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Google Ads Agentur Kosten: Preise, Modelle und was fair ist
Google Ads 8 Min. Lesezeit

Google Ads Agentur Kosten: Preise, Modelle und was fair ist

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Google Ads Agentur kostet für kleine Unternehmen in der Regel 300 bis 1.500 Euro im Monat, dazu kommt dein Werbebudget an Google. Hier bekommst du die üblichen Preisspannen, die drei Abrechnungsmodelle mit ihren versteckten Anreizen und eine Checkliste mit Fragen, die dir eine teure Fehlentscheidung ersparen.

Wenn du bei zehn Agenturen nach dem Preis fragst, bekommst du neunmal dieselbe Antwort: “Das kommt drauf an. Lass uns telefonieren.” Ich verstehe, warum das so ist, jeder Account ist wirklich anders. Trotzdem finde ich es unbefriedigend, wenn man einfach nur wissen will, in welcher Größenordnung man sich bewegt. Deshalb stehen in diesem Artikel echte Zahlen.

Was kostet eine Google Ads Agentur im Monat?

Gut zu wissen

Für kleine Unternehmen liegen die laufenden Betreuungskosten in Deutschland üblicherweise zwischen 300 und 1.500 Euro im Monat. Die einmalige Einrichtung kostet meist 500 bis 2.500 Euro. Bei größeren Konten rechnen viele Agenturen 10 bis 20 Prozent des Werbebudgets ab. Dein Werbebudget an Google kommt immer noch obendrauf.

Die Spannen sind so breit, weil dahinter sehr unterschiedliche Leistungen stecken. Für 300 Euro im Monat bekommst du in der Regel ein Grundrauschen: jemand schaut gelegentlich ins Konto, passt Gebote an und schickt dir ein automatisches Reporting. Für 1.000 bis 1.500 Euro solltest du erwarten dürfen, dass jede Woche jemand aktiv im Konto arbeitet, Suchbegriffe prüft, Anzeigen testet und dein Tracking sauber hält.

Nach oben ist die Skala offen. Agenturen mit Konzern-Kunden rufen auch 3.000 Euro und mehr im Monat auf. Für die meisten kleinen Unternehmen ist das der falsche Teich zum Fischen, dort bist du der kleinste Kunde und bekommst den unerfahrensten Mitarbeiter.

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Werbebudget und Betreuung: die zwei Kostenblöcke

Der häufigste Denkfehler bei den Gesamtkosten: Werbebudget und Betreuungshonorar werden in einen Topf geworfen. Es sind aber zwei getrennte Rechnungen. Das Werbebudget geht an Google und bezahlt die Klicks. Das Honorar geht an die Agentur und bezahlt die Arbeit im Konto.

Ein realistisches Beispiel für ein kleines Unternehmen: 1.000 Euro Werbebudget an Google plus 600 Euro Betreuung ergibt 1.600 Euro Gesamtkosten im Monat. Wenn dir eine Agentur “Google Ads ab 299 Euro” verkauft, ist das Werbebudget da fast nie drin.

Für das Werbebudget selbst gilt: Unter etwa 500 bis 750 Euro im Monat wird es schwer, genug Daten zu sammeln, damit sich das Konto sinnvoll steuern lässt. In umkämpften Branchen, etwa bei Anwälten oder Handwerks-Notdiensten, kostet ein einzelner Klick schnell 5 bis 10 Euro. Da ist mit 300 Euro Budget nach 40 Klicks Schluss, und daraus lernt weder ein Mensch noch der Google-Algorithmus etwas.

Experten-Tipp

Das Verhältnis der beiden Blöcke ist ein guter Gesundheitscheck. Wenn die Betreuung dauerhaft genauso viel kostet wie dein gesamtes Werbebudget, stimmt die Relation meistens noch nicht. Dann lieber erst das Budget auf ein arbeitsfähiges Niveau bringen und die professionelle Betreuung dazunehmen, wenn genug Volumen da ist.

Die drei gängigen Abrechnungsmodelle

Fast alle Agenturen rechnen nach einem von drei Modellen ab. Jedes hat eine eigene Logik, und bei jedem lohnt sich der Blick darauf, wofür die Agentur eigentlich belohnt wird.

Prozent vom Werbebudget

Das klassische Agenturmodell: Du zahlst 10 bis 20 Prozent von dem, was du bei Google ausgibst, oft mit einer Mindestpauschale. Bei 2.000 Euro Budget und 15 Prozent wären das 300 Euro Honorar.

Klingt erst mal fair, die Agentur verdient mit, wenn du wächst. Der Haken steckt in der Richtung des Anreizes: Die Agentur verdient mehr, wenn du mehr ausgibst. Ob sich die Mehrausgabe für dich rechnet, spielt für ihr Honorar keine Rolle. Wenn dir eine Prozent-Agentur zum dritten Mal in Folge eine Budgeterhöhung empfiehlt, kannst du nicht sauber unterscheiden, ob das eine gute Empfehlung ist oder eine gute Umsatzstrategie.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass jede Agentur mit diesem Modell schlecht arbeitet. Viele machen trotz des Modells einen sauberen Job. Aber du solltest den eingebauten Interessenkonflikt kennen und Budget-Empfehlungen immer mit der Frage prüfen: Welche Zahlen belegen, dass mehr Budget mehr profitable Anfragen bringt?

Pauschale (Flat-Fee)

Hier zahlst du einen festen Monatsbetrag, unabhängig vom Werbebudget. Der Preis richtet sich nach dem Aufwand: Wie viele Kampagnen, wie viele Leistungen oder Standorte, wie viel laufende Arbeit steckt im Konto.

Der Vorteil liegt in der Anreizstruktur. Die Agentur hat nichts davon, wenn du mehr ausgibst, und kann dir deshalb auch guten Gewissens empfehlen, das Budget zu senken, wenn die Zahlen das hergeben. Der Nachteil: Eine Pauschale kann auch Faulheit verstecken. Ob für den Festpreis wirklich gearbeitet wird, siehst du nur im Änderungsverlauf des Kontos und an einem Reporting, das echte Maßnahmen dokumentiert.

Stundensatz

Abrechnung nach Aufwand, üblich sind 80 bis 150 Euro pro Stunde. Das Modell ist transparent und passt gut für einmalige Projekte: ein Audit, eine Kampagnen-Einrichtung, eine zweite Meinung. Für die laufende Betreuung finde ich es unpraktisch, weil du jeden Monat eine andere Rechnung bekommst und die Agentur im Zweifel dafür belohnt wird, länger zu brauchen.

Daneben gibt es noch Pay-per-Lead, also Bezahlung pro Anfrage. Das klingt nach dem risikolosesten Modell von allen, hat aber die teuersten versteckten Haken. Bei vielen dieser Anbieter läuft alles über deren eigene Landingpages und Tracking-Telefonnummern. Dann zählt auch der Bestandskunde, der deinen Namen googelt und anruft, als berechenbare “Anfrage”, obwohl er sowieso gekommen wäre. Und wenn du kündigst, gehören Landingpage, Rankings und sämtliche Daten dem Anbieter, du fängst bei null an. Dazu habe ich einen eigenen Artikel geschrieben, hier nur die Kurzfassung: Wer pro Lead bezahlt wird, verdient am günstigen Klick, und die Qualität der Anfragen leidet erstaunlich zuverlässig.

Was ich selbst berechne

Der Vollständigkeit halber, weil dieser Artikel sonst unehrlich wäre: Ich arbeite mit einer festen Monatspauschale ab 590 Euro, abhängig vom Umfang des Kontos. Ohne Prozent vom Werbebudget, aus genau dem Anreiz-Grund, den ich oben beschrieben habe. Ich betreue Google Ads Konten seit 2013 und will meinen Kunden empfehlen können, weniger auszugeben, wenn die Zahlen dafür sprechen, ohne mir damit ins eigene Honorar zu schneiden.

Woran du erkennst, ob eine Agentur ihr Geld wert ist

Am Preis allein erkennst du es nicht. Eine 400-Euro-Betreuung kann ihr Geld wert sein und eine 1.500-Euro-Betreuung rausgeworfenes Geld. Die Unterschiede stecken in Punkten, die im Verkaufsgespräch selten von allein zur Sprache kommen.

Das Konto muss dir gehören. Manche Anbieter führen Kampagnen in ihrem eigenen Google Ads Konto. Wenn du kündigst, stehst du ohne Daten, ohne Historie und ohne die gelernten Optimierungen da. Ein seriöser Dienstleister arbeitet in deinem Konto, auf das du jederzeit vollen Zugriff hast.

Tracking kommt vor Optimierung. Wenn im Erstgespräch nicht über Conversion-Tracking gesprochen wird, ist das ein schlechtes Zeichen. Ohne sauberes Tracking weiß niemand, welche Klicks zu Anfragen werden, und jede “Optimierung” ist Stochern im Nebel.

Das Reporting muss Maßnahmen zeigen. Aus einem guten Monatsbericht geht hervor, was konkret im Konto gemacht wurde und was es gebracht hat. Impressionen und Klicks allein sagen dir wenig darüber, ob sich dein Geld rentiert.

Vorsicht bei langen Vertragslaufzeiten. Zwölf Monate Mindestlaufzeit schützen vor allem die Agentur. Google Ads braucht zwar ein paar Monate Anlauf, ein fairer Anbieter bindet dich aber nicht länger als nötig, weil er weiß, dass seine Arbeit für sich spricht.

Und ein Punkt, der viele überrascht: Das Google-Partner-Abzeichen sagt wenig über Qualität aus. Die Kriterien dafür belohnen unter anderem hohe Ausgaben und das Übernehmen von Google-Empfehlungen. Beides liegt eher in Googles Interesse als in deinem. Ein groß präsentiertes Partner-Logo als Hauptargument wäre für mich eher ein Grund, genauer hinzuschauen.

Wann du noch keine Agentur brauchst

Ehrliche Antwort: Wenn dein Werbebudget unter etwa 500 Euro im Monat liegt, lohnt sich eine professionelle Betreuung meistens noch nicht. Die Rechnung geht schlicht nicht auf, wenn das Honorar genauso groß ist wie das Budget, das es optimieren soll.

In dem Fall hast du zwei sinnvolle Wege. Entweder du erhöhst das Budget auf ein Niveau, bei dem Betreuung und Werbung in einem gesunden Verhältnis stehen. Oder du machst die ersten Schritte selbst, sammelst Erfahrung und holst dir professionelle Hilfe dazu, wenn das Konto und das Budget gewachsen sind. Beides ist völlig legitim, und eine Agentur, die dir bei 300 Euro Budget trotzdem einen Betreuungsvertrag verkauft, arbeitet eher für sich als für dich.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan für das Gespräch mit einer Agentur:

Checkliste
  • Kontoeigentum klären. Frag konkret, ob in deinem eigenen Google Ads Konto gearbeitet wird und ob du jederzeit vollen Zugriff hast.
  • Abrechnungsmodell hinterfragen. Lass dir erklären, wie abgerechnet wird und wofür die Agentur dadurch belohnt wird. Bei Prozent vom Budget: nachfragen, wie Budget-Empfehlungen begründet werden.
  • Nach dem Tracking fragen. Eine gute Agentur will zuerst wissen, wie deine Anfragen gemessen werden, bevor sie über Kampagnen redet.
  • Reporting-Beispiel zeigen lassen. Ein anonymisierter Beispiel-Monatsbericht zeigt dir sofort, ob dort Maßnahmen dokumentiert werden oder nur Klickzahlen.
  • Laufzeit und Ausstieg prüfen. Kläre Kündigungsfristen und was bei Vertragsende mit Konto, Daten und Kampagnen passiert.

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