Werbezeitplaner in Google Ads: Wann sich ein Anzeigenzeitplan lohnt
Der Werbezeitplaner in Google Ads legt fest, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten deine Anzeigen geschaltet werden dürfen. Für lokale Dienstleister, Anwälte oder Handwerker, die nur zu Geschäftszeiten erreichbar sind, kann ein Werbezeitplan bares Geld sparen. Gleichzeitig solltest du wissen: Bei Smart Bidding sind manuelle Gebotsanpassungen im Zeitplaner überflüssig, weil der Algorithmus die Tageszeit bereits als Signal nutzt. In diesem Artikel erfährst du, wann ein Anzeigenzeitplan sinnvoll ist, wie du ihn einrichtest und welche Fehler du vermeiden solltest.
Was ist der Werbezeitplaner in Google Ads?
Der Werbezeitplaner (auch Anzeigenzeitplan genannt) ist eine Kampagneneinstellung, mit der du festlegst, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten deine Anzeigen ausgespielt werden dürfen. Ohne Werbezeitplan laufen deine Anzeigen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Der Zeitplan kann in 15-Minuten-Intervallen eingestellt werden, und du kannst bis zu sechs Zeitblöcke pro Tag definieren. Zusätzlich kannst du für jeden Zeitblock Gebotsanpassungen hinterlegen, um deine Gebote in bestimmten Zeiträumen zu erhöhen oder zu senken.
Der Werbezeitplaner beantwortet eine einfache Frage: Wann soll Google dein Werbebudget ausgeben? Standardmäßig laufen deine Kampagnen 24 Stunden am Tag. Für die meisten Unternehmen mit Kontaktformularen oder Online-Terminbuchung ist das auch völlig in Ordnung — eine Anfrage um Mitternacht wird morgens beantwortet, und das stört niemanden. Nur wenn Kunden eine sofortige Reaktion erwarten (Notdienste, rein telefonbasierte Geschäftsmodelle), lohnt es sich, die Laufzeit einzuschränken.
Der Werbezeitplan wird auf Kampagnenebene eingestellt. Das bedeutet, du kannst für jede Kampagne einen eigenen Zeitplan festlegen. Eine Kampagne für Notdienste kann rund um die Uhr laufen, während eine andere Kampagne für reguläre Beratungstermine nur zu Geschäftszeiten aktiv ist.
Wichtig zu verstehen: Der Werbezeitplaner steuert, ob deine Anzeigen in einem Zeitfenster überhaupt geschaltet werden dürfen. Er garantiert nicht, dass sie auch tatsächlich angezeigt werden. Das hängt weiterhin von deinem Budget, deinen Geboten und dem Wettbewerb ab.
Wann ist ein Werbezeitplaner sinnvoll?
Nicht jedes Unternehmen braucht einen Werbezeitplan. Ob er für dich sinnvoll ist, hängt von deinem Geschäftsmodell, deiner Erreichbarkeit und deiner Gebotsstrategie ab.
Für die meisten Dienstleister ist eine Anfrage über Nacht kein Problem — du antwortest morgens und gut ist. Ein Zeitplan lohnt sich nur, wenn Kunden sofortige Reaktion erwarten, etwa bei Notdiensten oder Schlüsseldiensten. Bei Kontaktformularen ist eine Antwort am nächsten Morgen völlig normal.
Wenn dein Hauptkanal Anrufe sind und abends niemand abnimmt, kann ein Zeitplan sinnvoll sein. Aber wenn Mandanten über ein Kontaktformular anfragen, ist eine Antwort am nächsten Morgen völlig in Ordnung. Bei Online-Terminbuchung laufen die Anzeigen am besten rund um die Uhr.
Entscheider suchen während der Arbeitszeit. Wochenenden und späte Abendstunden bringen selten Aufträge. Ein klarer Wochentag-Zeitplan spart hier Budget.
Wer rund um die Uhr bestellen kann, braucht keinen engen Zeitplan. Auch bei automatischen Lead-Prozessen und Smart Bidding richtet ein manueller Zeitplan eher Schaden an.
Die entscheidende Frage ist nicht “Wann suchen meine Kunden?”, sondern “Wie zeitkritisch ist die Anfrage?” Ein Klick um 22 Uhr, der zu einer Kontaktformular-Anfrage führt, ist für die meisten Unternehmen kein Problem — du antwortest am nächsten Morgen. Nur wenn Kunden eine sofortige Reaktion erwarten (Notdienste, Schlüsseldienst, akute Schmerzen beim Zahnarzt), lohnt sich ein enger Zeitplan. In den meisten Fällen ist Smart Bidding die bessere Lösung: Der Algorithmus gibt nachts von selbst weniger aus, wenn die Daten zeigen, dass es sich nicht lohnt.
So richtest du den Werbezeitplaner ein
Die Einrichtung eines Anzeigenzeitplans ist in wenigen Schritten erledigt.
- Öffne dein Google Ads Konto und wähle die Kampagne aus, für die du einen Werbezeitplan erstellen möchtest.
- Klicke im linken Navigationsmenü auf “Mehr anzeigen” und dann auf “Werbezeitplaner”.
- Klicke auf das Stift-Symbol, um den Zeitplan zu bearbeiten.
- Wähle die Tage und Uhrzeiten aus, an denen deine Anzeigen laufen sollen. Du kannst für jeden Tag eigene Zeitblöcke definieren. Wenn du zum Beispiel montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr werben willst, legst du fünf Zeitblöcke an.
- Speichere den Zeitplan.
Ohne gesetzten Werbezeitplan gilt automatisch “Alle Tage, 0:00 bis 0:00 Uhr” — also durchgehend. Sobald du einen eigenen Zeitplan einrichtest, werden Anzeigen nur noch in den definierten Zeitblöcken ausgeliefert.
Ein wichtiger Punkt: Der Zeitplan richtet sich nach der Zeitzone deines Google Ads Kontos, nicht nach der Zeitzone des Nutzers. Wenn dein Konto auf die mitteleuropäische Zeitzone eingestellt ist (was bei den meisten deutschen Konten der Fall ist), gelten die Uhrzeiten entsprechend.
Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner
Neben dem reinen Ein- und Ausschalten von Anzeigen zu bestimmten Zeiten bietet der Werbezeitplaner eine zweite Funktion: Gebotsanpassungen. Damit kannst du deine Standardgebote für bestimmte Zeitblöcke prozentual erhöhen oder senken.
Die Anpassungen reichen von -90 Prozent (du bietest nur noch ein Zehntel deines normalen Gebots) bis +900 Prozent (du bietest das Zehnfache). Wenn dein Standard-Gebot bei 2 Euro liegt und du für Dienstag 10 bis 12 Uhr eine Gebotsanpassung von +30 Prozent einstellst, beträgt dein maximales Gebot in dieser Zeit 2,60 Euro.
Das klingt nach einem mächtigen Werkzeug. Und bei manuellen Gebotsstrategien oder Klicks maximieren ist es das auch. Du kannst gezielt mehr bieten, wenn deine Daten zeigen, dass bestimmte Uhrzeiten besonders gut konvertieren, und weniger bieten in schwächeren Zeiten.
Bei Smart Bidding Strategien wie Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversions maximieren oder Conversion-Wert maximieren werden manuelle Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner schlicht ignoriert. Der Algorithmus passt die Gebote bereits bei jeder einzelnen Auktion in Echtzeit an und nutzt dabei die Tageszeit als eines von vielen Signalen. Du musst ihm nicht zusätzlich sagen, dass dienstags um 10 Uhr mehr geboten werden soll — das erkennt er selbst. Wenn du Smart Bidding nutzt (und das tun die meisten Unternehmer mittlerweile), brauchst du keine Gebotsanpassungen im Zeitplaner. Was du brauchst, sind gegebenenfalls harte Stopps: Zeitblöcke entfernen, in denen deine Anzeigen gar nicht laufen sollen.
Wann Gebotsanpassungen im Zeitplaner noch relevant sind
Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner sind nur sinnvoll, wenn du mit manuellen CPC-Geboten oder der Strategie “Klicks maximieren” arbeitest. In diesem Fall kannst du gezielt steuern:
- Gebote erhöhen zu Uhrzeiten mit überdurchschnittlicher Conversion-Rate, um dort mehr Sichtbarkeit zu bekommen
- Gebote senken zu Uhrzeiten, die zwar noch Conversions bringen, aber zu höheren Kosten
- Zeiten komplett aus dem Zeitplan entfernen, die keine Conversions liefern
Sobald du auf eine Smart Bidding Strategie wechselst, kannst du die manuellen Gebotsanpassungen im Zeitplaner getrost auf null setzen oder entfernen. Der Algorithmus macht das besser als jede manuelle Einstellung.
Die Datengrundlage: Profitabelste Zeiten finden
Bevor du einen Werbezeitplan einrichtest, brauchst du Daten. Ohne Conversion Tracking ist jede Zeitplanung Raten im Dunkeln.
So analysierst du deine Daten nach Tageszeit und Wochentag:
- Gehe in deinem Google Ads Konto zur Kampagnenübersicht.
- Klicke oberhalb der Datentabelle auf “Segmentieren” und wähle “Zeit”, dann entweder “Wochentag” oder “Stunde”.
- Analysiere die Daten mit Fokus auf Conversions, Kosten pro Conversion und Conversion-Rate. Klickzahlen allein sagen wenig aus, weil viele Klicks nicht automatisch gute Ergebnisse bedeuten.
Damit die Daten aussagekräftig sind, brauchst du einen ausreichend langen Zeitraum. Zwei bis vier Wochen sind ein Minimum, acht bis zwölf Wochen geben dir ein deutlich klareres Bild. Bei Kampagnen mit wenigen Conversions pro Monat kann es sogar sinnvoll sein, auf ein Quartal zu schauen, bevor du Zeitplanentscheidungen triffst.
Typische Muster, die du finden könntest: Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr die meisten Conversions bei niedrigstem CPA. Samstag vereinzelte Conversions, aber zu deutlich höheren Kosten. Sonntag und Nachtzeiten kaum Conversions, aber durchaus Klicks und damit Kosten.
Werbezeitplaner und Smart Bidding: Was du wissen musst
Das Zusammenspiel zwischen Werbezeitplaner und Smart Bidding ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Deshalb hier eine klare Einordnung.
Smart Bidding Strategien wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS berücksichtigen die Tageszeit automatisch bei jeder einzelnen Auktion. Der Algorithmus lernt aus deinen historischen Daten, zu welchen Uhrzeiten und an welchen Wochentagen Conversions wahrscheinlicher sind, und passt die Gebote entsprechend an. Das ist einer der größten Vorteile von Smart Bidding gegenüber manuellen Geboten.
Das bedeutet konkret: Wenn der Algorithmus erkennt, dass montags um 10 Uhr die Conversion-Wahrscheinlichkeit hoch ist, wird er dort automatisch aggressiver bieten. Wenn er feststellt, dass nachts kaum Conversions stattfinden, wird er die Gebote drastisch senken oder gar nicht mitbieten, selbst wenn deine Anzeigen laut Zeitplan laufen dürften.
Wann brauchst du trotzdem einen Zeitplan bei Smart Bidding?
Wenn es operative Gründe gibt, Anzeigen komplett zu stoppen. Das Telefon ist nicht besetzt, der Chat ist offline, Bestellungen können nicht bearbeitet werden. In diesen Fällen solltest du die betreffenden Zeiten aus dem Werbezeitplan entfernen. Nicht über Gebotsanpassungen, sondern durch das Entfernen der Zeitblöcke.
Wann solltest du keinen engen Zeitplan setzen?
Wenn du Smart Bidding nutzt und deine Leads über Formulare kommen, die rund um die Uhr funktionieren. Der Algorithmus wird nachts von selbst weniger ausgeben, wenn die Conversion-Daten das nahelegen. Einen engen Zeitplan zu setzen schränkt den Algorithmus ein und verhindert möglicherweise profitable Conversions zu unerwarteten Zeiten.
Häufige Fragen zum Werbezeitplaner
Kann ich den Werbezeitplaner für Performance Max Kampagnen nutzen?
Ja, seit 2024 unterstützen Performance Max Kampagnen den Werbezeitplaner. Du kannst einen Anzeigenzeitplan festlegen und bestimmte Tage oder Uhrzeiten ausschließen, genau wie bei Suchkampagnen. Gebotsanpassungen im Zeitplaner haben bei PMax allerdings keinen Effekt, weil die Kampagne vollständig auf Smart Bidding läuft. Der Zeitplan eignet sich also nur für harte Stopps — zum Beispiel wenn du am Wochenende nicht erreichbar bist.
Was passiert, wenn ich Zeiten komplett aus dem Plan entferne?
Dann werden deine Anzeigen in diesen Zeitfenstern nicht ausgeliefert, unabhängig von der Nachfrage oder deinem Budget. Das ist ein harter Stopp, den auch Smart Bidding nicht übersteuern kann.
Sollte ich nachts komplett pausieren?
Das kommt auf dein Geschäftsmodell an. Wenn du einen Online-Shop betreibst, können nächtliche Bestellungen durchaus profitabel sein. Wenn du eine Kanzlei führst und Anfragen erst am nächsten Morgen bearbeitest, ist das Pausieren in der Nacht oft sinnvoll. Schau dir deine Conversion-Daten nach Tageszeit an, bevor du entscheidest.
Wie oft sollte ich den Werbezeitplan anpassen?
Ein monatlicher Check reicht für die meisten Konten. Bei saisonalen Schwankungen (zum Beispiel ein Gartenbauer mit starkem Frühjahr) oder nach größeren Änderungen an der Kampagne lohnt sich ein häufigerer Blick. Vermeide es, den Zeitplan wöchentlich zu ändern — das gibt weder dir noch dem Algorithmus genug Zeit, um Muster zu erkennen.
Gilt der Zeitplan in der Zeitzone meines Kontos oder des Nutzers?
Der Werbezeitplan orientiert sich an der Zeitzone deines Google Ads Kontos. Wenn dein Konto auf die mitteleuropäische Zeit eingestellt ist und du einen Zeitblock von 9 bis 17 Uhr definierst, gilt das nach mitteleuropäischer Zeit, egal wo der suchende Nutzer sitzt.
Typische Fehler beim Werbezeitplan
“Unsere Kunden suchen bestimmt nur tagsüber” ist eine Annahme, keine Analyse. Manche Branchen haben überraschend starke Abendstunden.
Wenn du Conversions maximieren mit einem Zeitplan von 9 bis 17 Uhr kombinierst, bietet der Algorithmus in diesem engen Fenster besonders aggressiv und verbraucht dein Budget schneller. Höhere Kosten pro Conversion sind die Folge.
Smart Bidding ignoriert zeitbasierte Gebotsanpassungen komplett. Trotzdem sieht man regelmäßig Konten mit mühevoll eingestellten Anpassungen für jeden Wochentag — ohne jeden Effekt.
Dein Geschäft verändert sich, saisonale Muster verschieben sich, der Wettbewerb ändert seine Strategie. Ein Zeitplan von vor einem Jahr kann heute Budget kosten.
Wenn du deutschlandweit wirbst, ist das kein Problem. Aber bei Kunden in Österreich oder der Schweiz gilt der Zeitplan trotzdem nach deiner Konto-Zeitzone.
- Prüfe, ob dein Geschäftsmodell einen Werbezeitplan erfordert (feste Geschäftszeiten, Erreichbarkeit, telefonische Beratung)
- Analysiere deine Conversion-Daten nach Wochentag und Tageszeit über mindestens vier Wochen
- Richte den Anzeigenzeitplan basierend auf den Daten ein, nicht nach Bauchgefühl
- Bei Smart Bidding: Nutze den Zeitplan nur für harte Stopps (Zeiten entfernen), keine Gebotsanpassungen
- Bei manuellen Geboten: Setze Gebotsanpassungen für besonders starke oder schwache Zeitfenster
- Überprüfe den Werbezeitplan mindestens einmal im Monat und passe ihn bei Bedarf an
- Stelle sicher, dass dein Conversion Tracking sauber eingerichtet ist, bevor du Zeitplanentscheidungen triffst
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