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Conversion-Zuordnung in Google Ads: Welchem Klick gehört die Conversion?
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 7 Min. Lesezeit

Conversion-Zuordnung in Google Ads: Welchem Klick gehört die Conversion?

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Conversion-Zuordnung (auch: Attribution) legt fest, welchem Klick oder Touchpoint eine Conversion gutgeschrieben wird. Seit Ende 2023 hat Google die alten regelbasierten Modelle (Letzter Klick, Erster Klick, Linear, Zeitverlauf, Positionsbasiert) aus Google Ads entfernt. Das einzige verbleibende Modell ist die datengetriebene Attribution (DDA). Was das für deine Kampagnen bedeutet und worauf du beim Attributionsfenster achten solltest, erfährst du hier.

Was ist Conversion-Zuordnung?

Jemand sucht bei Google nach “Steuerberater Hamburg”, sieht deine Anzeige, klickt aber nicht. Drei Tage später sucht dieselbe Person nach “Steuerberater Hamburg Altona”, klickt auf deine Anzeige und füllt das Kontaktformular aus.

Welchem Klick gehört die Conversion? Dem einzigen, auf den geklickt wurde? Oder auch dem ersten Kontakt, der das Interesse geweckt hat?

Genau das regelt die Conversion-Zuordnung. Sie bestimmt, wie Conversions auf die verschiedenen Klicks (und Touchpoints) in der Customer Journey verteilt werden. Das hat direkte Auswirkungen darauf, was Google Ads lernt und wie Smart Bidding seine Gebote setzt.

Warum Conversion-Zuordnung so wichtig ist

Deine Gebotsstrategie arbeitet mit den Daten, die du ihr gibst. Smart Bidding (Conversions maximieren, Ziel-CPA, Ziel-ROAS) lernt aus historischen Conversion-Daten und passt Gebote in Echtzeit an.

Wenn die Zuordnung nicht stimmt, lernt der Algorithmus das Falsche. Ein Keyword, das oft früh in der Customer Journey auftaucht, aber selten den letzten Klick hat, würde bei Letzter-Klick-Attribution systematisch unterbewertet. Smart Bidding würde dafür schlechtere Gebote setzen, obwohl es tatsächlich einen echten Beitrag zum Ergebnis liefert.

Kurz gesagt. Die Zuordnung beeinflusst nicht nur deine Reporting-Zahlen, sondern direkt die Optimierungsentscheidungen des Algorithmus.

Die datengetriebene Attribution: der neue Standard

Bis Ende 2023 konntest du in Google Ads zwischen mehreren Attributionsmodellen wählen. Google hat diese Entscheidung inzwischen abgenommen. Die folgenden regelbasierten Modelle wurden aus Google Ads entfernt:

  • Letzter Klick: Die gesamte Conversion geht an den letzten Klick vor der Conversion.
  • Erster Klick: Die gesamte Conversion geht an den ersten Klick.
  • Linear: Alle Klicks auf dem Pfad erhalten gleich viel Gewicht.
  • Zeitverlauf: Klicks kurz vor der Conversion werden stärker gewichtet.
  • Positionsbasiert: Erster und letzter Klick erhalten je 40 %, der Rest verteilt sich auf die Mitte.

Was übrig bleibt, ist die datengetriebene Attribution (DDA). Das ist für alle neuen Conversion-Aktionen jetzt die einzige Option.

Bestehende Einstellungen

Kampagnen und Conversion-Aktionen, die vor der Umstellung auf eines der alten Modelle eingestellt waren, wurden von Google automatisch auf DDA umgestellt. Falls du noch ein älteres Konto betreust, lohnt sich ein kurzer Check in den Conversion-Einstellungen.

Was DDA anders macht

Regelbasierte Modelle folgen einer festen Logik, unabhängig davon was in deinem Konto tatsächlich passiert. DDA macht das Gegenteil.

Das Modell analysiert alle Klickpfade in deinem Konto und lernt daraus, welche Touchpoints wirklich zur Conversion beigetragen haben. Es vergleicht Pfade, die zur Conversion geführt haben, mit Pfaden, die es nicht getan haben. Daraus ergibt sich ein individuelles Gewichtungsmodell für deinen Account.

Was das bedeutet in der Praxis:

  • Keywords, die regelmäßig früh im Entscheidungsprozess erscheinen, bekommen Anerkennung, auch wenn sie nicht den letzten Klick ausgelöst haben.
  • Das Modell passt sich an dein konkretes Nutzerverhalten an, nicht an eine allgemeine Regel.
  • Smart Bidding kann mit diesen Daten gezielter arbeiten.
Experten-Tipp

DDA benötigt ausreichend Daten, um gut zu funktionieren. Google empfiehlt mindestens 3.000 Klicks und 300 Conversions pro Conversion-Aktion innerhalb von 30 Tagen. Bei kleineren Accounts mit wenig Conversion-Volumen kann die Qualität der DDA eingeschränkt sein. Ich beobachte das bei Kunden mit unter 50 Conversions im Monat regelmäßig: Das Modell hat schlicht nicht genug zum Lernen.

Attributionsfenster: Wie weit zurückschauen?

Neben dem Modell gibt es noch die Frage, wie weit zurück Google bei der Zuordnung schaut. Das Attributionsfenster legt fest, innerhalb welcher Zeitspanne ein Klick noch für eine Conversion “verantwortlich” gemacht werden kann.

In Google Ads gibt es drei verschiedene Fenster:

Klick-Attributionsfenster

Der Zeitraum zwischen dem letzten Klick auf eine Anzeige und der Conversion. Standard ist 30 Tage, einstellbar zwischen 1 und 90 Tagen.

View-Through-Attributionsfenster

Gilt für Display- und Video-Kampagnen. Wenn jemand deine Anzeige gesehen, aber nicht geklickt hat, und dann später konvertiert, kann diese View noch zugeordnet werden. Standard ist 1 Tag.

Engaged-View-Attributionsfenster

Spezifisch für YouTube-Anzeigen, bei denen jemand mindestens 10 Sekunden zugeschaut hat. Standard ist 3 Tage.

Welches Fenster ist das richtige?

Das hängt von deinem typischen Kaufzyklus ab. Bei einem Anwalt, der Scheidungsrecht macht, überlegen Interessenten oft mehrere Wochen. Da ist ein 30-Tage-Fenster sinnvoll. Bei einem Schlüsseldienst, bei dem die Entscheidung in Minuten fällt, ist ein kürzeres Fenster realistischer. Ich schaue mir bei neuen Kunden immer zuerst an, wie lang der typische Pfad bis zur Conversion ist.

Praktische Auswirkungen auf dein Konto

Wenn du verstehst, wie die Zuordnung funktioniert, siehst du deine Reporting-Zahlen anders.

Conversion-Zahlen in Kampagnen können größer sein als die tatsächlichen Anfragen

DDA verteilt Conversion-Anteile (keine ganzen Conversions) auf mehrere Klickpfade. Eine Anfrage kann also als 0,4 Conversions in Kampagne A und als 0,6 Conversions in Kampagne B erscheinen.

Keywords erscheinen wertvoller als bei Letzter-Klick

Das ist kein Fehler, sondern eine genauere Darstellung ihrer tatsächlichen Rolle. Informationelle Keywords, die früh in der Suche geklickt werden, tauchen jetzt im Reporting auf, auch wenn sie nie den letzten Klick hatten.

Smart Bidding setzt bessere Gebote

Weil der Algorithmus ein vollständigeres Bild der Customer Journey hat, kann er gezielter bieten. Das ist einer der Hauptgründe, warum Google die Umstellung auf DDA durchgesetzt hat.

Vorsicht bei Vergleichen

Wenn du Conversion-Zahlen aus der Zeit vor der DDA-Umstellung mit aktuellen Zahlen vergleichst, beachte, dass sich das Zählverfahren geändert hat. Ein direkter Vergleich ist oft nicht sinnvoll. Ich nutze dafür den Bericht “Modellvergleich” in Google Ads, der dir zeigt, wie sich die Zahlen unter verschiedenen Modellen unterschieden hätten.

Zusammenspiel mit Cross-Device-Tracking

Nutzer springen zwischen Geräten. Jemand sieht deine Anzeige morgens auf dem Handy, schaut sich abends auf dem Laptop die Website an und füllt am nächsten Morgen wieder am Handy das Formular aus.

Google versucht, diese Pfade über eingeloggte Google-Konten zusammenzuführen. Das funktioniert nicht immer, aber deutlich besser als früher. DDA profitiert davon, weil mehr vollständige Pfade zur Verfügung stehen.

Voraussetzung dafür ist ein sauber eingerichtetes Conversion-Tracking. Ohne funktionierendes Tracking bekommst du keine verwertbaren Attributionsdaten.

FAQ

Was passiert mit alten Conversion-Aktionen, die auf einem regelbasierten Modell standen?

Google hat diese automatisch auf datengetriebene Attribution umgestellt. Wenn dein Konto seit 2023 aktiv ist, läuft es bereits auf DDA.

Kann ich DDA ausschalten und zum letzten Klick zurück?

Nein. Die regelbasierten Modelle sind aus der Google Ads Oberfläche entfernt worden. Für neue Conversion-Aktionen gibt es keine Alternative mehr zu DDA.

Mein Konto hat wenig Conversions. Funktioniert DDA trotzdem?

Eingeschränkt. Bei sehr wenig Daten kann DDA nicht zuverlässig lernen. Google verwendet in diesem Fall eher einfachere Muster. Generell gilt: Je mehr Conversion-Daten, desto besser das Modell.

Wie schaue ich mir an, welche Keywords welchen Beitrag leisten?

Im Google Ads Konto gibt es unter “Conversions” den Bericht “Attributionspfade” und den “Modellvergleich”. Dort siehst du, wie der Conversion-Wert unter verschiedenen Modellen verteilt worden wäre.

Beeinflusst das Attributionsfenster den Preis?

Nicht direkt. Aber ein längeres Fenster bedeutet, dass mehr Conversions erfasst werden. Das kann dazu führen, dass Smart Bidding aggressiver bietet. Für Branchen mit kurzem Kaufzyklus kann ein zu langes Fenster dazu führen, dass irrelevante Klicks ins Reporting fließen.

Sollte ich View-Through-Conversions als primäre Conversion zählen?

In der Regel nein. View-Through-Conversions sind ein Indikator, aber kein verlässlicher Wert für Smart Bidding. Ich empfehle, sie als sekundäre Conversion zu zählen oder im Reporting nur zur Information zu nutzen.

Conversion-Zuordnung prüfen
  • Conversion-Aktionen auf DDA prüfen (Konto → Conversions → Einstellungen)
  • Klick-Attributionsfenster an den typischen Kaufzyklus anpassen
  • View-Through-Fenster prüfen und realistisch halten (meist 1 Tag reicht)
  • Bericht “Attributionspfade” einmal ansehen, um die Customer Journey zu verstehen
  • Conversion-Volumen im Blick behalten: unter 300 Conversions/Monat läuft DDA suboptimal
  • Cross-Device-Tracking aktiv lassen (erfordert eingeloggtes Google-Konto des Nutzers)

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Benjamin Häntzschel

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