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Budget Pacing bei Werbezeitplaner ändert sich – was du ab Juni 2026 wissen musst
· Aktualisiert am Google Ads News 11 Min. Lesezeit

Budget Pacing bei Werbezeitplaner ändert sich – was du ab Juni 2026 wissen musst

Das Wichtigste zusammengefasst

Ab dem 01. Juni 2026 ändert Google Ads, wie Budgets bei aktivem Werbezeitplaner verteilt werden. Bisher blieb bei eingeschränkten Zeiten oft Budget übrig – künftig wird Google das volle Monatsbudget auf die verfügbaren Stunden konzentrieren. Besonders für B2B-Unternehmen und Anwälte, die nur während Bürozeiten werben, kann das deutlich höhere Tagesausgaben bedeuten.

Update April 2026

Google hat den Stichtag offiziell auf den 01. Juni 2026 festgelegt. Ursprünglich war März im Gespräch, jetzt steht das Datum fest. Wer noch nicht reagiert hat, hat damit ein paar Wochen mehr Zeit für die Anpassung.

Wenn du deine Kampagnen nur an Werktagen oder zu bestimmten Uhrzeiten laufen lässt, kennst du das vermutlich: Am Monatsende liegt deine Ausgabensumme deutlich unter dem rechnerischen Maximum aus Tagesbudget × 30,4. Das liegt daran, dass Google bisher nur die tatsächlich aktiven Werktage in die Budget-Verteilung eingerechnet hat. Bei einem Werbezeitplaner “Mo bis Fr” sind das rund 22 Tage pro Monat statt 30,4.

Das ändert sich jetzt. Ab dem 01. Juni 2026 wird Google versuchen, das komplette Monatsbudget auszugeben, egal wie eng dein Werbezeitplan ist.

Kurzfassung als Video

Budget Pacing in 60 Sekunden erklärt

Wenn du lieber zuschaust als liest: In einer Minute siehst du, was sich ab Juni ändert und worauf du jetzt achten solltest.

Wie funktioniert das neue Budget Pacing ab Juni 2026?

Gut zu wissen

Google Ads passt ab Juni 2026 die Budgetverteilung an: Bei Kampagnen mit Werbezeitplaner wird das System aktiv versuchen, das volle Monatsbudget (30,4 × Tagesbudget) auszugeben – unabhängig davon, wie eng dein Werbezeitplan ist. Die Anzeigen laufen weiterhin nur in den geplanten Zeiten. Aber innerhalb dieser Zeiten wird deutlich aggressiver ausgegeben als bisher. Die Abrechnungslimits bleiben unverändert: maximal das 2-Fache des Tagesbudgets pro Tag und das 30,4-Fache pro Monat.

Bisher hat Google das Tagesbudget mit der Anzahl der tatsächlich aktiven Tage im Werbezeitplaner multipliziert. Bei einem typischen Mo bis Fr Setup waren das rund 22 Tage pro Monat. Das Ziel-Monatsbudget lag damit deutlich unter dem theoretischen Maximum aus Tagesbudget × 30,4.

Das neue Verhalten dreht die Logik um. Google nimmt jetzt immer das volle Monatsbudget (Tagesbudget × 30,4) als Zielgröße und verteilt es auf die tatsächlich verfügbaren Stunden, egal wie eng der Schedule ist. Die wichtigsten Punkte dabei:

  • Deine Anzeigen laufen weiterhin nicht außerhalb der geplanten Zeiten – der Werbezeitplaner wird respektiert. Es werden keine Anzeigen um 22 Uhr geschaltet, wenn du nur 8 bis 17 Uhr eingestellt hast.
  • Die bestehenden Ausgabenlimits gelten weiter: An einem einzelnen Tag kann maximal das Doppelte des Tagesbudgets ausgegeben werden. Im Monat bleibt die Obergrenze bei 30,4 × Tagesbudget.
  • Die Ausgaben werden innerhalb deiner Zeiten konzentriert, was mehr Budget pro verfügbare Stunde, stärkere Auktionsbeteiligung und potenziell höhere CPCs bedeutet.

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Welche Unternehmen sind besonders betroffen?

Diese Änderung ist vor allem für Unternehmen relevant, die bewusst eingeschränkte Werbezeitpläne nutzen. Und das sind im B2B-Bereich und bei Dienstleistern ziemlich viele.

Anwaltskanzleien werben oft nur während der Bürozeiten, weil Anrufe außerhalb dieser Zeiten nicht entgegengenommen werden können. Ein typischer Werbezeitplan ist Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr – das sind 50 von 168 Wochenstunden, also weniger als ein Drittel.

B2B-Dienstleister haben ähnliche Setups. Wer auf Telefonanfragen oder Chat-Kontakte setzt, begrenzt die Ausspielung auf die Erreichbarkeit. Manche schalten zusätzlich nur an Werktagen.

Handwerksbetriebe mit begrenztem Budget planen ihre Anzeigen oft um die Kernzeiten herum, in denen Anfragen am wahrscheinlichsten sind.

Für all diese Setups gilt: Je enger der Werbezeitplan, desto stärker wird sich die Änderung bemerkbar machen.

Diese Kampagnentypen sind ausgenommen

Laut Google gilt die Änderung nicht für Local Services Ads und bestimmte andere Kampagnentypen. Wenn du also nur über LSA Anzeigen schaltest, ändert sich für dich nichts. Bei klassischen Such-, Display-, Performance Max- oder Demand-Gen-Kampagnen mit Werbezeitplaner greift die neue Logik dagegen voll.

Experten-Tipp

Die Änderung betrifft jede Kampagne mit aktivem Werbezeitplaner – unabhängig von der Gebotsstrategie. Aber bei Smart Bidding (Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversions maximieren) kommt ein zusätzlicher Effekt dazu: Das System wird aggressiver bieten, um das Budget in den verfügbaren Stunden unterzubringen. Das kann die CPCs stärker nach oben treiben als bei manuellen Geboten.

Warum hat Google bisher weniger ausgegeben?

Die bisherige Unterlieferung war kein Bug, sondern eine Folge davon, wie Google Budgets intern berechnet. Das Pacing-System richtete sich nach der Anzahl der tatsächlich aktiven Werktage im Schedule. Bei Mo bis Fr waren das rund 22 Tage pro Monat statt der 30,4 Tage, die im theoretischen Monatsmaximum stecken.

Google hat das jetzt als Problem erkannt, vor allem weil Werbetreibende sich darüber beschwert haben, dass ihr eingestelltes Budget nicht ausgegeben wird. Die neue Logik soll laut Google-Ankündigung sicherstellen, dass die monatlichen Ausgabenziele unabhängig vom Werbezeitplaner erreicht werden.

Das klingt erstmal fair. Aber es hat Konsequenzen, die nicht jedem sofort klar sind.

Wie viel mehr kostet die neue Budget-Logik konkret?

Die offensichtliche Folge: Deine Kampagnen werden ab Juni mehr Geld ausgeben als bisher, vorausgesetzt sie hatten vorher einen eingeschränkten Werbezeitplan und haben nicht das volle theoretische Monatsbudget verbraucht.

Wie groß die Differenz wird, hängt vom Verhältnis zwischen aktiven Werktagen und 30,4 Tagen pro Monat ab. Bei einem Mo bis Fr Schedule sind das rund 8,4 Tage weniger als 30,4. Diese Lücke multipliziert sich mit deinem Tagesbudget. Die folgende Beispielrechnung zeigt typische Setups, wie sie bei Anwaltskanzleien, B2B-Dienstleistern und Handwerksbetrieben üblich sind.

TagesbudgetWerbezeitplanBisher (≈22 Werktage)Ab Juni 2026 (×30,4)Mehrkosten/Monat
30 €Mo–Fr~660 €~912 €+252 €
50 €Mo–Fr~1.100 €~1.520 €+420 €
100 €Mo–Fr~2.200 €~3.040 €+840 €
30 €täglich~912 €~912 €±0 €

Die Werte basieren auf der von Google bestätigten Pacing-Logik (Tagesbudget × Anzahl aktiver Werktage) gegenüber der neuen Logik (Tagesbudget × 30,4). Ein Standard-Monat hat 30,4 Tage, davon im Schnitt 22 Werktage. Die Lücke von 8,4 Tagen wird ab Juni geschlossen. Wer in der Praxis bisher noch Underdelivery hatte (also unter den 22 Werktagen lag), wird ab Juni eine noch größere Differenz sehen.

Darüber hinaus gibt es subtilere Effekte. Wenn alle Werbetreibenden mit eingeschränkten Zeitplänen plötzlich aggressiver in denselben Stunden bieten, steigt der Wettbewerb in genau diesen Zeitfenstern. Die Folge sind höhere CPCs, besonders zu Spitzenzeiten.

Für Branchen mit ohnehin hohem Wettbewerb – Anwälte, Versicherungen, IT-Dienstleister – kann das spürbar werden. Wenn mehrere Wettbewerber im selben Zeitfenster mehr Budget ausgeben wollen, treibt das die Auktionspreise nach oben.

Ob sich das am Ende positiv oder negativ auf deine Performance auswirkt, hängt davon ab, wie gut deine Kampagnen konvertieren. Mehr Ausgaben in einem begrenzten Zeitfenster bedeuten mehr Sichtbarkeit – aber eben auch höhere Kosten pro Klick.

Was musst du jetzt vor dem 01. Juni 2026 anpassen?

Deine nächsten Schritte vor dem 01. Juni

Prüfe alle Kampagnen mit aktivem Werbezeitplaner. Vergleiche dein aktuelles Tagesbudget mit deinen tatsächlichen monatlichen Ausgaben. Wenn bisher regelmäßig Budget übrig blieb, wird sich das ab Juni ändern – und du solltest entscheiden, ob du das willst.

Tagesbudget überprüfen

Rechne nach: Dein Tagesbudget × 30,4 ergibt das maximale Monatsbudget. Wenn dieser Betrag höher ist als das, was du monatlich ausgeben möchtest, solltest du das Tagesbudget nach unten anpassen.

Bisherige Ausgaben analysieren

Schau dir an, wie viel deine Kampagnen in den letzten drei Monaten tatsächlich ausgegeben haben. Die Differenz zwischen dem theoretischen Monatsbudget und den realen Ausgaben zeigt dir, wie viel mehr ab Juni fließen könnte.

Performance nach dem Stichtag beobachten

In den ersten zwei Wochen nach der Umstellung solltest du die CPCs und Tagesausgaben genauer im Blick behalten. Wenn die Kosten pro Conversion steigen, ohne dass die Qualität der Anfragen mitgeht, ist eine Budget-Anpassung sinnvoll.

Experten-Tipp

Wenn du bisher bewusst mit der Unterlieferung gearbeitet hast – also ein höheres Tagesbudget eingestellt hast, weil du wusstest, dass es nicht komplett ausgegeben wird – musst du jetzt umdenken. Ab Juni wird das Tagesbudget zum realen Steuerungsinstrument. Setze es auf den Betrag, den du tatsächlich pro Tag ausgeben willst, geteilt durch die Tage, an denen die Kampagne läuft.

Budget jetzt anpassen statt im Juni überrascht werden

Die Änderung am Budget Pacing ist keine dramatische Umstellung, aber sie trifft gezielt die Kampagnen-Setups, die bei KMUs besonders häufig sind. Wer nur während Geschäftszeiten wirbt, hatte bisher einen inoffiziellen Budget-Puffer – der fällt jetzt weg.

Die gute Nachricht: Du hast noch Zeit, dich vorzubereiten. Wer jetzt seine Budgets prüft und bei Bedarf anpasst, vermeidet unnötige Mehrausgaben im März.

Checkliste
  • Werbezeitplaner identifizieren. Prüfe, welche deiner Kampagnen einen eingeschränkten Zeitplan nutzen – über „Werbezeitplaner” in den Kampagneneinstellungen.
  • Monatsbudget nachrechnen. Tagesbudget × 30,4 = dein neues reales Monatsbudget ab Juni. Passt dieser Betrag zu deiner Planung?
  • Tagesbudget anpassen. Falls nötig, reduziere das Tagesbudget so, dass das resultierende Monatsbudget deinem Wunschbetrag entspricht.
  • Performance ab Juni beobachten. Behalte CPCs, Tagesausgaben und Kosten pro Conversion in den ersten zwei Wochen besonders im Auge.

GML 2026 ergänzt: Demand-led Budget Pacing als neue Option

Google Ads Demand-led Budget Pacing aus dem Google Marketing Live 2026 One-Sheet
Quelle: Google Marketing Live 2026, One-Sheet Demand-led budget pacing

Direkt nach der Werbezeitplaner-Änderung kommt aus Googles Richtung das nächste Pacing-Thema. Auf der Google Marketing Live am 20. Mai 2026 hat Google ein zusätzliches Pacing-Modell namens “Demand-led Budget Pacing” angekündigt. Status: “Coming soon”, verfügbar global, alle Sprachen. Konkretes Rollout-Datum hat Google noch nicht genannt.

Die Idee: Statt das Budget gleichmäßig über die Tage zu verteilen, schaut das System auf erwartete Nachfrage und gibt an starken Tagen mehr aus, an schwachen weniger. Beispiel: Wenn Donnerstag erfahrungsgemäß doppelt so viele Anfragen bringt wie Montag, wird Donnerstag entsprechend höher gepacing, ohne dass du das Tagesbudget manuell anpasst. Tages- und Monatsobergrenze bleiben erhalten.

Meine Einschätzung: Klingt wie ein logischer nächster Schritt nach der Werbezeitplaner-Änderung. Aber solange Google nicht zeigt, wie konservativ das Pacing wirklich ist, würde ich es nicht blind aktivieren. Bei kleinen Konten mit knappem Budget kann ein aggressiver Demand-Forecast schnell zu unbeabsichtigten Spitzen führen. Sinnvoll wahrscheinlich für Konten mit klaren saisonalen Mustern, weniger für Always-on-Lead-Gen mit kleinem Budget.

Häufige Fragen zur Budget-Pacing-Änderung

Ab wann gilt die neue Budget-Pacing-Regel von Google Ads?

Die Änderung greift offiziell ab dem 01. Juni 2026. Ursprünglich war März 2026 angekündigt, Google hat den Stichtag in der April-Ankündigung auf den 1. Juni verschoben.

Wird mein Tagesbudget durch die neue Regel verdoppelt?

Nein. Das Tagesbudget bleibt gleich. Was sich ändert, ist die Verteilung über den Monat. Das System gibt jetzt das volle Monatsbudget (30,4 × Tagesbudget) auch dann aus, wenn dein Werbezeitplaner die Ausspielung auf wenige Stunden begrenzt. An einem einzelnen Tag bleibt die Obergrenze beim 2-Fachen des Tagesbudgets.

Welche Kampagnentypen sind von der Änderung ausgenommen?

Local Services Ads (LSA) und einige weitere Kampagnentypen sind ausgenommen. Bei klassischen Such-, Display-, Performance Max- oder Demand-Gen-Kampagnen mit aktivem Werbezeitplaner greift die neue Logik dagegen voll.

Muss ich mein Tagesbudget reduzieren, um Mehrkosten zu vermeiden?

Nur dann, wenn dein bisheriges Tagesbudget × 30,4 mehr ergibt als du tatsächlich pro Monat ausgeben willst. Wer bewusst mit der Unterlieferung gearbeitet und ein höheres Tagesbudget gesetzt hat, sollte den Wert nach unten anpassen, bevor die neue Regel greift.

Was passiert, wenn ich vor dem 01. Juni 2026 nichts ändere?

Deine Kampagnen geben dann tendenziell mehr Geld aus als bisher. Bei einem typischen Setup mit 30 € Tagesbudget und Mo–Fr 8–18 Uhr Werbezeitplan bedeutet das in der Praxis bis zu 332 € Mehrkosten pro Monat. Die genauen Auswirkungen hängen vom konkreten Werbezeitplan und Wettbewerb in deiner Branche ab.

Mehr Details zur ursprünglichen Ankündigung findest du bei Search Engine Roundtable.

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