Conversion Traffic
Was ist eine Conversion in Google Ads und warum entscheidet sie über deinen Erfolg?
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 9 Min. Lesezeit

Was ist eine Conversion in Google Ads und warum entscheidet sie über deinen Erfolg?

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Conversion ist die messbare Aktion, die ein Besucher auf deiner Website ausführt, nachdem er auf deine Google Ads Anzeige geklickt hat. Ohne sauber eingerichtete Conversions weißt du nicht, ob dein Werbebudget Anfragen, Käufe oder nur teure Klicks produziert. In diesem Artikel erfährst du, was Conversions sind, welche Arten es gibt und wie du sie für dein Unternehmen sinnvoll einrichtest.

Was ist eine Conversion in Google Ads?

Gut zu wissen

Eine Conversion in Google Ads ist eine vordefinierte, wertvolle Handlung, die ein Nutzer auf deiner Website ausführt, nachdem er auf eine Anzeige geklickt hat. Das kann ein Kauf, eine Kontaktanfrage, ein Anruf oder eine andere Aktion sein, die für dein Geschäft zählt. Du legst selbst fest, was als Conversion gemessen wird.

Der Begriff klingt erst mal technisch, aber im Kern ist eine Conversion nichts anderes als die Antwort auf die Frage: Hat die Anzeige zu einem echten Ergebnis geführt?

Wenn jemand auf deine Google Ads Anzeige klickt, landest du erstmal bei den Kosten. Ob sich dieser Klick gelohnt hat, zeigt sich erst durch die Conversion. Sie markiert den Punkt, an dem aus einem anonymen Website-Besucher ein Interessent oder Kunde wird.

Welche Aktion das genau ist, hängt von deinem Geschäftsmodell ab. Für einen Anwalt ist es typischerweise die ausgefüllte Kontaktanfrage. Für einen Handwerksbetrieb der Anruf. Für einen Online-Shop der abgeschlossene Kauf. Und für einen B2B-Dienstleister vielleicht der Download eines Whitepapers oder die Buchung eines Beratungstermins.

Entscheidend ist: Du definierst, was für dein Unternehmen als Conversion zählt. Google misst dann, wie oft diese Aktion nach einem Anzeigenklick tatsächlich stattfindet.

Warum sind Conversions so wichtig für dein Unternehmen?

Ohne Conversions fliegst du blind. Das klingt hart, ist aber die Realität. Wenn du nicht misst, welche Anzeigen zu echten Ergebnissen führen, kannst du dein Budget nicht sinnvoll steuern.

Hier sind die konkreten Auswirkungen:

Keine Conversions bedeutet kein CPA. Der CPA (Kosten pro Akquisition) ist die wichtigste Kennzahl, um zu beurteilen, ob sich deine Werbung rechnet. Ohne Conversion-Daten kannst du ihn nicht berechnen. Du weißt dann zwar, dass du 500 Euro ausgegeben hast, aber nicht, ob daraus 2 oder 20 Anfragen entstanden sind.

Ohne Conversions kein Smart Bidding. Google bietet leistungsfähige Gebotsstrategien wie Smart Bidding, die automatisch auf Conversions optimieren. Dafür braucht der Algorithmus aber Conversion-Daten. Ohne diese Daten arbeitet Smart Bidding im Grunde wie ein Blindflug mit Autopilot.

Budgetentscheidungen werden zum Ratespiel. Wenn du zwei Kampagnen laufen hast und nicht weißt, welche davon tatsächlich Anfragen bringt, wohin verschiebst du dann Budget? Mit Conversion-Daten siehst du sofort, welche Kampagne 5 Anfragen pro Woche liefert und welche nur Klicks produziert.

Ein einfaches Beispiel: Du bist Steuerberater und gibst monatlich 2.000 Euro für Google Ads aus. Deine Anzeigen bekommen 400 Klicks. Ohne Conversion-Tracking weißt du, dass jeder Klick dich 5 Euro kostet. Mit Conversion-Tracking siehst du, dass 12 dieser Klicks zu Kontaktanfragen geführt haben. Dein CPA liegt also bei rund 167 Euro pro Anfrage. Erst jetzt kannst du beurteilen, ob sich das für dein Geschäft lohnt.

Welche Arten von Conversions gibt es?

Nicht jede Conversion ist gleich wertvoll. Google unterscheidet deshalb zwischen verschiedenen Typen, und es lohnt sich, diese Unterscheidung zu kennen.

Makro- vs. Mikro-Conversions

Makro-Conversions sind die Aktionen, für die du eigentlich Werbung machst. Das ist die Kontaktanfrage, der Kauf, der Anruf. Sie stehen direkt in Verbindung mit Umsatz.

Mikro-Conversions sind kleinere Schritte auf dem Weg dorthin. Das kann ein PDF-Download sein, das Ansehen der Preisseite oder die Nutzung eines Rechner-Tools auf deiner Website. Sie zeigen Interesse, aber noch keine feste Kaufabsicht.

Primäre vs. sekundäre Conversion-Aktionen

In Google Ads kannst du Conversion-Aktionen als primär oder sekundär einstufen. Das ist ein oft übersehener, aber wichtiger Unterschied.

Primäre Conversions fließen in die Optimierung deiner Gebotsstrategien ein. Smart Bidding optimiert auf diese Aktionen. Hier gehören deine wertvollsten Aktionen hin, also das, wofür du tatsächlich bezahlst.

Sekundäre Conversions werden zwar getrackt und in den Berichten angezeigt, beeinflussen aber nicht die Gebotsstrategie. Sie sind nützlich zur Beobachtung, stören aber nicht die Optimierung.

Typische Conversions nach Branche

BrancheMakro-ConversionMikro-Conversion
AnwaltskanzleiKontaktformular, Rückruf-AnfrageSeite “Rechtsgebiete” besucht
HandwerksbetriebTelefonanruf, AngebotsanfrageReferenz-Galerie angesehen
B2B-DienstleisterDemo-Anfrage, BeratungsterminWhitepaper-Download
Online-ShopKaufabschlussProdukt in den Warenkorb gelegt
ArztpraxisOnline-TerminbuchungLeistungsseite besucht
Experten-Tipp

Setze nur deine wertvollste Aktion als primäre Conversion ein. Wenn du Kontaktanfragen und Seitenaufrufe gleichzeitig als primäre Conversion zählst, optimiert Smart Bidding auf beides und wird dir vor allem die billigeren Seitenaufrufe liefern. Das ist nicht, was du willst.

Wie werden Conversions gemessen?

Die Conversion-Rate ist die zentrale Kennzahl. Sie berechnet sich so:

Conversion-Rate = Conversions / Klicks x 100

Wenn deine Anzeige 200 Klicks bekommt und daraus 8 Kontaktanfragen entstehen, liegt deine Conversion-Rate bei 4 %. Das bedeutet, dass jeder 25. Klick zu einer Anfrage führt.

Was eine “gute” Conversion-Rate ist, hängt stark von der Branche und dem Conversion-Typ ab. Bei Kontaktanfragen für Dienstleister sind 3-8 % üblich. Bei Online-Käufen liegen die Raten oft niedriger, bei 1-3 %. Es gibt keine universelle Benchmark, aber du solltest deine eigene Rate über die Zeit beobachten und verbessern.

Neben der Conversion-Rate gibt es weitere wichtige Metriken im Zusammenhang mit Conversions:

  • Kosten pro Conversion (CPA). Was dich eine einzelne Conversion im Durchschnitt kostet. Die Frage ist: Ist dieser Betrag wirtschaftlich sinnvoll für dein Geschäft?
  • Conversion-Wert. Du kannst Conversions einen monetären Wert zuweisen. Bei einem Shop ist das der Bestellwert. Bei Dienstleistern kannst du einen geschätzten Kundenwert hinterlegen.
  • Conversions nach Zeitraum. Wie entwickelt sich die Anzahl deiner Conversions über Wochen und Monate? Hier erkennst du Trends.

Wie richtest du Conversions in Google Ads ein?

Für die Einrichtung gibt es grundsätzlich drei Wege:

1. Direkt in Google Ads. Du erstellst eine Conversion-Aktion unter “Zielvorhaben” und platzierst den Tracking-Code auf deiner Website. Der einfachste Weg für Kontaktformulare und einfache Zielseiten.

2. Über den Google Tag Manager. Du verwaltest alle Tracking-Tags zentral im Tag Manager. Das ist flexibler und wird von den meisten Profis bevorzugt, weil du keinen Code auf der Website selbst ändern musst.

3. Import aus Google Analytics. Du kannst Conversion-Ereignisse, die bereits in Google Analytics eingerichtet sind, in Google Ads importieren. Praktisch, wenn dein Analytics-Tracking schon steht.

Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Artikel zum Conversion Tracking.

Unabhängig vom Weg gibt es ein paar Grundregeln, die für alle gelten:

  • Teste nach der Einrichtung. Fülle dein eigenes Formular aus, rufe deine eigene Tracking-Nummer an. Prüfe, ob die Conversion in Google Ads erscheint. Das dauert oft 24-48 Stunden.
  • Zählung richtig einstellen. Bei Kontaktanfragen solltest du “Eine” wählen, weil derselbe Nutzer mehrfach das Formular absenden kann. Bei Käufen wählst du “Jede”, weil jeder Kauf zählt.
  • Conversion-Fenster prüfen. Das Standard-Fenster liegt bei 30 Tagen. Das bedeutet, wenn jemand heute klickt und in 29 Tagen kauft, wird das noch als Conversion gezählt. Für die meisten Dienstleister passt das. Für sehr lange Entscheidungsprozesse kannst du es auf bis zu 90 Tage erweitern.

Typische Fehler bei Conversions

Aus der täglichen Account-Praxis sehe ich immer wieder dieselben Fehler:

Zu viele primäre Conversions. Manche Accounts zählen Seitenaufrufe, Scroll-Events und Formularabsendungen gleichzeitig als primäre Conversions. Das verwässert die Daten komplett. Smart Bidding weiß dann nicht mehr, worauf es optimieren soll.

Conversions doppelt gezählt. Das passiert gerne, wenn Conversion Tracking und Analytics-Import parallel laufen, ohne dass eins davon als sekundär markiert ist. Plötzlich zeigt das Dashboard doppelt so viele Conversions, wie tatsächlich stattgefunden haben.

Kein Conversion-Wert hinterlegt. Wenn du weißt, dass ein durchschnittlicher Kunde 2.000 Euro wert ist, hinterlege das als Conversion-Wert. So kann Google den ROAS (Return on Ad Spend) berechnen und du siehst sofort, ob sich die Investition rechnet.

Tracking nie getestet. Das Conversion-Tag wurde eingebaut, aber nie überprüft. Wochen später fällt auf, dass keine Conversions reinkommen, weil der Tag auf der falschen Seite liegt oder gar nicht feuert.

Häufige Fragen zu Conversions

Was zählt als Conversion in Google Ads?

Alles, was du als Conversion-Aktion definierst. Das können Käufe, Kontaktanfragen, Anrufe, App-Downloads oder andere Aktionen sein. Du legst fest, welche Handlung auf deiner Website als Conversion erfasst wird. Es gibt keine vorgegebene Definition, die für alle gilt.

Wie viele Conversions brauche ich für Smart Bidding?

Google empfiehlt mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen pro Kampagne, damit Smart Bidding zuverlässig arbeiten kann. In der Praxis funktioniert es oft schon mit weniger, aber je mehr Daten der Algorithmus hat, desto besser kann er optimieren. Bei sehr wenigen Conversions kann es sinnvoll sein, auf Mikro-Conversions auszuweichen oder Kampagnen zusammenzulegen.

Was ist der Unterschied zwischen Conversions und Alle Conversions?

In Google Ads gibt es die Spalte “Conversions” und die Spalte “Alle Conversions”. In “Conversions” erscheinen nur die Aktionen, die du als primäre Conversion-Aktion eingestellt hast. “Alle Conversions” enthält zusätzlich die sekundären Aktionen und geräteübergreifende Schätzungen. Für die Bewertung deiner Kampagnenleistung schaust du auf “Conversions”, weil nur diese Spalte die Aktionen zeigt, auf die tatsächlich optimiert wird.

Wie lange dauert es, bis eine Conversion in Google Ads angezeigt wird?

Normalerweise erscheint eine Conversion innerhalb von 24 Stunden in deinem Konto. In manchen Fällen kann es bis zu 72 Stunden dauern. Die Conversion wird dabei dem Zeitpunkt des Klicks zugeordnet, nicht dem Zeitpunkt der Conversion selbst. Wenn jemand am Montag klickt und am Mittwoch das Formular ausfüllt, erscheint die Conversion in den Berichten beim Montag.

Kann ich Conversions nachträglich ändern?

Ja, du kannst Conversion-Aktionen jederzeit bearbeiten, also etwa den Namen, das Zählfenster oder den Status (primär/sekundär) ändern. Die Änderungen gelten aber nur für zukünftige Daten. Bereits erfasste Conversions bleiben unverändert in den historischen Berichten.

Deine Checkliste

Checkliste
  • Haupt-Conversion definiert. Lege fest, welche eine Aktion die wertvollste für dein Geschäft ist, und richte sie als primäre Conversion-Aktion ein.
  • Tracking getestet. Führe mindestens eine Test-Conversion durch und prüfe, ob sie in Google Ads korrekt angezeigt wird.
  • Zählung geprüft. Stelle bei Kontaktanfragen die Zählung auf “Eine”, bei Käufen auf “Jede”.
  • Conversion-Wert hinterlegt. Weise deiner Conversion einen realistischen Wert zu, damit du den ROAS im Blick hast.
  • Sekundäre Aktionen getrennt. Halte Mikro-Conversions wie Seitenaufrufe oder Scroll-Events als sekundäre Aktionen, damit sie Smart Bidding nicht beeinflussen.
  • Regelmäßig prüfen. Schau einmal pro Monat, ob dein Conversion-Tracking noch korrekt funktioniert und keine Daten fehlen.
Benjamin Häntzschel

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