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ChatGPT Ads Pixel liest seit dem 17. August Formulare mit
Google Ads News 7 Min. Lesezeit

ChatGPT Ads Pixel liest seit dem 17. August Formulare mit

Das Wichtigste zusammengefasst

OpenAI hat Automatic Advanced Matching am 17. August auch für bereits installierte ChatGPT-Ads-Pixel scharf geschaltet. Das Pixel liest damit aus, was Besucher in deine Formulare eintippen, hasht es im Browser und sendet es mit dem Conversion-Ereignis. Technisch ist das sauber gelöst, datenschutzrechtlich bleibt es trotzdem eine Einwilligungsfrage.

Wer im Frühjahr aus Neugier ein ChatGPT-Ads-Pixel auf die Website gesetzt hat, sollte diese Woche einmal reinschauen. OpenAI hat eine Einstellung geändert, und zwar rückwirkend für Pixel, die längst installiert sind.

Für neu angelegte Pixel war Automatic Advanced Matching schon länger die Voreinstellung. Am 17. August wurde die Funktion auch für bestehende Pixel aktiviert, überall dort, wo niemand die Einstellung vorher bewusst angefasst hat. Unangenehm daran ist, dass jetzt andere Daten deine Website verlassen als vorher, ohne dass du dafür etwas getan hast.

Was Advanced Matching konkret tut

Kurz erklärt

Das Pixel erkennt Kundendaten, die Besucher in Formulare auf deiner Seite eintippen, zum Beispiel E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Diese Angaben werden im Browser normalisiert und per SHA-256 gehasht und dann zusammen mit dem Conversion-Ereignis übertragen. Nach Angaben von OpenAI verlassen keine Klardaten den Browser.

Der Zweck dahinter ist Attribution. Wenn jemand deine Anzeige in ChatGPT sieht, später über einen anderen Weg auf deine Seite kommt und dort ein Formular ausfüllt, kann OpenAI diese Conversion über den gehashten Identifikator der ursprünglichen Anzeigen-Interaktion zuordnen. Für die Gebotsautomatik bedeutet mehr zugeordnete Conversions mehr Lernsignal. Genau dieselbe Mechanik kennst du von Enhanced Conversions bei Google und vom Advanced Matching bei Meta.

Technisch ist das solide gebaut. Das Hashing passiert vor dem Versand, und OpenAI bekommt keine Klartext-E-Mail-Adressen. Wer die Meldung so gelesen hat, dass ein Werbenetzwerk unverschlüsselt Kundendaten absaugt, hat eine schärfere Version davon erwischt, als es tatsächlich ist.

Was das für dein Pixel praktisch bedeutet, lässt sich nebeneinanderstellen.

Advanced Matching aus
Advanced Matching an
Das Pixel meldet den Seitenaufruf und das Ereignis
Das Pixel meldet zusätzlich gehashte Kontaktdaten aus dem Formular
Zuordnung nur über Cookie und Gerät
Zuordnung auch über Gerätegrenzen hinweg
Weniger gemessene Conversions
Mehr gemessene Conversions, dieselbe Zahl echter Anfragen
Keine neue Rechtsgrundlage nötig
Einwilligung muss diesen Fall abdecken
Bei bestehenden Pixeln bis zum 17. August der Zustand
Seitdem die Voreinstellung

Was ChatGPT Ads insgesamt kann und für wen sich der Kanal heute lohnt, steht im Überblick zu ChatGPT Ads.

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Benjamin Häntzschel

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Warum Hashing die Datenschutzfrage nicht erledigt

Hier wird es für den deutschen Markt interessant, denn “gehasht” und “anonym” sind zwei verschiedene Dinge.

Ein SHA-256-Hash einer E-Mail-Adresse ist deterministisch. Dieselbe Adresse ergibt immer denselben Hash, und genau darauf beruht das Verfahren, sonst könnte niemand damit abgleichen. Ein Wert, mit dem sich eine Person über verschiedene Systeme hinweg wiedererkennen lässt, ist pseudonymisiert, nicht anonymisiert. Die DSGVO behandelt ihn weiterhin als personenbezogenes Datum.

Praktisch heißt das: Die Übertragung braucht eine Rechtsgrundlage, und bei einem Marketing-Pixel ist das die Einwilligung. Das Pixel gehört also hinter das Consent-Banner und darf erst laden, wenn jemand Marketing-Cookies zugestimmt hat. Kommt Advanced Matching dazu, verarbeitest du zusätzlich Formulareingaben für Werbezwecke, und das gehört in die Datenschutzerklärung.

Der kritische Fall sind Formulare mit sensiblen Inhalten

Wenn dein Formular Angaben abfragt, aus denen sich eine besondere Datenkategorie ableiten lässt, etwa Gesundheitsdaten bei Praxen und Therapeuten oder Angaben zu einem laufenden Verfahren bei Kanzleien, ist eine automatische Auslese ohne genaue Prüfung keine gute Idee. Auch wenn nur Name und E-Mail übertragen werden, steckt die Information “diese Person hat dieses Formular ausgefüllt” mit im Ereignis.

Bin ich überhaupt betroffen?

Die meisten Unternehmer in Deutschland sind es schlicht nicht, weil sie noch gar kein ChatGPT-Ads-Pixel installiert haben. Betroffen bist du in drei Konstellationen.

Erstens, wenn du selbst ein Pixel gesetzt hast, um die Plattform zu testen, und es seitdem läuft. Zweitens, wenn eine Agentur oder ein Dienstleister im Rahmen eines Tests etwas eingebaut hat und der Test längst beendet ist, der Code aber noch drin steckt. Und drittens, wenn du über einen Tag Manager arbeitest und dort ein Container-Element aus einer Testphase liegen geblieben ist.

Der schnellste Check läuft über den Tag Manager oder über die Entwicklertools im Browser. Suche im Quelltext deiner Seite nach dem Begriff OAI oder nach dem Namen des OpenAI-Pixels. Findest du nichts, kannst du das Thema für heute abhaken.

So prüfst und änderst du die Einstellung

1
Ads Manager öffnen

Melde dich im ChatGPT Ads Manager mit dem Konto an, unter dem das Pixel angelegt wurde. Wenn das ein Dienstleister für dich gemacht hat, brauchst du dort Zugriff.

ChatGPT Ads
2
Zur Datenquelle navigieren

Gehe auf Tools, dann Conversions und dort auf Data Source. In dieser Übersicht liegen alle Pixel, die dem Konto zugeordnet sind.

ToolsConversions
3
Pixel bearbeiten

Wähle das betreffende Pixel aus und öffne die Bearbeitung. Dort findest du den Schalter für Automatic Advanced Matching und kannst ihn pro Pixel deaktivieren.

Edit pixel
4
Entscheidung dokumentieren

Halte fest, wie du entschieden hast und warum. Wenn du die Funktion aktiv lässt, gehört die Verarbeitung in die Datenschutzerklärung und in dein Verarbeitungsverzeichnis.

DatenschutzVerarbeitungsverzeichnis
Experten-Tipp

Wenn du unsicher bist, ist Abschalten die günstigere Fehlentscheidung. Ohne Advanced Matching verlierst du etwas Attributionsgenauigkeit auf einer Plattform, die für die meisten kleinen Werbekonten ohnehin noch Testbetrieb ist. Mit falsch aufgesetzter Einwilligung riskierst du ein Datenschutzproblem an der Stelle, an der deine Kunden dir gerade ihre Kontaktdaten anvertrauen. Das Verhältnis stimmt nicht.

Was dieser Vorgang über die neuen Plattformen erzählt

Der eigentliche Lerneffekt liegt nicht bei dieser einen Einstellung. Er liegt darin, dass ein Anbieter eine Voreinstellung rückwirkend für bereits installierte Messpunkte ändern kann, und dass Werbetreibende davon über einen Fachnewsletter erfahren statt über eine Systemmeldung im Konto.

Bei Google und Meta gibt es dieselbe Mechanik, dort sind die Prozesse nach Jahren Regulierungsdruck nur eingespielter. Neue Plattformen bewegen sich schneller und dokumentieren weniger. Wer dort früh testet, kauft sich Reichweitenvorteile ein und handelt sich gleichzeitig ein, dass sich die Spielregeln ohne Vorwarnung verschieben.

Daraus folgt keine Empfehlung, ChatGPT Ads zu meiden. Es folgt daraus, Tests auf neuen Plattformen anders zu behandeln als das eingespielte Google-Ads-Konto. Ein Test bekommt ein Enddatum, und wenn er beendet ist, wird der Messcode wieder entfernt statt liegen gelassen. Genau die liegen gebliebenen Pixel aus abgebrochenen Tests sind es, die jetzt still eine Funktion dazubekommen haben, von der niemand mehr weiß, dass sie existiert.

Wie die Zielgruppen auf der Plattform funktionieren, habe ich unter ChatGPT Ads Custom Audiences aufgeschrieben. Für die Einwilligung auf deiner eigenen Seite bleibt der Consent Mode v2 der Rahmen, in den sich so ein Pixel einfügen muss.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan für die Prüfung:

Checkliste
  • Bestandsaufnahme machen. Im Tag Manager und im Seitenquelltext nachsehen, ob ein ChatGPT-Ads-Pixel aktiv ist, auch aus alten Tests.
  • Einstellung prüfen. Falls ein Pixel läuft, unter Tools, Conversions und Data Source den Status von Automatic Advanced Matching kontrollieren.
  • Bewusst entscheiden. Funktion abschalten oder aktiv lassen, und im zweiten Fall Datenschutzerklärung und Verarbeitungsverzeichnis nachziehen.
  • Consent-Kette kontrollieren. Sicherstellen, dass das Pixel erst nach Einwilligung in Marketing-Cookies lädt und nicht schon beim Seitenaufruf.
  • Alte Testpixel entfernen. Messcode aus beendeten Tests vollständig ausbauen, statt ihn deaktiviert liegen zu lassen.

Häufige Fragen zum ChatGPT-Ads-Pixel

Was macht Automatic Advanced Matching im ChatGPT-Ads-Pixel?

Das Pixel erkennt automatisch Kundendaten, die Besucher in Formulare auf deiner Website eintippen, etwa E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Diese Daten werden im Browser per SHA-256 gehasht und zusammen mit dem Conversion-Ereignis übertragen, damit mehr Conversions einer Anzeigen-Interaktion zugeordnet werden können.

Werden dabei Klardaten an OpenAI übertragen?

Nein. Nach Angaben von OpenAI werden die Daten vor der Übertragung im Browser normalisiert und gehasht, Rohdaten verlassen den Browser nicht. Ein gehashter Identifikator gilt datenschutzrechtlich aber weiterhin als personenbezogenes Datum, weil er einer Person zugeordnet werden kann.

Wo schalte ich Automatic Advanced Matching ab?

Im ChatGPT Ads Manager unter Tools, dann Conversions, dann Data Source und dort das jeweilige Pixel bearbeiten. Die Einstellung lässt sich pro Pixel deaktivieren.

Brauche ich für das ChatGPT-Ads-Pixel eine Einwilligung?

Ja. Ein Marketing-Pixel, das Daten an einen Drittanbieter überträgt, ist einwilligungspflichtig und gehört hinter das Consent-Banner. Mit Advanced Matching kommt hinzu, dass Formulareingaben für Werbezwecke verarbeitet werden, und das muss in der Datenschutzerklärung stehen.

Betrifft die Änderung auch Pixel, die ich vor Monaten installiert habe?

Gerade die. Für neue Pixel war die Funktion schon vorher Standard, seit dem 17. August ist sie auch für bestehende Pixel aktiv, sofern niemand die Einstellung vorher geändert hat.

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