Google Ads Empfehlungen im kleinen Konto: lieber ablehnen
Bei einem kleinen Google Ads Konto rate ich davon ab, Empfehlungen per Klick zu übernehmen. Ablehnen kostet dich nichts. Der Optimierungsfaktor steigt laut Google auch dann, wenn du ablehnst, und für den Qualitätsfaktor spielt er keine Rolle. Für den Ziel-ROAS setzt Google selbst mindestens 15 Conversions in 30 Tagen voraus. Bei AI Max ziehe ich meine eigene Grenze bei etwa 30 Conversions im Monat. Ausnahmen sind Reparaturen wie abgelehnte Anzeigen oder fehlerhaftes Tracking.
Google macht es gerade leichter, Empfehlungen zu übernehmen, und schwerer, sie zu übergehen. Wer Google Ads Empfehlungen ablehnen will, sollte die Neuerungen aus dem September kennen. Anfang September 2026 haben Beobachter in US-Konten einen neuen Hinweis gesehen, der an bereits abgelehnte Empfehlungen erinnert („You still have dismissed recommendations for this campaign”), dazu einen Button, mit dem sich ein vorgeschlagenes ROAS-Ziel direkt übernehmen lässt. Ende September wurde zusätzlich über eine AI-Max-Empfehlung für weitere Kampagnen gleich nach dem Einschalten in der ersten berichtet, außerdem über einen Test, bei dem Google deutlicher auf entgangenen Conversion-Wert hinweist, wenn du ein Budget senkst.
Jede Neuerung für sich ist harmlos, zusammen zeigen sie in eine Richtung, und wer denselben Hinweis zum dritten Mal sieht, klickt irgendwann aus Gewohnheit. In einem großen Konto fällt ein falscher Klick kaum auf. Bei einem Handwerksbetrieb, einer Praxis oder einer Kanzlei mit zehn Anfragen im Monat kann er den Monat kosten. Was ein kleines Konto sonst braucht, steht im Überblick zu Google Ads für kleine Unternehmen. Diese Seite sammelt, was ich zu einzelnen Empfehlungen geschrieben habe.
Warum solltest du Google Ads Empfehlungen im kleinen Konto ablehnen?
Ein Konto ist für mich klein, wenn es 15 Conversions im Monat oder weniger sammelt. Maßgeblich ist also die Datenmenge. Ein Konto mit kleinem Budget und günstigen Klicks kann mehr Anfragen liefern als eines mit großem Budget und teuren Klicks. Und auf genau diese Datenmenge stützen sich Googles Empfehlungen.
Bei den Gebotszielen schreibt Google das selbst dazu. Du siehst die Empfehlung, „weil unsere Simulationen zeigen”, dass mit einem etwas lockereren Ziel mehr Conversions möglich wären. Je weniger Conversions im Konto stehen, desto dünner ist die Grundlage solcher Simulationen. Smart Bidding setze ich möglichst erst ab zehn Conversions im Monat ein, das ist meine eigene Untergrenze. Ob ein um wenige Prozent gelockertes Ziel unterm Strich mehr bringt, lässt sich aus so wenigen Anfragen kaum ablesen.
Dazu kommt, dass ein kleines Konto Fehler schlechter verkraftet. Jede zusätzliche Keyword-Option, jedes weitere Netzwerk und jede zweite Anzeige macht es komplizierter, und was ein großes Konto in ein paar Tagen an Daten nachholt, braucht ein kleines oft einen Monat. Google kennt außerdem weder deine Marge noch deine Kapazität. Viele Empfehlungen laufen deshalb in Richtung mehr Reichweite, breitere Keywords, höhere Budgets und lockerere Ziele. Das kann im Einzelfall stimmen. Dann ist es aber eine Entscheidung, die du mit deinen eigenen Zahlen triffst.
In einer Umfrage des Werbetechnik-Anbieters StackAdapt unter 500 Marketern, über die im Oktober 2026 berichtet wurde, setzen nur 6 Prozent die Empfehlungen der Werbeplattformen fast immer um, und 12 Prozent halten sie für darauf ausgerichtet, dass mehr Geld ausgegeben wird. Die Studie selbst liegt mir nicht vor, ich kenne nur diese Zahlen aus dem Bericht.
Was passiert, wenn du eine Empfehlung ablehnst?
Die deutsche Google-Hilfe beschreibt den Weg zu einem Optimierungsfaktor von 100 Prozent mit den Worten „indem Sie alle Empfehlungen übernehmen oder ablehnen”. Eine abgelehnte Empfehlung zählt für diesen Wert also genauso viel wie eine übernommene. Auf den Qualitätsfaktor deiner Keywords wirkt sich der Optimierungsfaktor nach Googles eigener Aussage nicht aus.
Eine abgelehnte Empfehlung bleibt laut Google-Hilfe zum Ablehnen von Empfehlungen je nach Grund 28 oder 60 Tage weg. Welcher Grund zu welcher Dauer führt, steht dort nicht. Bei aktiven Kampagnen kann sie danach wiederkommen. Lehnst du auf Kampagnenebene ab, gilt das für alle Empfehlungen dieses Typs in dieser Kampagne. Andere Kampagnen können dieselbe Empfehlung weiter bekommen.
Auch Übernehmen ist nicht endgültig. Übernommene Empfehlungen lassen sich 30 Tage lang über den Änderungsverlauf rückgängig machen. Das gilt laut Google nicht für Empfehlungen, die du nur teilweise übernommen hast. Wer aus einer Liste nur einen Teil annimmt, muss diesen Teil bei Bedarf von Hand zurückdrehen.
Wer Anrufe von Google-Beratern bekommt, die den Optimierungsfaktor heben wollen, kann die Berateranrufe von Google abbestellen.
Welche Empfehlungen passen selten zu einem kleinen Konto?
Die folgenden Empfehlungen tragen die Namen aus der deutschen Google-Hilfe. Im Einzelfall können sie passen. Fast alle setzen aber mehr Daten oder mehr Spielraum voraus, als ein kleines Konto hat.
Reichweite über Keywords, Netzwerke und Zielgruppen
Die Reichweiten-Empfehlungen machen das Konto breiter, bevor es dort ausgereizt ist, wo es heute läuft. Weitgehend passende Keywords können funktionieren, wenn das Conversion-Ziel eine echte Anfrage ist und die Daten zeigen, dass darüber Anfragen kommen. Als Erweiterung per Klick, ohne vorbereitete Ausschlüsse, verbrauchen sie das Tagesbudget, bevor irgendetwas gelernt ist. Vorsichtig bin ich auch bei der Empfehlung, redundante Keywords zu entfernen, weil sie Keywords treffen kann, die du bewusst doppelt angelegt hast.
Gebotsziele und Budget
„CPA-Ziele anpassen” bedeutet laut Google-Hilfe, den Ziel-CPA „geringfügig” zu erhöhen, und „ROAS-Ziele anpassen” bedeutet, das ROAS-Ziel zu senken. Beides lockert das Ziel, und beides lässt sich laut Google automatisch anwenden, genau wie „Ziel-ROAS festlegen”. Ein lockereres Ziel bringt mehr Conversions zu höheren Kosten je Conversion. Ob sich das rechnet, hängt an deiner Marge, und die kennt Google nicht. Wie du Zielwerte prüfst, steht im Beitrag zu Kampagnenzielen bei Ziel-CPA und Ziel-ROAS.
Beim Budget liegt die Schwelle niedrig. „Budgets erhöhen” erscheint laut Google, sobald dir in der letzten Woche mindestens 5 Prozent des möglichen Traffics entgangen sind. Automatisch anwenden lässt sich diese Empfehlung nach Googles Angabe nicht. Ein Budget, das abends ausgeschöpft ist, kann in einem kleinen Konto eine bewusste Entscheidung sein. Wie Google entgangene Conversions hochrechnet, steht im Beitrag zu verpassten Werbechancen.
Anzeigen und AI Max
„Responsive Suchanzeigen hinzufügen” erscheint laut Google-Hilfe für Anzeigengruppen mit weniger als drei responsiven Suchanzeigen. Ich arbeite mit einer Anzeige je Anzeigengruppe und teste darin einzelne Anzeigentitel und Textzeilen. Zwei Anzeigen teilen die wenigen Impressionen auf, Google verteilt sie ungleich, und am Ende lässt sich keine der beiden sauber bewerten.
Bei AI Max rate ich unter etwa 30 Conversions im Monat ab, weil das Volumen fehlt, aus dem die Funktion lernen soll. Ende September wurde berichtet, dass Google nach dem Einschalten in einer Kampagne sofort empfiehlt, AI Max auch in weiteren Kampagnen zu aktivieren. Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch kein Ergebnis, auf das sich diese Empfehlung stützen könnte. In welchem Land das gesehen wurde, ist nicht bekannt. AI Max selbst läuft auch in deutschen Konten, ob die neue Empfehlung hier schon erscheint, ist damit offen. Warum Google dafür so große Karten zeigt, steht im Beitrag zur AI-Max-Empfehlung.
Conversions
Im Conversion-Bereich schlägt Google inzwischen auch weiche Aktionen wie Seitenaufrufe als Conversion vor. Im kleinen Konto ist das heikel, weil Smart Bidding dann auf ein Signal optimiert, das mit einer Anfrage wenig zu tun hat. Warum ich diesen Vorschlag ablehne, steht im Beitrag zu Seitenaufrufen als Conversion.
Soll ich den empfohlenen Ziel-ROAS übernehmen?
Im kleinen Konto meistens nicht. Google berechnet den empfohlenen Ziel-ROAS laut eigener Hilfe aus dem tatsächlichen ROAS der letzten Wochen, die letzten Tage ausgenommen. Für Such- und Shopping-Kampagnen setzt Google mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen voraus. Bei so wenigen Conversions hängt der ROAS eines Zeitraums stark davon ab, welche Aufträge zufällig hineinfallen. Ein großer Auftrag mehr oder weniger verschiebt den Wert deutlich, und genau dieser Wert würde dann zum Ziel.
In US-Konten haben Beobachter Anfang September 2026 eine Empfehlung gesehen, die ein ROAS-Ziel aus der bisherigen Leistung vorschlägt und es per Button direkt übernimmt. Bestätigt hat Google das nicht. Für Konten, die Anfragen statt Umsatz messen, gilt dasselbe beim Ziel-CPA. Ein Ziel, das aus wenigen Wochen mit wenigen Anfragen abgeleitet ist, steht auf schwachen Füßen, egal wie bequem es sich übernehmen lässt.
Gibt es die neuen Erinnerungen auch in deutschen Konten?
Das Ablehnen, die 28 oder 60 Tage, das Wiedererscheinen und das automatische Anwenden beschreibt die deutsche Google-Hilfe, das läuft also auch hier. Der neue Erinnerungshinweis wurde in US-Konten gesehen und steht nicht in der deutschen Hilfe, eine Länderbeschränkung nennt Google aber ebenso wenig. Dasselbe gilt für den Button zum Übernehmen eines ROAS-Ziels. Ob beides in deinem Konto schon auftaucht, siehst du unter Kampagnen und dann Empfehlungen.
Ende September wurden zwei weitere Dinge berichtet, für deutsche Konten ebenfalls ohne Beleg. Google testet demnach einen deutlicheren Hinweis, wenn du ein Tagesbudget senkst. Außerdem sollen zwei neue Budget-Modi dazugekommen sein, die das Konto wie ein gemeinsames Budget behandeln und dazu eigene Vorschläge machen.
Welche Empfehlungen kannst du meist übernehmen?
Unbedenklich sind meist die Empfehlungen, die in der Google-Hilfe unter „Fehlerbehebungen” stehen. Dazu gehören „Anzeigentext korrigieren”, „Abgelehnte Sitelinks korrigieren” und „Conversion-Tracking korrigieren”. Sie weisen auf etwas hin, das im Konto kaputt ist. Eine abgelehnte Anzeige läuft nicht, und ein Tracking, das nicht zählt, lässt die Gebotsstrategie ohne Rückmeldung bieten. Erscheint „Conversion-Tracking korrigieren”, prüf zuerst, welche Aktion nicht mehr zählt, bevor du etwas umstellst.
Unbedenklich ist meist auch „Optimierte Anzeigenrotation verwenden”. Google zeigt dann in der Auktion die Anzeige, die voraussichtlich besser läuft, und ändert an deinen Texten nichts.
Wenn eine abgelehnte Empfehlung nach 28 oder 60 Tagen zurückkommt, reicht eine Frage. Hat sich am Konto seitdem etwas geändert, das deinen Grund von damals aufhebt? Wenn nicht, lehnst du sie erneut ab. Die Erinnerung zeigt dieselbe Empfehlung nur ein zweites Mal.
Wie lehne ich Google Ads Empfehlungen ab?
Die folgenden Wege stehen so in der deutschen Google-Hilfe, Stand Oktober 2026.
Ablehnen
Klick im Konto auf das Symbol Kampagnen und dann auf Empfehlungen. Wähle auf der Karte „Empfehlung ansehen” und dann „Alle ablehnen”. Alternativ findest du „Alle ablehnen” im Dreipunkt-Menü der Karte. Eine einzelne Empfehlung lehnst du ab, indem du mit der Maus auf ihre rechte Seite gehst und auf das X klickst.
Abgelehnte Empfehlungen zurückholen
Klick im Tab Empfehlungen auf das Infofeld „Abgelehnt”. Im Dreipunkt-Menü der jeweiligen Karte steht dann „Alle wieder einblenden”.
Automatisch anwenden abschalten
Klick unter Empfehlungen oben rechts auf „Automatisch anwenden”, entferne die Häkchen bei den Empfehlungen, die Google nicht selbst umsetzen soll, und klick auf „Speichern”. Alternativ öffnest du dort den Tab „Verlauf”, wählst die Empfehlung aus und klickst auf „Deaktivieren”. Das automatische Anwenden bei Experimenten ist eine eigene Einstellung, die im Beitrag zu Experimenten mit automatischem Anwenden beschrieben ist.
Wann werden Empfehlungen für dein Konto interessanter?
Meine Haltung hängt an der Datenmenge. Wächst ein Konto deutlich über 15 Conversions im Monat, stützen sich Gebotsziele und Budgetvorschläge auf mehr Daten, und manche Empfehlung wird zu einem brauchbaren Hinweis. Auch dann bleibt jede Empfehlung eine Entscheidung, die du gegen deine Kosten pro Anfrage und deine Marge prüfst. Was ein Konto in dieser Größe sonst braucht, steht im Leitfaden zu Google Ads für kleine Unternehmen.
Häufige Fragen
Wie lange bleiben abgelehnte Empfehlungen weg?
Laut Google-Hilfe je nach Grund der Ablehnung 28 oder 60 Tage. Welcher Grund zu welcher Dauer führt, ist nicht dokumentiert. Bei aktiven Kampagnen kann die Empfehlung danach wieder erscheinen. In US-Konten wurde Anfang September 2026 zusätzlich ein Hinweis gesehen, der an bereits abgelehnte Empfehlungen erinnert.
Senkt das Ablehnen den Optimierungsfaktor?
Nein. Laut Google erreichst du 100 Prozent, indem du alle Empfehlungen übernimmst oder ablehnst. Ablehnen hebt den Wert also genauso wie Übernehmen. Für den Qualitätsfaktor spielt der Optimierungsfaktor nach Googles Angabe keine Rolle.
Wie schalte ich automatisch angewendete Empfehlungen aus?
Klick unter Kampagnen und Empfehlungen oben rechts auf „Automatisch anwenden”, entferne die Häkchen und klick auf „Speichern”. Alternativ wählst du im Tab „Verlauf” eine Empfehlung aus und klickst auf „Deaktivieren”.
Soll ich den empfohlenen Ziel-ROAS übernehmen?
In einem kleinen Konto meistens nicht. Google leitet den Wert aus dem tatsächlichen ROAS der letzten Wochen ab und setzt für Such- und Shopping-Kampagnen mindestens 15 Conversions in 30 Tagen voraus. Bei so wenigen Conversions bestimmen einzelne Aufträge den Wert stark mit. Für Leadgenerierung gilt dasselbe beim Ziel-CPA.
Kann ich Empfehlungen dauerhaft ablehnen?
Nein. Jede Ablehnung ist laut Google befristet, und bei aktiven Kampagnen kann dieselbe Empfehlung nach Ablauf der Frist wieder auftauchen. Dauerhaft abschalten lässt sich nur das automatische Anwenden, die Empfehlungen selbst siehst du weiter.
Läuft Google Ads bei dir schon so, wie es könnte?
Benjamin Häntzschel
Google Ads, KI & Conversion-Optimierung