ChatGPT-Werbung knackt 100 Millionen Dollar: Was Unternehmer jetzt wissen sollten
ChatGPT hat nach nur sechs Wochen Werbe-Pilot über 100 Millionen Dollar an annualisierten Werbeeinnahmen erreicht. Über 600 Werbetreibende sind dabei, und ab April wird der Self-Serve-Zugang erwartet. Werbung in KI-Chats entwickelt sich schneller als viele erwartet haben.
Anfang 2026 haben wir darüber berichtet, dass OpenAI mit Werbung in ChatGPT experimentiert. Damals war noch unklar, ob das Format funktioniert und ob Werbetreibende Interesse zeigen. Sechs Wochen später sind die ersten Zahlen da, und die sind bemerkenswert.
Wie entwickelt sich ChatGPT als Werbekanal?
ChatGPT hat in sechs Wochen über 100 Millionen Dollar annualisierte Werbeeinnahmen erreicht. Mehr als 600 Werbetreibende nehmen am Pilot teil. Weniger als 7 Prozent der Anzeigen werden als qualitativ schlecht bewertet. Und bisher sehen weniger als 20 Prozent der berechtigten Nutzer überhaupt Werbung.
Diese Zahlen zeigen zwei Dinge: Es gibt deutliche Nachfrage von Werbetreibenden, und die Qualitätskontrolle scheint zu funktionieren. Gleichzeitig kratzt der Pilot erst an der Oberfläche. Wenn aktuell weniger als ein Fünftel der Nutzer Werbung sieht, ist das Wachstumspotenzial enorm.
Der nächste große Schritt wird für April erwartet: Self-Serve-Zugang. Bisher können nur ausgewählte Partner Anzeigen schalten. Mit Self-Serve wird der Zugang für alle Werbetreibenden geöffnet, ähnlich wie bei Google Ads.
Was unterscheidet ChatGPT-Werbung von Google Ads?
Der grundlegende Unterschied liegt in der Nutzerabsicht. Bei Google suchen Menschen gezielt nach Lösungen: “Anwalt Arbeitsrecht Hamburg” oder “Maler in der Nähe”. Die Absicht ist klar, der Nutzer ist bereit zu handeln.
Bei ChatGPT ist die Interaktion anders. Nutzer stellen Fragen, erkunden Themen, lassen sich beraten. Die Absicht ist oft weniger transaktional und mehr explorativ. Das bedeutet: Werbung in ChatGPT funktioniert wahrscheinlich besser im oberen Bereich des Kaufprozesses, bei der Orientierung und Entscheidungsfindung, weniger beim direkten Abschluss.
Das bestätigen auch die bisherigen Daten. Die Klickraten in ChatGPT liegen deutlich unter dem, was man von Google Ads kennt. Das muss aber nicht schlecht sein. Es ist ein anderer Kanal mit anderen Stärken.
Ist das für Unternehmer schon relevant?
Für die meisten Unternehmer ist ChatGPT-Werbung Stand heute noch kein Kanal, auf den sie setzen sollten. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Der Self-Serve-Zugang ist noch nicht verfügbar. Bis der kommt, ist eine Teilnahme nur über Einladung möglich. Außerdem fehlen etablierte Best Practices. Niemand weiß noch genau, welche Anzeigenformate und Botschaften in einem Chat-Umfeld am besten funktionieren. Die Plattform ist zu jung für belastbare Erkenntnisse.
Und Google Ads bleibt für die meisten lokalen Unternehmer nach wie vor der deutlich stärkere Kanal. Wer sein Google Ads Konto noch nicht optimiert hat, sollte dort anfangen, bevor er neue Kanäle testet.
ChatGPT-Werbung ist ein Kanal, den man beobachten sollte, aber noch nicht einer, in den man investieren muss. Wenn der Self-Serve-Zugang kommt, kann ein kleiner Test sinnvoll sein. Aber nur wenn deine Google Ads Kampagnen bereits stabil laufen und du Budget für Experimente übrig hast.
Was passiert als nächstes?
OpenAI plant neben dem Self-Serve-Zugang auch eine internationale Expansion. Das bedeutet, dass ChatGPT-Werbung voraussichtlich auch im deutschsprachigen Raum verfügbar werden wird.
Außerdem arbeitet OpenAI an einer Shopping-Oberfläche in ChatGPT, einer strukturierten Produktsuche direkt im Chat. In Kombination mit der Shopify-Integration, die kürzlich angekündigt wurde, könnte ChatGPT mittelfristig zu einem ernsthaften Vertriebskanal für Produkte werden.
Für Dienstleister und lokale Unternehmer ist das weniger relevant. Aber für Unternehmer, die Produkte online verkaufen, lohnt es sich, die Entwicklung im Auge zu behalten.
Wie verändert KI-Werbung den Markt?
Was wir gerade bei ChatGPT sehen, ist der Anfang einer größeren Entwicklung. Auch Google integriert zunehmend KI in die Suche (AI Mode, AI Overviews), und dort wird ebenfalls Werbung ausgespielt. Die Grenzen zwischen klassischer Suche und KI-gestützter Beratung verschwimmen.
Für Unternehmer bedeutet das langfristig: Die Kanäle, über die Kunden dich finden, werden vielfältiger. Google bleibt wichtig, aber es kommen neue Touchpoints dazu. Wer heute sein Google Ads Konto sauber aufgestellt hat, ist auch für diese Entwicklung gut vorbereitet, weil die Grundlagen (gutes Tracking, klare Botschaften, starke Landing Pages) überall gelten.
Deine Checkliste
Was du jetzt tun kannst:
- Beobachten, nicht investieren. ChatGPT-Werbung ist noch zu früh für ernsthafte Budgets.
- Google Ads priorisieren. Stelle sicher, dass deine bestehenden Kampagnen sauber laufen.
- Self-Serve-Start verfolgen. Wenn der Zugang im April kommt, mit kleinem Testbudget experimentieren.
- Anzeigenformate verstehen. Chat-Werbung braucht andere Botschaften als Suchanzeigen, informativer und beratender.
- Eigene Erfahrungen sammeln. Nutze ChatGPT selbst und beobachte, wie Werbung dort eingebunden wird.
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