Portfolio-Gebotsstrategien: Mehrere Kampagnen mit einer Strategie steuern
Eine Portfolio-Gebotsstrategie fasst mehrere Kampagnen unter einer gemeinsamen Smart-Bidding-Strategie zusammen. Der Algorithmus kann dann Daten kampagnenübergreifend nutzen und hat eine breitere Grundlage für seine Entscheidungen. Das macht besonders dann Sinn, wenn einzelne Kampagnen für sich zu wenig Conversion-Daten liefern, zusammen aber auf genug Volumen kommen. Dieser Artikel erklärt, wie Portfolio-Gebotsstrategien funktionieren, wann sie sinnvoll sind und worauf du bei der Einrichtung achten solltest.
Eine Frage, die mir Unternehmer immer wieder stellen: “Meine Kampagnen haben einzeln zu wenig Anfragen für Smart Bidding. Was mache ich jetzt?” Eine der Antworten darauf ist die Portfolio-Gebotsstrategie. Die Idee dahinter ist simpel, aber wirkungsvoll.
Was ist eine Portfolio-Gebotsstrategie?
Eine Portfolio-Gebotsstrategie ist eine Gebotsstrategie, die du einmal erstellst und dann auf mehrere Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords gleichzeitig anwendest. Alle Kampagnen in diesem Portfolio teilen dieselbe Strategie und denselben Zielwert. Google kann dabei Daten aus dem gesamten Portfolio nutzen, um Gebote zu optimieren.
Normalerweise weist du einer Kampagne direkt eine Gebotsstrategie zu. Portfolio-Gebotsstrategien gehen einen Schritt weiter: Du erstellst die Strategie separat im Bereich “Gemeinsame Bibliothek” und weist sie dann mehreren Kampagnen gleichzeitig zu.
Der Unterschied klingt technisch, hat aber praktische Konsequenzen. Wenn drei Kampagnen einzeln je 8 Conversions pro Monat liefern, reicht das für zuverlässiges Smart Bidding kaum aus. Google empfiehlt mindestens 15, besser 30 Conversions pro Monat für stabile Optimierung. Zusammengeführt in einem Portfolio kommen dieselben drei Kampagnen auf 24 Conversions, was schon deutlich besser ist.
Welche Strategien funktionieren als Portfolio?
Nicht alle Gebotsstrategien lassen sich als Portfolio einrichten. Die verfügbaren Optionen sind:
Ziel-CPA (Cost per Acquisition). Du gibst einen gewünschten Preis pro Conversion vor, und Google optimiert über alle Kampagnen im Portfolio hinweg darauf. Das ist die häufigste Wahl für Dienstleister und Lead-Generierung.
Ziel-ROAS (Return on Ad Spend). Du gibst vor, wie viel Umsatz pro investiertem Werbe-Euro angestrebt werden soll. Sinnvoll für E-Commerce mit Umsatz-Tracking.
Conversions maximieren. Google versucht, mit dem verfügbaren Budget möglichst viele Conversions zu erzielen. Kannst du mit einem optionalen Ziel-CPA kombinieren.
Conversion-Wert maximieren. Optimierung auf den höchsten Gesamtumsatz, optional mit Ziel-ROAS.
Klicks maximieren. Ebenfalls als Portfolio möglich, aber für die meisten Zwecke weniger relevant, da hier keine Conversion-Optimierung stattfindet.
Manuellen CPC kannst du technisch als Portfolio einrichten, aber das ergibt in der Praxis kaum Sinn. Der Vorteil von Portfolio-Strategien liegt im kampagnenübergreifenden Lernen des Algorithmus. Bei manuellem CPC gibt es keinen Algorithmus, der lernt. Dort würde ein Portfolio nur Verwaltungsaufwand ohne Nutzen bedeuten.
Wann macht eine Portfolio-Gebotsstrategie Sinn?
Die klare Antwort: immer dann, wenn einzelne Kampagnen für sich zu wenig Daten liefern, du sie aber nicht zusammenlegen willst oder kannst.
Mehrere thematische Kampagnen mit ähnlichem Ziel. Angenommen, du betreibst für ein Handwerksunternehmen drei Kampagnen: eine für Malerei, eine für Bodenbeläge, eine für Fassadenarbeiten. Jede Kampagne hat vielleicht 10 Anfragen pro Monat. Als Portfolio kommen alle drei auf 30 Anfragen, und der Algorithmus hat genug Grundlage für gute Entscheidungen.
Mehrere Standortkampagnen. Ein Dienstleister mit Filialen in Hamburg, Berlin und München betreibt für jeden Standort eine eigene Kampagne. Einzeln zu wenig Volumen, zusammen reicht es für Smart Bidding. Ein Portfolio mit einheitlichem Ziel-CPA löst das Problem.
Getrennte Kampagnen für Match-Types. Manche Unternehmer trennen bewusst exact match und phrase match in separate Kampagnen. Wenn beide auf dasselbe Ziel hinarbeiten, ist ein Portfolio die naheliegende Lösung.
Portfolio-Strategien sind kein Allheilmittel für zu wenig Daten. Wenn du insgesamt weniger als 15 Conversions pro Monat in deinem gesamten Konto hast, hilft auch ein Portfolio nicht wirklich weiter. In dem Fall ist manueller CPC oder “Klicks maximieren” erstmal die bessere Wahl, bis genug Daten vorhanden sind. Die Portfolio-Strategie löst das Problem zu geringer Datenmenge pro Kampagne, nicht das Problem zu geringer Datenmenge insgesamt.
Wie richtest du eine Portfolio-Gebotsstrategie ein?
Der Weg führt über die “Gemeinsame Bibliothek” in Google Ads. Dort findest du den Bereich “Gebotsstrategien”.
Schritt 1: Strategie erstellen. Klick auf “Gebotsstrategie erstellen”, wähle den Typ (z.B. Ziel-CPA) und lege den Zielwert fest. Du kannst auch optionale Gebotslimits setzen, also einen maximalen und minimalen CPC, den der Algorithmus verwenden darf.
Schritt 2: Kampagnen zuweisen. Du kannst Kampagnen direkt bei der Erstellung der Portfolio-Strategie zuweisen oder nachträglich über die Kampagneneinstellungen. In den Einstellungen einer Kampagne findest du unter “Gebote” die Option, eine bestehende Portfolio-Strategie zu verwenden.
Schritt 3: Einheitlichen Zielwert festlegen. Alle Kampagnen im Portfolio teilen denselben Ziel-CPA oder Ziel-ROAS. Das ist ein wichtiger Punkt: Wenn deine Kampagnen sehr unterschiedliche Konversionswerte haben, ist ein gemeinsames Ziel problematisch. Eine Kampagne mit teuren Anfragen und eine mit günstigen unter einen Hut zu bringen, kann den Algorithmus durcheinander bringen.
Schritt 4: Lernphase einplanen. Nach der Einrichtung braucht das System zwei bis drei Wochen, um sich anzupassen. In dieser Phase schwanken die Ergebnisse mehr als üblich. Keine Panik, das ist normal. Ändere in dieser Zeit nichts an der Strategie oder den Zielwerten.
Was du bei Portfolio-Strategien beachten solltest
Kampagnen mit sehr unterschiedlichen Zielen nicht mixen. Eine Awareness-Kampagne und eine Conversion-Kampagne gehören nicht ins selbe Portfolio. Das Portfolio funktioniert nur gut, wenn alle enthaltenen Kampagnen auf dasselbe Ziel hinarbeiten.
Gebotslimits mit Vorsicht einsetzen. Du kannst in Portfolio-Strategien maximale und minimale CPCs festlegen. Das klingt gut für die Kostenkontrolle, kann aber dazu führen, dass der Algorithmus in seiner Arbeit eingeschränkt wird. Ich empfehle Gebotslimits nur, wenn es einen konkreten Grund dafür gibt, zum Beispiel in Branchen mit extrem volatilen Klickpreisen.
Performance regelmäßig auf Portfolio-Ebene prüfen. In der gemeinsamen Bibliothek siehst du die Performance des gesamten Portfolios. Prüfe dort regelmäßig, ob der tatsächliche CPA oder ROAS dem Zielwert entspricht. Einzelne Kampagnen können stark voneinander abweichen, solange das Portfolio insgesamt das Ziel trifft.
Kampagnenzugehörigkeit dokumentieren. Wenn du mehrere Portfolios hast, verlierst du schnell den Überblick, welche Kampagne wo drin ist. Ich empfehle, das in einem kurzen internen Dokument festzuhalten. Das erspart dir später Verwirrung.
Der Unterschied liegt in der Verwaltungsebene. Bei einer normalen Gebotsstrategie wird sie direkt in der Kampagne eingestellt und gilt nur für diese eine Kampagne. Bei einer Portfolio-Strategie wird sie zentral in der gemeinsamen Bibliothek verwaltet und kann mehreren Kampagnen gleichzeitig zugewiesen werden. Wenn du den Zielwert änderst, ändert er sich automatisch für alle zugehörigen Kampagnen.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis
Ich betreue einen Rechtsanwalt mit vier Kampagnen: Familienrecht, Arbeitsrecht, Erbrecht und allgemeines Zivilrecht. Jede Kampagne liefert zwischen 5 und 12 Anfragen pro Monat, einzeln also zu wenig für zuverlässiges Smart Bidding.
Ich habe alle vier in ein Portfolio mit Ziel-CPA von 90 Euro zusammengeführt. Das Portfolio kommt zusammen auf 28 bis 35 Anfragen pro Monat. Seit der Umstellung hat sich der tatsächliche CPA stabilisiert und liegt konstant zwischen 85 und 95 Euro, also nah am Ziel.
Wichtig war dabei: Alle vier Kampagnen haben dasselbe Ziel, nämlich qualifizierte Erstanfragen. Die Qualität der Anfragen ist über alle Rechtsbereiche hinweg ähnlich. Ein solches Portfolio macht Sinn. Wenn eine der Kampagnen ein komplett anderes Ziel hätte, wäre die Zusammenführung problematisch.
Häufige Fragen
Kann ich Kampagnen aus verschiedenen Portfolio-Strategien mixen? Nein. Eine Kampagne kann immer nur zu einer Portfolio-Strategie gehören. Wenn du sie einem anderen Portfolio zuweist, verlässt sie das vorherige automatisch.
Was passiert, wenn ich eine Kampagne aus dem Portfolio entferne? Die Kampagne läuft dann ohne Gebotsstrategie, bis du ihr manuell eine neue zuweist. Google weist in diesem Fall in der Regel automatisch auf die fehlende Strategie hin.
Kann ich verschiedene Kampagnentypen in einem Portfolio zusammenfassen? Technisch ja, aber es ist nicht sinnvoll. Such- und Display-Kampagnen haben fundamental unterschiedliche Conversion-Muster. Sie in einem Portfolio zu mischen, gibt dem Algorithmus widersprüchliche Signale.
Lohnt sich eine Portfolio-Strategie bei kleinen Konten? Bei einem Konto mit nur einer oder zwei Kampagnen gibt es keinen Mehrwert gegenüber einer normalen Gebotsstrategie in der Kampagne. Portfolio-Strategien spielen ihre Stärke bei drei oder mehr Kampagnen mit zusammen ausreichend Conversion-Volumen aus.
- Gesamtes Conversion-Volumen prüfen: Alle Kampagnen zusammen sollten mindestens 30 Conversions pro Monat liefern
- Nur Kampagnen mit ähnlichem Ziel zusammenfassen
- Ziel-CPA oder Ziel-ROAS realistisch festlegen, am besten leicht über dem aktuellen Durchschnitt
- Portfolio in der gemeinsamen Bibliothek erstellen und Kampagnen zuweisen
- Lernphase von zwei bis drei Wochen einplanen und in dieser Zeit keine Änderungen vornehmen
- Performance auf Portfolio-Ebene und auf Kampagnenebene regelmäßig vergleichen
- Dokumentieren, welche Kampagnen zu welchem Portfolio gehören
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