Text Guidelines in Google Ads – so steuerst du KI-generierte Anzeigentexte
Google Ads bietet mit Text Guidelines eine neue Möglichkeit, KI-generierte Anzeigentexte besser zu kontrollieren. Du kannst Tonalität, Wording und verbotene Begriffe definieren – und Google hält sich beim Erstellen automatischer Texte daran. Besonders relevant für alle, die Performance Max oder automatisch erstellte Assets nutzen.
Wer in Google Ads mit automatisch erstellten Assets oder Performance Max arbeitet, kennt das Problem: Google generiert Anzeigentexte, die technisch funktionieren, aber nicht nach deinem Unternehmen klingen. Mal zu reißerisch, mal zu generisch, manchmal mit Formulierungen, die einfach nicht zu deiner Branche passen.
Mit den neuen Text Guidelines kannst du das jetzt gezielter steuern. Das Feature wird seit Ende 2025 schrittweise ausgerollt und steht mittlerweile den meisten Werbetreibenden zur Verfügung.
Was sind Text Guidelines genau?
Text Guidelines sind Kampagnen-Level-Einstellungen, mit denen du Google vorgibst, wie automatisch erstellte Anzeigentexte klingen sollen. Du definierst zwei Dinge: Begriffe, die ausgeschlossen werden sollen (Term Exclusions), und inhaltliche Vorgaben wie Tonalität oder zu vermeidende Konzepte (Messaging Restrictions). Google nutzt diese Vorgaben dann beim Generieren oder Optimieren von Anzeigentexten.
Text Guidelines funktionieren auf Kampagnenebene und greifen überall dort, wo Google automatisch Textbausteine erstellt. Das betrifft Performance Max Kampagnen, AI Max für Search und Search-Kampagnen mit aktivierter Text Customization (ehemals “automatisch erstellte Assets”). Seit Ende Februar 2026 steht das Feature allen Werbetreibenden weltweit zur Verfügung – in allen Sprachen und Branchen.
Du kannst pro Kampagne bis zu 25 Begriffe ausschließen und bis zu 40 inhaltliche Einschränkungen hinterlegen. Das klingt nach viel Spielraum – und das ist es auch. Du gibst damit im Prinzip eine Art Briefing ab, an das sich Googles KI beim Texten halten soll.
Warum ist das gerade für kleinere Unternehmen relevant?
Große Unternehmen haben Markenrichtlinien, Styleguides und ganze Teams, die darauf achten, dass Anzeigentexte zur Markenstimme passen. Als Einzelunternehmer oder kleines Team hast du das nicht – aber du hast trotzdem klare Vorstellungen davon, wie du nach außen auftreten willst.
Ein Anwalt möchte seriös kommunizieren, nicht mit reißerischen Versprechen. Ein Handwerksbetrieb will seine Regionalität betonen, nicht wie ein austauschbarer Großkonzern klingen. Und ein B2B-Dienstleister braucht Fachsprache, keine Marketing-Floskeln.
Genau hier setzen Text Guidelines an. Sie geben dir die Möglichkeit, Googles Automatisierung eine Richtung vorzugeben – ohne dass du jeden einzelnen Anzeigentext manuell schreiben musst.
Text Guidelines sind besonders wertvoll, wenn du Performance Max nutzt und wenig direkte Kontrolle über die generierten Texte hast. Die Kombination aus Term Exclusions und Messaging Restrictions gibt dir deutlich mehr Einfluss als bisher, wo du nur hoffen konntest, dass Googles KI etwas Passendes produziert.
Was solltest du konkret eintragen?
Die Einstellungen bestehen aus zwei Bereichen. Hier sind praktische Beispiele, was du dort hinterlegen könntest.
Term Exclusions – Begriffe ausschließen
Hier trägst du Wörter oder Phrasen ein, die in keinem automatisch erstellten Text auftauchen sollen. Ein paar Beispiele je nach Branche:
Anwaltskanzlei. “günstig”, “kostenlos”, “billig”, “Schnäppchen”, “sofort gewinnen”. Juristische Kommunikation verträgt sich nicht mit Preiskampf-Vokabular. Begriffe wie “kostenlos” sind oft unpassend, wenn du eine kostenlose Erstberatung anbietest, aber nicht generell als “kostenlos” wahrgenommen werden willst.
Handwerksbetrieb. “billig”, “günstig”, “Discount”, “Niedrigpreis”. Wenn du auf Qualität und Zuverlässigkeit setzt, willst du nicht, dass Google deine Anzeigen mit Preiskampf-Vokabular füllt.
B2B-Dienstleister. “testen”, “unverbindlich”, “kostenlos ausprobieren”. Wenn du auf verbindliche Anfragen statt Schnupperangebote setzt, sollten diese Begriffe nicht in deinen Anzeigen auftauchen.
Messaging Restrictions – Tonalität und Stil vorgeben
Hier wird es interessanter. Du kannst Google inhaltliche Leitplanken geben – fast wie ein Briefing an einen Texter.
Anwaltskanzlei. “Formelle, sachliche Tonalität. Keine reißerischen Versprechen. Fokus auf Kompetenz und langjährige Erfahrung. Keine Vergleiche mit Wettbewerbern. Compliance ist wichtig: keine rechtlichen Garantien in Anzeigentexten.”
Handwerksbetrieb. “Bodenständige, regionale Sprache. Betonung von Meisterqualität und persönlichem Service. Keine übertriebene Marketing-Sprache. Erwähnung der Region ist erwünscht.”
B2B-Dienstleister. “Professionelle Fachsprache. Fokus auf messbare Ergebnisse und Prozessoptimierung. Keine emotionalen Verkaufsargumente. Sachlich und lösungsorientiert.”
Was Text Guidelines nicht können
So nützlich das Feature ist – es hat klare Grenzen. Text Guidelines ersetzen keine guten manuellen Anzeigentexte. Sie steuern nur, was Google automatisch generiert. Deine selbst geschriebenen Headlines und Descriptions bleiben davon unberührt.
Eine wichtige Einschränkung: Du kannst damit nicht verhindern, dass Google Preise in Anzeigen einbaut. Wenn du das Euro-Zeichen ausschließt, kann trotzdem ein Text wie “Parkett schleifen ab 50 Euro” erscheinen. Für preisbezogene Steuerung brauchst du separate Einstellungen in der Kampagne.
Außerdem arbeitet das System mit KI-Interpretation. Du gibst Richtlinien vor, keine wörtlichen Vorlagen. Google wird versuchen, sich daran zu halten, aber das Ergebnis ist nicht immer perfekt. Es lohnt sich, die generierten Texte regelmäßig zu prüfen.
Und wenn du wirklich die volle Kontrolle über deine Anzeigentexte haben willst: Du kannst die automatische Asset-Erstellung in deiner Kampagne auch komplett ausschalten. Dann verwendet Google nur die Texte, die du selbst hinterlegt hast. Das ist nach wie vor die sicherste Variante, wenn dir die Kontrolle über jeden einzelnen Anzeigentext wichtig ist.
Schau dir nach dem Einrichten der Text Guidelines die automatisch erstellten Assets in deinen Kampagnen an. Unter “Assets” → “Automatisch erstellt” siehst du, was Google generiert hat. Wenn Texte trotzdem nicht passen, präzisiere deine Messaging Restrictions. Je konkreter deine Vorgaben, desto besser die Ergebnisse.
Und noch ein Punkt: Text Guidelines sind kein Ersatz für eine durchdachte Kampagnenstruktur. Wenn deine Keywords, Zielgruppen oder Landingpages nicht stimmen, helfen auch die besten Textrichtlinien nicht weiter.
Wo findest du die Einstellung?
Text Guidelines sind auf Kampagnenebene verfügbar. Du findest sie in den Kampagneneinstellungen unter dem Bereich “Automatisch erstellte Assets” oder “Text Customization” – je nachdem, wie dein Konto konfiguriert ist. Bei Performance Max Kampagnen sind sie direkt in den Asset-Gruppen-Einstellungen integriert.
Seit Ende Februar 2026 ist das Feature für alle Werbetreibenden weltweit verfügbar. Falls du die Option trotzdem noch nicht siehst, prüfe, ob deine Kampagne automatisch erstellte Assets aktiviert hat.
Deine Checkliste
- Prüfe, ob Text Guidelines in deinem Konto verfügbar sind. Öffne eine Kampagne mit automatisch erstellten Assets und schau in die Einstellungen.
- Definiere 5-10 Begriffe für die Term Exclusions. Denk an Wörter, die nicht zu deiner Positionierung passen – “billig”, “günstig” oder branchenfremde Begriffe.
- Formuliere 2-3 Messaging Restrictions. Beschreibe deine gewünschte Tonalität und nenne Dinge, die Google vermeiden soll. Je konkreter, desto besser.
- Kontrolliere die Ergebnisse nach 1-2 Wochen. Schau dir an, welche Texte Google mit deinen Vorgaben generiert, und passe die Richtlinien bei Bedarf an.
Weitere Details zum Feature findest du in der offiziellen Google Ads Hilfe zu Text Guidelines.
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