Google Ads: Ist diese Mail oder der Anruf echt?
Google verschickt echte Mails von Adressen wie ads-account-noreply@google.com und lässt tatsächlich anrufen. Genau das nutzen Betrüger aus. Der zuverlässigste Test kostet zwei Minuten und funktioniert immer gleich: Du ignorierst Mail und Anruf und schaust selbst im Konto nach.
Beides gibt es wirklich, und beides wird nachgemacht. Wenn du gerade eine Mail von Google Ads im Postfach hast oder ein Anrufer sich als Google-Berater gemeldet hat, hilft dir die Absenderzeile deshalb nicht weiter, denn Absender lassen sich fälschen. Verlässlich ist ein einziger Weg, und der führt an Mail und Anruf vorbei direkt in dein Konto.
Ruft Google wirklich wegen Google Ads an?
Ja. Google lässt bei kleineren Konten regelmäßig anrufen, teils über eigene Mitarbeiter, teils über beauftragte Callcenter. Die Anrufer stellen sich als Account Strategist oder Google-Ads-Spezialist vor und bieten eine kostenlose Optimierung an. Das ist ein Vertriebsanruf mit dem Ziel, dass du mehr Budget einsetzt oder empfohlene Einstellungen übernimmst.
Auffällig ist, wie viele Unternehmer danach suchen. Die Anfragen, mit denen Leute auf meinen Beiträgen landen, lauten fast wörtlich „warum ruft google ads an” und „google ads berater anruf seriös”. Genau diese Unsicherheit ist der Boden, auf dem die Betrugsversuche wachsen.
Er fragt nicht nach deinem Passwort, nicht nach einem Bestätigungscode aus einer SMS und nicht nach Zahlungsdaten. Er verlangt auch keine Fernwartungssoftware auf deinem Rechner. Kommt eine dieser Fragen, ist das Gespräch beendet, unabhängig davon, wie professionell der Anrufer klingt.
Ein echter Anruf kostet dich im schlimmsten Fall Zeit und ein paar Einstellungen, die du nicht wolltest. Ein gefälschter kostet dich das Konto. Beide klingen am Telefon ähnlich seriös.
Von welchen Adressen schreibt Google wirklich?
Google verschickt Kontomeldungen unter anderem von ads-account-noreply@google.com und googleads-noreply@google.com. Beide Adressen sind echt. Wer sie in die Suche eingibt, hat meistens gerade eine Mail bekommen und will wissen, ob sie stimmt.
Eine Absenderadresse im Postfach ist trotzdem nur eine Anzeige und keine Garantie. Absender lassen sich fälschen, und die Nachbauten sehen inzwischen sauber aus, mit korrektem Logo, deutscher Sprache und ohne die Rechtschreibfehler, an denen man Phishing früher erkannt hat.
Die rechte Spalte ist ein Hinweis, kein Beweis. Ein guter Nachbau kann die ersten drei Punkte erfüllen. Deshalb steht unten der Test, der unabhängig davon funktioniert.
Drei Maschen, die in den letzten Monaten liefen
Die Versuche wiederholen sich in Wellen, und sie hängen sich immer an etwas dran, das gerade echt passiert.
Gefälschte Zugriffs-Anfragen
Jemand bittet höflich um Lesezugriff auf dein Konto, angeblich für eine Kooperation oder eine Analyse. Der Vorgang wirkt harmlos, weil Lesezugriff nach nichts klingt. Der eigentliche Angriff kommt erst im zweiten Schritt. Wie der Ablauf im Detail aussah, habe ich in diesem Fall aus meinem eigenen Postfach aufgeschrieben.
Gefälschte MCC-Einladungen
Im April 2026 lief eine Welle mit nachgebauten Einladungen in ein Verwaltungskonto. Wer annimmt, gibt Fremden Zugriff auf sein Werbekonto. Die Details und der Weg zurück stehen im Beitrag zur Phishing-Welle mit MCC-Einladungen.
Der Anhang an die Passkey-Pflicht
Seit dem 19. August 2026 verlangt Google für sensible Konto-Aktionen einen Passkey, und dazu hat Google echte Mails verschickt. Eine Umstellung, über die alle reden, ist eine Einladung für Nachbauten. Was in der echten Mail steht und warum die Einrichtung bis zu sieben Tage dauern kann, steht im Beitrag zur Passkey-Pflicht bei Google Ads.
Das Muster dahinter ist immer dasselbe. Es gibt einen echten Anlass, der Nachbau nutzt ihn, und die Dringlichkeit kommt von außen.
Die dritte Sorte: Anrufer, die nicht Google sind, aber so klingen
Zwischen echtem Google-Anruf und Phishing liegt die Gruppe, die in der Praxis am häufigsten anruft. Es sind Agenturen und Vertriebsfirmen, die Google-Ads-Betreuung verkaufen und dabei so auftreten, dass am Telefon der Eindruck entsteht, Google selbst sei am Apparat.
Die Formulierungen sind meist sorgfältig gewählt. „Wir melden uns wegen Ihres Google-Kontos”, „wir sind zertifizierter Google-Partner” oder „Ihre Kampagne wurde uns zur Optimierung zugewiesen” sind Sätze, die nicht ausdrücklich behaupten, Google zu sein, und trotzdem genau so ankommen. Wer nicht täglich mit Google Ads arbeitet, hört den Unterschied nicht.
Den Partner-Status gibt es tatsächlich, und Google führt ein öffentliches Verzeichnis, in dem sich jede Agentur nachschlagen lässt. Der Status bedeutet, dass eine Agentur bestimmte Anforderungen erfüllt. Er bedeutet nicht, dass Google diese Agentur beauftragt hat, dich anzurufen, und er sagt nichts darüber, ob sie gute Arbeit macht.
Eine Variante davon zielt auf das Unternehmensprofil statt auf das Werbekonto. Da geht es um angeblich auslaufende Einträge, nicht verifizierte Profile oder eine notwendige Aktualisierung, oft verbunden mit einer Rechnung oder einem Vertrag über mehrere Jahre. Dein Google-Unternehmensprofil ist kostenlos, und es läuft nicht aus.
Diese Anrufe sind selten strafbar, aber sie kosten dich Geld für Leistungen, die du so nicht bestellen wolltest. Drei Fragen klären die Lage im Gespräch:
Der dritte Punkt ist der wirksamste. Ein seriöser Anbieter schickt Unterlagen. Wer darauf besteht, dass die Sache jetzt am Telefon entschieden werden muss, hat einen Grund dafür, und der liegt nicht bei dir.
Der Zwei-Minuten-Test, der immer funktioniert
Statt zu prüfen, ob eine Mail echt aussieht, umgehst du sie.
Kein Klick auf einen Button, kein Rückruf unter der genannten Nummer, keine Weitergabe von Daten am Telefon. Ein echtes Anliegen von Google verfällt nicht, wenn du auflegst.
Adresse von Hand eingeben oder das eigene Lesezeichen benutzen. Nicht über einen Link aus der Nachricht.
Echte Meldungen tauchen im Konto auf, in den Benachrichtigungen oder im Bereich Abrechnung. Findest du dort nichts, war die Mail keine Meldung von Google.
Unter Verwaltung und Zugriffe steht, wer auf dein Konto zugreifen darf. Jeder Eintrag, den du nicht zuordnen kannst, fliegt raus.
Dieser Test funktioniert unabhängig davon, wie gut der Nachbau ist, weil er die Nachricht als Informationsquelle komplett übergeht.
Bei Zugriffs-Einladungen lohnt der zusätzliche Blick auf die Kundennummer, die in der Anfrage steht. Wer wirklich mit dir arbeiten will, kann erklären, zu welchem Konto sie gehört und warum er Zugriff braucht. Bei einem Nachbau bricht das Gespräch an dieser Stelle meistens ab.
Was tun, wenn du schon geklickt hast
Zuerst das Passwort ändern, danach die aktiven Sitzungen im Google-Konto beenden, damit ein bereits eingeloggter Fremder herausfliegt. Dann die Zugriffsliste im Ads-Konto durchsehen und alles entfernen, was du nicht selbst vergeben hast.
Danach das Änderungsprotokoll prüfen. Dort steht, wer wann was verändert hat. Auffällig sind neue Kampagnen, geänderte Ziel-URLs und stark erhöhte Budgets. Wer ein Konto übernimmt, baut häufig eigene Anzeigen ein, die auf fremde Seiten führen.
Zum Schluss die Abrechnungsdaten kontrollieren und den Passkey einrichten, falls noch nicht geschehen. Er verhindert genau die Aktionen, auf die es Angreifer abgesehen haben, etwa das Hinzufügen weiterer Nutzer.
Warum kleine Konten häufiger drankommen
Bei größeren Werbekonten sitzt meist jemand, der solche Mails jeden Tag sieht. Bei Handwerksbetrieben, lokalen Dienstleistern, Praxen und Kanzleien läuft das Konto oft nebenher, und die Mail landet bei jemandem, der zwischen zwei Terminen kurz draufschaut. Genau darauf zielen die Nachbauten mit ihrem Zeitdruck.
Wer sein Konto selbst betreibt, kommt mit einer festen Gewohnheit weiter als mit jeder Software. Nachrichten über das Konto werden im Konto geprüft, nie in der Nachricht selbst. Was sonst zum sauberen Betrieb eines eigenen Kontos gehört, steht in der Übersicht zu Google Ads für kleine Unternehmen.
Häufige Fragen
Ruft Google wirklich wegen Google Ads an?
Ja, Google lässt bei kleineren Konten anrufen, teils direkt, teils über beauftragte Callcenter. Diese Anrufe sind Vertriebsgespräche mit Optimierungsvorschlägen. Ein echter Anruf fragt nie nach Passwort, Bestätigungscode oder Zahlungsdaten.
Ist ein Anruf von einem Google-Ads-Berater seriös?
Er kann echt sein, verpflichtet dich aber zu nichts. Du darfst jederzeit auflegen und selbst im Konto nachsehen. Übernimm keine Empfehlung direkt im Gespräch, sondern erst, wenn du sie in Ruhe geprüft hast.
Von welcher Adresse verschickt Google Ads E-Mails?
Unter anderem von ads-account-noreply@google.com und googleads-noreply@google.com. Beide Adressen sind echt, lassen sich aber fälschen. Die Absenderzeile allein sagt deshalb nichts darüber aus, ob eine Nachricht stimmt.
Was ist ein Google Account Strategist?
So nennen sich Mitarbeiter oder beauftragte Dienstleister, die Werbetreibende zu ihren Kampagnen beraten. Die Rolle existiert wirklich. Betrüger benutzen die Bezeichnung gern, weil sie offiziell klingt und schwer zu überprüfen ist.
War die Passkey-Mail von Google echt?
Die Mails zur Passkey-Pflicht waren echt. Seit dem 19. August 2026 verlangt Google für sensible Aktionen im Konto einen Passkey. Einrichten solltest du ihn trotzdem im Konto selbst und nicht über den Button in der Mail.
Rufen auch Agenturen an, die sich als Google ausgeben?
Das ist der häufigste Fall. Vertriebsfirmen und Agenturen formulieren so, dass der Eindruck entsteht, Google sei am Apparat, ohne es ausdrücklich zu behaupten. Frag direkt, für welches Unternehmen angerufen wird, und lass dir alles schriftlich schicken.
Was ist ein Google-Partner?
Ein Status, den Google an Agenturen vergibt, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Es gibt dazu ein öffentliches Verzeichnis zum Nachschlagen. Der Status sagt nichts darüber aus, ob Google diese Agentur beauftragt hat, dich zu kontaktieren.
Kann mein Google-Unternehmensprofil auslaufen?
Nein. Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und läuft nicht ab. Anrufe oder Rechnungen über eine angeblich nötige Verlängerung oder Verifizierung kommen nicht von Google.
Woran erkenne ich eine gefälschte Zugriffs-Anfrage?
Eine echte Anfrage kommt von jemandem, den du kennst und erwartet hast. Bei allen anderen gilt: Kundennummer erfragen, Zusammenhang klären, und im Zweifel ablehnen. Eine abgelehnte Einladung lässt sich neu verschicken, ein übernommenes Konto nur mühsam zurückholen.
Verlierst du mit Google Ads mehr Geld, als du solltest?
Benjamin Häntzschel
Google Ads, KI & Conversion-Optimierung