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SMS in Google Ads: neuer Weg über Nachrichten-Assets
Google Ads News 6 Min. Lesezeit

SMS in Google Ads: neuer Weg über Nachrichten-Assets

Das Wichtigste zusammengefasst

Google Ads hat SMS zu den Nachrichten-Assets hinzugefügt. Damit können Interessenten direkt aus deiner Anzeige heraus ein Gespräch per SMS starten, zusätzlich zu den bestehenden Nachrichten-Optionen. Für lokale Dienstleister ist das ein vertrauter, niedrigschwelliger Kontaktweg. Der Nutzen steht und fällt aber damit, ob jemand die eingehenden Nachrichten zeitnah beantwortet.

Google baut die Möglichkeiten aus, wie Interessenten aus einer Anzeige heraus Kontakt aufnehmen. Neben Anruf und Lead-Formular gibt es die Nachrichten-Assets, über die jemand direkt ein Gespräch starten kann. Neu ist, dass diese Nachrichten-Assets jetzt auch SMS unterstützen. SMS reiht sich damit neben die bereits vorhandenen Nachrichten-Optionen ein und gibt Kunden einen weiteren, sehr vertrauten Weg, dich zu erreichen.

Für kleine Unternehmen mit Lead-Fokus ist das interessant, weil SMS praktisch jeder kennt und ohne Hürde nutzen kann. Kein neues Konto, keine App, kein Login. Bevor du das aber einschaltest, lohnt sich ein nüchterner Blick auf zwei Fragen: Ist das in Deutschland überhaupt nutzbar, und passt der Kanal wirklich zu deinem Betrieb.

Was sind Nachrichten-Assets, und was ist neu?

Gut zu wissen

Nachrichten-Assets (englisch: Message Assets) sind Erweiterungen deiner Anzeige, über die Interessenten direkt ein Gespräch mit dir starten können. Bisher liefen diese Gespräche über Messaging-Dienste wie WhatsApp. Neu ist, dass Google jetzt auch SMS als Kanal unterstützt. Der Interessent tippt in der Anzeige auf die Nachrichten-Option und kann dir eine SMS schicken, ohne deine Nummer selbst eintippen zu müssen.

Der Vorteil gegenüber einem Formular ist die geringe Hürde. Ein Lead-Formular verlangt mehrere Eingaben, eine SMS ist eine einzige kurze Nachricht. Gerade Menschen, die schnell eine konkrete Frage stellen wollen, greifen eher zu diesem Weg. Für Betriebe, bei denen viele Anfragen mit einer einfachen Frage beginnen, kann das die erste Kontaktaufnahme spürbar erleichtern.

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Ist SMS als Nachrichten-Asset in Deutschland nutzbar?

Diese Frage ist wichtig, weil nicht jedes neue Google-Feature bei uns sofort läuft. Die gute Nachricht: Nachrichten-Assets sind in Deutschland grundsätzlich verfügbar. Auf Android-Geräten werden sie global ausgespielt, auf iOS in einer festen Liste von rund 50 Ländern, in der Deutschland enthalten ist. SMS gehört laut Google-Dokumentation zu den unterstützten Kanälen.

Es gibt allerdings zwei Einschränkungen, die du kennen solltest. Erstens läuft die Funktion noch als Beta. Wenn du sie in deinem Konto nicht findest, kann es sein, dass sie für dich noch nicht freigeschaltet ist. Zweitens verlangt Google für Nachrichten-Assets die abgeschlossene Advertiser-Verifizierung. Ohne diesen Verifizierungsprozess lässt sich das Asset nicht nutzen. Es ist also kein Schalter, den jeder morgen umlegt, sondern eine Funktion mit ein paar Voraussetzungen.

Experten-Tipp

Prüfe zuerst, ob deine Advertiser-Verifizierung abgeschlossen ist, bevor du dir Gedanken über SMS-Assets machst. Ohne die Verifizierung siehst du die Option gar nicht erst, und viele kleine Konten haben diesen Schritt noch nicht durchlaufen. Das erspart dir die Suche nach einer Funktion, die in deinem Konto schlicht noch nicht sichtbar ist.

Für wen sich SMS als Kontaktweg lohnt

Am meisten Sinn ergibt SMS dort, wo Anfragen ohnehin oft kurz und direkt sind. Lokale Dienstleister und Servicebetriebe sind hier das naheliegende Beispiel. Ein Handwerker bekommt häufig knappe Anfragen der Art, ob ein bestimmter Termin frei ist oder ob eine Leistung überhaupt angeboten wird. Solche Fragen passen gut in eine SMS und lassen sich schnell beantworten.

Bei beratungsintensiven Branchen ist das Bild differenzierter, egal ob Anwaltskanzlei, Steuerberatung oder Arztpraxis. Ein sensibles Anliegen startet selten mit einer beiläufigen SMS, und je nach Branche ist Schriftverkehr über SMS auch rechtlich heikel. Für eine erste, unverbindliche Kontaktaufnahme kann der Kanal trotzdem funktionieren, gerade bei alltagsnahen Themen. Entscheidend ist, dass die Erwartung zum Kanal passt. Wer über SMS erreichbar ist, sollte auch bereit sein, dort in einem passenden Ton zu antworten.

Nachrichten sind dabei nur einer von mehreren Lead-Wegen. Wenn du dir ansiehst, welche Kontaktform am besten zu deinem Angebot passt, hilft der direkte Vergleich mit den anderen Optionen. Wie Google Lead-Formulare im Vergleich funktionieren, habe ich an anderer Stelle beschrieben.

Der Haken: ein unbeantworteter Lead ist schlimmer als kein Lead

Hier liegt der eigentliche Knackpunkt. Ein Nachrichten-Asset ist nur so gut wie deine Reaktionszeit. Wer eine SMS schickt, erwartet eine zeitnahe Antwort, oft innerhalb von Minuten. Bleibt die Antwort aus, hinterlässt das einen schlechteren Eindruck, als hätte der Interessent den Weg gar nicht erst angeboten bekommen. Ein unbeantworteter Lead kostet dich also nicht nur die Anfrage, sondern auch Vertrauen.

Bevor du SMS einschaltest, kläre deshalb ganz praktisch, wer die eingehenden Nachrichten sieht und beantwortet. In einem Ein-Personen-Betrieb heißt das, dass du selbst zeitnah reagieren musst. In einem kleinen Team braucht es eine klare Zuständigkeit. Ohne diese Klärung schaltest du einen Kanal frei, der dir am Ende mehr schadet als nützt.

Der zweite Haken: SMS-Leads sind schwer sauber zu messen

Ein Punkt, der in der Praxis gern übersehen wird, ist die Messung. Google Ads ordnet Conversions über die Klick-ID zu. Bei einem Formular-Lead kannst du diese Klick-ID mit abspeichern und später zurückspielen, was aus dem Lead geworden ist, etwa ob ein Auftrag daraus wurde. Genau auf diesem Mechanismus baut jede Optimierung auf Lead-Qualität auf.

Eine SMS-Konversation läuft an diesem Mechanismus weitgehend vorbei. Das Gespräch findet in deiner Nachrichten-App statt, und du hast keinen sauberen Weg, den einzelnen SMS-Kontakt der auslösenden Anzeige zuzuordnen und mit einem Wert zurückzumelden. Google zählt zwar die gestartete Konversation, aber ob daraus ein guter Kunde wurde, erfährt das System nicht. Wenn du dein Konto auf Qualität statt Menge trimmst, ist jeder SMS-Lead deshalb ein blinder Fleck in deinen Daten. Je größer der Anteil der SMS-Anfragen an deinen Leads, desto unschärfer wird die Grundlage, auf der das Smart Bidding lernt.

Das heißt nicht, dass SMS deshalb tabu ist. Es heißt aber: Wer seine Kampagnen über zurückgespielte Lead-Qualität steuert, sollte SMS bewusst als Ergänzung mit begrenztem Anteil sehen und nicht zum Haupt-Kontaktweg machen.

Testen statt Mehrvolumen voraussetzen

Ein häufiger Denkfehler ist, einen neuen Kontaktweg als zusätzliches Volumen zu verbuchen. Oft verschiebt sich aber nur, wie Menschen Kontakt aufnehmen. Wer vorher angerufen hätte, schickt jetzt vielleicht eine SMS. Das ist nicht schlecht, aber es ist etwas anderes als mehr Anfragen insgesamt.

Deshalb behandle SMS wie einen Test. Aktiviere den Kanal für einen begrenzten Zeitraum und vergleiche, wie sich deine Anfragen entwickeln. Kommen echte, zusätzliche Kontakte dazu, oder verlagert sich nur der Weg. Erst dieser Vergleich zeigt, ob der Kanal für deinen Betrieb einen Unterschied macht.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan, wenn du SMS als Nachrichten-Asset ausprobieren willst:

Checkliste
  • Verifizierung prüfen. Stelle sicher, dass deine Advertiser-Verifizierung abgeschlossen ist, sonst siehst du die Option nicht.
  • Zuständigkeit klären. Lege fest, wer eingehende Nachrichten sieht und zeitnah beantwortet.
  • Als Test einrichten. Aktiviere SMS für einen begrenzten Zeitraum und beobachte, wie sich deine Anfragen verändern.
  • Messbarkeit im Blick behalten. SMS-Leads lassen sich nicht sauber per Klick-ID nachverfolgen. Wenn du auf Lead-Qualität optimierst, halte den SMS-Anteil bewusst als Ergänzung klein.
  • Gegen bestehende Wege vergleichen. Prüfe, ob echte zusätzliche Anfragen dazukommen oder sich nur der Kontaktweg verschiebt.

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