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Anzeigen anpinnen: Warum weniger Pins besser sind
Google Ads News 5 Min. Lesezeit

Anzeigen anpinnen: Warum weniger Pins besser sind

Das Wichtigste zusammengefasst

Google hat seine Empfehlungen zu responsiven Suchanzeigen aktualisiert und rät jetzt klar davon ab, viele oder ähnliche Überschriften anzupinnen. Zu viel Pinning nimmt dem System die Möglichkeit, die beste Kombination zu finden. In den meisten Konten ist genau das ein stiller Bremsklotz.

Anpinnen ist eine dieser Funktionen, die sich nach Kontrolle anfühlt und in Wirklichkeit oft Leistung kostet. Du fixierst eine Überschrift auf eine feste Position, weil du sicher sein willst, dass sie immer erscheint. Verständlich, aber Google hat seine Richtlinien gerade so überarbeitet, dass diese Gewohnheit als das benannt wird, was sie meistens ist: ein Fehler.

Bei einer responsiven Suchanzeige gibst du mehrere Überschriften und Beschreibungen ein, und Google testet daraus laufend Kombinationen für den jeweiligen Suchenden. Sobald du anpinnst, schaltest du genau diese Tests für die betroffene Position aus. Je mehr du fixierst, desto weniger kann das System lernen.

Was hat Google konkret geändert?

Gut zu wissen

Google empfiehlt jetzt, nur ein bis zwei wirklich wichtige Keyword-Überschriften anzupinnen und alle anderen frei rotieren zu lassen. Gleiche oder sehr ähnliche Überschriften auf mehreren Positionen anzupinnen wird ausdrücklich abgeraten, weil das die Optimierung einschränkt.

Dazu kommt ein praktischer Hinweis: Jede angepinnte Keyword-Überschrift sollte nur in einer einzigen Überschrift vorkommen. Und Keywords, die länger als 30 Zeichen sind, gehören eher in die Beschreibung als in eine angepinnte Überschrift. Die Mechanik dahinter ändert sich nicht, aber Google stellt damit klar, dass viele verbreitete Pinning-Gewohnheiten gegen die eigene Leistung arbeiten.

Warum schadet zu viel Pinning?

Der Wert einer responsiven Suchanzeige liegt in den Kombinationen. Aus deinen Überschriften baut Google für jede Suchanfrage die Variante, die am besten passt. Wenn du drei oder vier Positionen fest verdrahtest, bleiben dem System kaum noch Varianten übrig, mit denen es arbeiten kann.

In der Praxis sieht man oft den gleichen Reflex: Mehrere Positionen werden mit fast identischen Überschriften belegt, weil sie alle gut klingen. Das Ergebnis ist eine Anzeige, die kaum noch variieren kann und deren Werte mit der Zeit hinter denen einer frei rotierenden Anzeige zurückbleiben. Der Schaden ist schwer zu erkennen, weil die Anzeige ja läuft. Sie läuft nur schlechter, als sie könnte.

Wann ist Anpinnen trotzdem richtig?

Ganz ohne Pinning kommt man nicht immer aus. Es gibt Situationen, in denen eine bestimmte Formulierung zwingend erscheinen muss, und dafür ist die Funktion gedacht.

Sinnvoll anpinnen
klare strukturelle Gründe

Hier muss ein konkreter Text garantiert erscheinen, etwa eine Pflichtangabe bei Anwälten oder im Finanzbereich.

Fokus
Rechtliche Pflichtangaben, feste Markenbotschaft, ein zentrales Keyword als Relevanzanker
Besser sein lassen
gefühlte Kontrolle

Wer aus Bauchgefühl pinnt, nimmt dem System die Optimierung, ohne einen echten Grund zu haben.

Fokus
Lieblingsüberschrift erzwingen, mehrere ähnliche Headlines fixieren, alles vorab festlegen wollen

Gerade für Kanzleien ist die Unterscheidung wichtig. Wenn eine Pflicht- oder Compliance-Angabe immer sichtbar sein muss, ist Anpinnen der richtige Weg. Sobald es aber nur darum geht, dass eine Überschrift „auf jeden Fall” laufen soll, ist es besser, sie einfach mitlaufen zu lassen und an den Daten zu sehen, wie gut sie wirklich performt.

Experten-Tipp

Wenn ein Keyword unbedingt in der Anzeige stehen soll, reicht es, es in genau einer Überschrift anzupinnen, nicht in mehreren. Eine einzige angepinnte Keyword-Überschrift sichert die Relevanz, ohne dem System die restlichen Positionen wegzunehmen. Alles darüber hinaus engt die Kombinationen unnötig ein.

So prüfst du deine Anzeigen

Der Aufräum-Schritt ist überschaubar. Du gehst deine aktiven Suchanzeigen durch und schaust, wo Pins sitzen, die keinen echten Grund haben.

1
Angepinnte Überschriften sichten

Öffne deine responsiven Suchanzeigen und schau, welche Überschriften und Beschreibungen angepinnt sind. Notiere, ob es für jeden Pin einen echten Grund gibt oder nur ein Bauchgefühl.

Position 123
2
Pins ohne echten Grund lösen

Überall, wo der Grund „das ist meine beste Überschrift” oder „ich will Kontrolle” lautet, löst du den Pin. Lass diese Texte wieder frei rotieren und gib dem System seine Varianten zurück.

rotieren lassen
3
Pflicht-Pins sauber halten

Wo du anpinnen musst, beschränke dich auf das Nötige. Ein Keyword nur in einer Überschrift, lange Keywords lieber in die Beschreibung verschieben.

ein Keywordeine Überschrift

Nach dem Aufräumen braucht die Anzeige etwas Zeit, um wieder Daten über die neuen Kombinationen zu sammeln. Beobachte sie über ein paar Wochen, statt nach wenigen Tagen ein Urteil zu fällen.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:

Checkliste
  • Geh deine aktiven Suchanzeigen durch und liste auf, welche Überschriften aktuell angepinnt sind.
  • Löse alle Pins ohne echten Grund und lass diese Texte wieder frei rotieren.
  • Behalte nur Pflicht- und Markenangaben angepinnt, und auch die jeweils nur in einer Überschrift.
  • Verschiebe lange Keywords über 30 Zeichen aus angepinnten Überschriften in die Beschreibung.

Wer hier einmal aufräumt, gibt seinen Anzeigen den Spielraum zurück, für den responsive Suchanzeigen gemacht sind. In den meisten Konten ist das eine der schnellsten Stellschrauben, ohne dass du auch nur einen Euro mehr ausgibst.

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