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Landingpage testen mit KI-Personas, bevor Werbebudget fließt
Google Ads 6 Min. Lesezeit

Landingpage testen mit KI-Personas, bevor Werbebudget fließt

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Landingpage zeigt ihre Schwächen normalerweise erst, wenn schon Werbebudget hineingeflossen ist. Ich schicke deshalb vor dem Start 12 KI-Personas durch die Seite, die das Angebot bewerten und sogar Formulare wirklich ausfüllen. Hier erzähle ich, wie dieser Test funktioniert, was ein echter Testlauf gezeigt hat und wo die Grenzen liegen.

Ich wollte schon lange einen besseren Weg, Landingpages zu verbessern, bevor Werbebudget fließt. Etwas, das mir zeigt, wo eine Seite Besucher verliert, damit ich das vorher beheben kann, statt zu raten und mich allein auf Best Practices zu verlassen.

Die ehrliche Antwort auf dieses Problem wäre ein richtiger Nutzertest mit echten Menschen. Für kleine Unternehmen ist das aber praktisch immer ein Luxus, mit Testpersonen, Moderation und Kosten im vierstelligen Bereich pro Runde. Also macht es kaum jemand. Man merkt erst nach ein paar hundert oder tausend Euro Werbebudget, dass die Seite undicht ist. Und selbst dann sieht man nur, dass sie Besucher verliert. Nicht warum.

Deshalb habe ich mir ein KI-Werkzeug gebaut, das 12 Personas durch die Landingpage schickt, bevor der erste echte Klick Geld kostet.

Warum Landingpage-Probleme so lange unsichtbar bleiben

Die Zahlen im Google Ads Konto zeigen dir irgendwann, dass etwas hakt. Klicks kommen rein, Anfragen bleiben aus. Den Grund dafür verraten dir die Zahlen aber nicht. Ob der Preis zu spät kommt, das Formular abschreckt oder das Angebot schlicht nicht verstanden wird, bleibt Interpretation.

Dazu kommt: Bis genug Daten zusammen sind, um überhaupt ein Muster zu erkennen, sind oft mehrere hundert Klicks bezahlt. Bei Klickpreisen von 5 bis 10 Euro, wie sie etwa bei Anwälten oder anderen umkämpften Branchen üblich sind, ist das schnell ein vierstelliger Betrag Lehrgeld für eine Erkenntnis, die man auch vorher hätte haben können.

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Wie der Test mit den 12 Personas funktioniert

Gut zu wissen

Zwölf KI-Personas besuchen die Landingpage unabhängig voneinander, jede mit einer eigenen Suchintention. Jede beantwortet zwei Fragen: Habe ich das Angebot verstanden, und würde ich anfragen? Daraus entsteht ein Wert von 0 bis 100 und eine konkrete Liste mit Schwachstellen.

Die Personas entstehen auf zwei Wegen. Die eine Hälfte baue ich aus den Suchbegriffen, mit denen Menschen wirklich suchen. Bei einem laufenden Konto nehme ich die echten Suchanfragen der letzten 30 Tage, bei einem neuen Konto die Keyword-Recherche. Diese Personas bringen also genau die Absicht mit, mit der Besucher später tatsächlich auf der Seite landen.

Die andere Hälfte sind feste Charaktere, die ich bewusst in jedem Durchlauf dabei habe: der Skeptiker, der Besucher, der zuerst auf den Preis schaut, und der eilige Nutzer am Handy. So werden typische blinde Flecken in jedem Test abgedeckt, auch wenn die Suchbegriffe sie nicht hergeben.

Wichtig ist mir dabei, dass jede Persona für sich urteilt, ohne die Einschätzungen der anderen zu kennen. Genau aus dieser Unabhängigkeit kommt das ehrliche, manchmal unbequeme Feedback.

Und die Personas lesen die Seite nicht nur. Wenn es ein Formular, ein Quiz oder einen Rechner gibt, bedienen sie es wirklich im Browser, tippen Werte ein und lesen das Ergebnis ab. Getestet wird zuerst in der Handy-Ansicht, weil dort der Großteil der Google-Ads-Besucher ankommt.

Was ein echter Testlauf gezeigt hat

Beim letzten Durchlauf für eine Kundenseite sah das Ergebnis so aus:

1
würde anfragen
von 12 Personas
9
zögerten
verstanden, aber unsicher
2
sprangen ab
Angebot passte nicht

Das Angebot selbst haben 9 von 12 Personas sofort verstanden, die Technik lief fehlerfrei. Hängen geblieben sind sie an kleinen Dingen. Der Preis stand zu weit unten auf der Seite. Und ein kaufbereiter Besucher hat den wichtigsten Button schlicht nicht als Button erkannt. Das sind genau die Stellen, die im Livebetrieb still und leise Budget kosten, ohne dass sie in irgendeiner Auswertung auftauchen.

Punktabzug gibt es im Score zusätzlich, wenn etwas technisch kaputt ist, etwa ein toter Button oder ein Formular, das korrekte Eingaben ablehnt. Am Ende steht ein Bericht mit einer priorisierten Liste an Korrekturen und Screenshots von jedem Schritt.

Der eigentliche Gewinn liegt im Wiederholen

Ich nutze den Test nicht nur einmal vor dem Start. Ich setze die Korrekturen um, schicke dieselben 12 Personas noch einmal durch die Seite und sehe direkt, ob sich das Ergebnis in die richtige Richtung bewegt. Die Seite aus dem Beispiel oben stand beim ersten Durchlauf noch bei 54 von 100 Punkten, ohne ein einziges sicheres Ja. Nach den ersten Korrekturen waren es 66 Punkte, und die erste Persona hätte verbindlich angefragt. So wird aus Raten ein Kreislauf aus Testen und Verbessern, bei dem kein Werbebudget als Lehrgeld draufgeht.

Experten-Tipp

Der Vorher-Nachher-Vergleich funktioniert nur, wenn beim zweiten Durchlauf exakt dieselben Personas antreten. In der Praxis ist dieser zweite Durchlauf oft der wertvollere, weil er zeigt, ob eine Korrektur wirklich etwas verbessert hat oder die Seite nur anders aussieht.

Was der Test nicht leistet

KI-Personas sind Simulationen. Sie machen Fehler und übersehen Dinge, die echten Menschen auffallen würden. Einen richtigen Nutzertest mit vielen echten Teilnehmern ersetzt dieser Ansatz darum nicht, und das behaupte ich auch nicht.

Was die Personas zuverlässig finden, sind die groben Schwächen: unverständliche Angebote, versteckte Preise, kaputte Formulare, Buttons, die niemand als solche erkennt. Und diese groben Schwächen sind erfahrungsgemäß genau das, was am Anfang das meiste Budget kostet. Für Projekte, die sich nie ein Testlabor leisten könnten, wird ein strukturierter Test damit überhaupt erst realistisch.

Deine Checkliste

Auch ohne eigenes KI-Werkzeug kannst du die häufigsten Schwachstellen selbst prüfen. Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:

Checkliste
  • Seite auf dem Handy durchgehen. Öffne deine Landingpage auf dem Smartphone und fülle das Formular komplett aus, bis zur Bestätigungsseite.
  • Preisfrage beantworten. Prüfe, ob ein fremder Besucher innerhalb weniger Sekunden erkennt, was dein Angebot kostet oder wie der nächste Schritt aussieht.
  • Buttons kontrollieren. Schau, ob die wichtigsten Schaltflächen eindeutig als klickbar erkennbar sind, gerade in der Handy-Ansicht.
  • Fremde Augen draufschauen lassen. Bitte jemanden, der die Seite nicht kennt, sie zu erklären und eine Anfrage zu stellen, und höre nur zu.
  • Erst testen, dann Budget erhöhen. Kläre die gefundenen Punkte, bevor mehr Geld in die Kampagne fließt.

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