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Video-Kampagnen: Google stellt ab August automatisch um
Google Ads News 5 Min. Lesezeit

Video-Kampagnen: Google stellt ab August automatisch um

Das Wichtigste zusammengefasst

Google stellt ab August 2026 ältere Video-Kampagnen automatisch auf Multiformat-Anzeigen um, verteilt über den Rest des Jahres. Betroffen sind Video-Reach-Kampagnen, die bisher nur In-Stream liefen, sowie TrueView-Kampagnen für Consideration, bei denen sich zusätzlich die Gebotslogik ändert. Deine Kampagnenstatistik bleibt, die Daten auf Anzeigen- und Anzeigengruppenebene werden zurückgesetzt. Hier erfährst du, was du vorher sichern und einstellen solltest.

Automatische Umstellungen sind bei Google Ads inzwischen Routine, und meistens laufen sie unauffällig durch. Diese hier hat allerdings einen Haken, der sich hinterher nicht mehr reparieren lässt. Ein Teil deiner Berichtsdaten verschwindet, und zwar genau der Teil, an dem du ablesen kannst, welche Anzeige bei dir eigentlich funktioniert hat.

Wer YouTube nur nebenbei laufen hat, wird das verschmerzen. Wer über Monate getestet und optimiert hat, sollte vorher einmal exportieren.

Welche Kampagnen sind betroffen?

Es laufen zwei Umstellungen parallel, und sie betreffen unterschiedliche Kampagnentypen.

Der erste Fall sind Video-Reach-Kampagnen für effiziente Reichweite, die bisher ausschließlich In-Stream ausgespielt haben. Sie werden auf Multiformat-Anzeigen umgestellt und können damit zusätzlich In-Feed und Shorts bedienen. Die Gebotslogik bleibt dabei unverändert.

Der zweite Fall sind TrueView-Kampagnen für In-Stream und In-Feed mit dem Ziel Consideration. Sie werden zu Video-View-Kampagnen. Hier ändert sich zusätzlich die Gebotsstrategie, weil Video-View-Kampagnen mit Ziel-CPV arbeiten statt mit einem maximalen CPV. Statt einer Obergrenze pro Aufruf gibst du also einen Durchschnittswert vor, den das System anpeilt.

Beide Umstellungen starten ab August 2026 und werden über den Rest des Jahres verteilt ausgerollt. Ein festes Datum für dein Konto gibt es nicht.

Nicht zu verwechseln ist das Ganze mit der Umstellung von Video-Action-Kampagnen auf Demand Gen, die bereits vorher lief. Wer davon betroffen war, findet die Einzelheiten im Beitrag zu den Video-Action-Kampagnen und Demand Gen.

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Was bleibt erhalten und was verschwindet

Der wichtigste Punkt an der ganzen Sache steckt in einem einzigen Satz aus Googles Hilfeseiten, und der geht leicht unter.

Bleibt erhaltenWird zurückgesetzt
Historische Berichtsdaten der KampagneVerlauf auf Anzeigengruppenebene
Kampagnenname, Budget, LaufzeitVerlauf einzelner Anzeigen
Ausrichtung und ZielgruppenVergleichbarkeit einzelner Creatives über den Umstellungszeitpunkt hinweg

Auf Kampagnenebene siehst du hinterher also weiterhin, wie sich Kosten, Aufrufe und Ergebnisse über die Monate entwickelt haben. Was du verlierst, ist die Ebene darunter. Welches Video besser lief als das andere, welche Anzeigengruppe den günstigeren Aufruf hatte, wie sich eine bestimmte Kreation über die Zeit geschlagen hat, das ist danach weg.

Für alle, die YouTube systematisch testen, ist das der eigentliche Verlust. Nicht dramatisch, aber ärgerlich, weil er sich mit einem Export im Vorfeld komplett vermeiden lässt.

Was du vor der Umstellung tun solltest

Die Vorbereitung ist überschaubar und lohnt sich trotzdem.

  1. Exportier die Berichte auf Anzeigengruppen- und Anzeigenebene für den gesamten Zeitraum, den du noch brauchen könntest. Ein einfacher Export als Tabelle reicht, Hauptsache er liegt außerhalb des Kontos.
  2. Leg Textbausteine für die neuen Formate an. Multiformat-Anzeigen brauchen Überschriften und Beschreibungen, jeweils bis zu 90 Zeichen. Ohne diese Bausteine kann die Kampagne In-Feed und Shorts nicht sinnvoll bedienen.
  3. Entscheide bewusst, ob du In-Feed und Shorts überhaupt willst. Nach der Umstellung liefert die Kampagne zunächst weiter nur In-Stream aus, die zusätzlichen Formate schaltest du in den Einstellungen frei.
  4. Prüf, ob Videos im Hochformat vorliegen. Ohne sie sind Shorts-Platzierungen wenig sinnvoll, weil ein Querformat-Video dort schlicht verloren wirkt.
  5. Bei TrueView-Kampagnen für Consideration setz dich zusätzlich mit dem Ziel-CPV auseinander. Ein Zielwert verhält sich anders als eine Obergrenze, weil das System bewusst auch über den Wert hinausgeht, wenn es an anderer Stelle günstiger einkauft.
Experten-Tipp

Kampagnen mit geteiltem Budget werden nach Googles eigener Beschreibung nicht automatisch umgestellt. Das klingt zunächst nach einer Verschonung, ist aber eher ein Stolperstein. Diese Kampagnen bleiben auf einem Stand, der schrittweise abgekündigt wird, während der Rest deines Kontos schon auf den neuen Formaten läuft. Wenn du solche Kampagnen hast, nimm die Umstellung dort besser selbst in die Hand, statt darauf zu warten, dass es irgendwann doch passiert.

Lohnt sich die Umstellung überhaupt?

Ehrliche Einordnung an dieser Stelle. Für die meisten kleinen Unternehmen, die über Google Ads Anfragen gewinnen wollen, sind Video-Reach-Kampagnen ohnehin nicht der erste Hebel. Sie sind auf Reichweite gebaut, nicht auf Abschlüsse, und wer ein begrenztes Monatsbudget hat, investiert es in aller Regel besser in die Suche.

Wenn du aber bereits YouTube laufen hast, sei es zum Aufbau von Bekanntheit in deiner Region oder als Begleitung zu einer größeren Kampagne, dann ist die Erweiterung um In-Feed und Shorts inhaltlich sinnvoll. Ein Teil deiner Zielgruppe verbringt einen erheblichen Anteil der Zeit auf YouTube inzwischen im Shorts-Bereich, und eine Kampagne, die dort gar nicht auftaucht, lässt Reichweite liegen, für die sie ohnehin bezahlen könnte.

Die Umstellung selbst ist also kein Grund zur Sorge. Der Zeitpunkt ist nur ein guter Anlass, einmal zu prüfen, ob die YouTube-Kampagne in deinem Konto überhaupt noch einem Zweck dient oder ob sie seit Monaten mitläuft, weil sie eben mal angelegt wurde.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:

Checkliste
  • Betroffene Kampagnen finden. Schau nach Video-Reach-Kampagnen mit reiner In-Stream-Auslieferung und nach TrueView-Kampagnen mit Ziel Consideration.
  • Berichte exportieren. Sichere die Daten auf Anzeigengruppen- und Anzeigenebene, bevor die Umstellung sie zurücksetzt.
  • Textbausteine ergänzen. Leg Überschriften und Beschreibungen mit jeweils bis zu 90 Zeichen an, damit die neuen Formate bedient werden können.
  • Formate bewusst freischalten. Entscheide, ob In-Feed und Shorts für dich Sinn ergeben, und leg passende Hochformat-Videos bereit.
  • Geteilte Budgets prüfen. Kampagnen mit geteiltem Budget werden nicht automatisch umgestellt, hier lohnt sich der eigene Eingriff.

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