dem Suchbegriff-Bericht direkt aus dem Konto.
Häufige Fragen zum Keyword Planner
Ist der Keyword Planner kostenlos?
Ja, der Keyword Planner ist kostenlos. Du brauchst nur ein Google Ads-Konto. Dieses kostet dich nichts, solange du keine Kampagnen schaltest.
Kann ich den Keyword Planner auch für SEO nutzen?
Ja, grundsätzlich schon. Die Suchvolumen-Daten gelten für Suchanfragen insgesamt, nicht nur für bezahlte Klicks. Allerdings gibt es für SEO spezialisierte Tools wie Ahrefs oder Semrush, die präzisere Keyword-Daten und Rankinginfos liefern. Als kostenloser Einstieg funktioniert der Keyword Planner aber auch für SEO-Recherchen.
Warum sehe ich nur Volumenbereiche statt exakter Zahlen?
Google zeigt ohne aktive Kampagne nur Bereiche wie “1.000–10.000”. Das ist eine Einschränkung, die Google für Konten ohne Werbeausgaben eingeführt hat. Sobald du Geld ausgibst, werden die Daten granularer. Wie viel Budget dafür nötig ist, hat Google nie offiziell kommuniziert.
Wie verlässlich sind die Gebotsvorschläge?
Als grobe Orientierung sind sie brauchbar. Als genaue Vorhersage nicht. Der tatsächliche Klickpreis hängt von deiner Anzeigenqualität, dem Qualitätsfaktor und der aktuellen Wettbewerbssituation ab. Nimm die Gebotsvorschläge als Minimum-Orientierung für die Budget-Kalkulation, nicht als fixen Zielwert.
Was ist der Unterschied zwischen den zwei Hauptfunktionen?
“Neue Keywords entdecken” gibt dir Ideen ausgehend von Begriffen oder einer URL. “Suchvolumen und Prognosen abrufen” zeigt dir Daten für Keywords, die du bereits kennst. Für den Einstieg nutzt du ersteres, für die Überprüfung einer fertigen Liste das zweite.
Deine Checkliste
- Konto vorbereiten. Google Ads-Konto anlegen, Keyword Planner unter “Tools” öffnen.
- Brainstorming vorher. 10–20 Startbegriffe in Kundensprache notieren, bevor du das Tool öffnest.
- Neue Keywords entdecken. Startbegriffe eingeben, Region und Sprache filtern, Vorschläge sichten.
- Irrelevante Vorschläge aussortieren. Nur Keywords mit passender Suchintention und kaufbereiter Zielgruppe übernehmen.
- Volumenbereiche richtig einordnen. Ohne aktive Kampagne nur grobe Ranges. Als Richtgröße nutzen, nicht als exakte Zahl.
- Gebotsvorschläge für Budget-Kalkulation nutzen. Klickpreis × angestrebte Klicks = Mindestbudget für sinnvolle Daten.
- Liste multiplizieren falls sinnvoll. Dienstleistungen × Städte kombinieren, um lokale Keyword-Sets zu erstellen.
- Suchbegriff-Bericht priorisieren sobald Kampagne läuft. Der ist wertvoller als jede Keyword-Planner-Schätzung.
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