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Werbezeitplaner in Google Ads: Wann sich ein Anzeigenzeitplan lohnt
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 11 Min. Lesezeit

Werbezeitplaner in Google Ads: Wann sich ein Anzeigenzeitplan lohnt

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Werbezeitplaner in Google Ads legt fest, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten deine Anzeigen geschaltet werden dürfen. Für lokale Dienstleister, Anwälte oder Handwerker, die nur zu Geschäftszeiten erreichbar sind, kann ein Werbezeitplan bares Geld sparen. Gleichzeitig solltest du wissen: Bei Smart Bidding sind manuelle Gebotsanpassungen im Zeitplaner überflüssig, weil der Algorithmus die Tageszeit bereits als Signal nutzt. In diesem Artikel erfährst du, wann ein Anzeigenzeitplan sinnvoll ist, wie du ihn einrichtest und welche Fehler du vermeiden solltest.

Was ist der Werbezeitplaner in Google Ads?

Gut zu wissen

Der Werbezeitplaner (auch Anzeigenzeitplan genannt) ist eine Kampagneneinstellung, mit der du festlegst, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten deine Anzeigen ausgespielt werden dürfen. Ohne Werbezeitplan laufen deine Anzeigen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Der Zeitplan kann in 15-Minuten-Intervallen eingestellt werden, und du kannst bis zu sechs Zeitblöcke pro Tag definieren. Zusätzlich kannst du für jeden Zeitblock Gebotsanpassungen hinterlegen, um deine Gebote in bestimmten Zeiträumen zu erhöhen oder zu senken.

Der Werbezeitplaner beantwortet eine einfache Frage: Wann soll Google dein Werbebudget ausgeben? Standardmäßig laufen deine Kampagnen 24 Stunden am Tag. Für manche Unternehmen ist das sinnvoll. Für viele andere bedeutet es, dass ein Teil des Budgets in Zeiten fließt, in denen niemand im Büro ist, das Telefon nicht besetzt ist oder die Zielgruppe schlicht nicht aktiv sucht.

Der Werbezeitplan wird auf Kampagnenebene eingestellt. Das bedeutet, du kannst für jede Kampagne einen eigenen Zeitplan festlegen. Eine Kampagne für Notdienste kann rund um die Uhr laufen, während eine andere Kampagne für reguläre Beratungstermine nur zu Geschäftszeiten aktiv ist.

Wichtig zu verstehen: Der Werbezeitplaner steuert, ob deine Anzeigen in einem Zeitfenster überhaupt geschaltet werden dürfen. Er garantiert nicht, dass sie auch tatsächlich angezeigt werden. Das hängt weiterhin von deinem Budget, deinen Geboten und dem Wettbewerb ab.

Wann ist ein Werbezeitplaner sinnvoll?

Nicht jedes Unternehmen braucht einen Werbezeitplan. Ob er für dich sinnvoll ist, hängt von deinem Geschäftsmodell, deiner Erreichbarkeit und deiner Gebotsstrategie ab.

Lokale Dienstleister mit festen Öffnungszeiten. Das ist der klassische Anwendungsfall. Wenn du ein Malergeschäft, eine Reinigungsfirma oder eine Physiotherapiepraxis betreibst und Anfragen nur während der Geschäftszeiten bearbeiten kannst, macht es wenig Sinn, nachts um drei Uhr für Klicks zu bezahlen. Ein Interessent, der um Mitternacht ein Kontaktformular ausfüllt und erst am nächsten Morgen eine Antwort bekommt, ist oft schon beim Wettbewerber gelandet.

Anwaltskanzleien und Beratungen. Kanzleien leben von Anrufen und Terminanfragen. Wenn abends und am Wochenende niemand das Telefon abnimmt, sind Klicks in dieser Zeit in vielen Fällen verschwendetes Budget. Ausnahme: Wenn du ein gutes Online-Terminbuchungssystem hast, können Anfragen auch außerhalb der Bürozeiten wertvoll sein.

B2B-Dienstleister. Im B2B-Bereich suchen Entscheider typischerweise während der Arbeitszeit. Wochenenden und späte Abendstunden sind selten die Zeiten, in denen jemand einen IT-Dienstleister oder eine Beratungsfirma beauftragt. Ein Werbezeitplan von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, kann hier durchaus sinnvoll sein.

Weniger sinnvoll ist ein enger Werbezeitplan bei: Online-Shops, die rund um die Uhr bestellt werden können. Unternehmen mit ausreichend Budget und automatischen Lead-Prozessen. Kampagnen, bei denen Smart Bidding die Zeitsteuerung ohnehin besser übernimmt als du es manuell könntest.

Experten-Tipp

Die Frage ist weniger “Wann suchen meine Kunden?” sondern “Wann kann ich auf die Anfrage reagieren?” Ein Klick um 22 Uhr kann durchaus zu einer guten Anfrage führen. Aber wenn du diese Anfrage erst am nächsten Morgen siehst und der Interessent bis dahin drei andere Anbieter kontaktiert hat, war der Klick trotzdem nicht effizient eingesetzt. Prüfe vor der Zeitplanung, wie schnell du auf Anfragen reagieren kannst.

So richtest du den Werbezeitplaner ein

Die Einrichtung eines Anzeigenzeitplans ist in wenigen Schritten erledigt.

Schritt 1. Öffne dein Google Ads Konto und wähle die Kampagne aus, für die du einen Werbezeitplan erstellen möchtest.

Schritt 2. Klicke im linken Navigationsmenü auf “Mehr anzeigen” und dann auf “Werbezeitplaner”.

Schritt 3. Klicke auf das Stift-Symbol, um den Zeitplan zu bearbeiten.

Schritt 4. Wähle die Tage und Uhrzeiten aus, an denen deine Anzeigen laufen sollen. Du kannst für jeden Tag eigene Zeitblöcke definieren. Wenn du zum Beispiel montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr werben willst, legst du fünf Zeitblöcke an.

Schritt 5. Speichere den Zeitplan.

Ohne gesetzten Werbezeitplan gilt automatisch “Alle Tage, 0:00 bis 0:00 Uhr” — also durchgehend. Sobald du einen eigenen Zeitplan einrichtest, werden Anzeigen nur noch in den definierten Zeitblöcken ausgeliefert.

Ein wichtiger Punkt: Der Zeitplan richtet sich nach der Zeitzone deines Google Ads Kontos, nicht nach der Zeitzone des Nutzers. Wenn dein Konto auf die mitteleuropäische Zeitzone eingestellt ist (was bei den meisten deutschen Konten der Fall ist), gelten die Uhrzeiten entsprechend.

Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner

Neben dem reinen Ein- und Ausschalten von Anzeigen zu bestimmten Zeiten bietet der Werbezeitplaner eine zweite Funktion: Gebotsanpassungen. Damit kannst du deine Standardgebote für bestimmte Zeitblöcke prozentual erhöhen oder senken.

Die Anpassungen reichen von -90 Prozent (du bietest nur noch ein Zehntel deines normalen Gebots) bis +900 Prozent (du bietest das Zehnfache). Wenn dein Standard-Gebot bei 2 Euro liegt und du für Dienstag 10 bis 12 Uhr eine Gebotsanpassung von +30 Prozent einstellst, beträgt dein maximales Gebot in dieser Zeit 2,60 Euro.

Das klingt nach einem mächtigen Werkzeug. Und bei manuellen Gebotsstrategien oder Klicks maximieren ist es das auch. Du kannst gezielt mehr bieten, wenn deine Daten zeigen, dass bestimmte Uhrzeiten besonders gut konvertieren, und weniger bieten in schwächeren Zeiten.

Experten-Tipp

Bei Smart Bidding Strategien wie Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversions maximieren oder Conversion-Wert maximieren werden manuelle Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner schlicht ignoriert. Der Algorithmus passt die Gebote bereits bei jeder einzelnen Auktion in Echtzeit an und nutzt dabei die Tageszeit als eines von vielen Signalen. Du musst ihm nicht zusätzlich sagen, dass dienstags um 10 Uhr mehr geboten werden soll — das erkennt er selbst. Wenn du Smart Bidding nutzt (und das tun die meisten Unternehmer mittlerweile), brauchst du keine Gebotsanpassungen im Zeitplaner. Was du brauchst, sind gegebenenfalls harte Stopps: Zeitblöcke entfernen, in denen deine Anzeigen gar nicht laufen sollen.

Wann Gebotsanpassungen im Zeitplaner noch relevant sind

Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner sind nur sinnvoll, wenn du mit manuellen CPC-Geboten oder der Strategie “Klicks maximieren” arbeitest. In diesem Fall kannst du gezielt steuern:

  • Gebote erhöhen zu Uhrzeiten mit überdurchschnittlicher Conversion-Rate, um dort mehr Sichtbarkeit zu bekommen
  • Gebote senken zu Uhrzeiten, die zwar noch Conversions bringen, aber zu höheren Kosten
  • Zeiten komplett aus dem Zeitplan entfernen, die keine Conversions liefern

Sobald du auf eine Smart Bidding Strategie wechselst, kannst du die manuellen Gebotsanpassungen im Zeitplaner getrost auf null setzen oder entfernen. Der Algorithmus macht das besser als jede manuelle Einstellung.

Die Datengrundlage: Profitabelste Zeiten finden

Bevor du einen Werbezeitplan einrichtest, brauchst du Daten. Ohne Conversion Tracking ist jede Zeitplanung Raten im Dunkeln.

So analysierst du deine Daten nach Tageszeit und Wochentag:

Schritt 1. Gehe in deinem Google Ads Konto zur Kampagnenübersicht.

Schritt 2. Klicke oberhalb der Datentabelle auf “Segmentieren” und wähle “Zeit”, dann entweder “Wochentag” oder “Stunde”.

Schritt 3. Analysiere die Daten mit Fokus auf Conversions, Kosten pro Conversion und Conversion-Rate. Klickzahlen allein sagen wenig aus, weil viele Klicks nicht automatisch gute Ergebnisse bedeuten.

Damit die Daten aussagekräftig sind, brauchst du einen ausreichend langen Zeitraum. Zwei bis vier Wochen sind ein Minimum, acht bis zwölf Wochen geben dir ein deutlich klareres Bild. Bei Kampagnen mit wenigen Conversions pro Monat kann es sogar sinnvoll sein, auf ein Quartal zu schauen, bevor du Zeitplanentscheidungen triffst.

Typische Muster, die du finden könntest: Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr die meisten Conversions bei niedrigstem CPA. Samstag vereinzelte Conversions, aber zu deutlich höheren Kosten. Sonntag und Nachtzeiten kaum Conversions, aber durchaus Klicks und damit Kosten.

Werbezeitplaner und Smart Bidding: Was du wissen musst

Das Zusammenspiel zwischen Werbezeitplaner und Smart Bidding ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Deshalb hier eine klare Einordnung.

Smart Bidding Strategien wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS berücksichtigen die Tageszeit automatisch bei jeder einzelnen Auktion. Der Algorithmus lernt aus deinen historischen Daten, zu welchen Uhrzeiten und an welchen Wochentagen Conversions wahrscheinlicher sind, und passt die Gebote entsprechend an. Das ist einer der größten Vorteile von Smart Bidding gegenüber manuellen Geboten.

Das bedeutet konkret: Wenn der Algorithmus erkennt, dass montags um 10 Uhr die Conversion-Wahrscheinlichkeit hoch ist, wird er dort automatisch aggressiver bieten. Wenn er feststellt, dass nachts kaum Conversions stattfinden, wird er die Gebote drastisch senken oder gar nicht mitbieten, selbst wenn deine Anzeigen laut Zeitplan laufen dürften.

Wann brauchst du trotzdem einen Zeitplan bei Smart Bidding?

Wenn es operative Gründe gibt, Anzeigen komplett zu stoppen. Das Telefon ist nicht besetzt, der Chat ist offline, Bestellungen können nicht bearbeitet werden. In diesen Fällen solltest du die betreffenden Zeiten aus dem Werbezeitplan entfernen. Nicht über Gebotsanpassungen, sondern durch das Entfernen der Zeitblöcke.

Wann solltest du keinen engen Zeitplan setzen?

Wenn du Smart Bidding nutzt und deine Leads über Formulare kommen, die rund um die Uhr funktionieren. Der Algorithmus wird nachts von selbst weniger ausgeben, wenn die Conversion-Daten das nahelegen. Einen engen Zeitplan zu setzen schränkt den Algorithmus ein und verhindert möglicherweise profitable Conversions zu unerwarteten Zeiten.

Häufige Fragen zum Werbezeitplaner

Kann ich den Werbezeitplaner für Performance Max Kampagnen nutzen?

Performance Max Kampagnen haben keinen klassischen Werbezeitplaner wie Suchkampagnen. Google steuert bei PMax die Auslieferung vollständig automatisch, einschließlich der Zeitplanung. Du kannst dort keinen manuellen Anzeigenzeitplan erstellen.

Was passiert, wenn ich Zeiten komplett aus dem Plan entferne?

Dann werden deine Anzeigen in diesen Zeitfenstern nicht ausgeliefert, unabhängig von der Nachfrage oder deinem Budget. Das ist ein harter Stopp, den auch Smart Bidding nicht übersteuern kann.

Sollte ich nachts komplett pausieren?

Das kommt auf dein Geschäftsmodell an. Wenn du einen Online-Shop betreibst, können nächtliche Bestellungen durchaus profitabel sein. Wenn du eine Kanzlei führst und Anfragen erst am nächsten Morgen bearbeitest, ist das Pausieren in der Nacht oft sinnvoll. Schau dir deine Conversion-Daten nach Tageszeit an, bevor du entscheidest.

Wie oft sollte ich den Werbezeitplan anpassen?

Ein monatlicher Check reicht für die meisten Konten. Bei saisonalen Schwankungen (zum Beispiel ein Gartenbauer mit starkem Frühjahr) oder nach größeren Änderungen an der Kampagne lohnt sich ein häufigerer Blick. Vermeide es, den Zeitplan wöchentlich zu ändern — das gibt weder dir noch dem Algorithmus genug Zeit, um Muster zu erkennen.

Gilt der Zeitplan in der Zeitzone meines Kontos oder des Nutzers?

Der Werbezeitplan orientiert sich an der Zeitzone deines Google Ads Kontos. Wenn dein Konto auf die mitteleuropäische Zeit eingestellt ist und du einen Zeitblock von 9 bis 17 Uhr definierst, gilt das nach mitteleuropäischer Zeit, egal wo der suchende Nutzer sitzt.

Typische Fehler beim Werbezeitplan

Zeitplan nach Bauchgefühl statt nach Daten. “Unsere Kunden suchen bestimmt nur tagsüber” ist eine Annahme, keine Analyse. Manche Branchen haben überraschend starke Abendstunden. Schau dir immer erst die Daten an, bevor du Zeiten ausschließt.

Zu enge Zeitfenster bei Smart Bidding. Wenn du Conversions maximieren mit einem Zeitplan von 9 bis 17 Uhr kombinierst, kann es passieren, dass der Algorithmus in diesem engen Fenster besonders aggressiv bietet und dein Budget schneller aufbraucht. Das Ergebnis: Höhere Kosten pro Conversion, weil der Algorithmus weniger Spielraum hat.

Gebotsanpassungen bei Smart Bidding setzen. Wie oben erklärt: Smart Bidding ignoriert zeitbasierte Gebotsanpassungen. Trotzdem sieht man regelmäßig Konten, in denen mühevoll Gebotsanpassungen für jeden Wochentag und jede Stunde eingestellt wurden, obwohl Ziel-CPA aktiv ist. Das hat keinen Effekt und erzeugt nur unnötige Komplexität.

Zeitplan setzen und nie wieder anschauen. Dein Geschäft verändert sich, saisonale Muster verschieben sich, und der Wettbewerb ändert seine Strategie. Ein Werbezeitplan, der vor einem Jahr sinnvoll war, kann heute Budget kosten.

Unterschiedliche Zeitzonen nicht bedenken. Wenn du deutschlandweit wirbst, ist das kein Problem. Aber wenn du auch Kunden in Österreich oder der Schweiz erreichst, gilt der Zeitplan trotzdem nach der Zeitzone deines Kontos.

Checkliste
  • Prüfe, ob dein Geschäftsmodell einen Werbezeitplan erfordert (feste Geschäftszeiten, Erreichbarkeit, telefonische Beratung)
  • Analysiere deine Conversion-Daten nach Wochentag und Tageszeit über mindestens vier Wochen
  • Richte den Anzeigenzeitplan basierend auf den Daten ein, nicht nach Bauchgefühl
  • Bei Smart Bidding: Nutze den Zeitplan nur für harte Stopps (Zeiten entfernen), keine Gebotsanpassungen
  • Bei manuellen Geboten: Setze Gebotsanpassungen für besonders starke oder schwache Zeitfenster
  • Überprüfe den Werbezeitplan mindestens einmal im Monat und passe ihn bei Bedarf an
  • Stelle sicher, dass dein Conversion Tracking sauber eingerichtet ist, bevor du Zeitplanentscheidungen triffst
Benjamin Häntzschel

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