Conversion Traffic
Local Services Ads: verpasste Anrufe kosten ab 1. Oktober
Google Ads News 8 Min. Lesezeit

Local Services Ads: verpasste Anrufe kosten ab 1. Oktober

Das Wichtigste zusammengefasst

Google ändert zum 1. Oktober 2026 die Abrechnung der Local Services Ads. Ein Anruf während deiner Geschäftszeiten zählt dann als bezahlte Anfrage, sobald der Anrufer länger als 20 Sekunden in der Leitung bleibt, auch wenn bei dir niemand abnimmt. Dazu werden Folgeanrufe berechnet, wenn der erste Kontakt noch nicht berechnet wurde. Wer öfter Anrufe verpasst, zahlt ab Oktober für Anfragen, die er nie geführt hat. Die Zeit bis dahin reicht, um Öffnungszeiten, Rufumleitung und Anrufannahme so einzustellen, dass das nicht passiert.

Bei den Local Services Ads bezahlst du keine Klicks, du bezahlst Anfragen. Das ist der Grund, warum viele Handwerksbetriebe, Reinigungsfirmen und Umzugsunternehmen das Format mögen. Die Rechnung hängt direkt an dem, was am Telefon oder per Nachricht ankommt. Genau an dieser Stelle dreht Google jetzt an der Definition, und das verändert die Wirtschaftlichkeit des Formats für jeden Betrieb, der nicht jeden Anruf annehmen kann.

Die Änderung wurde Ende August 2026 über eine Mitteilung von Google bekannt, die zuerst ein Marketer auf X entdeckt und danach unter anderem Search Engine Land aufgegriffen hat.

Was ändert sich am 1. Oktober bei den Local Services Ads?

Die neue Regel in drei Sätzen

Ein verpasster Anruf während deiner eingetragenen Geschäftszeiten wird als gültige, bezahlte Anfrage berechnet, wenn der Anrufer länger als 20 Sekunden in der Leitung bleibt. Wurde ein erster Kontakt nicht berechnet, wird ein späterer Anruf zwischen dir und demselben Interessenten berechnet, sobald er Googles Kriterien für eine gültige Anfrage erfüllt. Bei Telefonanlagen mit Tastenmenü startet der 20-Sekunden-Zähler erst, nachdem der Anrufer eine Taste gedrückt hat.

Bisher galt ein Anruf, den niemand angenommen hat, in der Regel nicht als berechenbare Anfrage. Das hat Google selbst so begründet, dass Kunden mit dringendem Bedarf schnell einen Fachbetrieb erreichen wollen, und dass die neue Regel gute Erreichbarkeit belohnen soll. Man kann das auch anders lesen. Google bekommt ab Oktober für mehr Anrufe Geld, und der Betrieb trägt das Risiko, dass er gerade auf dem Dach oder unter der Spüle stand.

Die Ausnahme für Tastenmenüs ist wichtig, wenn du eine Telefonanlage mit Vorschaltansage nutzt. Drückt der Anrufer keine Taste und wird nicht weitergeleitet, entsteht keine Gebühr. Für den klassischen Betrieb mit einer Nummer, die einfach klingelt, gibt es diese Schonfrist nicht.

Bis 30. September 2026
Ab 1. Oktober 2026
Verpasster Anruf wird in der Regel nicht berechnet
Verpasster Anruf in den Geschäftszeiten wird ab 20 Sekunden Wartezeit berechnet
Folgeanruf nach einem nicht berechneten Erstkontakt bleibt meist unberechnet
Folgeanruf wird berechnet, sobald er als gültige Anfrage gilt
Tastenmenü ohne Sonderregel
Zähler startet erst nach Tastendruck, ohne Tastendruck keine Gebühr
Spam-Anrufe über Feedback melden
Google kündigt zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen Roboter- und Spam-Anrufe an, ohne Details

Zu den Schutzmaßnahmen gegen Spam hat Google bisher nichts Konkretes gesagt. Ich würde mich darauf nicht verlassen und die Anfragenliste im Konto ab Oktober enger anschauen als bisher.

Wen trifft die Änderung in Deutschland?

Local Services Ads gibt es in Deutschland laut der Google-Hilfeseite für den deutschen Markt in 31 Kategorien, darunter Elektriker, Klempner, Dachdecker, Reinigungsdienste, Landschaftspflege und Tischler. Für Kanzleien, Steuerberatungen oder Praxen ist das Format hierzulande weiterhin nicht freigeschaltet, die betroffene Gruppe sind also vor allem Handwerk und lokale Dienstleistungen.

Und in dieser Gruppe trifft es genau die, die das Format eigentlich am besten gebrauchen können. Ein Einmannbetrieb, der tagsüber auf der Baustelle steht, nimmt Anrufe nun mal nicht immer an. Bisher war das für die Abrechnung egal. Ab Oktober zahlt er für jeden Anrufer, der geduldig 21 Sekunden wartet und dann auflegt, und er weiß hinterher nicht einmal, was der wollte.

Die Rechnung hängt damit auch an deiner Erreichbarkeit. Wer 40 Prozent seiner Anrufe verpasst, bekommt ab Oktober bei gleicher Nachfrage eine spürbar höhere Abrechnung bei gleicher Zahl geführter Gespräche. Wie stark, hängt davon ab, wie lange es bei dir klingelt, bevor jemand auflegt.

Wer die Local Services Ads erst kürzlich eingerichtet hat, sollte sich auch den Umbau in Richtung Performance Max anschauen, den ich im Beitrag zu Local Services Ads und Performance Max beschrieben habe. Beide Änderungen zusammen verschieben das Format spürbar in Richtung Automatik.

Was du bis Oktober am Telefon prüfen solltest

Die wichtigste Stellschraube ist deine Telefonanlage. Drei Dinge entscheiden, ob ein verpasster Anruf ab Oktober Geld kostet.

1
Eingetragene Geschäftszeiten mit der Realität abgleichen

Die 20-Sekunden-Regel gilt nur innerhalb der Geschäftszeiten, die in deinem Profil stehen. Wenn dort Montag bis Freitag acht bis achtzehn Uhr eingetragen ist, aber zwischen zwölf und vierzehn Uhr niemand ans Telefon geht, sind das zwei Stunden täglich, in denen du für Anrufe zahlst, die keiner führt. Trag die Zeiten ein, zu denen wirklich jemand erreichbar ist, und sonst nichts.

ProfilÖffnungszeiten
2
Klingeldauer und Rufumleitung einstellen

Viele Anlagen klingeln 25 bis 30 Sekunden, bevor die Mailbox anspringt. Damit läuft fast jeder verpasste Anruf über die 20-Sekunden-Marke. Prüf, ob du die Weiterleitung auf ein zweites Handy oder eine Kollegin früher auslösen kannst, damit der Anruf innerhalb dieser Zeit angenommen wird. Entscheidend ist, dass jemand abnimmt. Ein Anrufer, der auflegt, weil es nur zweimal geklingelt hat, ist auch kein Kunde.

TelefonanlageWeiterleitung
3
Anrufe in den Geschäftszeiten annehmen oder annehmen lassen

Wenn du allein arbeitest und tagsüber nicht ans Telefon kannst, wird ein externer Telefonservice ab Oktober schnell günstiger als die verpassten Anfragen. Der nimmt den Anruf innerhalb weniger Sekunden an, notiert Name, Anliegen und Rückrufnummer, und du hast für die Gebühr wenigstens eine Anfrage, die du bearbeiten kannst.

ErreichbarkeitTelefonservice
Experten-Tipp

Schau dir vor dem 1. Oktober im Konto die Anrufliste der letzten drei Monate an und zähl, wie viele Anrufe als verpasst markiert sind. Diese Zahl ist deine Vorschau auf die Mehrkosten. Liegt sie unter zehn Prozent, kannst du die Änderung im Blick behalten und sonst nichts tun. Liegt sie bei einem Drittel oder darüber, gehört zuerst die Telefonanlage auf den Tisch, danach die Öffnungszeiten.

In eigener Sache

Läuft dein Konto so, wie es laufen sollte?

Kostenlosen Check anfragen

Was die Folgeanruf-Regel bedeutet

Der zweite Teil der Änderung fällt weniger auf, kann aber genauso ins Geld gehen. Wenn ein erster Kontakt nicht berechnet wurde, etwa weil der Anrufer nach zehn Sekunden aufgelegt hat, und du ihn danach zurückrufst oder er sich nochmal meldet, wird dieser zweite Kontakt berechnet, sobald er Googles Kriterien für eine gültige Anfrage erfüllt.

Für dich heißt das, dass ein Rückruf aus der Anrufliste heraus keine kostenlose Nachbesserung mehr ist. Das ist im Prinzip fair, denn am Ende ist es eine Anfrage. Es bedeutet aber auch, dass du die Liste unbeantworteter Anrufe im Konto nicht mehr nebenbei abarbeiten solltest, ohne zu wissen, dass jeder dieser Rückrufe abgerechnet wird.

Wo Google noch Antworten schuldig bleibt

Google hat die Änderung angekündigt, ohne den Einspruchsprozess für verpasste Anrufe zu erklären. Bisher konnte man über die Anfragen-Bewertung im Konto melden, dass eine Anfrage nicht zum Angebot passt oder Spam war. Ob das für einen Anruf gilt, den niemand angenommen hat und dessen Inhalt deshalb keiner kennt, ist offen. Ich würde jede verpasste Anfrage ab Oktober trotzdem bewerten und den Fall dokumentieren, damit du bei einer Häufung etwas in der Hand hast.

Offen ist auch, wie Google die neuen Schutzmaßnahmen gegen Roboteranrufe umsetzt. Solange dazu nichts Konkretes vorliegt, gilt für die Abrechnung erst einmal die 20-Sekunden-Regel, und ein Spam-Anrufer, der 21 Sekunden wartet, sieht in der Liste aus wie ein Kunde.

Was das Format für kleine Betriebe grundsätzlich taugt und wo Google Ads in der Suche die bessere Wahl bleibt, habe ich im Leitfaden zu Google Ads für kleine Unternehmen zusammengefasst. Wer sich für die Anzeigenformate mit Angebotspreisen interessiert, findet im Beitrag zu Angeboten und Preisen in den Local Services Ads den Stand dazu.

Häufige Fragen

Was kostet ein Lead bei Google Local Services Ads?

Der Preis pro Anfrage hängt von Branche und Region ab und wird von Google festgelegt, nicht von dir. Du zahlst nur für Anfragen, die über die Anzeige eingehen, also Anrufe und Nachrichten, und ab dem 1. Oktober 2026 auch für verpasste Anrufe ab 20 Sekunden Wartezeit während der Geschäftszeiten. Die konkreten Beträge siehst du in deinem Konto unter den Anfragen.

Werden verpasste Anrufe bei Local Services Ads berechnet?

Ab dem 1. Oktober 2026 ja, sofern der Anruf in deinen eingetragenen Geschäftszeiten eingeht und der Anrufer länger als 20 Sekunden in der Leitung bleibt. Bei Telefonanlagen mit Tastenmenü beginnt die Zählung erst nach dem Tastendruck. Außerhalb der Geschäftszeiten bleibt ein verpasster Anruf unberechnet.

Kann ich mich gegen eine ungültige Anfrage bei Local Services Ads wehren?

Du kannst jede Anfrage im Konto bewerten und angeben, wenn sie nicht zu deinem Angebot passt oder Spam war. Ob und wie Google verpasste Anrufe nach der neuen Regel als ungültig anerkennt, hat das Unternehmen bisher nicht erklärt. Dokumentiere solche Fälle und bewerte sie trotzdem, damit ein Muster erkennbar wird.

Gibt es Local Services Ads auch für Anwälte in Deutschland?

Nein. Laut der deutschen Hilfeseite von Google ist das Format hierzulande in 31 Kategorien verfügbar, die fast alle aus Handwerk und lokalen Dienstleistungen stammen, etwa Elektriker, Klempner, Dachdecker oder Reinigung. Kanzleien, Praxen und Beratungen werben in Deutschland weiterhin über die normalen Suchkampagnen.

Lohnen sich Local Services Ads nach der Änderung noch?

Für Betriebe, die Anrufe zuverlässig annehmen, ändert sich an der Rechnung wenig. Für Betriebe mit vielen verpassten Anrufen wird das Format teurer, ohne dass mehr Aufträge entstehen. Entscheidend ist deshalb, ob du die Erreichbarkeit während der eingetragenen Geschäftszeiten sicherstellen kannst, notfalls über eine Weiterleitung oder einen Telefonservice.

Verlierst du mit Google Ads mehr Geld, als du solltest?

Seit 2013 Google Ads für deutsche KMUs
Jährliche Werbebudgets im Millionenbereich verantwortet
5,0 von 5 bei ProvenExpert
Kostenloser Google Ads Check →
Benjamin Häntzschel

Benjamin Häntzschel

Google Ads, KI & Conversion-Optimierung

Das könnte dich auch interessieren