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Welcher Match Type in Google Ads passt zu deiner Kampagne?
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 10 Min. Lesezeit

Welcher Match Type in Google Ads passt zu deiner Kampagne?

Das Wichtigste zusammengefasst

Match Types legen fest, bei welchen Suchanfragen deine Google Ads Anzeige erscheint. Die drei Optionen Broad Match, Phrase Match und Exact Match haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Broad Match ist heute KI-gesteuert und deutlich breiter als früher, Exact Match erlaubt Synonyme, und den Modified Broad Match gibt es nicht mehr. Dieser Artikel erklärt, wie die Keyword-Optionen aktuell funktionieren und welche Strategie zu deinem Unternehmen passt.

Was sind Match Types in Google Ads?

Gut zu wissen

Match Types (auf Deutsch: Keyword-Optionen) sind Einstellungen, die du für jedes Keyword in Google Ads festlegst. Sie bestimmen, wie viel Spielraum Google bei der Zuordnung von Suchanfragen bekommt. Ein enger Match Type gibt dir mehr Kontrolle, ein breiter liefert mehr Reichweite.

Du kannst dir Match Types wie einen Filter vorstellen. Wenn du das Keyword “Entrümpelung Hamburg” einbuchst, sagst du Google gleichzeitig, wie frei es dieses Keyword interpretieren darf. Mit Exact Match erscheint deine Anzeige nur bei Suchanfragen, die genau diese Bedeutung treffen. Mit Broad Match dagegen auch bei “Haushaltsauflösung Norddeutschland” oder “Wohnung räumen lassen in Hamburg”.

Für dein Unternehmen ist die Wahl des Match Types eine der wichtigsten Entscheidungen im Google Ads Konto. Der richtige Match Type bestimmt, ob dein Budget in relevante Klicks fließt oder ob ein Teil davon in Suchanfragen verschwindet, die nichts mit deinem Angebot zu tun haben.

Welche drei Match Types gibt es?

Google Ads bietet heute genau drei Match Types. Einen vierten, den Modified Broad Match, gibt es seit 2021 nicht mehr.

Match TypeSymbolBeispiel-KeywordMögliche Suchanfragen
Broad Matchkein Symbolentrümpelung hamburghaushaltsauflösung norddeutschland, wohnung räumen hamburg, sperrmüll abholen
Phrase Match”…""entrümpelung hamburg”entrümpelung hamburg preise, entrümpelung in hamburg bewertung
Exact Match[…][entrümpelung hamburg]entrümpelung hamburg, entrümpelungsfirma hamburg

Bevor du einen Match Type wählst, solltest du verstehen, was jede Option tatsächlich tut. Denn die Namen sind teilweise irreführend geworden, besonders “Exact Match” bedeutet heute etwas anderes als der Name vermuten lässt.

Wie funktioniert Broad Match?

Broad Match (weitgehend passend) ist der breiteste Match Type. Du gibst dein Keyword ohne Sonderzeichen ein, also einfach entrümpelung hamburg. Google interpretiert dieses Keyword dann sehr frei und zeigt deine Anzeige bei allen Suchanfragen, die nach Googles Einschätzung thematisch verwandt sind.

Das kann Synonyme einschließen (“Haushaltsauflösung” statt “Entrümpelung”), verwandte Begriffe (“Wohnung räumen lassen”), andere Reihenfolgen (“Hamburg Entrümpelung”) und sogar Suchanfragen, bei denen dein Keyword gar nicht vorkommt, Google aber eine thematische Verbindung erkennt.

Broad Match hat sich in den letzten zwei Jahren nochmals deutlich verändert. Google nutzt mittlerweile KI-Signale aus dem gesamten Ökosystem, um zu entscheiden, bei welchen Suchanfragen deine Anzeige erscheint. Dazu gehören der Standort des Suchenden, sein bisheriges Suchverhalten, die Tageszeit, die Inhalte deiner Landingpage und sogar andere Keywords in deiner Anzeigengruppe.

Seit 2024 ist Broad Match bei neuen Suchkampagnen mit Smart Bidding sogar die Standard-Einstellung. Google hat außerdem eine Kampagnen-Einstellung eingeführt, die alle Keywords einer Kampagne automatisch auf Broad Match umstellt. Das zeigt klar, in welche Richtung Google steuert.

Der Vorteil von Broad Match liegt darin, dass du Suchanfragen erreichst, an die du selbst nie gedacht hättest. In manchen Fällen konvertieren diese Suchanfragen tatsächlich gut. Der Nachteil ist allerdings spürbar: Ohne ausreichend Conversion-Daten und sauberes Tracking zeigt Google deine Anzeige auch bei Anfragen, die mit deinem Angebot wenig zu tun haben. Ein Steuerberater mit dem Keyword “Steuerberatung Firma” kann dann plötzlich Klicks für “Steuererklärung selber machen Software” bezahlen.

Experten-Tipp

Broad Match funktioniert nur in Kombination mit Smart Bidding. Ohne die KI-gesteuerte Gebotsanpassung fehlt der Mechanismus, der irrelevante Suchanfragen durch niedrige Gebote herausfiltert. Wenn du Broad Match mit manuellen Geboten oder Klick-Maximierung einsetzt, wird dein Budget sehr schnell in Klicks fließen, die nie zu einer Anfrage führen.

Wie funktioniert Phrase Match?

Phrase Match (passende Wortgruppe) ist der mittlere Match Type. Du setzt dein Keyword in Anführungszeichen, also "entrümpelung hamburg". Deine Anzeige erscheint bei Suchanfragen, die die Bedeutung deines Keywords enthalten. Die Wörter müssen nicht exakt vorkommen, aber die Kernbedeutung muss erhalten bleiben.

Bei “entrümpelung hamburg” würde deine Anzeige zum Beispiel bei “entrümpelung hamburg preise”, “entrümpelung in hamburg erfahrungen” oder “günstige entrümpelung hamburg” erscheinen. Nicht erscheinen würde sie dagegen bei “haushaltsauflösung norddeutschland” (zu weit vom Keyword entfernt) oder “entrümpelung münchen” (andere Stadt).

Phrase Match hat sich seit 2021 verändert, weil Google den damals abgeschafften Modified Broad Match in Phrase Match integriert hat. Seitdem deckt Phrase Match auch Bedeutungsvarianten ab, die vorher nur der Modified Broad Match erreicht hat. Die Grenzen zu Broad Match sind dadurch etwas unschärfer geworden, aber Phrase Match bleibt deutlich enger als Broad Match.

Für die meisten Unternehmer mit überschaubarem Budget ist Phrase Match die solide Wahl. Du erreichst genügend relevante Suchanfragen, ohne die Kontrolle komplett an Google abzugeben. Gerade wenn du unter 2.000 Euro monatlich investierst, ist jeder Klick wichtig, und Phrase Match liefert in der Regel die bessere Balance zwischen Reichweite und Relevanz.

Wie funktioniert Exact Match?

Exact Match (genau passend) ist der engste Match Type. Du setzt dein Keyword in eckige Klammern, also [entrümpelung hamburg]. Deine Anzeige erscheint nur bei Suchanfragen, die die gleiche Bedeutung oder Intention haben.

Hier kommt allerdings der Punkt, der viele überrascht: Exact Match ist heute nicht mehr exakt im wörtlichen Sinn. Google hat die Definition seit 2018 schrittweise erweitert. Zuerst kamen Tippfehler und Einzahl-/Mehrzahl-Varianten dazu, dann Synonyme mit gleicher Intention, und heute bedeutet Exact Match eher “gleiche Suchintention” als “gleiche Wörter”.

Bei [entrümpelung hamburg] erscheint deine Anzeige also auch bei “entrümpelungsfirma hamburg”, “entrümpelung in hamburg” oder “entrümpelungen hamburg”. Was Exact Match aber zuverlässig ausschließt, sind Suchanfragen mit anderer Intention, etwa “entrümpelung hamburg jobs” oder “entrümpelung hamburg selber machen”.

Exact Match gibt dir die größte Kontrolle über die Suchintention und damit über deine Kosten. Wenn du genau weißt, welche Suchanfragen zu Anfragen führen, sind Exact Match Keywords die sicherste Wahl. Der Nachteil ist die begrenzte Reichweite, weil du nur Suchanfragen erreichst, die sehr nah an deinem Keyword liegen.

Was ist aus dem Modified Broad Match geworden?

Bis 2021 gab es einen vierten Match Type: Modified Broad Match. Du hast ein Plus-Zeichen vor einzelne Wörter gesetzt (+entrümpelung +hamburg), um Google zu sagen, dass diese Wörter in der Suchanfrage enthalten sein müssen.

Im Februar 2021 hat Google den Modified Broad Match abgeschafft und seine Funktionalität in Phrase Match integriert. Bestehende BMM-Keywords werden seitdem automatisch als Phrase Match behandelt, und neue BMM-Keywords lassen sich nicht mehr anlegen.

Wenn du in deinem Konto noch alte Keywords mit Plus-Zeichen findest, funktionieren diese wie Phrase Match Keywords. Du musst sie nicht manuell umstellen, aber es schadet nicht, bei Gelegenheit die Notation auf Anführungszeichen zu ändern, damit dein Konto aufgeräumt bleibt.

Welcher Match Type passt zu deinem Budget?

Die Wahl des Match Types hängt vor allem von drei Faktoren ab: wie viel Budget du monatlich investierst, wie viele Conversions deine Kampagnen erzielen und wie viel Zeit du in die Optimierung stecken kannst.

Bei einem Monatsbudget unter 2.000 Euro und weniger als 30 Conversions pro Monat ist die Kombination aus Phrase Match und Exact Match in den meisten Fällen die sicherste Strategie. Smart Bidding braucht ausreichend Daten, um bei Broad Match sinnvoll zu entscheiden, welche Suchanfragen sich lohnen. Fehlen diese Daten, fließt dein Budget in zu viele irrelevante Klicks, bevor der Algorithmus überhaupt gelernt hat.

Broad Match kann dagegen gut funktionieren, wenn deine Kampagne regelmäßig 30 oder mehr Conversions pro Monat erzielt, dein Conversion Tracking sauber läuft (keine “weichen” Events wie Seitenaufrufe als Conversion), du genug Budget einplanst, damit der Algorithmus testen und lernen kann, und du bereit bist, regelmäßig den Suchbegriff-Bericht zu prüfen.

Viele erfolgreiche Konten setzen auf eine Mischstrategie. Eine Kampagne mit Exact und Phrase Match deckt die wichtigsten Keywords mit klarer Kaufintention ab. Eine zweite Kampagne mit Broad Match dient als Entdeckungstool, um neue Suchbegriffe zu finden. Gut performende Suchbegriffe aus der Broad-Match-Kampagne wandern dann als Exact oder Phrase Keywords in die Kern-Kampagne.

Wie beeinflussen Match Types deine Kosten?

Der Match Type hat direkten Einfluss auf deine Klickkosten und deinen CPA.

Exact Match liefert in der Regel die niedrigsten CPAs, weil die Klicks am relevantesten sind. Die Suchintention stimmt eng mit deinem Angebot überein, und die Nutzer sind oft weiter im Entscheidungsprozess. Dafür ist die Reichweite begrenzt, und du erreichst möglicherweise nicht alle potenziellen Kunden.

Phrase Match liegt im Mittelfeld bei Kosten und Reichweite. Für die meisten Unternehmer bietet Phrase Match das beste Verhältnis aus Kosten und Volumen, weil du genug relevante Suchanfragen erreichst, ohne zu viel für irrelevante Klicks zu bezahlen.

Broad Match hat die höchste Reichweite, aber auch das größte Risiko für Streuverluste. Wenn Smart Bidding gut arbeitet und genug Daten vorhanden sind, können die CPAs auf einem ähnlichen Niveau wie bei Phrase Match liegen. Garantiert ist das aber nicht, besonders in den ersten Wochen, in denen der Algorithmus noch lernt.

Auch der Qualitätsfaktor spielt eine Rolle. Wenn deine Anzeige bei Suchanfragen erscheint, die nicht gut zu deiner Landingpage passen (was bei Broad Match häufiger vorkommt), kann der Qualitätsfaktor sinken. Ein niedriger Qualitätsfaktor bedeutet höhere Klickpreise.

Warum der Suchbegriff-Bericht unverzichtbar ist

Egal welchen Match Type du nutzt: Der Suchbegriff-Bericht ist das wichtigste Werkzeug zur Kontrolle. Er zeigt dir die tatsächlichen Suchanfragen, bei denen deine Anzeigen ausgespielt wurden, und damit, ob deine Keywords die richtigen Nutzer erreichen.

Du findest den Bericht in Google Ads unter “Insights und Berichte” und dann “Suchbegriffe”. Dort siehst du für jede Suchanfrage, wie viele Klicks und Conversions sie ausgelöst hat.

Was du mit den Ergebnissen tun solltest: Irrelevante Suchbegriffe schließt du als negative Keywords aus, damit dein Budget nicht weiter dafür ausgegeben wird. Suchbegriffe, die gut konvertieren, fügst du als eigene Exact Match Keywords hinzu, um mehr Kontrolle über das Gebot zu haben. Bei Grenzfällen wartest du zwei bis drei Wochen und bewertest dann erneut.

Gerade bei Broad Match solltest du den Suchbegriff-Bericht in der ersten Woche täglich prüfen, danach mindestens wöchentlich. Bei Phrase und Exact Match reicht eine wöchentliche Prüfung normalerweise aus.

Häufige Fragen zu Match Types

Soll ich alle Keywords auf Broad Match umstellen, wie Google empfiehlt?

Google empfiehlt Broad Match zusammen mit Smart Bidding als Standard. Bei Konten mit ausreichend Conversion-Daten kann das gut funktionieren. Für Unternehmer mit kleinem Budget und wenigen Conversions pro Monat ist diese Empfehlung aber oft zu riskant. Teste Broad Match lieber in einer separaten Kampagne, bevor du deine bewährte Phrase-/Exact-Struktur aufgibst.

Kann ich verschiedene Match Types in einer Anzeigengruppe mischen?

Ja, und das ist sogar üblich. Du kannst in derselben Anzeigengruppe zum Beispiel [rechtsanwalt hamburg] als Exact Match und “rechtsanwalt hamburg” als Phrase Match hinterlegen. Google wählt dann für jede Suchanfrage das passendste Keyword. Beobachte im Suchbegriff-Bericht, welches Keyword welche Suchanfragen auslöst, damit sie sich nicht gegenseitig kannibalisieren.

Ist Exact Match noch sinnvoll, wenn es nicht mehr wirklich exakt ist?

Auf jeden Fall. Auch wenn Exact Match heute Synonyme und enge Varianten einschließt, bietet es immer noch die engste Kontrolle über die Suchintention. Für deine wichtigsten Keywords mit klarer Kaufintention bleibt Exact Match die erste Wahl.

Was ist die Broad-Match-Kampagnen-Einstellung?

Google hat eine Kampagnen-Einstellung eingeführt, die alle Keywords einer Kampagne automatisch auf Broad Match umstellt, selbst wenn du sie als Phrase oder Exact eingebucht hast. Diese Einstellung ist nur verfügbar, wenn du eine Smart-Bidding-Strategie nutzt. Prüfe in deinen Kampagnen-Einstellungen, ob diese Option aktiviert ist, denn sie überschreibt deine manuell gewählten Match Types.

Deine Checkliste

Checkliste
  • Match Type bewusst wählen. Setze für jedes Keyword aktiv einen Match Type, statt den Standard zu übernehmen.
  • Exact Match für Kern-Keywords nutzen. Deine wichtigsten Keywords mit klarer Kaufintention verdienen die maximale Kontrolle.
  • Phrase Match als Basis einsetzen. Für die meisten Kampagnen bietet Phrase Match die beste Balance aus Reichweite und Kontrolle.
  • Broad Match nur mit Smart Bidding verwenden. Setze Broad Match ausschließlich in Kombination mit Ziel-CPA, Ziel-ROAS oder Conversions maximieren ein.
  • Suchbegriff-Bericht regelmäßig prüfen. Mindestens wöchentlich analysieren, welche Suchanfragen deine Keywords auslösen, und irrelevante als negative Keywords ausschließen.
  • Kampagnen-Einstellungen kontrollieren. Prüfe, ob die Broad-Match-Kampagnen-Einstellung aktiv ist, und deaktiviere sie, falls du Phrase oder Exact Match nutzen willst.
Benjamin Häntzschel

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