Erste Werbung in ChatGPT: Was Unternehmer wissen sollten
ChatGPT zeigt erstmals Werbung. Criteo ist der erste Werbetechnologie-Partner im Anzeigen-Pilot von OpenAI. Noch läuft der Test nur in den USA, aber die Entwicklung zeigt, wohin sich Online-Werbung in den nächsten Jahren bewegen könnte.
Werbung in KI-Chats war bisher Zukunftsmusik. Seit Anfang März 2026 ist sie Realität. OpenAI hat mit Criteo den ersten Werbetechnologie-Partner für seinen Anzeigen-Pilot in ChatGPT gewonnen. Damit beginnt ein neues Kapitel für digitale Werbung, das auch für Unternehmer in Deutschland relevant werden kann.
Was genau passiert bei ChatGPT?
Criteo integriert seine Werbetechnologie in ChatGPTs kostenlosen und günstigeren Tarif (Free und Go) in den USA. Nutzer sehen dort erstmals gesponserte Empfehlungen innerhalb von Chat-Unterhaltungen. Der Pilot läuft seit März 2026.
Anders als bei klassischen Google-Anzeigen oder Social-Media-Werbung erscheinen diese Anzeigen direkt in einer Unterhaltung. Wenn ein Nutzer ChatGPT nach einem Produkt oder einer Dienstleistung fragt, können gesponserte Empfehlungen in der Antwort auftauchen.
Das ist ein grundlegend anderer Ansatz als Suchmaschinenwerbung. Bei Google sucht jemand aktiv nach einem Begriff und sieht Anzeigen neben den Ergebnissen. Bei ChatGPT ist die Werbung Teil der Konversation selbst. Die Grenze zwischen Empfehlung und Anzeige wird dadurch fließender.
Warum ist Criteo der erste Partner?
Criteo verwaltet weltweit Werbeausgaben von über 4 Milliarden Dollar jährlich und ist auf Commerce-Werbung spezialisiert. Statt eine eigene Werbeinfrastruktur von Grund auf zu bauen, setzt OpenAI auf einen etablierten Partner, der bereits Erfahrung mit Performance-Werbung hat.
Für OpenAI ist das ein pragmatischer Schritt. Das Unternehmen kann Werbung schneller skalieren, ohne die komplexe technische Infrastruktur selbst entwickeln zu müssen. Längerfristig plant OpenAI offenbar, eine eigene Werbeplattform aufzubauen.
Was bedeutet das für Unternehmer?
Kurzfristig ändert sich für die meisten Unternehmer im deutschsprachigen Raum wenig. Der Pilot läuft ausschließlich in den USA, und es wird dauern, bis KI-basierte Werbeplattformen in Europa verfügbar sind.
Mittelfristig könnte sich aber die Art verändern, wie potenzielle Kunden Dienstleister und Produkte entdecken. Immer mehr Menschen nutzen KI-Assistenten für Recherchen, die sie früher über Google durchgeführt haben. Erste Daten deuten darauf hin, dass Nutzer, die über KI-Plattformen auf Websites gelangen, eine deutlich höhere Kaufbereitschaft mitbringen als über andere Kanäle.
Das heißt nicht, dass du jetzt sofort in KI-Werbung investieren solltest. Google Ads bleibt für lokale Unternehmer der wichtigste Kanal für Kundengewinnung. Aber es lohnt sich, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.
Was kannst du jetzt schon tun?
Auch wenn KI-Werbung noch in den Anfängen steckt, gibt es einige Grundlagen, die deine Sichtbarkeit in KI-Systemen verbessern können.
Deine Online-Präsenz stärken
KI-Systeme nutzen öffentlich verfügbare Informationen, um Empfehlungen zu geben. Eine gut strukturierte Website mit klaren Leistungsbeschreibungen hilft dabei, von KI-Plattformen als relevante Quelle erkannt zu werden.
Bewertungen und Unternehmensprofil pflegen
Für Unternehmen mit klar definierten Dienstleistungen werden strukturierte Daten immer wichtiger. Google-Bewertungen und ein vollständiges Unternehmensprofil bilden die Basis dafür, in KI-generierten Empfehlungen berücksichtigt zu werden.
Google Ads weiter optimieren
Der bewährteste Kanal für Kundengewinnung bleibt Google Ads. Investiere deine Energie in das, was heute funktioniert, und behalte neue Plattformen als Ergänzung im Blick.
Neue Werbeplattformen durchlaufen immer eine Experimentierphase, bevor sie für den Mittelstand relevant werden. Bei Google Ads hat das auch Jahre gedauert. Setze weiterhin auf bewährte Kanäle und teste neue Formate erst, wenn sie in deinem Markt verfügbar und ausgereift sind.
Wie geht es weiter?
OpenAI wird den Pilot in den kommenden Monaten voraussichtlich ausweiten. Weitere Werbetechnologie-Partner dürften folgen. Auch Google arbeitet mit Gemini und der KI-Suche an ähnlichen Konzepten, bei denen Werbung direkt in KI-generierte Antworten integriert wird.
Für Unternehmer bedeutet das, dass sich die Werbelandschaft langfristig verändert. Neben Suchmaschinen und sozialen Netzwerken entsteht mit KI-Chats eine dritte Kategorie von Werbeplattformen. Wann und in welcher Form diese für den deutschsprachigen Markt relevant wird, lässt sich heute noch nicht genau sagen. Aber die Richtung ist klar: Werbung folgt den Nutzern dorthin, wo sie ihre Kaufentscheidungen vorbereiten.
Deine Checkliste
Was du jetzt beachten solltest:
- Google Ads weiter priorisieren. Dein bewährter Kanal bleibt der wichtigste für planbare Kundengewinnung.
- Website-Inhalte überprüfen. Klare Leistungsbeschreibungen und strukturierte Informationen helfen bei der Sichtbarkeit in KI-Systemen.
- KI-Werbung beobachten. Verfolge die Entwicklung, aber investiere noch nicht aktiv in KI-Werbeplattformen.
- Bewertungen und Unternehmensprofil pflegen. Diese Daten bilden die Grundlage für Empfehlungen in KI-Systemen und Google gleichermaßen.
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