AI Max Markensteuerung: endlich Kontrolle über Suchbegriffe
In AI Max tauchen gerade Steuerungen für Marken auf. Werbetreibende sollen festlegen können, welche Marken die automatische Suchbegriff-Erweiterung ansteuern darf und welche nicht. Das trifft genau den wundesten Punkt von AI Max: die fehlende Kontrolle darüber, wonach die Automatik eigentlich ausspielt. Aktuell ist das ein Test, noch nicht breit ausgerollt. Für große Konten mit viel Markenverkehr kann das ein echter Wendepunkt sein. Für kleine Konten mit wenig Conversions bleibt meine Empfehlung vorsichtig.
Der größte Vorbehalt gegen AI Max war nie, dass Google zu viele Suchanfragen findet. Das Problem war immer: Du konntest nicht zuverlässig verhindern, dass die Automatik die falschen findet. Wer auf seine eigene Marke bietet, will nicht, dass das Budget plötzlich auf Wettbewerber-Marken läuft. Wer gezielt neue Nachfrage erschließen will, will nicht für Klicks zahlen, die er ohnehin über die Marke bekommen hätte. Genau an dieser Stelle setzt eine Neuerung an, die gerade in einzelnen Konten auftaucht.
Was sind die neuen Marken-Kontrollen in AI Max?
AI Max testet Steuerungen, mit denen du der Automatik sagen kannst, welche Marken sie bei der Suchbegriff-Erweiterung ansteuern soll und welche nicht. Du kannst also deine eigene Marke gezielt einschließen und gleichzeitig Wettbewerber-Marken oder ganze Markenbereiche ausschließen. Bisher lief die Erweiterung weitgehend ohne diese Trennschärfe.
Wichtig zur Einordnung: Das ist aktuell ein Test, der in ausgewählten Konten erscheint, keine flächendeckende Funktion. Was genau im Interface landet und wie stabil die Ausschlüsse in echten Kampagnen greifen, wird sich erst zeigen.
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Inklusion und Exklusion: wo der Unterschied liegt
Die beiden Richtungen lösen unterschiedliche Probleme, deshalb lohnt sich der getrennte Blick.
In der Praxis ist die Exklusion für die meisten kleinen Konten der relevantere Hebel. Sie verhindert genau die Fälle, vor denen Unternehmer bei automatisierten Suchkampagnen am meisten Respekt haben: dass plötzlich Geld auf Suchanfragen mit fremden Markennamen verbrannt wird, ohne dass es jemandem auffällt.
Warum das die wichtigste AI-Max-Neuerung seit Langem ist
Automatisierung ohne Kontrolle und Automatisierung mit Leitplanken sind zwei verschiedene Produkte. Bisher musstest du AI Max ein Stück weit blind vertrauen und im Nachhinein über negative Keywords gegensteuern, oft mit Verzögerung und immer reaktiv. Wenn du der Automatik vorab sagen kannst, in welchem Marken-Korridor sie sich bewegen darf, verschiebt sich die Risiko-Rechnung.
Für Werbetreibende, die AI Max bisher genau aus diesem Grund gemieden haben, fällt damit ein zentrales Gegenargument weg. Das heißt nicht, dass AI Max plötzlich für alle passt. Es heißt, dass die Entscheidung künftig differenzierter ausfällt als ein pauschales Nein.
Wie AI Max ohne diese Kontrollen entscheidet, wann deine Anzeige erscheint, habe ich in einem eigenen Beitrag zur Intent-Interpretation ausführlicher beschrieben.
Was es für kleine Konten bedeutet
Marken-Kontrollen lösen das Kontroll-Problem von AI Max, nicht das Daten-Problem. AI Max braucht ausreichend Conversions, damit die Automatik sinnvoll lernen kann. Bei Konten mit weniger als etwa 30 Conversions pro Monat bleibt meine Empfehlung zurückhaltend, auch mit den neuen Steuerungen.
Der Grund ist einfach: Eine bessere Leitplanke macht ein Auto nicht schneller, sie verhindert nur, dass es von der Straße abkommt. Wenn dein Konto zu wenig Conversion-Daten liefert, optimiert die Automatik weiter auf dünner Basis. Die Markensteuerung schützt dich dann zwar vor den gröbsten Fehlausspielungen, aber der eigentliche Vorteil von AI Max, das intelligente Erweitern in profitable neue Suchanfragen, kommt mangels Daten gar nicht erst zustande.
Bei größeren Konten mit stabilem Conversion-Volumen sieht das anders aus. Dort ist genau die Trennung zwischen eigener Marke, Wettbewerbern und generischer Nachfrage oft der Punkt, an dem viel Budget effizienter wird.
Wann sich AI Max mit Markensteuerung lohnt, wann nicht
Eher ja, wenn dein Konto regelmäßig Conversions liefert, du nennenswerten Markenverkehr hast und bisher vor allem die fehlende Kontrolle der Grund war, AI Max nicht zu testen. Dann adressiert die Neuerung genau dein Bedenken.
Eher nein, wenn dein Konto wenig Conversions sammelt, dein Budget knapp ist oder du in einem Markt unterwegs bist, in dem Markennamen kaum eine Rolle spielen. Dann gewinnst du durch die Markensteuerung wenig, und die grundsätzliche Vorsicht gegenüber AI Max bleibt berechtigt. Warum ich AI Max für viele kleine Unternehmen aktuell trotzdem noch nicht empfehle, habe ich hier begründet.
Verlass dich nicht darauf, dass ein Ausschluss zu 100 Prozent greift, nur weil du ihn gesetzt hast. Gerade bei neuen Automatik-Steuerungen ist der ehrliche Test, ob die Exklusion in einer echten Kampagne wirklich sauber wirkt. Behalte den Suchbegriff-Report die ersten Wochen genau im Blick und prüfe, ob trotz Ausschluss noch Fremdmarken durchrutschen.
Deine Checkliste
Empfohlener Ablaufplan, sobald die Markensteuerung in deinem Konto auftaucht:
- Conversion-Basis prüfen. Schau zuerst, ob dein Konto genug Conversions sammelt, damit AI Max überhaupt sinnvoll arbeiten kann. Ist die Basis dünn, hat die Markensteuerung allein wenig Wert.
- Eigene Marke und Wettbewerber sauber trennen. Lege fest, welche Marken eingeschlossen und welche ausgeschlossen werden sollen, bevor du AI Max breiter laufen lässt.
- In einem Experiment testen. Setze die Funktion zuerst in einem kontrollierten A/B-Test gegen deine bestehende Struktur, nicht direkt im ganzen Konto.
- Suchbegriffe engmaschig kontrollieren. Beobachte die ersten Wochen, ob die Ausschlüsse zuverlässig greifen, und zieh die Notbremse, wenn Budget auf falschen Marken landet.
Marken-Kontrollen sind die Neuerung, auf die viele bei AI Max gewartet haben. Sie machen das Produkt für einen klar abgegrenzten Konten-Typ deutlich interessanter. Für kleine Konten mit knappem Budget bleibt die nüchterne Frage aber dieselbe wie vorher: Hast du genug Daten, damit sich die Automatik lohnt. Wenn ja, ist das ein guter Moment für einen sauber aufgesetzten Test.
Zuerst entdeckt von Joey Bidner.
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