Google Ads Anruf-Assets: So generierst du mehr Anrufe von potenziellen Kunden
Anruf-Assets (früher Anruferweiterungen) zeigen deine Telefonnummer direkt in deinen Google Ads-Anzeigen. Nutzer können auf Mobilgeräten mit einem Tipp anrufen, ohne erst deine Website besuchen zu müssen. Gerade für lokale Dienstleister wie Anwälte, Handwerker oder Ärzte sind Anruf-Assets oft der kürzeste Weg zum neuen Kunden.
Was sind Anruf-Assets in Google Ads?
Anruf-Assets sind eine Anzeigenerweiterung in Google Ads, die deine Telefonnummer neben deiner Suchanzeige einblendet. Auf Mobilgeräten erscheint ein Anruf-Button, den Nutzer direkt antippen können. Auf Desktops wird die Nummer als klickbarer Text angezeigt. Google hat diese Funktion 2022 von “Anruferweiterungen” in “Anruf-Assets” umbenannt – funktional hat sich dabei nichts geändert.
Das Prinzip ist simpel: Jemand sucht auf Google nach “Rechtsanwalt Arbeitsrecht Hamburg” oder “Rohrverstopfung Notdienst”, sieht deine Anzeige und kann dich sofort anrufen. Kein Umweg über eine Landingpage, kein Kontaktformular, kein Warten. Für viele lokale Dienstleister ist genau das der wertvollste Kontaktweg, weil der Anrufer in dem Moment aktiv nach einer Lösung sucht.
Anruf-Assets lassen sich auf drei Ebenen hinzufügen: auf Kontoebene (gelten dann für alle Kampagnen), auf Kampagnenebene oder auf Anzeigengruppenebene. Google entscheidet automatisch, wann die Nummer eingeblendet wird – sie erscheint nicht bei jeder Ausspielung, sondern nur wenn Google eine höhere Klickwahrscheinlichkeit erwartet.
Warum sind Anruf-Assets so wichtig für lokale Unternehmen?
Wenn du als Anwalt, Handwerker, Arzt oder lokaler Dienstleister arbeitest, weißt du: Die meisten Kunden greifen zum Telefon. Ein Mandant mit einer Kündigung in der Hand will nicht erst ein Formular ausfüllen. Ein Hausbesitzer mit einem Wasserrohrbruch will sofort jemanden erreichen. Genau hier setzen Anruf-Assets an.
Der Vorteil gegenüber einem normalen Klick auf deine Anzeige liegt auf der Hand. Ein Anruf ist ein deutlich stärkeres Signal als ein Website-Besuch. Wer anruft, hat in der Regel eine konkrete Absicht und ist bereit, einen Auftrag zu vergeben oder einen Termin zu vereinbaren. Die Conversion-Rate von Anrufen liegt bei den meisten lokalen Dienstleistern deutlich über der von Formularanfragen.
Gleichzeitig vergrößern Anruf-Assets deine Anzeige visuell. Die zusätzliche Zeile mit der Telefonnummer nimmt mehr Platz in den Suchergebnissen ein, was die Aufmerksamkeit auf deine Anzeige lenkt. Das kann deine Klickrate insgesamt verbessern – selbst bei Nutzern, die am Ende nicht anrufen, sondern auf die Anzeige klicken.
Wie richtest du Anruf-Assets ein?
Die Einrichtung in Google Ads ist unkompliziert. Gehe in deinem Konto auf “Assets” im linken Menü, klicke auf das Plus-Symbol und wähle “Anruf” aus der Liste. Dann legst du fest, auf welcher Ebene das Asset gelten soll – Konto, Kampagne oder Anzeigengruppe – und gibst deine Telefonnummer ein.
Zwei Einstellungen solltest du dabei direkt vornehmen. Erstens: Unter “Zeitplan” kannst du festlegen, zu welchen Uhrzeiten dein Anruf-Asset angezeigt wird. Wenn du ein kleines Büro führst und zwischen 9 und 18 Uhr erreichbar bist, solltest du das Asset auch nur in diesem Zeitraum ausspielen lassen. Anrufe, die niemand entgegennimmt, sind verbranntes Budget und eine schlechte Erfahrung für den potenziellen Kunden.
Zweitens: Aktiviere die Option “Anrufberichte”. Das ist die Grundlage dafür, dass du später nachvollziehen kannst, welche Kampagnen und Keywords tatsächlich zu Anrufen geführt haben. Bei aktivierten Anrufberichten zeigt Google eine Weiterleitungsnummer statt deiner echten Nummer an, über die alle Anrufdaten erfasst werden.
Falls du mehrere Standorte oder Abteilungen hast, richte die Anruf-Assets auf Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene ein, nicht auf Kontoebene. So kannst du für jede Kampagne die passende Nummer hinterlegen. Ein Anwalt mit Standorten in Hamburg und Berlin zeigt dann je nach Kampagne die richtige lokale Nummer an – das erhöht das Vertrauen bei den Suchenden.
Anruf-Tracking: So misst du, ob sich deine Anrufe lohnen
Anruf-Assets einrichten ist der erste Schritt. Der zweite, oft vernachlässigte Schritt ist das Anruf-Tracking. Ohne Tracking weißt du nicht, ob deine Anrufe tatsächlich zu Kunden werden – und du kannst Google nicht die Daten liefern, die Smart Bidding für die Optimierung braucht.
Google bietet dafür zwei Tracking-Methoden an:
Anrufe über Anzeigen. Hierzu müssen Anrufberichte in deinem Konto aktiviert sein. Google zählt dann jeden Anruf, der über das Anruf-Asset ausgelöst wird. Du legst eine Mindestdauer fest (zum Beispiel 60 Sekunden), ab der ein Anruf als Conversion gezählt wird. So filterst du kurze Irrläufer oder Anrufe heraus, bei denen jemand sofort wieder auflegt.
Anrufe über die Website. Wenn ein Nutzer auf deine Anzeige klickt, deine Website besucht und dort deine Telefonnummer anruft, kann Google auch diesen Anruf tracken. Dafür wird ein Code-Snippet auf deiner Website eingebaut, das die angezeigte Nummer dynamisch durch eine Google-Weiterleitungsnummer ersetzt. Diese Methode erfasst auch Anrufe, die nicht direkt über das Anruf-Asset kommen, sondern über den Umweg Website.
Die passende Mindestdauer für Anruf-Conversions hängt von deiner Branche ab. Bei einem Anwalt, der in einem Erstgespräch den Fall einschätzt, sind 90 bis 120 Sekunden eine sinnvolle Schwelle. Bei einem Schlüsseldienst, wo der Anruf oft nur zur schnellen Terminvereinbarung dient, können schon 30 bis 60 Sekunden ausreichend sein.
Was ändert sich 2026? Nur-Anrufanzeigen werden eingestellt
Eine wichtige Neuerung: Google stellt die sogenannten Nur-Anrufanzeigen (Call-Only Ads) schrittweise ein. Seit Februar 2026 können keine neuen Nur-Anrufanzeigen mehr erstellt werden. Ab Februar 2027 erhalten bestehende Nur-Anrufanzeigen keine Impressionen mehr.
Falls du bisher Nur-Anrufanzeigen genutzt hast, musst du auf responsive Suchanzeigen mit Anruf-Assets umsteigen. Das ist kein Nachteil – im Gegenteil. Responsive Suchanzeigen mit Anruf-Assets bieten dem Nutzer mehr Optionen. Er kann anrufen oder auf die Anzeige klicken und deine Website besuchen. So erreichst du auch Nutzer, die lieber erst recherchieren, bevor sie zum Telefon greifen.
Die Umstellung ist technisch einfach: Erstelle eine responsive Suchanzeige mit deinen üblichen Anzeigentexten und füge ein Anruf-Asset hinzu. Achte darauf, dass deine Anzeigentexte auch ohne sichtbares Anruf-Asset funktionieren, denn Google zeigt das Asset nicht bei jeder Ausspielung an.
Häufige Fehler bei Anruf-Assets
Anrufe außerhalb der Geschäftszeiten
Der wahrscheinlich häufigste Fehler: Das Anruf-Asset läuft rund um die Uhr, obwohl abends und am Wochenende niemand ans Telefon geht. Jeder unbeantwortete Anruf kostet dich einen potenziellen Kunden – und das Geld für den Klick. Stelle den Zeitplan so ein, dass Anrufe nur dann angezeigt werden, wenn jemand erreichbar ist.
Kein Anruf-Tracking eingerichtet
Ohne Tracking fliegst du blind. Du weißt nicht, welche Keywords Anrufe auslösen, wie lange die Gespräche dauern und ob sie zu echten Aufträgen führen. Und genauso problematisch: Google kann seine Gebotsstrategien nicht auf Anruf-Conversions optimieren, weil die Daten fehlen.
Zu kurze Mindestdauer bei Conversions
Wenn du die Mindestdauer auf 0 oder 10 Sekunden setzt, zählst du jeden versehentlichen Tipp und jeden Anrufer, der sofort auflegt, als Conversion. Das verfälscht deine Daten und führt dazu, dass Smart Bidding auf die falschen Signale optimiert. Setze eine realistische Schwelle, die tatsächlich auf ein echtes Kundengespräch hinweist.
Mobile und Desktop nicht differenziert betrachten
Anruf-Assets funktionieren auf Mobilgeräten grundsätzlich besser als auf Desktops, weil der Nutzer direkt tippen und anrufen kann. Auf dem Desktop muss er die Nummer abtippen oder ein Softphone nutzen. Prüfe in deinen Berichten, wie sich die Anrufperformance nach Gerät unterscheidet, und passe deine Gebotsanpassungen entsprechend an.
Häufige Fragen zu Anruf-Assets
Kosten Anrufe über das Anruf-Asset extra?
Ein Klick auf das Anruf-Asset wird genauso abgerechnet wie ein Klick auf deine Anzeige. Du zahlst also den normalen CPC. Es gibt keine zusätzlichen Kosten für das Anruf-Asset selbst.
Wird meine echte Nummer angezeigt?
Wenn du Anrufberichte aktiviert hast, zeigt Google eine Weiterleitungsnummer an. Der Anruf wird trotzdem an deine hinterlegte Nummer weitergeleitet – der Anrufer merkt davon nichts. Wenn du keine Anrufberichte nutzt, wird deine echte Nummer angezeigt, aber du verlierst die Tracking-Möglichkeit.
Funktionieren Anruf-Assets auch bei Performance Max?
Ja. Du kannst Anruf-Assets auch in Performance Max Kampagnen hinterlegen. Sie werden dann in den Suchanzeigen-Platzierungen von PMax angezeigt, sofern Google eine höhere Performance erwartet.
Kann ich sehen, welche Keywords zu Anrufen führen?
Ja, wenn Anrufberichte aktiviert sind. Im Anrufbericht siehst du Startzeit, Dauer, Vorwahl des Anrufers und ob der Anruf als Conversion gewertet wurde. In Kombination mit dem Suchbegriff-Bericht kannst du nachvollziehen, welche Suchanfragen zu wertvollen Anrufen geführt haben.
Was ist der Unterschied zwischen Anruf-Assets und Standort-Assets mit Anrufoption?
Anruf-Assets zeigen eine von dir festgelegte Telefonnummer direkt in der Anzeige. Standort-Assets zeigen deine Geschäftsadresse aus dem Google Unternehmensprofil an und bieten optional auch eine Anrufoption. Wenn du beide nutzt, kann Google je nach Situation entscheiden, welches Asset angezeigt wird.
Deine Checkliste
- Anruf-Asset anlegen. Füge deine Telefonnummer als Anruf-Asset hinzu – auf der Ebene, die zu deiner Kontostruktur passt (Konto, Kampagne oder Anzeigengruppe).
- Zeitplan einstellen. Begrenze die Ausspielung auf deine tatsächlichen Erreichbarkeitszeiten, damit kein Anruf ins Leere läuft.
- Anrufberichte aktivieren. Schalte in den Kontoeinstellungen die Anrufberichte ein, damit du Daten zu Anrufdauer, Vorwahl und Conversions erhältst.
- Anruf-Conversion einrichten. Erstelle eine Conversion-Aktion vom Typ “Anruf” mit einer realistischen Mindestdauer (60-120 Sekunden je nach Branche).
- Nur-Anrufanzeigen migrieren. Falls du noch Nur-Anrufanzeigen nutzt, stelle sie bis spätestens Februar 2027 auf responsive Suchanzeigen mit Anruf-Assets um.
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