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Nur Anrufanzeigen werden eingestellt: Was sich wirklich ändert
Google Ads News 5 Min. Lesezeit

Nur Anrufanzeigen werden eingestellt: Was sich wirklich ändert

Das Wichtigste zusammengefasst

Google stellt Nur Anrufanzeigen (Call-Only Ads) ein. Ab Februar 2026 können keine neuen erstellt werden, ab Februar 2027 ist endgültig Schluss. Die Alternative: RSAs mit Anruferweiterungen. Was bedeutet das konkret? Die Telefonnummer wird weniger prominent angezeigt. Das Qualitätsproblem bei Anrufen löst das allein aber nicht.

Google stellt Nur Anrufanzeigen (Call-Only Ads) ein. Ab Februar 2026 können keine neuen erstellt werden, ab Februar 2027 ist endgültig Schluss. Die Alternative: RSAs mit Anruferweiterungen. Was bedeutet das konkret? Die Telefonnummer wird weniger prominent angezeigt. Das Qualitätsproblem bei Anrufen löst das allein aber nicht.

Wenn du als Handwerker, Anwalt oder Dienstleister mit Google Ads arbeitest, kennst du wahrscheinlich Nur Anrufanzeigen. Diese Anzeigen überspringen die Website komplett und leiten Nutzer direkt zum Anruf. Google stellt dieses Format jetzt ein.

Die Umstellung auf RSAs mit Anruferweiterungen ist Pflicht. Aber bevor wir zur Umsetzung kommen, solltest du verstehen, was sich tatsächlich ändert - und was nicht.

Was sich wirklich ändert: Die Darstellung

Der Unterschied zwischen den beiden Formaten ist einfacher, als viele Artikel es darstellen:

Nur Anrufanzeigen

Die Telefonnummer ist die einzige Aktion. Nutzer können nur anrufen, nicht auf eine Website klicken.

RSAs mit Anruferweiterung

Die Website ist die Hauptaktion. Die Telefonnummer erscheint zusätzlich, aber weniger prominent.

Das ist der ganze Unterschied. Die Telefonnummer verschwindet nicht. Sie wird nur anders dargestellt.

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Was sich nicht ändert: Das Qualitätsproblem

Nur Anrufanzeigen hatten oft ein bekanntes Problem: Viele Anrufer wussten nicht, wen sie anrufen. Sie hatten keine Chance, sich vorher über dein Angebot zu informieren. Das Ergebnis waren kurze, unqualifizierte Gespräche.

Gut zu wissen

Dieses Problem wird durch RSAs mit Anruferweiterungen nicht automatisch gelöst. Auch bei diesem Format können Nutzer direkt auf „Anrufen” tippen, ohne vorher deine Website zu besuchen. Sie sehen dann nur die Anzeige selbst.

Wenn jemand direkt auf die Telefonnummer tippt, ist die Situation identisch zu vorher: Der Anrufer kennt nur die Anzeige, nicht dein vollständiges Angebot. Der einzige Unterschied ist, dass weniger Nutzer diesen Weg wählen werden, weil die Telefonnummer weniger im Vordergrund steht.

Wann verbessert sich die Anrufqualität tatsächlich?

Die Qualität verbessert sich nur in einem Fall: Wenn Nutzer erst deine Website besuchen und dann anrufen.

Diese Nutzer haben sich informiert. Sie wissen, was du anbietest, kennen dein Einzugsgebiet und haben oft schon deine Preiskategorie gesehen. Wenn sie dann zum Hörer greifen, haben sie konkretere Fragen und realistischere Erwartungen.

Das passiert aber nicht automatisch durch das neue Anzeigenformat. Es passiert nur, wenn:

  • Nutzer den Website-Link statt der Telefonnummer wählen
  • Deine Website die relevanten Informationen klar darstellt
  • Nutzer nach dem Website-Besuch über einen anderen Weg anrufen (z.B. Kontaktseite, Google My Business)

Vorsicht bei Anruf-Optimierung

Besonders kritisch wird es, wenn du deine Kampagnen auf Anruf-Conversions optimierst.

Google zeigt die Anzeigen dann bevorzugt Nutzern, die wahrscheinlich anrufen. Das klingt erstmal gut. In der Praxis bedeutet es aber oft: Google findet Nutzer, die gerne auf Telefonnummern tippen - nicht unbedingt Nutzer, die qualifizierte Anfragen stellen.

Experten-Tipp

Wenn du auf Anrufe optimierst, beobachte die Anrufqualität genau. Nicht die Anzahl der Anrufe zählt, sondern wie viele davon zu echten Aufträgen führen. Eine Optimierung auf Website-Conversions oder qualifizierte Leads ist oft der bessere Weg.

Die Umstellung erfolgt in zwei Schritten:

  • Ab Februar 2026 sind keine neuen Nur Anrufanzeigen mehr erstellbar.
  • Ab Februar 2027 werden bestehende Nur Anrufanzeigen komplett abgeschaltet.

Du hast also noch etwa 12-14 Monate Zeit. Trotzdem ist es sinnvoll, früh umzustellen. RSAs brauchen einige Wochen, um genug Daten zu sammeln. Je früher du startest, desto mehr Zeit hast du für Optimierungen.

So funktioniert die Umstellung

Die Migration ist technisch nicht kompliziert:

  1. Geschäftsnamen hinterlegen — Falls noch nicht geschehen, trage deinen Firmennamen in den Account- oder Kampagneneinstellungen ein.
  2. Anruferweiterungen einrichten — Füge deine Telefonnummer als Anruferweiterung hinzu. Das geht auf Account-, Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene.
  3. Responsive Search Ads erstellen — Erstelle in der gewünschten Anzeigengruppe eine neue RSA. Nutze dabei Headlines, die zum Anrufen motivieren, falls Anrufe für dich wichtig sind. Beispiele: “Jetzt Termin vereinbaren”, “Kostenlose Erstberatung”, “Rückruf innerhalb von 24 Stunden”.
  4. Anruferweiterungen verknüpfen — Wähle bei der RSA-Erstellung unter “Weitere Asset-Typen” die Anruferweiterung aus.
  5. Tracking prüfen — Stelle sicher, dass Anruf-Conversions korrekt erfasst werden. Je nach Setup brauchst du Google-Weiterleitungsnummern oder eine externe Anrufverfolgung.
  6. Parallelbetrieb — Lass beide Anzeigentypen parallel laufen, solange es noch möglich ist. So kannst du vergleichen, wie sich Anrufvolumen und -qualität unterscheiden.

Was bedeutet das für verschiedene Branchen?

Handwerker und lokale Dienstleister
Die reine Anrufzahl wird wahrscheinlich sinken. Ob die Qualität steigt, hängt davon ab, wie viele Nutzer jetzt erst die Website besuchen. Bei einer guten Landingpage mit klaren Informationen zu Leistungen und Einzugsgebiet kann das helfen. Bei einer schwachen Website ändert sich wenig.

Anwaltskanzleien
Viele Mandanten rufen lieber an, als ein Formular auszufüllen. Das bleibt möglich. Wer eine klare Website mit Spezialisierung hat, profitiert davon, dass Anrufer sich vorher informieren können. Wer eine generische Website hat, wird wenig Unterschied merken.

B2B-Dienstleister
Entscheider informieren sich ohnehin vorher. Die Umstellung dürfte hier am wenigsten spürbar sein, da direkte Anrufe aus Anzeigen im B2B seltener sind.

Was du von der Umstellung erwarten kannst

Die Umstellung von Nur Anrufanzeigen auf RSAs mit Anruferweiterungen ist eine Pflichtübung. Google stellt das alte Format ein, du musst wechseln.

Was du nicht erwarten solltest: dass sich dadurch automatisch die Anrufqualität verbessert. Die Telefonnummer ist weniger prominent, aber immer noch da. Wer direkt anruft, hat sich vorher genauso wenig informiert wie bei Nur Anrufanzeigen.

Die wirkliche Verbesserung kommt von einer anderen Stelle: einer guten Website, die Besucher qualifiziert, bevor sie anrufen. Das war vorher schon wichtig - und bleibt es auch nach der Umstellung.

Checkliste für die Umstellung

  • Bestandsaufnahme: Welche Kampagnen nutzen aktuell Nur Anrufanzeigen?
  • Anruferweiterungen anlegen: Telefonnummer als Asset hinzufügen.
  • RSAs erstellen: Mit passenden Headlines, optional mit Anruf-Aufforderung.
  • Tracking validieren: Anruf-Conversions korrekt erfassen.
  • Parallelbetrieb: Alte und neue Anzeigen vergleichen.
  • Website prüfen: Qualifiziert deine Landingpage Besucher vor dem Anruf?

Die vollständige Migrationsanleitung findest du im Google Ads Help Center.

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