Januar 27

„Über das Tag werden keine Daten mehr gesendet“ – Was diese Google Ads Warnung bedeutet

Das Wichtigste zusammengefasst

Google Ads zeigt eine Warnung an: „Über das Tag werden keine Daten mehr gesendet“ oder „In den letzten 48 Stunden wurde dieses Tag nicht erkannt“. Das Problem: Die Meldung ist nicht immer korrekt. Bevor du in Panik gerätst, solltest du die Situation richtig einschätzen.

Du öffnest Google Ads und siehst plötzlich eine Warnung mit dem Status „Dringend“: „Über das Tag werden keine Daten mehr gesendet. In den letzten 48 Stunden wurde dieses Tag nicht erkannt. Ob es auf Ihrer Website richtig eingebunden ist, können Sie mit dem Tag Assistant prüfen.“

Das klingt erstmal alarmierend. Schließlich ist ohne funktionierendes Tracking keine vernünftige Kampagnenoptimierung möglich.

Google hat diese Warnung eingeführt, um Unternehmer früher auf Tracking-Probleme aufmerksam zu machen. Die Idee dahinter ist gut. Die Umsetzung hat allerdings einen Haken: Die Meldung erscheint manchmal auch dann, wenn dein Tracking eigentlich korrekt funktioniert.

Warum zeigt Google die Warnung an?

Google prüft automatisch, ob der Google Tag auf deiner Website erkannt wird. Wenn das System den Tag nicht findet, erscheint die Warnung. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass dein Tracking tatsächlich defekt ist.

Es gibt verschiedene technische Setups, bei denen Google den Tag nicht auf die übliche Weise erkennen kann. Das heißt nicht, dass das Tracking nicht funktioniert – nur dass Google es nicht verifizieren kann.

Typische Situationen, in denen die Warnung fälschlicherweise erscheinen kann:

  • Server-Side Tracking. Bei serverseitigem Tagging läuft der Tag nicht direkt im Browser des Nutzers. Google kann ihn dadurch manchmal nicht erkennen, obwohl die Daten korrekt übertragen werden.
  • Verzögertes Laden. Wenn der Tag aus Performance-Gründen erst nach dem initialen Seitenaufbau geladen wird, kann die Prüfung ins Leere laufen.
  • Consent Management. Bei strikter Umsetzung von Cookie-Consent wird der Tag erst nach Zustimmung des Nutzers aktiv. Google prüft möglicherweise vor dieser Zustimmung.
  • Caching. Aggressive Caching-Einstellungen können dazu führen, dass Google eine veraltete Version der Seite sieht.
  • Low-Traffic-Seiten. Seiten mit wenig Besuchern wie Danke-Seiten oder Bestätigungsseiten werden manchmal als „nicht getaggt“ markiert, obwohl der Tag vorhanden ist.
  • Redirects und alte URLs. Google findet manchmal „Ghost URLs“ – alte Links oder Weiterleitungen, die niemand mehr besucht. Diese können Warnungen auslösen, obwohl deine eigentlichen Seiten korrekt getaggt sind.
  • URL-Inkonsistenzen. Unterschiede bei Trailing Slashes (beispiel.de/seite vs. beispiel.de/seite/) oder Groß-/Kleinschreibung können dazu führen, dass Google dieselbe Seite als zwei verschiedene URLs sieht.

Diese Liste ist nicht erschöpfend. Es kann auch andere Gründe geben, warum die Warnung erscheint, obwohl alles korrekt eingerichtet ist. Fehlalarme sind in der Praxis häufig und gut dokumentiert.

Wann solltest du die Warnung ernst nehmen?

Die Warnung komplett zu ignorieren wäre genauso falsch wie in Panik zu verfallen. Es gibt klare Anzeichen dafür, ob ein echtes Problem vorliegt.

  • Prüfe deine Conversion-Daten. Werden Conversions in Google Ads erfasst? Wenn ja, funktioniert dein Tracking grundsätzlich. Die Warnung ist dann wahrscheinlich ein Fehlalarm.
  • Schau in Google Analytics. Werden Sitzungen und Ereignisse korrekt getrackt? Wenn deine Analytics-Daten plausibel aussehen, ist das ein gutes Zeichen.
  • Nutze den Tag Assistant. Unter tagassistant.google.com kannst du direkt prüfen, welche Tags auf deiner Seite feuern. Das ist deutlich aussagekräftiger als die Warnung im Ads-Interface.
  • Beachte die 24-Stunden-Verzögerung. Die Diagnose in Google Ads aktualisiert sich nicht in Echtzeit. Wenn du gerade etwas geändert hast, warte einen Tag, bevor du die Warnung erneut prüfst.
Expertentipp

Wenn deine Conversion-Daten in Google Ads normal aussehen und der Tag Assistant keine Fehler zeigt, kannst du die Warnung in den meisten Fällen ignorieren. Fehlalarme sind gut dokumentiert und kommen regelmäßig vor – besonders bei komplexeren Tracking-Setups.

Was tun, wenn du unsicher bist?

Tracking ist ein technisches Thema, bei dem kleine Fehler große Auswirkungen haben können. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Setup korrekt ist, lass es professionell prüfen.

Ein Spezialist kann im Google Tag Manager oder direkt im Quellcode verifizieren, ob alles richtig eingerichtet ist. Das dauert in der Regel nicht lange und gibt dir Sicherheit.

Was du selbst tun kannst:

  • Tag Assistant installieren. Die kostenlose Chrome-Erweiterung zeigt dir in Echtzeit, welche Google Tags auf deiner Seite aktiv sind.
  • Conversion-Verlauf prüfen. Schau dir in Google Ads an, ob in den letzten Tagen Conversions erfasst wurden. Ein plötzlicher Einbruch wäre ein echtes Warnsignal.
  • Google Analytics checken. Wenn GA4-Daten normal reinkommen, ist dein grundlegendes Tagging wahrscheinlich in Ordnung.

Die Warnung richtig einordnen

Die neue „Google Tag fehlt“-Warnung ist gut gemeint, aber nicht immer zuverlässig. Lass dich nicht verunsichern, wenn du sie siehst. Prüfe zuerst, ob deine Conversion-Daten tatsächlich fehlen. Wenn alles normal erfasst wird, ist die Warnung höchstwahrscheinlich ein Fehlalarm.

Im Zweifel: Lass dein Tracking einmal professionell checken. Das gibt dir Klarheit und du weißt, dass du der Warnung in Zukunft weniger Bedeutung beimessen musst.

Updates umsetzen oder Chancen verpassen?

Googles Entwicklungen zeigen eine klare Richtung: Mehr Automatisierung, strengere Datenschutz-Compliance und bessere Self-Service-Tools. Das bietet Chancen für KMUs mit begrenzten Zeitressourcen – allerdings ersetzt Technologie nie dein Geschäftsverständnis und deine Kundenkenntnis. Nutze diese Tools als Unterstützung für deine Strategie, nicht als Ersatz.

Wenn dir die Umsetzung dieser Neuerungen zu komplex erscheint, stehe ich dir zur Seite. In einem kostenlosen Beratungsgespräch identifizieren wir gemeinsam die für dein KMU relevantesten Maßnahmen und entwickeln einen praktikablen Implementierungsplan.


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