ChatGPT Ads wird ernster: Produktfeeds und neue Märkte
OpenAI entwickelt ChatGPT Ads vom Experiment zur ernstzunehmenden Werbeplattform. Neue Märkte kommen dazu, der Ads Manager bekommt Produktfeeds wie bei Google und Meta, und es gibt erste Tests mit mehreren Werbetreibenden in einem Anzeigenblock. Deutschland ist noch nicht dabei, trotzdem lohnt sich ein Blick darauf, was da gerade entsteht.
Werbung in ChatGPT war lange eher ein Experiment, über das man berichten konnte, ohne dass es im Alltag eine Rolle spielte. Das ändert sich gerade. OpenAI baut die Plattform Schritt für Schritt so aus, dass sie funktioniert wie die Kanäle, die du schon kennst.
Im Frühsommer 2026 weitet OpenAI ChatGPT Ads auf fünf weitere Länder aus, nämlich Großbritannien, Japan, Südkorea, Brasilien und Mexiko. Den Anfang machte Großbritannien Anfang Juni, die übrigen Märkte folgen schrittweise. Deutschland steht noch nicht auf der Liste. Interessanter als die einzelnen Länder ist aber, wie sich die Plattform technisch weiterentwickelt.
Was hat sich bei ChatGPT Ads geändert?
OpenAI erweitert den Ads Manager um Funktionen, die aus Google Ads und Meta vertraut sind. Dazu gehören Tagesbudgets, das Klonen von Kampagnen, eigene Gebotsobergrenzen und vor allem Produktfeeds. Damit nähert sich ChatGPT Ads dem gleichen feed-basierten Aufbau, den du aus dem Google Merchant Center kennst.
Der Produktfeed ist dabei der entscheidende Punkt. Bisher war Werbung in ChatGPT ein eigenes kleines System mit eigenen Regeln. Mit der Feed-Anbindung rückt die Plattform näher an das heran, was im E-Commerce längst Standard ist. Wenn deine Produktdaten schon strukturiert in einem Merchant-Center-Feed liegen, ist der zusätzliche Aufwand, sie auch bei OpenAI zu nutzen, deutlich geringer, als bei null anzufangen.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, der die Richtung zeigt. OpenAI testet Anzeigenblöcke, in denen mehrere Werbetreibende gleichzeitig auftauchen können, ähnlich wie du es von Shopping-Anzeigen kennst. Falls sich das durchsetzt, verändert es, wie gesponserte Inhalte in einem KI-Chat überhaupt erscheinen.
Warum das zählt, obwohl Deutschland noch fehlt
Ich halte nichts davon, jetzt Panik zu verbreiten, dass du sofort handeln musst. Du kannst in Deutschland aktuell keine ChatGPT Ads schalten, und das wird sich nicht in den nächsten Tagen ändern. Wer also einen rein lokalen Betrieb führt, kann das Thema in Ruhe beobachten.
Spannend wird es für zwei Gruppen. Wenn du einen Onlineshop hast, der auch international verkauft, lohnt sich der genauere Blick schon jetzt, weil einige der neuen Märkte für dich relevant sein könnten. Und wenn du in Deutschland verkaufst, ist die Frage weniger, ob ChatGPT als Kanal kommt, sondern wann. Der Ausbau zeigt klar, dass OpenAI das ernst meint.
Der ehrliche Mehrwert für dich liegt deshalb weniger im sofortigen Handeln als in der Vorbereitung. Und die kostet dich nichts extra, weil sie sich mit Arbeit deckt, die sich ohnehin lohnt.
Was dein Produktfeed damit zu tun hat
Ein sauberer, gut strukturierter Produktfeed ist heute schon die Grundlage für deine Shopping-Anzeigen und für Performance Max. Genau dieser Feed ist es, der dir den Einstieg in neue Plattformen leicht macht, sobald sie verfügbar sind.
Wenn deine Produktdaten vollständig sind, mit guten Titeln, korrekten Preisen, sauberen Kategorien und aussagekräftigen Bildern, dann bist du für jeden feed-basierten Kanal vorbereitet, egal ob er von Google, Meta oder OpenAI kommt. Wer seinen Feed dagegen vernachlässigt, wird bei jedem neuen Kanal von vorne anfangen müssen.
Behandle den Feed nicht als lästige Pflicht, sondern als dein wichtigstes Asset im E-Commerce. Die Plattformen kommen und gehen, aber gut gepflegte Produktdaten zahlen auf alle gleichzeitig ein. Wenn du dir aus dieser ChatGPT-Nachricht nur eine Sache mitnimmst, dann die: Ein gepflegter Produktfeed ist die beste Vorbereitung auf Kanäle, die du heute noch gar nicht nutzen kannst.
Solltest du jetzt schon etwas tun?
Für die meisten deutschen Shops lautet die Antwort: beobachten und den Feed in Ordnung halten. Du musst dir keinen OpenAI-Account zulegen und keine Kampagne aufsetzen, die du ohnehin nicht ausspielen kannst.
Wer international verkauft, sollte dagegen prüfen, ob einer der neuen Märkte zum eigenen Geschäft passt, und kann dort erste Erfahrungen sammeln, solange der Wettbewerb noch gering ist. Wie sich Werbung in ChatGPT in der Praxis anfühlt, habe ich in meinem Beitrag zu den ersten Erfahrungen mit ChatGPT Ads beschrieben.
Deine Checkliste
Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:
- Feed prüfen. Geh deinen Produktfeed durch und sorge für vollständige Titel, korrekte Preise und saubere Kategorien.
- Daten pflegen. Behebe fehlende oder schwache Produktdaten, denn sie zahlen auf alle Kanäle gleichzeitig ein.
- Märkte einschätzen. Wenn du international verkaufst, prüfe, ob einer der neuen ChatGPT-Märkte zu deinem Geschäft passt.
- Entwicklung verfolgen. Behalte im Blick, wann ChatGPT Ads für Deutschland verfügbar wird, damit du vorbereitet startest.
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Benjamin Häntzschel
Google Ads, KI & Conversion-Optimierung