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ChatGPT-Werbung führt CPC ein: Was sich für Werbetreibende ändert
KI & Google Ads 5 Min. Lesezeit

ChatGPT-Werbung führt CPC ein: Was sich für Werbetreibende ändert

Das Wichtigste zusammengefasst

ChatGPT wechselt bei seinen Anzeigen vom reinen CPM-Modell auf CPC und senkt nebenbei die Preise. Statt 60 Dollar pro 1.000 Einblendungen kostet ein Klick jetzt rund 3 bis 5 Dollar. Für deutsche Unternehmer ist die Plattform weiter geschlossen, aber die Richtung ist klar: ChatGPT bewegt sich in Richtung Performance-Marketing.

Vor wenigen Monaten ist ChatGPT mit Anzeigen gestartet. Der Preis damals: rund 60 Dollar pro 1.000 Einblendungen. Das war Premium-Niveau, vergleichbar mit Live-Sport-Werbung. Für Werbetreibende, die Performance messen wollen, war das wenig attraktiv. Man bezahlte fürs Gesehen-Werden, nicht fürs Klicken oder Kaufen.

Jetzt verändert sich das Bild. PPC-Beobachter wie DG Day haben in der Anzeigen-Oberfläche von ChatGPT entdeckt, dass es eine Cost-per-Click-Option gibt. Der Standard-CPC liegt bei drei bis fünf Dollar. Das ist ein deutlicher Schritt in Richtung der Modelle, die du von Google Ads und Meta kennst.

Was hat sich konkret geändert?

Die wichtigsten Punkte

ChatGPT bietet neben dem bisherigen CPM-Modell jetzt auch CPC-Abrechnung an. Zusätzlich ist der CPM in vielen Fällen von 60 Dollar auf rund 25 Dollar gefallen. Anzeigen werden außerdem auf nicht eingeloggte Nutzer und weitere Länder ausgeweitet.

Bei einem CPM-Modell zahlst du für 1.000 Einblendungen, egal ob jemand klickt oder nicht. Du kaufst Sichtbarkeit. Bei CPC zahlst du nur, wenn jemand auf die Anzeige klickt. Du kaufst Interesse.

Für Werbetreibende ist der Unterschied groß. CPC verschiebt das Risiko: Wenn die Anzeige nicht relevant ist, kostet sie weniger. Bei CPM zahlst du auch für Streuverluste mit. Genau deshalb haben Performance-Plattformen wie Google Ads CPC-Modelle als Standard etabliert.

Der gefallene CPM-Preis ist ein zweites Signal. 60 Dollar für 1.000 Einblendungen waren Premium-Werbung. 25 Dollar bewegen sich näher an dem, was bei großen Display-Plattformen üblich ist. Immer noch teurer als Meta oder Google Display, aber kein Ausreißer mehr.

Warum macht OpenAI diesen Schritt?

Beim Start hat OpenAI ChatGPT-Werbung als Premium-Inventar positioniert. Marken sollten zahlen, um in einem hochwertigen Umfeld präsent zu sein. Das funktioniert bei einigen großen Werbetreibenden mit sechsstelligen Budgets, aber nicht für ein skalierbares Geschäft.

Wenn OpenAI mit Werbung dauerhaft Geld verdienen will, braucht das System mehr Werbetreibende. Und die meisten Werbetreibenden wollen Performance messen, nicht Image-Werbung schalten. Der Schritt zu CPC ist deshalb logisch. Er senkt die Einstiegshürde und macht die Plattform für eine breitere Zielgruppe interessant.

Ein zweites Indiz untermauert das: OpenAI sucht aktiv nach Personal für die Mess-Infrastruktur der Werbeplattform. Uber hat mit dem Aufbau einer eigenen Mess-Plattform erst drei Jahre nach dem Werbestart begonnen. ChatGPT geht das deutlich früher an. Ohne sauberes Tracking können sich Werbetreibende keinen ROAS oder Cost-per-Conversion ausrechnen, und genau das ist der nächste logische Schritt.

Was kommt als Nächstes?

Wenn die Mess-Infrastruktur steht, ist eine Cost-per-Conversion- oder ROAS-Variante absehbar. Damit wäre ChatGPT-Werbung mechanisch fast deckungsgleich mit dem, was du heute bei Google Ads oder Meta machst.

Experten-Tipp

Wer die Entwicklung beobachtet, erkennt das Muster: Erst CPM für die ersten großen Marken, dann CPC für die Skalierung, dann Performance-Modelle für die Masse. Das ist der gleiche Pfad, den Google Ads und Meta vor Jahren gegangen sind. Die Frage ist nicht ob, sondern wann ChatGPT-Werbung als regulärer Performance-Kanal verfügbar wird.

Aktuell ist die Plattform weiterhin in einer geschlossenen Beta-Phase für größere Werbetreibende. Konkrete Erfahrungsberichte gibt es kaum, weil die Teilnehmerzahl klein ist und Beta-Tester meist Vertraulichkeitsvereinbarungen unterschreiben. Mehr als „der Start läuft” ist öffentlich nicht zu hören.

Wo erscheinen die Anzeigen?

Werbung gab es bisher nur in den kostenlosen Tarifen und in „Go”. Jetzt erweitert OpenAI die Anzeigen auf nicht eingeloggte Nutzer und auf zusätzliche Länder. Wer die kostenpflichtigen Tarife wie Plus, Business oder Enterprise nutzt, sieht weiterhin keine Werbung.

Für Werbetreibende verändert das die Reichweite spürbar. Nicht eingeloggte Nutzer sind oft Menschen, die mal kurz in ChatGPT reinschauen, ohne sich zu binden. Diese Zielgruppe verhält sich anders als Stammnutzer und ist für Performance-Werbung interessant, weil sie näher an klassischer Suchabfrage-Logik liegt.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmer?

Kurzfristig wenig. ChatGPT-Werbung läuft weiter in einer geschlossenen Beta. Selbst wenn sie für Deutschland geöffnet würde, sind Mindest-Commitments und Einstiegshürden für kleine Unternehmen nicht realistisch.

Mittelfristig wird die Plattform zugänglicher werden. Wenn CPC und Conversion-Tracking funktionieren, sinkt die Einstiegshürde automatisch. Was heute nur Konzernen offensteht, kann in zwölf bis 24 Monaten für mittelständische Unternehmen eine Option sein. Vorausgesetzt, die Performance stimmt.

Langfristig ist die wichtigere Frage: Wo entscheiden deine potenziellen Kunden über Käufe? Heute ist Google die zentrale Anlaufstelle für kommerzielle Recherche. Je mehr Menschen ihre Recherche in KI-Chats verlagern, desto wichtiger wird ChatGPT-Werbung als Kanal. Das passiert nicht von heute auf morgen, aber die Entwicklung ist eindeutig.

Sollst du jetzt aktiv werden?

Nein. Die Plattform ist für dich noch nicht zugänglich, und auch wenn sie es wäre, fehlen noch die Mess-Werkzeuge, die du für vernünftige Werbung brauchst. Wer heute in eine Beta einsteigt, kauft im besten Fall eine Lernerfahrung, im schlechtesten Fall ein teures Experiment ohne belastbare Daten.

Was du tun kannst: Die Entwicklung im Auge behalten. Wenn ChatGPT-Werbung für deutsche Unternehmen mit Conversion-Tracking startet, ist der Zeitpunkt zum Testen gekommen. Bis dahin investierst du dein Budget besser in Kanäle, die heute schon messbar Leads bringen.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan:

Checkliste
  • Bestehende Kanäle stärken. Bei Google Ads und Meta hast du Mess-Werkzeuge, die ChatGPT noch fehlen. Optimiere hier, statt frühen Beta-Plattformen hinterherzulaufen.
  • Tracking sauber halten. Wenn neue Werbeplattformen kommen, brauchst du belastbare Daten zum Vergleich. Ohne sauberes Conversion-Tracking sind Kanal-Vergleiche wertlos.
  • Entwicklung beobachten. Sobald ChatGPT-Werbung mit Performance-Tracking für kleine Budgets verfügbar wird, lohnt sich ein erster Test mit kleinem Volumen.
  • Eigenes Angebot KI-tauglich aufstellen. Unabhängig von der Werbeplattform: Wer in KI-Antworten auftauchen will, braucht klare Inhalte zu den eigenen Leistungen. Das zahlt auf jede KI-Werbeplattform ein.
Benjamin Häntzschel

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