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Google Ads mit Gmail-Adresse: bald keine Änderungen mehr
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Google Ads mit Gmail-Adresse: bald keine Änderungen mehr

Das Wichtigste zusammengefasst

Google testet eine Regel, nach der Nutzer mit freien E-Mail-Domains wie gmail.com bestimmte Verwaltungsaktionen im Werbekonto nicht mehr ausführen dürfen. Kampagnenarbeit bleibt möglich, das Ändern von Zugriffen und Verknüpfungen nicht. Der Haken liegt darin, dass genau die Aktion, mit der du das Problem lösen würdest, selbst zu den gesperrten gehört.

Sehr viele Werbekonten in Deutschland laufen auf einer privaten Adresse. Der Inhaber hat vor Jahren ein Konto angelegt, dafür seine bestehende Gmail-Adresse genommen, und seitdem läuft es. Genau an dieser Stelle setzt Google gerade an.

In einem Pilotversuch werden Nutzer, die mit einer freien E-Mail-Domain angemeldet sind, von sensiblen Aktionen ausgeschlossen. Freie Domain heißt in dem Zusammenhang gmail.com, yahoo.com und Vergleichbares. Wer betroffen ist, soll auf eine Firmen-Domain wechseln, also auf eine Adresse mit der eigenen Unternehmensdomain.

Was noch geht und was nicht

Der Unterschied ist wichtig

Es geht nicht darum, dass du dich nicht mehr anmelden kannst. Berichte ansehen und Kampagnen bearbeiten bleibt möglich, abhängig von deinen Rechten. Gesperrt werden Verwaltungsaktionen, allen voran das Ändern von Nutzerzugriffen und das Anpassen von Kontoverknüpfungen.

Diese Trennung erklärt, warum das Thema so leicht durchrutscht. Im Tagesgeschäft merkst du nichts. Du siehst deine Zahlen, du passt Budgets an, du schreibst neue Anzeigen. Das Problem taucht erst in dem Moment auf, in dem du jemanden ins Konto holen oder eine Verknüpfung bestätigen willst, und das sind typischerweise Momente unter Zeitdruck.

Weiterhin möglich
Betroffen von der Sperre
Anmelden und Konto öffnen
Neue Nutzer hinzufügen
Berichte und Zahlen ansehen
Rechte bestehender Nutzer ändern
Kampagnen, Anzeigen, Budgets bearbeiten
Kontoverknüpfungen anpassen oder bestätigen
Keywords und Ausschlüsse pflegen
Verwaltungsaktionen mit erhöhtem Risiko

Wie ein Konto von Anfang an sauber aufgesetzt wird, steht im Beitrag zum Google Ads Konto richtig einrichten.

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Der Haken, an dem die meisten hängen bleiben

Jetzt kommt der Teil, der aus einer Randnotiz ein echtes Thema macht.

Um von der privaten Adresse wegzukommen, legst du ein Google-Konto mit deiner Firmenadresse an und lädst dieses Konto als Nutzer in dein Werbekonto ein. Das Einladen eines Nutzers ist aber selbst eine sensible Aktion. Wer wartet, bis die Sperre greift, kann den naheliegenden Ausweg unter Umständen nicht mehr selbst gehen.

Die Kette läuft nur in eine Richtung

Firmenadresse anlegen, als Nutzer einladen, Passkey erstellen, Wartezeit abwarten. Jeder Schritt setzt den vorherigen voraus. Wenn du an Schritt zwei blockiert bist, hilft dir Schritt eins nicht mehr weiter.

Dazu kommen zwei Details, die den Zeitbedarf weiter strecken. Bei Konten mit drei oder mehr aktiven Administratoren kann für das Hinzufügen eines Nutzers zusätzlich eine Freigabe durch mehrere Beteiligte nötig werden. Und der Passkey, den Google seit diesem Sommer für sensible Aktionen verlangt, hängt am jeweiligen Google-Konto, nicht am Werbekonto. Dein neues Firmenkonto braucht also einen eigenen Passkey, und ein frisch angelegter Passkey ist bis zu sieben Tage lang noch nicht für sensible Aktionen einsatzbereit.

Zusammengerechnet sprechen wir im ungünstigen Fall über gut eine Woche, in der Zugriffsänderungen stillstehen. Wer diese Woche eingeplant hat, merkt davon nichts. Wer sie nicht eingeplant hat, merkt es genau dann, wenn eine neue Mitarbeiterin ins Konto soll oder ein Dienstleister eine Verknüpfung braucht.

So gehst du es der Reihe nach an

1
Prüfen, womit du angemeldet bist

Sieh in Google Ads unter Verwaltung im Bereich Zugriff und Sicherheit nach, welche Adressen Zugriff haben und mit welcher Adresse du selbst als Administrator eingetragen bist. Endet sie auf gmail.com, gehörst du zum betroffenen Kreis.

Zugriff und Sicherheit
2
Google-Konto auf der Firmenadresse anlegen

Lege ein Google-Konto an, das auf deiner eigenen Domain liegt, also zum Beispiel auf info@deinefirma.de. Nutze dafür eine Adresse, die dauerhaft existiert und nicht an eine einzelne Person gebunden ist, die das Unternehmen verlassen könnte.

Firmen-Domain
3
Firmenkonto als Administrator einladen

Lade das neue Konto mit Administratorrechten in dein Werbekonto ein und nimm die Einladung mit dem neuen Konto an. Dieser Schritt ist die sensible Aktion, deshalb steht er am Anfang und nicht am Ende.

Nutzerverwaltung
4
Passkey für das neue Konto einrichten

Richte für das Firmenkonto einen eigenen Passkey ein, idealerweise auf zwei Geräten. Rechne mit einer Wartezeit von bis zu sieben Tagen, bevor er für sensible Aktionen greift.

SicherheitWartezeit
5
Alten Zugriff geordnet zurückbauen

Erst wenn das Firmenkonto vollwertig funktioniert, kannst du entscheiden, ob die private Adresse als Zugriff bleibt oder entfernt wird. Vorher nichts löschen, sonst sperrst du dich im Zweifel selbst aus.

Aufräumen

Braucht es dafür Google Workspace?

Das ist die Frage, an der sich entscheidet, ob die Umstellung nichts kostet oder eine laufende Gebühr bedeutet, und ehrlicherweise ist sie offen.

Ein Google-Konto lässt sich grundsätzlich mit einer bereits vorhandenen Nicht-Gmail-Adresse anlegen, ohne dass man Workspace bucht. Ob Google im Rahmen dieses Pilots eine solche Adresse als Firmen-Domain akzeptiert oder ob eine verifizierte Workspace-Domain verlangt wird, steht in der Dokumentation nicht. Bis das geklärt ist, würde ich niemandem raten, vorsorglich Lizenzen zu kaufen. Der Weg über eine bestehende Firmenadresse ist der günstigere Versuch, und wenn er nicht ausreicht, kannst du immer noch nachrüsten.

Experten-Tipp

Unabhängig von dieser Google-Regel ist ein Werbekonto auf einer privaten Adresse ohnehin ein Risiko, das gern unterschätzt wird. Es hängt an einem Postfach, dessen Passwort vielleicht auch für andere Dienste genutzt wird, und bei einem Personalwechsel oder im Krankheitsfall kommt niemand sonst an die Verwaltung heran. Der Umstieg auf eine unternehmenseigene Adresse räumt deshalb eine echte Schwachstelle weg und erfüllt die Google-Regel gleich mit.

Wen es am ehesten trifft

Am stärksten betroffen sind kleine Betriebe, in denen der Inhaber alles selbst angelegt hat, also Handwerksbetriebe, lokale Dienstleister, Praxen, kleinere Kanzleien und Einzelunternehmer im B2B. Dort läuft das Konto oft seit Jahren auf derselben privaten Adresse, und es gibt keinen zweiten Administrator, der einspringen könnte.

Der zweite Kreis sind Konten, bei denen ein externer Dienstleister mit einer privaten Adresse Administratorrechte hat. Wenn dort eine Sperre greift, kann der Dienstleister Zugriffe nicht mehr anpassen, und du merkst es erst, wenn eine Übergabe ansteht.

Kein Problem hast du, wenn dein Werbekonto ohnehin über eine Adresse auf der eigenen Domain verwaltet wird. Dann ist die Meldung für dich nur der Anlass, einmal die Zugriffsliste durchzugehen und alte Berechtigungen zu entfernen.

Diese Regel steht nicht allein. Google zieht die Kontosicherheit gerade an mehreren Stellen an, siehe die Passkey-Pflicht seit Juli 2026 und die Phishing-Welle auf MCC-Konten. Die Grundlagen dazu stehen im Überblick für kleine Unternehmen.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan für die Umstellung:

Checkliste
  • Zugriffsliste sichten. Unter Verwaltung im Bereich Zugriff und Sicherheit alle Nutzer durchgehen und notieren, welche auf einer freien Domain liegen.
  • Dauerhafte Firmenadresse festlegen. Eine Adresse auf der eigenen Domain wählen, die nicht an eine einzelne Person gebunden ist, und dafür ein Google-Konto anlegen.
  • Firmenkonto einladen, solange es noch geht. Das neue Konto mit Administratorrechten hinzufügen, bevor eine Sperre den Weg dorthin blockiert.
  • Passkey einrichten und Wartezeit einplanen. Für das neue Konto einen Passkey auf zwei Geräten anlegen und die bis zu sieben Tage bis zur Einsatzbereitschaft berücksichtigen.
  • Externe Zugriffe abstimmen. Dienstleister und Berater fragen, mit welcher Adresse sie auf dein Konto zugreifen, und Umstellungen gemeinsam terminieren.

Häufige Fragen zur Firmen-E-Mail-Pflicht

Kann ich Google Ads noch mit einer Gmail-Adresse nutzen?

Kampagnen bearbeiten und Berichte ansehen bleibt möglich. Google testet aktuell, Nutzer mit freien E-Mail-Domains von sensiblen Aktionen auszuschließen, also vom Ändern von Nutzerzugriffen und Kontoverknüpfungen.

Ab wann gilt die Regel für Firmen-E-Mail-Adressen?

Google nennt bisher kein Datum. Die Regelung läuft als Pilot für einen Teil der Werbetreibenden. Wer betroffen ist, bekommt beim Versuch einer sensiblen Aktion einen Hinweis im Konto.

Brauche ich dafür Google Workspace?

Das ist offen. Ein Google-Konto lässt sich grundsätzlich auch mit einer bestehenden Nicht-Gmail-Adresse anlegen, ohne Workspace zu buchen. Ob Google im Pilot eine verifizierte Workspace-Domain verlangt, geht aus der Dokumentation nicht hervor.

Warum sollte ich nicht warten, bis die Sperre kommt?

Weil das Hinzufügen eines neuen Nutzers selbst eine sensible Aktion ist. Wer erst umstellt, wenn er blockiert wird, kann sich unter Umständen nicht mehr selbst helfen. Dazu kommt die Wartezeit von bis zu sieben Tagen für einen neu angelegten Passkey.

Was passiert mit meinem bestehenden Zugriff?

Der bleibt zunächst bestehen. Google bindet damit bestimmte Verwaltungsaktionen an eine Firmen-Domain. Konten werden dabei nicht gesperrt. Die tägliche Kampagnenarbeit ist nach aktuellem Stand nicht betroffen.

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