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Werbezeitplaner in Google Ads: Anzeigen nur zu bestimmten Zeiten schalten
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 8 Min. Lesezeit

Werbezeitplaner in Google Ads: Anzeigen nur zu bestimmten Zeiten schalten

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Werbezeitplaner in Google Ads legt fest, wann deine Anzeigen erscheinen. Du kannst bestimmte Tage oder Uhrzeiten komplett ausschließen oder über Gebotsanpassungen prozentual steuern. Wichtig: Vollständige Zeitausschlüsse (Anzeige aus) funktionieren auch bei Smart Bidding zuverlässig. Prozentuale Anpassungen, also +20 % oder -30 % für bestimmte Stunden, werden von Smart Bidding dagegen weitgehend ignoriert. Wann welche Einstellung sinnvoll ist und was du dabei beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Ein Thema, das ich immer wieder in Gesprächen höre: “Können wir die Anzeigen nicht einfach nur während unserer Geschäftszeiten schalten? Wir können Anfragen außerhalb dieser Zeit ja gar nicht bearbeiten.” Das klingt logisch. Und in manchen Situationen ist es auch die richtige Entscheidung. Aber es gibt ein paar Dinge, die du vorher verstehen solltest.

Was ist der Werbezeitplaner?

Gut zu wissen

Der Werbezeitplaner, im Englischen “Ad Schedule”, ist eine Einstellung in Google Ads, mit der du steuern kannst, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten deine Anzeigen erscheinen. Standardmäßig läuft eine Google Ads Kampagne rund um die Uhr an allen Tagen der Woche. Der Werbezeitplaner erlaubt dir, davon abzuweichen.

Du findest die Einstellung in den Kampagneneinstellungen. Dort kannst du für jeden Wochentag einzelne Zeitfenster festlegen, in denen die Anzeige aktiv sein soll. Alles, was außerhalb dieser Fenster liegt, wird automatisch ausgeblendet.

Das gibt dir grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Erstens kannst du Zeiträume komplett aus der Kampagne herausnehmen, indem du sie einfach nicht aktivierst. Wenn du kein Zeitfenster für Samstag und Sonntag festlegst, läuft die Kampagne an diesen Tagen nicht. Das ist eine harte Sperre.

Zweitens kannst du, wenn du Zeitfenster definiert hast, für jeden Slot eine Gebotsanpassung hinterlegen. Also zum Beispiel: Montag bis Freitag zwischen 8 und 12 Uhr +20 %, weil in diesem Fenster erfahrungsgemäß die besten Anfragen kommen.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Optionen ist in der Praxis erheblich, und zwar besonders dann, wenn du Smart Bidding einsetzt.

Was Smart Bidding damit macht

Ähnlich wie bei der Geräte-Gebotsanpassung gilt hier ein wichtiges Prinzip: Smart Bidding optimiert bereits eigenständig nach Tageszeit und Wochentag. Das System weiß aus historischen Daten, dass eine Anfrage am Dienstagvormittag eine höhere Conversion-Wahrscheinlichkeit hat als dieselbe Suchanfrage am Samstagabend. Das fließt automatisch in die Gebotsberechnung ein.

Wenn du also zum Beispiel für den Dienstagvormittag eine Gebotsanpassung von +30 % setzt, berücksichtigt Smart Bidding das formal, aber es hat in der Praxis kaum eigenständige Wirkung. Das System hat die Tageszeit ohnehin schon als Signal verarbeitet. Deine Anpassung addiert sich nicht sauber drauf.

Das klingt zunächst frustrierend, ist aber eigentlich eine gute Nachricht. Du musst nicht manuell analysieren, wann deine Zielgruppe am aktivsten ist. Das macht das System.

Prozentuale Zeitanpassungen bei Smart Bidding

Prozentuale Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner haben bei Smart Bidding kaum messbare Wirkung, weil das System Tageszeit und Wochentag bereits als interne Signale verarbeitet. Wer trotzdem mit +20 % oder -30 % für bestimmte Stunden hantiert, verändert die Performance selten spürbar. Die einzige Ausnahme: vollständige Zeitausschlüsse.

Was zuverlässig funktioniert: Zeiträume komplett sperren

Vollständige Zeitausschlüsse funktionieren auch bei Smart Bidding. Wenn du für Samstag und Sonntag keine Zeitfenster im Werbezeitplaner hast, schaltet Google Ads auch keine Anzeigen an diesen Tagen. Das ist eine harte Regel, die das System nicht überschreiben kann.

Das ist der einzige Anwendungsfall, den ich in der Praxis regelmäßig nutze. Und selbst hier schaue ich mir vorher die Daten an.

Wann ergibt ein Zeitausschluss wirklich Sinn?

Die häufigste Situation: Ein Dienstleister mit festen Bürozeiten möchte keine Anfragen annehmen, wenn niemand im Büro ist. Das klingt logisch. Aber bevor du einfach auf Geschäftszeiten einschränkst, lohnt sich ein Blick in die tatsächlichen Conversion-Daten.

Ich habe Kampagnen betreut, wo Abendstunden und Wochenenden deutlich besser konvertierten als der klassische Bürotag. Viele Nutzer recherchieren eben nach Feierabend. Wenn du diese Zeiten komplett ausschließt, verlierst du echte Anfragen. Dass du die erst am nächsten Morgen beantwortest, ist für viele Nutzer völlig in Ordnung.

Es gibt aber auch die entgegengesetzte Situation: Bei manchen Unternehmen kommen Wochenendanfragen von Personen, die “einfach mal anfragen”, aber am Ende selten kaufen. Wenn du das in deinen Daten siehst, also schlechtere Abschlussquoten bei Wochenendanfragen, kann ein Ausschluss tatsächlich die Qualität verbessern.

Experten-Tipp

Bevor du Zeiträume ausschließt, schau dir in Google Ads unter “Tageszeit” und “Wochentag” die Performance-Daten an. Du brauchst ausreichend Volumen, idealerweise mindestens 90 Tage Daten und ein paar Dutzend Conversions je Zeitblock, um belastbare Aussagen zu treffen. Auf Basis von 3 Conversions am Sonntagabend einen Ausschluss zu setzen, ist zu wenig Grundlage.

Werbezeitplaner und Telefonkampagnen

Ein Anwendungsfall, wo Zeitsteuerung fast immer Sinn ergibt: Kampagnen mit Call-Conversions als primäres Ziel. Wenn deine Anzeigen auf “Jetzt anrufen” ausgerichtet sind und du außerhalb der Bürozeiten niemanden am Telefon hast, ist es sinnvoll, die Anzeige in diesen Zeiträumen zu pausieren. Ein unbeantworteter Anruf ist eine verlorene Anfrage, und das doppelt schlecht, weil du trotzdem für den Klick gezahlt hast.

Hier ist der Zeitausschluss eindeutig die richtige Entscheidung. In diesem Fall würde ich die Kampagne streng auf Bürozeiten beschränken.

Unterschied: Anzeige aus vs. niedrigeres Gebot

Wenn du einen Zeitraum im Werbezeitplaner nicht aktivierst, erscheint deine Anzeige in dieser Zeit gar nicht. Das ist fundamental anders als ein niedriges Gebot. Mit einem Gebot von -80 % könntest du theoretisch noch in Auktionen mitbieten, in denen die Konkurrenz schwach ist. Ein vollständiger Ausschluss hingegen sperrt die Zeit komplett, unabhängig vom Wettbewerb.

Budget-Pacing und Werbezeitplaner: Was sich 2026 geändert hat

Es gibt noch einen Aspekt, der häufig übersehen wird und seit einer Google-Änderung Anfang 2026 relevanter geworden ist: Budget-Pacing und Werbezeitplaner beeinflussen sich gegenseitig.

Wenn du deine Kampagne stark auf bestimmte Tageszeiten einschränkst, muss Google das Tagesbudget auf ein kürzeres Zeitfenster verteilen. Das kann dazu führen, dass das Budget schneller aufgebraucht ist oder dass das System in der erlaubten Zeit aggressiver bietet. Bei Smart Bidding kann das die Lernphase verlängern, weil weniger Auktionsdaten gesammelt werden.

Das ist kein Argument gegen Zeitausschlüsse, aber ein Grund, die Entscheidung nicht leichtfertig zu treffen.

Werbezeitplaner bei Performance Max

Wie bei der Gerätesteuerung gibt es auch beim Werbezeitplaner eine wichtige Ausnahme: Performance Max Kampagnen unterstützen keine Zeitausschlüsse. Du kannst dort weder bestimmte Tage noch Uhrzeiten sperren. Google’s Argumentation: Das System optimiert vollautomatisch und braucht möglichst viele Datenpunkte, um effizient zu sein.

Wenn du eine strikte Zeitsteuerung brauchst, musst du mit Search-Kampagnen arbeiten.

Wie du die Tageszeit-Daten in Google Ads findest

Bevor du den Werbezeitplaner einrichtest, solltest du wissen, wie deine Kampagne über die Woche verteilt performt. In Google Ads gibt es dafür unter dem Punkt “Kampagnen” oder “Anzeigengruppen” die Möglichkeit, nach Tageszeit und Wochentag zu segmentieren.

Den Bericht findest du über das Segmente-Menü in der Tabelle: Wähle “Zeit” und dann entweder “Tageszeit” oder “Wochentag”. Du siehst dann, wie sich Klicks, Kosten und Conversions über die verschiedenen Zeitfenster verteilen.

Ein paar Hinweise zur Auswertung:

Minimum an Daten. Zeitbasierte Analysen brauchen genug Volumen. Wenn du insgesamt 20 Conversions im Monat hast, kannst du sie nicht sinnvoll auf 168 Stunden verteilen. In dem Fall würde ich keinen Zeitausschluss setzen, weil die Datenbasis zu dünn ist.

Conversion-Rate, nicht absolute Conversions. An Wochentagen fließt automatisch mehr Traffic als am Wochenende. Schau nicht auf die absolute Zahl, sondern auf die Conversion-Rate. Ein Sonntag mit weniger Klicks aber ähnlicher Conversion-Rate wie ein Montag ist kein Grund für einen Ausschluss.

Durchschnitt über mehrere Monate. Ein schlechter Sonntag im Oktober sagt wenig. Schau dir am besten 3 bis 6 Monate an, um saisonale Ausreißer rauszufiltern.

Der häufigste Fehler beim Werbezeitplaner

Der Fehler, den ich am häufigsten sehe: Unternehmer schränken die Kampagne auf Geschäftszeiten ein, ohne die Daten vorher zu prüfen, weil es “ja logisch klingt”. Danach beklagen sie sich, dass die Kampagne deutlich weniger Traffic hat und teurer geworden ist.

Was tatsächlich passiert: Das Budget, das vorher auf 24 Stunden verteilt war, muss jetzt in 8 oder 10 Stunden ausgegeben werden. Google bietet aggressiver, der CPC steigt. Gleichzeitig wurden Zeiträume ausgeschlossen, in denen vielleicht 30 % der Anfragen kamen.

Das Ergebnis ist nicht selten mehr Budget für weniger Anfragen. Eine Ausgangssituation, die schwer wieder rückgängig zu machen ist, weil die Lernphase von Smart Bidding damit zurückgesetzt wird.

Meine Empfehlung deshalb: Lieber konservativ vorgehen. Wenn du nicht sicher bist, ob ein Zeitraum wirklich schlecht performt, lass ihn erst mal laufen. Du kannst immer noch ausschließen, wenn die Daten es bestätigen. Den umgekehrten Weg, einen Ausschluss rückgängig machen und die Lernphase neu starten, kostet mehr Zeit und Geld.

Was bedeutet das für deinen konkreten Einsatz?

Meine pragmatische Empfehlung für Unternehmer, die sich fragen, ob sie einen Werbezeitplaner einrichten sollen:

Wenn du eine Call-Kampagne hast und außerhalb der Bürozeiten niemand ans Telefon geht: Zeitausschlüsse einrichten, klar.

Wenn du formularmäßige Anfragen generierst und die Antwortzeit nicht von Geschäftszeiten abhängt: Zuerst die Daten anschauen. Gibt es Zeiten, wo nachweislich weniger oder qualitativ schlechtere Anfragen kommen? Dann ausschließen. Ansonsten lieber das System machen lassen.

Wenn du mit Smart Bidding arbeitest und über prozentuale Zeitanpassungen nachdenkst: Lass es. Das bringt dir bei Smart Bidding nichts, was das System nicht ohnehin schon optimiert.

Werbezeitplaner: Wann welche Einstellung?
  • Call-Kampagne, niemand nach Bürozeiten erreichbar: Außerhalb der Bürozeiten vollständig ausschließen
  • Formular-Kampagne mit Smart Bidding: Nur ausschließen, wenn Daten schlechte Performance in bestimmten Zeitfenstern belegen
  • Prozentuale Zeitanpassungen bei Smart Bidding: Kaum Wirkung, eher weglassen
  • Manueller CPC: Zeitanpassungen nach Datenlage sinnvoll
  • Performance Max: Keine Zeitsteuerung möglich
  • Vor jeder Entscheidung: Mindestens 90 Tage Daten, ausreichend Conversions je Zeitblock
  • Budget-Effekt beachten: Starke Einschränkung = kürzeres Zeitfenster für Budget-Verteilung

Wer tiefer in das übergeordnete Thema einsteigen will, findet den Hauptartikel unter Gebotsanpassungen in Google Ads. Dort sind alle Arten von Anpassungen zusammengefasst, also nicht nur Zeit und Gerät, sondern auch Standorte, Zielgruppen und weiteres.

Benjamin Häntzschel

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