Erweiterte Textanzeigen (ETAs): Warum es sie nicht mehr gibt und was du stattdessen nutzt
Erweiterte Textanzeigen (ETAs) existieren seit Juni 2022 nicht mehr als aktives Format. Neue ETAs lassen sich seitdem nicht erstellen, bestehende laufen zwar noch, können aber nicht bearbeitet werden. Der Nachfolger sind Responsive Suchanzeigen (RSAs). Hier erfährst du, was ETAs waren, warum Google sie abgeschafft hat und was du mit eventuell noch laufenden ETAs tun solltest.
Seit dem 30. Juni 2022 ist es nicht mehr möglich, neue Erweiterte Textanzeigen zu erstellen oder bestehende zu bearbeiten. ETAs sind kein aktives Werbeformat mehr. Dieser Artikel erklärt den historischen Kontext und zeigt dir, was du stattdessen nutzt.
Was waren Erweiterte Textanzeigen?
Erweiterte Textanzeigen (ETA, englisch: Expanded Text Ads) waren von 2016 bis 2022 der Standard-Anzeigentyp in Google Ads Suchkampagnen. Das Format hatte eine feste Struktur:
- 3 Überschriften mit je maximal 30 Zeichen
- 2 Beschreibungen mit je maximal 90 Zeichen
- 2 optionale Pfadfelder in der angezeigten URL (je 15 Zeichen)
Der entscheidende Unterschied zu den heutigen Responsive Suchanzeigen: Bei ETAs hast du genau festgelegt, welche Überschriften in welcher Reihenfolge erscheinen. Die Anzeige sah immer exakt so aus, wie du sie angelegt hast. Keine automatischen Kombinationen, keine Variationen durch den Algorithmus.
Das hatte Vor- und Nachteile. Du hattest vollständige Kontrolle über die Botschaft. Dafür konnte sich die Anzeige nicht an unterschiedliche Suchanfragen anpassen.
Eine ETA zeigte Nutzern immer dieselbe feste Kombination: Überschrift 1 | Überschrift 2 | Überschrift 3 als klickbare Zeile, darunter die angezeigte URL mit optionalen Pfadfeldern, und darunter die zwei Beschreibungen. Diese Reihenfolge war unveränderlich.
Warum hat Google ETAs abgeschafft?
Das offizielle Argument von Google war, dass Responsive Suchanzeigen messbar besser funktionieren. Mehr Variationen bedeuten mehr Testmöglichkeiten, und mehr Tests bedeuten schneller optimierte Anzeigen. Aus Googles Sicht ist das schlüssig, und in der Praxis stimmt es auch in den meisten Fällen.
Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, den ich für mindestens genauso relevant halte: Wenn Werbetreibende starre Anzeigen bauen, hat Google weniger Spielraum, den Algorithmus zu trainieren. RSAs liefern deutlich mehr Daten. Jede Kombination, die Google testet, liefert ein Lernsignal. Das nützt Googles maschinellem Lernen und führt langfristig zu besseren Ergebnissen für alle.
Die Abschaffung von ETAs war kein spontaner Schritt. Google kündigte das Ende bereits Anfang 2021 an, gab Werbetreibenden über ein Jahr Zeit zur Umstellung und setzte dann im Juni 2022 die Deadline durch.
Was heute noch möglich ist. Bestehende ETAs, die vor dem 30. Juni 2022 erstellt wurden, laufen in vielen Accounts noch. Sie können pausiert, aktiviert und gelöscht werden, aber nicht mehr bearbeitet. Der Text, die Überschriften, die URLs bleiben eingefroren auf dem Stand von vor der Deadline.
RSAs als Nachfolger
Responsive Suchanzeigen (RSAs) sind seit Juni 2022 der einzige Anzeigentyp für Suchkampagnen. Das Prinzip ist grundlegend anders als bei ETAs.
Statt einer festen Anzeige lieferst du Google Bausteine: bis zu 15 Überschriften und 4 Beschreibungen. Google kombiniert diese Bausteine dann für jede Suchanfrage neu und zeigt die Variante, die wahrscheinlich am besten funktioniert. Pro Einblendung erscheinen maximal 3 Überschriften und 2 Beschreibungen.
ETA: 3 feste Überschriften, 2 feste Beschreibungen, immer dieselbe Kombination. Vollständige Kontrolle, keine Flexibilität.
RSA: bis zu 15 Überschriften, 4 Beschreibungen, Google wählt die beste Kombination pro Suchanfrage. Weniger Kontrolle, deutlich mehr Optimierungspotenzial.
Das klingt nach Kontrollverlust, und das ist es teilweise auch. Wer ETAs mochte, weil er genau wusste, was der Nutzer sieht, muss sich bei RSAs umgewöhnen. Du siehst nicht mehr “Anzeige X hat eine CTR von 3,2%”, sondern du siehst, welche einzelnen Assets gut oder schlecht performen. Das ist eine andere Art zu denken.
In der Praxis erziele ich mit RSAs in den meisten Accounts bessere Ergebnisse als ich es früher mit ETAs tat. Aber das liegt weniger am Format selbst, sondern daran, dass man bei RSAs gezwungen ist, mehr unterschiedliche Botschaften zu formulieren, statt immer wieder dieselbe Kombination zu nutzen.
Bestehende ETAs: Löschen oder laufen lassen?
Falls du noch ETAs in deinem Account hast, die aktiv schalten, lautet meine Empfehlung: Nicht sofort löschen, aber aktiv ablösen.
Warum nicht sofort löschen? Laufende ETAs liefern noch Impressionen und oft auch Conversions. Wenn du sie von einem Tag auf den anderen streichst, verlierst du Traffic, den du noch nicht durch RSAs abgedeckt hast. Das ist unnötig.
Warum aktiv ablösen statt einfach weiterlaufen lassen? Weil Google keine Optimierungsarbeit mehr in ETAs steckt. Die Anzeigen erhalten keine Qualitätsverbesserungen durch maschinelles Lernen. Sie sind eingefroren. Gleichzeitig verlierst du Kontrolle darüber, was Nutzer sehen, weil du den Text ja nicht mehr anpassen kannst, falls sich dein Angebot ändert.
Nutz bestehende ETAs als Ausgangsmaterial für deine RSAs. Die Überschriften und Beschreibungen, die früher gut funktioniert haben, sind wertvolle Startpunkte. Übernimm sie in deine RSA-Bausteine und ergänze dann weitere Variationen. So verlierst du keine bewährten Texte und baust gleichzeitig auf dem auf, was schon funktioniert hat.
Der sinnvolle Weg ist dieser: Eine starke RSA pro Anzeigengruppe erstellen, abwarten bis sie genug Daten gesammelt hat (in der Regel 2-4 Wochen), dann die ETAs pausieren. Wenn die RSA dauerhaft besser oder gleichwertig läuft, kannst du die ETAs danach löschen.
Migration zu RSAs: Was du beachten solltest
Der Wechsel von ETAs zu RSAs ist kein reines Copy-Paste. Das Format denkt anders, und das sollte sich in der Herangehensweise zeigen.
Jede Überschrift muss für sich stehen
Bei einer ETA hast du Überschrift 2 oft so formuliert, dass sie auf Überschrift 1 aufbaut. Bei einer RSA kann Google jede Überschrift einzeln anzeigen oder in beliebiger Reihenfolge kombinieren. Wenn deine Überschrift nur im Kontext einer anderen funktioniert, wirst du schlechte Kombinationen produzieren.
Inhaltliche Vielfalt ist wichtiger als Masse
15 Variationen von “Jetzt anfragen” bringen nichts. Sinnvoller sind unterschiedliche Kategorien: Keywords, Nutzenversprechen, Vertrauenssignale, Call-to-Actions, Alleinstellungsmerkmale. Ich arbeite meist mit 8-10 wirklich unterschiedlichen Überschriften, nicht mit 15 mittelmäßigen.
Die Anzeigeneffektivität ist kein Erfolgsmaßstab
Google bewertet RSAs mit “Schlecht”, “Durchschnittlich”, “Gut” oder “Hervorragend”. Diese Bewertung misst, ob du Googles formale Empfehlungen erfüllst, nicht ob deine Anzeige tatsächlich Conversions erzielt. Eine Anzeige auf “Gut” kann besser performen als eine auf “Hervorragend”. Schau auf CTR und Conversion-Rate, nicht auf die Bewertung.
Anpinnen nutzen, wenn es Sinn ergibt
Wenn du bestimmte Kernbotschaften immer sichtbar haben willst, zum Beispiel dein wichtigstes Keyword oder deinen Firmennamen, kannst du Überschriften auf feste Positionen anpinnen. Das schränkt zwar die Flexibilität des Algorithmus ein, aber manchmal ist das richtig. Bei zu viel Pinning baust du im Grunde wieder eine starre ETA nach, nur mit mehr Aufwand.
Häufige Fragen
Kann ich meine alten ETAs noch reaktivieren, wenn ich sie pausiert habe?
Ja. Bestehende ETAs können weiterhin pausiert und reaktiviert werden. Bearbeiten geht aber nicht mehr.
Ich habe ETAs, die ich nie bearbeitet habe und die noch gut laufen. Soll ich sie trotzdem ablösen?
Wenn sie gut laufen, kein sofortiger Handlungsbedarf. Aber langfristig solltest du RSAs als Hauptanzeigenformat etablieren. ETAs werden mit der Zeit immer weiter an Relevanz verlieren, weil Google alle Weiterentwicklungen auf RSAs fokussiert.
Bekomme ich noch Performance-Daten für meine ETAs?
Ja. Laufende ETAs liefern weiterhin vollständige Reportingdaten: Impressionen, Klicks, CTR, Conversions. Nur erstellen und bearbeiten geht nicht mehr.
Was ist mit den alten ETA-Texten? Gehen die verloren, wenn ich sie lösche?
Wenn du ETAs löschst, kannst du die Texte vorher noch kopieren. Ich würde das grundsätzlich empfehlen, bevor du alte ETAs entfernst. Ein kurzer Export der Anzeigentexte braucht zwei Minuten und du hast das Material für deine RSAs gesichert.
Gibt es außer ETAs noch andere Anzeigentypen, die eingestellt wurden?
Ja. Seit Februar 2026 können auch reine Anrufanzeigen (Call-Only Ads) nicht mehr erstellt werden. Für Anruf-Werbung nutzt du jetzt RSAs mit Anruferweiterung.
- Bestehende ETAs exportieren und Texte sichern
- Pro Anzeigengruppe mindestens eine RSA erstellen
- Starke ETA-Texte als Ausgangsmaterial für RSA-Bausteine nutzen
- Mindestens 8-10 inhaltlich verschiedene Überschriften eingeben
- Jede Überschrift so formulieren, dass sie für sich allein steht
- Alle 4 Beschreibungsfelder mit unterschiedlichen Schwerpunkten füllen
- Angezeigte URL mit relevantem Keyword versehen
- RSA 2-4 Wochen laufen lassen und Daten sammeln
- ETAs pausieren, wenn RSA vergleichbare oder bessere Performance zeigt
- ETAs nach weiteren 2-4 Wochen löschen, wenn alles stabil läuft
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