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Budget Pacing bei Werbezeitplaner ändert sich – was du ab März 2026 wissen musst
Google Ads News 6 Min. Lesezeit

Budget Pacing bei Werbezeitplaner ändert sich – was du ab März 2026 wissen musst

Das Wichtigste zusammengefasst

Ab März 2026 ändert Google Ads, wie Budgets bei aktivem Werbezeitplaner verteilt werden. Bisher blieb bei eingeschränkten Zeiten oft Budget übrig – künftig wird Google das volle Monatsbudget auf die verfügbaren Stunden konzentrieren. Besonders für B2B-Unternehmen und Anwälte, die nur während Bürozeiten werben, kann das deutlich höhere Tagesausgaben bedeuten.

Wenn du deine Kampagnen nur an Werktagen oder zu bestimmten Uhrzeiten laufen lässt, kennst du das vermutlich: Am Monatsende zeigt Google an, dass dein Budget nicht komplett ausgegeben wurde. Das liegt daran, dass der Werbezeitplaner die verfügbaren Ausspielungsstunden einschränkt – und Google bisher nicht aggressiv genug in die verbleibenden Stunden investiert hat.

Das ändert sich jetzt. Ab dem 1. März 2026 wird Google versuchen, das komplette Monatsbudget auszugeben – egal wie eng dein Werbezeitplan ist.

Was genau ändert sich am Budget Pacing?

Gut zu wissen

Google Ads passt ab März 2026 die Budgetverteilung an: Bei Kampagnen mit Werbezeitplaner wird das System aktiv versuchen, das volle Monatsbudget (30,4 × Tagesbudget) auszugeben. Die Anzeigen laufen weiterhin nur in den geplanten Zeiten. Aber innerhalb dieser Zeiten wird deutlich aggressiver ausgegeben als bisher.

Bisher hat Google das Tagesbudget gleichmäßig über 24 Stunden verteilt. Wenn dein Werbezeitplaner die Ausspielung auf 8 Stunden am Tag begrenzt, hatte das System nur ein Drittel der Zeit zum Ausgeben – und entsprechend blieb Budget liegen.

Das neue Verhalten dreht die Logik um. Google nimmt jetzt das Monatsbudget als Zielgröße und verteilt es auf die tatsächlich verfügbaren Stunden. Die wichtigsten Punkte dabei:

  • Deine Anzeigen laufen nicht außerhalb der geplanten Zeiten. Der Werbezeitplaner wird respektiert. Es werden keine Anzeigen um 22 Uhr geschaltet, wenn du nur 8 bis 17 Uhr eingestellt hast.
  • Die bestehenden Ausgabenlimits gelten weiter. An einem einzelnen Tag kann maximal das Doppelte des Tagesbudgets ausgegeben werden. Im Monat bleibt die Obergrenze bei 30,4 × Tagesbudget.
  • Die Ausgaben werden innerhalb deiner Zeiten konzentriert. Das bedeutet mehr Budget pro verfügbare Stunde, stärkere Auktionsbeteiligung und potenziell höhere CPCs.

Wen betrifft das besonders?

Diese Änderung ist vor allem für Unternehmen relevant, die bewusst eingeschränkte Werbezeitpläne nutzen. Und das sind im B2B-Bereich und bei Dienstleistern ziemlich viele.

Anwaltskanzleien werben oft nur während der Bürozeiten, weil Anrufe außerhalb dieser Zeiten nicht entgegengenommen werden können. Ein typischer Werbezeitplan ist Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr – das sind 50 von 168 Wochenstunden, also weniger als ein Drittel.

B2B-Dienstleister haben ähnliche Setups. Wer auf Telefonanfragen oder Chat-Kontakte setzt, begrenzt die Ausspielung auf die Erreichbarkeit. Manche schalten zusätzlich nur an Werktagen.

Handwerksbetriebe mit begrenztem Budget planen ihre Anzeigen oft um die Kernzeiten herum, in denen Anfragen am wahrscheinlichsten sind.

Für all diese Setups gilt: Je enger der Werbezeitplan, desto stärker wird sich die Änderung bemerkbar machen.

Experten-Tipp

Die Änderung betrifft jede Kampagne mit aktivem Werbezeitplaner – unabhängig von der Gebotsstrategie. Aber bei Smart Bidding (Ziel-CPA, Ziel-ROAS, Conversions maximieren) kommt ein zusätzlicher Effekt dazu: Das System wird aggressiver bieten, um das Budget in den verfügbaren Stunden unterzubringen. Das kann die CPCs stärker nach oben treiben als bei manuellen Geboten.

Warum hat Google bisher weniger ausgegeben?

Die bisherige Unterlieferung war kein Bug, sondern eine Folge davon, wie Google Budgets intern berechnet. Das Pacing-System verteilt das Tagesbudget gleichmäßig über den Tag. Wenn eine Kampagne nur 8 von 24 Stunden aktiv ist, steht rechnerisch nur ein Drittel des Tagesbudgets zur Verfügung.

Google hat das jetzt als Problem erkannt – vor allem weil Werbetreibende sich darüber beschwert haben, dass ihr eingestelltes Budget nicht ausgegeben wird. Die neue Logik soll sicherstellen, dass die monatlichen Ausgaben besser mit den Erwartungen übereinstimmen.

Das klingt erstmal fair. Aber es hat Konsequenzen, die nicht jedem sofort klar sind.

Welche Folgen hat das für deine Kosten?

Die offensichtliche Folge: Deine Kampagnen werden mehr Geld ausgeben als bisher – vorausgesetzt, sie hatten vorher einen eingeschränkten Werbezeitplan und haben nicht das volle Budget verbraucht.

Darüber hinaus gibt es subtilere Effekte. Wenn alle Werbetreibenden mit eingeschränkten Zeitplänen plötzlich aggressiver in denselben Stunden bieten, steigt der Wettbewerb in genau diesen Zeitfenstern. Die Folge sind höhere CPCs, besonders zu Spitzenzeiten.

Für Branchen mit ohnehin hohem Wettbewerb – Anwälte, Versicherungen, IT-Dienstleister – kann das spürbar werden. Wenn mehrere Wettbewerber im selben Zeitfenster mehr Budget ausgeben wollen, treibt das die Auktionspreise nach oben.

Ob sich das am Ende positiv oder negativ auf deine Performance auswirkt, hängt davon ab, wie gut deine Kampagnen konvertieren. Mehr Ausgaben in einem begrenzten Zeitfenster bedeuten mehr Sichtbarkeit – aber eben auch höhere Kosten pro Klick.

Was solltest du jetzt konkret tun?

Deine nächsten Schritte vor dem 1. März

Prüfe alle Kampagnen mit aktivem Werbezeitplaner. Vergleiche dein aktuelles Tagesbudget mit deinen tatsächlichen monatlichen Ausgaben. Wenn bisher regelmäßig Budget übrig blieb, wird sich das ab März ändern – und du solltest entscheiden, ob du das willst.

Tagesbudget überprüfen. Rechne nach: Dein Tagesbudget × 30,4 ergibt das maximale Monatsbudget. Wenn dieser Betrag höher ist als das, was du monatlich ausgeben möchtest, solltest du das Tagesbudget nach unten anpassen.

Bisherige Ausgaben analysieren. Schau dir an, wie viel deine Kampagnen in den letzten drei Monaten tatsächlich ausgegeben haben. Die Differenz zwischen dem theoretischen Monatsbudget und den realen Ausgaben zeigt dir, wie viel mehr ab März fließen könnte.

Performance nach dem Stichtag beobachten. In den ersten zwei Wochen nach der Umstellung solltest du die CPCs und Tagesausgaben genauer im Blick behalten. Wenn die Kosten pro Conversion steigen, ohne dass die Qualität der Anfragen mitgeht, ist eine Budget-Anpassung sinnvoll.

Experten-Tipp

Wenn du bisher bewusst mit der Unterlieferung gearbeitet hast – also ein höheres Tagesbudget eingestellt hast, weil du wusstest, dass es nicht komplett ausgegeben wird – musst du jetzt umdenken. Ab März wird das Tagesbudget zum realen Steuerungsinstrument. Setze es auf den Betrag, den du tatsächlich pro Tag ausgeben willst, geteilt durch die Tage, an denen die Kampagne läuft.

Budget jetzt anpassen statt im März überrascht werden

Die Änderung am Budget Pacing ist keine dramatische Umstellung, aber sie trifft gezielt die Kampagnen-Setups, die bei KMUs besonders häufig sind. Wer nur während Geschäftszeiten wirbt, hatte bisher einen inoffiziellen Budget-Puffer – der fällt jetzt weg.

Die gute Nachricht: Du hast noch Zeit, dich vorzubereiten. Wer jetzt seine Budgets prüft und bei Bedarf anpasst, vermeidet unnötige Mehrausgaben im März.

Checkliste
  • Werbezeitplaner identifizieren. Prüfe, welche deiner Kampagnen einen eingeschränkten Zeitplan nutzen – über „Werbezeitplaner” in den Kampagneneinstellungen.
  • Monatsbudget nachrechnen. Tagesbudget × 30,4 = dein neues reales Monatsbudget ab März. Passt dieser Betrag zu deiner Planung?
  • Tagesbudget anpassen. Falls nötig, reduziere das Tagesbudget so, dass das resultierende Monatsbudget deinem Wunschbetrag entspricht.
  • Performance ab März beobachten. Behalte CPCs, Tagesausgaben und Kosten pro Conversion in den ersten zwei Wochen besonders im Auge.

Mehr Details zur Ankündigung findest du bei Search Engine Roundtable.

Benjamin Häntzschel

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