Google Unternehmensprofil in GA4: Anrufe und Klicks messen
GA4 lässt sich seit Juni 2026 direkt mit deinem Google Unternehmensprofil verbinden. Anrufe, Routenanfragen und Profilaufrufe fließen damit in dieselbe Auswertung wie deine Website und deine bezahlten Kampagnen. Für lokale Unternehmer schließt das eine Lücke, die jahrelang offen war.
Wenn du einen festen Standort hast, kennst du das Problem vermutlich. Die Hälfte deiner Anfragen kommt über das Telefon oder über “Route planen” bei Google Maps, die andere über deine Website. Bisher waren das zwei getrennte Welten. Die Klicks auf deinem Google Unternehmensprofil standen in einem Dashboard, die Website-Zahlen in einem anderen, und welcher Kanal am Ende wirklich für Anfragen sorgt, blieb Schätzung.
Genau diese Trennung hebt Google jetzt auf. Seit Juni 2026 kannst du dein Google Unternehmensprofil direkt mit einer GA4-Property verbinden.
Was ändert sich mit der GA4-Anbindung?
Die Daten aus deinem Google Unternehmensprofil, also Anrufe, Routenanfragen und Profilaufrufe, erscheinen jetzt direkt in deinen GA4-Berichten. Du kannst die Aktivität deines lokalen Profils zum ersten Mal neben deinem Website-Traffic und deinen Kampagnen in einer Umgebung auswerten.
Bisher hat jeder, der das genau wissen wollte, die Zahlen von Hand zusammengetragen. Du hast die Statistik im Profil angeschaut, daneben GA4 geöffnet und versucht, dir aus beiden ein Gesamtbild zu bauen. Das war mühsam und vor allem nie sauber, weil die Zeiträume und Definitionen nicht zusammenpassten.
Mit der neuen Verknüpfung passiert das automatisch. Du verbindest beide Konten einmal und siehst danach in GA4, wie sich dein Profil entwickelt und wie es mit dem Rest zusammenspielt. Entdeckt und beschrieben hat das Update unter anderem Branchenbeobachter Barry Schwartz.
Warum das gerade für lokale Betriebe zählt
Für einen reinen Onlineshop war diese Lücke verschmerzbar. Für einen Handwerksbetrieb, eine Kanzlei mit Standort oder einen lokalen Dienstleister ist sie es nicht. Bei dir entscheidet sich ein großer Teil der Anfragen direkt auf Google, ohne dass jemand jemals deine Website öffnet. Jemand sucht “Sanitär Notdienst Hamburg”, sieht dein Profil und ruft an. Dieser Anruf war bisher in deiner Website-Analyse unsichtbar.
Wenn du parallel Google Ads schaltest, wird es noch wichtiger. Ein Teil der Leute, die deine Anzeige sehen, landet nicht auf der Landingpage, sondern auf deinem Profil und ruft von dort aus an. Ohne die Verknüpfung sah es so aus, als hätte die Kampagne wenig gebracht, obwohl sie genau diese Anrufe ausgelöst hat. Jetzt kannst du den Zusammenhang wenigstens grob nachvollziehen.
So verknüpfst du GA4 mit deinem Profil
Die Verbindung richtest du im Admin-Bereich von GA4 ein. Du brauchst dafür Zugriff auf beide Konten, also auf die GA4-Property und auf das Google Unternehmensprofil.
Melde dich in deiner GA4-Property an und gehe unten links auf “Verwaltung”. Dort findest du im Bereich der Produktverknüpfungen den neuen Eintrag für Google Unternehmensprofile.
Anschließend wählst du das passende Profil aus. Wenn du mehrere Standorte verwaltest, achte darauf, dass du wirklich den richtigen Eintrag erwischst.
Verbinde die Property mit dem Konto, das deinen Standort verwaltet, und bestätige die Verknüpfung. Google zieht die Profildaten danach automatisch in deine Berichte.
Danach brauchst du etwas Geduld. Die ersten Daten erscheinen nicht sofort, sondern sammeln sich über die nächsten Tage an.
Schau in den folgenden Tagen in deine Akquisitionsberichte. Dort tauchen die Profilaktivitäten als eigene Quelle auf, sobald Google die ersten Daten verarbeitet hat.
Was du in den Berichten siehst
Konkret kommen drei Arten von Aktivität in GA4 an. Anrufe sind dabei genau genommen Klicks auf deine Telefonnummer. Du siehst also, wie oft jemand aus dem Profil heraus auf “Anrufen” getippt hat, nicht den tatsächlich geführten Anruf. Routenanfragen verraten, wie viele sich den Weg zu deinem Standort haben anzeigen lassen, was bei einem Ladengeschäft oder einer Werkstatt ein starkes Kaufsignal ist. Profilaufrufe geben dir ein Gefühl dafür, wie sichtbar dein Eintrag überhaupt ist.
Spannend wird es im Zusammenspiel. Du kannst jetzt nachvollziehen, ob ein guter Monat bei den Anrufen mit mehr Profilaufrufen zusammenfiel, ob eine Kampagne die lokale Aktivität angeschoben hat oder ob saisonale Schwankungen durchschlagen. Das ist kein perfektes Attributionsmodell, aber es ist deutlich mehr als das Rätselraten von vorher.
Verlier dich am Anfang nicht in den absoluten Zahlen, sondern achte auf die Entwicklung über mehrere Wochen. Lokale Daten schwanken stark, ein einzelner guter oder schlechter Tag sagt wenig. Interessant wird es, wenn du erkennst, welche Aktion bei dir tatsächlich zu Anfragen führt, der Anruf oder die Routenanfrage. Danach kannst du dein Profil und deine Anzeigen gezielter auf genau diese Aktion ausrichten.
Lohnt sich der Aufwand für dich?
Die Verknüpfung kostet nichts und ist schnell eingerichtet. Wenn du einen physischen Standort hast und ohnehin schon mit GA4 arbeitest, gibt es kaum einen Grund, es nicht zu tun. Du bekommst ein ehrlicheres Bild davon, wie viel dein lokaler Auftritt wirklich beiträgt, und musst dafür keine Daten mehr von Hand zusammenklauben.
Wenn dein Google Unternehmensprofil bisher eher nebenher lief, ist das ein guter Anlass, es dir grundsätzlich genauer anzuschauen. Wie du das Profil sauber aufstellst, habe ich im Leitfaden zum Google Unternehmensprofil ausführlicher beschrieben.
Deine Checkliste
Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:
- Zugriff prüfen. Stelle sicher, dass du sowohl auf deine GA4-Property als auch auf dein Google Unternehmensprofil Zugriff hast.
- Verknüpfung anlegen. Verbinde beide Konten im Admin-Bereich von GA4 und wähle den richtigen Standort aus.
- Daten abwarten. Gib Google ein paar Tage Zeit, bis die ersten Profilaktivitäten in den Berichten auftauchen.
- Entwicklung beobachten. Schau dir über mehrere Wochen an, welche Profilaktion bei dir am häufigsten zu echten Anfragen führt.
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Benjamin Häntzschel
Google Ads, KI & Conversion-Optimierung