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Google Ads reaktiviert pausierte Keywords automatisch – so schützt du dein Konto
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Google Ads reaktiviert pausierte Keywords automatisch – so schützt du dein Konto

Das Wichtigste zusammengefasst

Mehrere Werbetreibende berichten, dass Google Ads zuvor pausierte Keywords automatisch wieder aktiviert hat. Verantwortlich ist ein System namens “Low activity system bulk changes”, das bisher nur inaktive Keywords pausiert hat – jetzt aber offenbar auch in die andere Richtung arbeitet. Wer sein Konto nicht regelmäßig prüft, riskiert ungewollte Ausgaben.

Wenn du ein Keyword in Google Ads pausierst, hat das normalerweise einen guten Grund. Vielleicht hat es unqualifizierte Anfragen gebracht. Vielleicht war es ein Test, der nicht funktioniert hat. Oder du hast es bewusst abgeschaltet, um dein Budget auf die Kampagnen zu konzentrieren, die wirklich liefern.

Genau deshalb ist die aktuelle Entwicklung problematisch. Seit Februar 2026 häufen sich Berichte, dass Google Ads pausierte Keywords ohne Zutun des Kontoinhabers wieder aktiviert. Entdeckt wurde das Verhalten vom Performance-Marketing-Berater Francesco Cifardi, der in der Änderungshistorie Einträge fand, die keiner manuellen Änderung entsprachen.

Was genau passiert in den Konten?

Gut zu wissen

In der Änderungshistorie tauchen Einträge auf, die Google dem System “Low activity system bulk changes” zuordnet. Diese Einträge zeigen, dass zuvor pausierte Keywords automatisch wieder auf “Aktiv” gesetzt wurden – mit einer sichtbaren “Rückgängig”-Option.

Dieses System ist nicht neu. Google nutzt es seit einiger Zeit, um Keywords automatisch zu pausieren, die lange keine Impressionen generiert haben. Das war für die meisten Werbetreibenden unproblematisch, weil es Keywords betraf, die ohnehin keinen Traffic brachten.

Das neue Verhalten dreht diese Logik um. Statt nur zu pausieren, reaktiviert das System jetzt offenbar auch Keywords, die es für wieder relevant hält. Die Änderungen erscheinen in der Änderungshistorie als automatisierte Bulk-Updates – nicht als manuelle Anpassung durch einen Nutzer.

Googles Ads-Sprecherin Ginny Marvin hat bestätigt, dass das Verhalten existiert. Laut ihrer Aussage betrifft es ausschließlich Keywords, die zuvor automatisch vom System pausiert wurden – nicht Keywords, die du selbst manuell pausiert hast. Gleichzeitig räumte sie ein, dass das Engineering-Team an Verbesserungen arbeitet.

Warum das für dich als Unternehmer relevant ist

Selbst wenn nur automatisch pausierte Keywords betroffen sind, ist die Auswirkung nicht zu unterschätzen. Denn auch diese Keywords wurden aus einem Grund pausiert – sie waren inaktiv, haben keinen relevanten Traffic gebracht oder waren schlicht nicht wirtschaftlich.

Unerwartete Ausgaben. Reaktivierte Keywords beginnen sofort, an Auktionen teilzunehmen. Wenn du dein Budget eng geplant hast, kann das zu Mehrausgaben führen, die du nicht eingeplant hattest.

Ungewollte Suchanfragen. Keywords, die du bewusst nicht mehr nutzen wolltest, ziehen möglicherweise Suchanfragen an, die nicht zu deinem Angebot passen. Gerade bei Broad-Match-Keywords kann das schnell zu einer Verschlechterung der Anfrage-Qualität führen.

Verlust der Kontrolle. Für viele Unternehmer ist Google Ads ohnehin eine Blackbox. Wenn das System dann auch noch eigenständig Entscheidungen rückgängig macht, wird es schwieriger, den Überblick zu behalten.

Achtung

Prüfe deine Änderungshistorie auf Einträge von “Low activity system bulk changes”, die Keywords aktiviert haben. Besonders wenn du in den letzten Wochen unerklärliche Ausgaben oder ungewöhnliche Suchanfragen bemerkt hast, könnte das die Ursache sein.

Wie du die automatischen Änderungen findest

Die Änderungshistorie ist der einzige Ort, an dem du diese automatischen Eingriffe nachvollziehen kannst. So gehst du vor:

  • Öffne dein Google Ads Konto und navigiere zu Änderungshistorie (unter “Kampagnen” > “Änderungseinstellungen”).
  • Filtere nach dem Zeitraum der letzten 30 Tage.
  • Suche nach Einträgen, bei denen als Quelle “Low activity system bulk changes” angegeben ist.
  • Prüfe, ob dort Keywords von “Pausiert” auf “Aktiv” gesetzt wurden.
  • Falls ja: Nutze die “Rückgängig”-Funktion direkt in der Änderungshistorie, um die Änderung sofort zurückzusetzen.
Experten-Tipp

Mach die Prüfung der Änderungshistorie zu einer wöchentlichen Routine. Nicht nur wegen dieses spezifischen Problems – die Änderungshistorie zeigt dir generell alle automatischen Eingriffe von Google, einschließlich automatisch angewendeter Empfehlungen. Wer das nicht regelmäßig kontrolliert, verliert schrittweise die Kontrolle über sein Konto.

Was du vorbeugend tun kannst

Leider gibt es aktuell keine Einstellung, mit der du diese automatischen Reaktivierungen gezielt abschalten kannst. Aber du kannst die Auswirkungen begrenzen.

Automatisch angewendete Empfehlungen prüfen. Unter “Empfehlungen” > “Automatisch anwenden” siehst du, welche Optimierungen Google eigenständig vornehmen darf. Deaktiviere alles, was du nicht explizit freigeben möchtest. Das betrifft zwar nicht direkt die Low-Activity-Automatisierung, reduziert aber insgesamt die Anzahl ungewollter Eingriffe.

Benachrichtigungen einrichten. Google Ads bietet benutzerdefinierte Regeln, die dich per E-Mail benachrichtigen, wenn sich bestimmte Werte verändern. Eine Regel, die dich bei ungewöhnlichen Ausgabensteigerungen warnt, kann helfen, automatische Änderungen frühzeitig zu erkennen.

Kampagnenbudgets als Sicherheitsnetz. Wenn du mit Tagesbudgets auf Kampagnenebene arbeitest, begrenzt das den möglichen Schaden durch reaktivierte Keywords. Ohne Budgetdeckel können die Kosten schnell aus dem Ruder laufen.

Experten-Tipp

Wenn du Keywords aus strategischen Gründen nicht mehr nutzen möchtest, ist “Pausieren” allein nicht die sicherste Option. Keywords, die dauerhaft nicht mehr laufen sollen, kannst du stattdessen entfernen. Entfernte Keywords können nicht automatisch reaktiviert werden – sie sind permanent aus der Kampagne gelöscht.

Deine Checkliste

Checkliste
  • Änderungshistorie prüfen. Suche nach “Low activity system bulk changes”-Einträgen der letzten 30 Tage und kontrolliere, ob Keywords reaktiviert wurden.
  • Reaktivierte Keywords rückgängig machen. Nutze die “Rückgängig”-Funktion in der Änderungshistorie, um ungewollte Aktivierungen sofort zurückzusetzen.
  • Automatisch angewendete Empfehlungen prüfen. Stelle sicher, dass Google keine Optimierungen ohne deine Freigabe durchführt.
  • Wöchentliche Routine einführen. Nimm die Änderungshistorie in deinen regelmäßigen Konto-Check auf, um automatische Eingriffe frühzeitig zu erkennen.
  • Dauerhaft unerwünschte Keywords entfernen statt pausieren. Das schützt vor zukünftigen automatischen Reaktivierungen.

Weitere Details zu diesem Problem findest du bei Search Engine Land.

Benjamin Häntzschel

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