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Click-to-Call in Google Ads: Direkte Anrufe aus der Suche generieren
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 7 Min. Lesezeit

Click-to-Call in Google Ads: Direkte Anrufe aus der Suche generieren

Das Wichtigste zusammengefasst

Click-to-Call bezeichnet alles in Google Ads, was darauf ausgelegt ist, Nutzer direkt zum Anruf zu führen. Es gibt zwei verschiedene Wege: die Anruferweiterung (Telefonnummer wird unter einer normalen Suchanzeige eingeblendet) und die Nur-Anruf-Anzeige (kein Link zur Website, ausschließlich Anruf-CTA). Beide Formate sind für Unternehmen gedacht, bei denen der Anruf der wichtigste Conversion-Schritt ist. Ohne sauberes Anruf-Tracking lässt sich der Erfolg nicht messen.

Für viele lokale Unternehmen ist der Anruf die relevanteste Conversion überhaupt. Kein Formular, kein Download, kein Checkout. Der Interessent greift zum Telefon, und wenn das Gespräch gut läuft, wird er Kunde.

Genau dafür gibt es Click-to-Call in Google Ads. Ich erkläre, welche Formate es gibt, wie du sie einrichtest und was ich aus der Praxis empfehlen würde.

Was ist Click-to-Call und wie funktioniert es?

Gut zu wissen

Click-to-Call ist kein eigenständiger Kampagnentyp, sondern ein Oberbegriff für Google Ads Funktionen, die Nutzer zum direkten Anruf führen. Auf Mobilgeräten öffnet ein Klick auf die Telefonnummer sofort die Anruf-App. Auf Desktop kann die Nummer angezeigt werden, damit Nutzer sie manuell wählen.

Nutzer, die auf Mobilgeräten nach lokalen Dienstleistungen suchen, wollen oft schnell handeln. Sie brauchen einen Anwalt, einen Handwerker, einen Arzt. Das Ausfüllen eines Formulars kostet Zeit. Ein Klick auf eine Telefonnummer nicht.

Google hat das früh erkannt und Click-to-Call als Format etabliert. Der Mechanismus ist denkbar einfach: In der Suchanzeige oder direkt darunter erscheint eine Telefonnummer. Auf dem Smartphone tippt der Nutzer drauf und der Anruf startet.

Die zwei Varianten: Anruferweiterung vs. Nur-Anruf-Anzeige

Es gibt zwei unterschiedliche Wege, Anrufe über Google Ads zu generieren.

Anruferweiterung (Call Extension / Call Asset)

Die Anruferweiterung ist eine Ergänzung zu deiner bestehenden Suchanzeige. Deine normale Anzeige mit Überschriften, Beschreibungen und Website-Link bleibt erhalten. Darunter wird zusätzlich deine Telefonnummer eingeblendet. Nutzer haben dann die Wahl: Website besuchen oder direkt anrufen.

Das ist die häufigere Variante, weil sie flexibler ist. Die Anzeige führt weiterhin auf deine Landingpage, bietet aber gleichzeitig den direkten Anruf als Option an.

Anruferweiterungen können auf Konto-, Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene hinterlegt werden. Auf Kampagnenebene ist in der Regel sinnvoll, wenn eine Nummer für alles gilt. Wenn du verschiedene Nummern für verschiedene Leistungsbereiche hast, macht es Sinn, das auf Anzeigengruppenebene zu trennen.

Nur-Anruf-Anzeige (Call-only Ad)

Diese Variante ist radikaler. Es gibt keinen Link zur Website. Kein “mehr erfahren”, kein Besuchen der Landingpage. Der einzige mögliche Klick führt zum Anruf.

Die Anzeige zeigt Überschriften, eine kurze Beschreibung und die Telefonnummer. Auf Desktop-Geräten werden Nur-Anruf-Anzeigen gar nicht ausgespielt, weil dort ein Klick auf die Nummer keinen Anruf öffnen kann. Das Format ist ausschließlich für Mobile gedacht.

Wann macht das Sinn? Wenn du weißt, dass deine Zielgruppe am Telefon konvertiert und nicht über eine Landingpage. Notfalldienste, Rechtsberatung, Schlüsseldienste, Renovierungsunternehmen mit telefonischer Erstberatung. In solchen Fällen kann die Nur-Anruf-Anzeige deutlich effizienter sein als eine normale Suchanzeige.

Experten-Tipp

Ich setze Nur-Anruf-Anzeigen bei Kanzleien und Dienstleistern manchmal parallel zu normalen Suchanzeigen ein. Nicht als Ersatz, sondern als Test. Die Daten zeigen dann, ob Nutzer lieber anrufen oder sich erst auf der Website informieren wollen. Das ist wertvoller als jede Annahme.

Einrichtung: So fügst du Anruferweiterungen hinzu

Die Einrichtung ist unkompliziert.

Anruferweiterung in bestehender Kampagne:

  1. Öffne dein Google Ads Konto und gehe zu der Kampagne oder Anzeigengruppe, bei der du die Erweiterung hinzufügen möchtest.
  2. Klicke auf “Assets” (früher “Anzeigenerweiterungen”) im linken Menü.
  3. Wähle “Anruf-Asset” und klicke auf das Pluszeichen.
  4. Gib deine Telefonnummer ein. Achte auf das richtige Länderformat (Deutschland: +49).
  5. Optional: Lege Zeitplanung fest, damit die Erweiterung nur während der Geschäftszeiten erscheint.

Das ist wichtig. Eine Anruferweiterung, die um 23 Uhr ausgespielt wird, obwohl niemand ans Telefon geht, schadet der Nutzererfahrung. Richte den Werbezeitplaner so ein, dass die Nummer nur erscheint, wenn jemand die Anrufe entgegennehmen kann.

Nur-Anruf-Anzeige erstellen:

  1. Erstelle eine neue Kampagne (oder nutze eine bestehende) mit dem Kampagnenziel “Leads” oder ohne Ziel.
  2. Wähle beim Anzeigentyp “Nur-Anruf-Anzeige”.
  3. Fülle Überschriften (zwei Pflichtfelder) und eine Beschreibung aus.
  4. Hinterlege deine Telefonnummer und eine Verifizierungs-URL (deine Website, zum Nachweis dass du das Unternehmen bist).
  5. Lege auch hier den Werbezeitplaner fest.

Anruf-Tracking einrichten

Ohne Tracking weißt du nicht, ob Click-to-Call funktioniert. Das klingt offensichtlich, wird aber erstaunlich oft vernachlässigt.

Google Ads bietet zwei Wege, Anrufe zu erfassen:

Google Weiterleitungsnummer. Google generiert eine eigene Nummer, die beim Nutzer angezeigt wird. Anrufe über diese Nummer werden automatisch in Google Ads als Conversion erfasst. Dein Anruf kommt dann trotzdem bei dir an, Google trackt dabei die Dauer und den Ursprung. Das ist die einfachste Lösung und erfordert kein technisches Setup.

Drittanbieter-Tracking. Tools wie Aircall, CallRail oder ähnliche ermöglichen detaillierteres Anruf-Tracking mit Gesprächsaufzeichnung, Qualitätsbewertung und CRM-Integration. Das ist für Unternehmen sinnvoll, bei denen die Anrufqualität stark schwankt und man verstehen möchte, welche Kampagnen wirklich gute Anfragen bringen.

Mindestanrufdauer festlegen

Standardmäßig zählt Google jeden Anruf als Conversion, unabhängig von der Länge. Das verfälscht die Daten. Ein Anruf, der nach vier Sekunden endet, war kein qualifizierter Lead. Ich empfehle, in den Conversion-Einstellungen eine Mindestanrufdauer von mindestens 30 bis 60 Sekunden zu hinterlegen. Nur dann zählt ein Anruf als Conversion.

Gebote und Strategie

Click-to-Call funktioniert mit den gleichen Gebotsstrategien wie normale Suchkampagnen. Du kannst manuellen CPC nutzen oder auf Smart Bidding setzen.

Wenn Anrufe deine primäre Conversion sind, empfehle ich, sie als Hauptconversion zu definieren, nicht als sekundäre. Smart Bidding, also Conversions maximieren oder Ziel-CPA, optimiert auf die Aktionen, die als primär markiert sind. Wenn Anrufe nur als sekundär laufen, werden sie bei der Optimierung weniger gewichtet.

Für Nur-Anruf-Anzeigen ist manueller CPC oder Ziel-CPA oft sinnvoller als Klicks maximieren, weil jeder Klick direkt Geld kostet und einen Anruf auslöst. Du willst keine günstigen Klicks von Leuten, die aus Versehen tippen.

Was ich in der Praxis beobachte

Es gibt ein paar Muster, die mir bei Kunden immer wieder auffallen.

Geschäftszeiten werden vergessen. Anruferweiterungen laufen ohne Zeitplanung rund um die Uhr. Nutzer rufen abends an, niemand hebt ab, sie sind frustriert. Das kostet nicht nur Budget, es beschädigt auch den ersten Eindruck.

Anruf-Tracking wird nicht eingerichtet. Dann weiß ich nicht, ob die Anzeigen funktionieren. Ohne Daten kein Lernen, kein Optimieren.

Nur-Anruf-Anzeigen auf Desktop ausgespielt. Das kann passieren, wenn die Kampagne nicht korrekt auf Mobile eingeschränkt wird. Ein Klick auf die Nummer auf dem Desktop öffnet keinen Anruf, sondern führt ins Leere oder zeigt eine Fehlermeldung. Prüfe das nach dem Start.

Zu allgemeine Anzeigentexte. Nur-Anruf-Anzeigen haben wenig Platz. Der Text muss sofort klar machen, wer du bist und warum jemand anrufen sollte. “Jetzt kostenlos beraten lassen” ist besser als “Nehmen Sie Kontakt auf.”

Für wen lohnt sich Click-to-Call?

Ehrlich gesagt: für jeden, bei dem der Anruf eine relevante Rolle spielt. Das ist bei kleinen und mittelständischen Unternehmen erstaunlich häufig der Fall.

Besonders geeignet sind Anruferweiterungen und Nur-Anruf-Anzeigen für:

  • Rechtsanwälte und Steuerberater
  • Handwerker und lokale Dienstleister
  • Ärzte, Therapeuten, Beratungsunternehmen
  • Notfalldienste, Schlüsseldienste, Abschleppunternehmen
  • Immobilienmakler

Weniger geeignet sind sie für E-Commerce, wo der Kauf online stattfindet, oder für Unternehmen, bei denen die Entscheidung typischerweise nach Recherche auf der Website fällt.

Wenn du dir unsicher bist, ob Anrufe für dein Geschäft wichtig sind, schau dir an, wie viele Kunden bereits heute ohne Anzeigen über das Telefon bei dir anfragen. Wenn das eine relevante Zahl ist, sollte Click-to-Call Teil deiner Google Ads Strategie sein.

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Benjamin Häntzschel

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