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ChatGPT Ads: Creative-Optimierung besser abschalten
ChatGPT Ads 9 Min. Lesezeit

ChatGPT Ads: Creative-Optimierung besser abschalten

Das Wichtigste zusammengefasst

OpenAI schaltet für Self-Service-Kampagnen von ChatGPT Ads die Creative-Optimierung ein. Danach darf ChatGPT deine Anzeigentexte umschreiben, übersetzen und die Zielseite ändern, und du siehst weder die Varianten noch die Zielseiten. Ich rate deshalb zum Abschalten vor dem 29. Oktober, vor allem wenn deine Anfragen über ein Formular oder eine feste Seite kommen. Ein Test ergibt höchstens für Online-Shops mit vielen gepflegten Produktseiten Sinn, und dann in einer einzelnen Kampagne. Der Schalter ist auch im deutschen Ads Manager vorhanden.

Für die Creative-Optimierung, im englischen Original „Creative enhancements“, gilt ab Ende Oktober ein neuer Standard. Laut der Hilfeseite von OpenAI wird sie für neue und bestehende Kampagnen aktiviert, wer nichts tut, ist danach drin. Wie der Kanal insgesamt funktioniert und für wen er sich heute lohnt, steht im Überblick zu ChatGPT Ads. Hier geht es um diese eine Einstellung und darum, warum ich sie in fast allen Accounts abschalten würde.

Was macht die Creative-Optimierung bei ChatGPT Ads?

Gut zu wissen

Die Creative-Optimierung passt deine Anzeige an das Gespräch an, in dem sie erscheint. Laut OpenAI kann sie Überschriften und Beschreibungen neu formulieren, Texte übersetzen, Bilder auf das Format zuschneiden und die Ziel-URL auf eine andere Seite deiner Website legen. Die Varianten entstehen vorab oder in Echtzeit und laufen ohne deine Freigabe.

Als Grundlage nimmt OpenAI drei Dinge: den Verlauf des Gesprächs oder die Interessen der Person, deine bestehende Anzeige und den Inhalt deiner Zielseite. Spricht jemand in ChatGPT über ein konkretes Problem, formuliert das System deine Anzeige so um, dass sie an genau dieses Problem anknüpft. In der Hilfe von OpenAI zu den Creative enhancements steht dazu ein Beispiel mit einem Lebensmittel-Lieferdienst, dessen Anzeige auf ein Gespräch über schnelle Abendessen zugeschnitten wird.

Mit den automatisch erzeugten Anzeigen, über die ich im Sommer geschrieben habe, hat das wenig zu tun. Dort entstehen beim Anlegen Vorschläge aus deiner Website, die du vor dem Start prüfst. Was das bei der automatischen Anzeigenerstellung in ChatGPT Ads bedeutet, steht im eigenen Beitrag. Die Creative-Optimierung greift erst während der Ausspielung, also an einer Stelle, an der niemand mehr draufschaut.

Was sich ändern kann und was du davon siehst

Vier Dinge darf das System anfassen. Für jedes davon lohnt sich die Frage, was das in deinem Fall bedeutet.

Was ChatGPT ändern darf
Was das für dich bedeutet
Überschriften und Beschreibungen
Aussagen, die du so nie geschrieben oder freigegeben hast, können in deiner Anzeige stehen
Übersetzung in andere Sprachen
Deine deutsche Anzeige kann in einem englischen Gespräch auf Englisch erscheinen
Bildgröße
Unkritisch, das Bild wird nur auf das Format zugeschnitten
Ziel-URL
Besucher landen eventuell auf einer Seite ohne Formular oder ohne Messung

OpenAI schreibt ausdrücklich, dass es keine Vorschau aller Varianten gibt und dass die Varianten ohne einzelne Freigabe laufen. In den Berichten siehst du Impressionen, Klicks, Kosten, Klickrate und Conversions je Anzeige. In welcher Fassung die Anzeige jeweils zu sehen war, zeigt kein Bericht. OpenAI weist selbst darauf hin, dass sich aus Veränderungen der Kennzahlen allein nicht ablesen lässt, was die Creative-Optimierung bewirkt hat.

Kann ich sehen, wo die Klicks landen?

Im Ads Manager nicht. Einen Bericht nach Zielseite gibt es dort genauso wenig wie einen nach Variante. Der einzige mögliche Weg führt über deine eigene Webanalyse, und auch der hat einen offenen Punkt.

Wenn du deine ChatGPT-Anzeigen mit Tracking-Parametern versiehst, etwa utm_source=chatgpt, siehst du in Google Analytics unter den Einstiegsseiten, auf welchen Seiten diese Besucher ankommen. Das funktioniert aber nur, wenn OpenAI die Parameter auch an eine umgelegte Ziel-URL anhängt. Ob das passiert, steht in keiner Dokumentation. Im besten Fall erfährst du also hinterher, dass Besucher auf einer Seite ohne Formular gelandet sind, nachdem die Klicks bereits bezahlt sind.

Die Textvarianten selbst bleiben in jedem Fall unsichtbar, auch mit der besten Webanalyse. Was ChatGPT in deinem Namen geschrieben hat, erfährst du höchstens, wenn dir jemand einen Screenshot schickt.

Warum ich zum Abschalten rate

Für die meisten Unternehmer, die ChatGPT Ads gerade ausprobieren, ist das Abschalten die bessere Wahl. Drei Situationen machen die Entscheidung eindeutig, und jede reicht für sich.

Die erste sind Texte, die jemand freigegeben hat. Das betrifft jeden Betrieb, in dem der Inhaber, ein Auftraggeber oder eine Rechtsabteilung Werbeaussagen abnimmt, etwa Hersteller mit Markenvorgaben oder Händler mit festen Preisangaben. Eine umgeschriebene Anzeige kann eine Zusage enthalten, die so nie gemacht wurde. Laut den Werbebedingungen von OpenAI bleibt die Verantwortung für Anzeigen und Zielseiten auch bei KI-erzeugten Fassungen beim Werbetreibenden.

Die zweite ist eine feste Anfrageseite mit Messung. Wenn deine Conversions an einer bestimmten Seite hängen, etwa an einem Rechner oder einem Formular, und das Tracking für ChatGPT Ads genau dort eingerichtet ist, kann eine geänderte Ziel-URL die Besucher auf Seiten ohne Formular schicken. Dann kostet jeder Klick dasselbe, aber weniger Besucher kommen bis zur Anfrage.

Die dritte ist ein laufender Test. ChatGPT Ads ist für fast alle Unternehmer in Deutschland noch neu. Die wichtigste Frage der ersten Wochen lautet, welche Anzeige überhaupt funktioniert. Sobald das System die Texte frei variiert, lässt sich diese Frage nicht mehr beantworten.

Experten-Tipp

Ich habe die Funktion in einem Account, den ich betreue, vor dem Stichtag abgeschaltet. Dort hat der Inhaber jede Anzeige einzeln freigegeben, der Text auf der Zielseite ist anwaltlich geprüft, und die gesamte Messung hängt an genau dieser einen Seite. Jeder der drei Punkte hätte für sich gereicht.

Passend dazu

Du willst wissen, wann sich der Einstieg für dich lohnt?

Zum Überblick ChatGPT Ads →

Gibt es Fälle, in denen ein Test sinnvoll ist?

Der eine Fall, den ich gelten lasse, sind Online-Shops mit vielen gepflegten Produktseiten. Meine Einschätzung ist, dass eine Anzeige, die zum konkreten Gespräch passt, dort eher geklickt wird als eine allgemeine. Wenn jemand über ein bestimmtes Produkt spricht, kann eine Ziel-URL auf genau diese Produktseite besser sein als die Startseite oder eine Kategorie. Belegt ist das für ChatGPT Ads noch nicht.

Voraussetzung ist, dass deine Website diesen Freiraum verträgt. Preise, Aktionen, Verfügbarkeit und Produktangaben müssen aktuell sein, denn genau daraus baut das System die neuen Texte. OpenAI empfiehlt das in der Hilfe auch selbst. Wer seine Seiten nicht regelmäßig pflegt, riskiert Anzeigen mit veralteten Preisen.

Auch dann würde ich nicht das ganze Konto umstellen. Laut OpenAI hat eine Einstellung auf Kampagnenebene Vorrang vor dem Standard des Kontos. Sinnvoll ist deshalb ein Aufbau mit abgeschalteter Creative-Optimierung im Konto und einer einzelnen Kampagne, in der sie läuft. Vorher prüfst du in Google Analytics, ob die Besucher dieser Kampagne mit ihren Tracking-Parametern ankommen, sonst siehst du nicht einmal, wo sie gelandet sind.

Wo schaltest du die Creative-Optimierung ab?

Den Schalter findest du im ChatGPT Ads Manager unter Einstellungen im Bereich Allgemein. Dort steht unter Anzeigeneinstellungen die Option Creative-Optimierung, die du auf Aus stellst.

Schalter Creative-Optimierung im ChatGPT Ads Manager unter Anzeigeneinstellungen, auf Aus gestellt
Der Schalter im deutschen Ads Manager, Stand 23. Oktober 2026

Ein einmal gesetztes Opt-out bleibt laut OpenAI auch nach der Umstellung bestehen, auf Konto- wie auf Kampagnenebene. Wenn du also jetzt abschaltest, überschreibt der Stichtag deine Entscheidung nicht.

Über die API geht es nicht

Wer ChatGPT Ads über die Ads-API steuert, kann den Status zwar auslesen, im Konto heißt das Feld creative_optimization_opt_in. Ein Endpunkt zum Ändern ist in der aktuellen API-Dokumentation nicht beschrieben. Abschalten geht nur im Ads Manager.

Eine ähnliche Umstellung hat Google mit AI Max gemacht, dort wurden Suchbegriff-Matching und Textanpassung automatisch eingeschaltet. Wie ich das eingeordnet habe, steht im Beitrag zur automatischen AI-Max-Umstellung.

Ab wann gilt die Umstellung?

Die Angaben von OpenAI widersprechen sich. Laut PPC Land vom 21. Oktober stand in der Mail an Werbetreibende der 30. Oktober 2026, während die Hilfeseite den 29. Oktober nannte. Seit ihrer Aktualisierung am 22. Oktober steht auf der Hilfeseite der 31. Oktober, beschrieben als Donnerstag, obwohl der 31. Oktober 2026 ein Samstag ist.

Der sichere Weg ist, vor dem 29. Oktober zu entscheiden. Bis dahin bleiben deine Anzeigen so, wie du sie eingerichtet hast.

Gilt das auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

OpenAI nennt für die Creative-Optimierung keine Länderbeschränkung. Laut OpenAI steht der Self-Service von ChatGPT Ads in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit dem 31. August 2026 als Beta offen, am eigenen deutschen Konto habe ich das am 1. September bestätigt. In der deutschen Oberfläche des Ads Managers ist der Schalter vorhanden. Der Screenshot oben stammt aus einem deutschen Werbekonto vom 23. Oktober 2026.

OpenAI hat nicht ausdrücklich bestätigt, dass die automatische Aktivierung auch hier ausgerollt wird. Offen ist außerdem, ob Kampagnen außerhalb des Self-Service betroffen sind. Weil der Schalter hierzulande schon da ist, würde ich nicht auf eine Bestätigung warten.

Wenn du gerade erst überlegst, ob ChatGPT Ads für dein Unternehmen passt, findest du die Grundlagen, Kosten und Voraussetzungen im Überblick zu ChatGPT Ads.

Häufige Fragen

Wie schalte ich die Creative-Optimierung bei ChatGPT Ads aus?

Im ChatGPT Ads Manager unter Einstellungen im Bereich Allgemein. Dort steht unter Anzeigeneinstellungen der Schalter Creative-Optimierung, den du auf Aus stellst. Ein einmal gesetztes Opt-out bleibt laut OpenAI auch nach der Umstellung bestehen.

Was ändert die Creative-Optimierung an meinen Anzeigen?

Sie kann Überschriften und Beschreibungen neu formulieren, Anzeigentexte in andere Sprachen übersetzen, Bilder an das Format anpassen und die Ziel-URL auf eine andere Seite deiner Website legen. Als Grundlage nimmt OpenAI dein bestehendes Anzeigenmaterial, den Inhalt der Zielseite und das Gespräch, in dem die Anzeige erscheint.

Kann ich sehen, welche Variante lief und wo die Klicks gelandet sind?

Im Ads Manager nicht. Laut OpenAI gibt es keine Vorschau aller Varianten, und die Berichte zeigen Impressionen, Klicks, Kosten und Conversions je Anzeige, aber weder die ausgespielte Fassung noch die Zielseite. Ob deine eigenen Tracking-Parameter an einer geänderten Ziel-URL erhalten bleiben, dokumentiert OpenAI nicht.

Ab wann ist die Creative-Optimierung bei ChatGPT Ads aktiv?

OpenAI nennt verschiedene Termine. Laut PPC Land sprach die Mail an Werbetreibende vom 30. Oktober 2026, die Hilfeseite nannte zuerst den 29. Oktober und seit dem 22. Oktober den 31. Oktober. Wer vor dem 29. Oktober abschaltet, ist in jedem Fall vor der Umstellung dran.

Gilt die Creative-Optimierung auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

OpenAI nennt keine Länderbeschränkung. Laut OpenAI ist der Self-Service von ChatGPT Ads in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit dem 31. August 2026 als Beta offen, und im deutschen Ads Manager ist der Schalter vorhanden. Eine ausdrückliche Bestätigung, dass die automatische Aktivierung auch hier ausgerollt wird, gibt es nicht.

Kann ich die Creative-Optimierung über die Ads-API abschalten?

Nach der aktuellen Dokumentation der ChatGPT Ads API nicht. Das Konto liefert den Status als Feld creative_optimization_opt_in aus, ein Endpunkt zum Ändern ist nicht beschrieben. Der Schalter im Ads Manager ist der einzige dokumentierte Weg.

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Benjamin Häntzschel

Benjamin Häntzschel

Google Ads, KI & Conversion-Optimierung

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