Januar 26

Performance Max: Endlich echtes A/B-Testing für Assets

Das Wichtigste zusammengefasst

Google rollt ein neues Experiment-Feature für Performance Max aus: A/B-Testing auf Asset-Ebene. Damit kannst du erstmals kontrolliert testen, welche Headlines, Bilder oder Videos in deinen PMax-Kampagnen besser funktionieren. Ein echter Fortschritt für alle, die mehr Kontrolle über ihre Creatives wollen.

Performance Max ist seit der Einführung ein Blackbox-System. Du lädst Assets hoch, Google kombiniert sie automatisch, und du siehst am Ende, was dabei rauskommt. Was genau funktioniert und was nicht, war bisher schwer nachzuvollziehen.

Das ändert sich jetzt. Google führt schrittweise A/B-Tests für Assets ein. Du kannst zwei verschiedene Asset-Sets gegeneinander testen und bekommst echte Vergleichsdaten, welche Variante besser performt.

Wichtig: Das Feature wird aktuell schrittweise ausgerollt und ist Stand Januar 2026 noch nicht in allen Accounts verfügbar. Falls du unter Kampagnen → Tests → Assets nur „Assets für Kampagnen für den Einzelhandel“ siehst, ist das Feature bei dir auf Kampagnen mit Produkt-Feed beschränkt. Google plant, es auf alle Performance Max Kampagnen auszuweiten.

Was genau ist das neue Feature?

Mit dem neuen Experiment-Typ kannst du innerhalb einer Asset-Gruppe zwei verschiedene Asset-Sets vergleichen. Google teilt den Traffic auf beide Varianten auf und zeigt dir, welche Kombination aus Headlines, Beschreibungen, Bildern oder Videos besser abschneidet.

Das Besondere: Du kannst festlegen, welche Assets in beiden Testvarianten verwendet werden sollen. So isolierst du genau die Variable, die du testen willst, während der Rest konstant bleibt.

Das ist methodisch sauber und unterscheidet sich von der bisherigen Vorgehensweise, bei der du einfach Assets ausgetauscht und gehofft hast, dass sich die Performance ändert.

Warum ist das wichtig für Unternehmer?

Bisher war die einzige Möglichkeit, Creatives in PMax zu optimieren, das Hochladen neuer Assets und Abwarten. Du konntest zwar im Asset-Bericht sehen, welche Assets als „Beste“ oder „Gut“ eingestuft wurden, aber ohne echten Vergleich war das wenig aussagekräftig.

Mit dem neuen A/B-Testing bekommst du belastbare Daten. Du kannst zum Beispiel testen, ob nutzenorientierte Headlines besser funktionieren als feature-orientierte. Oder ob Produktbilder mit weißem Hintergrund mehr Conversions bringen als Lifestyle-Fotos.

Für Unternehmer mit begrenztem Budget ist das wertvoll. Statt Geld für Assets auszugeben, die vielleicht funktionieren, kannst du systematisch herausfinden, was bei deiner Zielgruppe ankommt.

Wie richtest du einen Asset-Test ein?

Die Einrichtung erfolgt über die Tests-Seite in Google Ads. Im linken Menü findest du unter Kampagnen → Tests die Option für Asset-Tests.

Google Ads Menü: Kampagnen → Tests für Asset-Testing in Performance Max
So findest du die Tests in Google Ads: Kampagnen → Tests
  • Kontroll-Gruppe festlegen. Wähle die Assets aus, die deine aktuelle Variante darstellen. Das ist dein Ausgangspunkt für den Vergleich.
  • Test-Gruppe erstellen. Stelle eine zweite Asset-Kombination zusammen, die du gegen die Kontroll-Gruppe testen willst. Ändere idealerweise nur eine Variable, zum Beispiel nur die Headlines oder nur die Bilder.
  • Gemeinsame Assets festlegen. Lege fest, welche Assets in beiden Gruppen verwendet werden sollen. Diese bleiben konstant und verfälschen das Testergebnis nicht.
  • Traffic-Split festlegen. Bestimme, wie der Traffic zwischen beiden Varianten aufgeteilt wird. Ein 50/50-Split liefert die schnellsten Ergebnisse.
  • Laufzeit planen. Plane mindestens drei bis vier Wochen ein. PMax braucht Zeit für die Lernphase, und du brauchst genug Daten für statistisch belastbare Ergebnisse.
Expertentipp

Teste immer nur eine Variable auf einmal. Wenn du gleichzeitig Headlines und Bilder änderst, weißt du am Ende nicht, was den Unterschied gemacht hat. Lieber mehrere Tests nacheinander als ein großer Test mit zu vielen Variablen.

Welche Tests sind sinnvoll?

Nicht jeder Test bringt gleich viel Erkenntnisgewinn. Hier sind ein paar Ideen, die sich in der Praxis bewährt haben.

Nutzen vs. Features
Teste Headlines, die den Kundennutzen betonen („Mehr Zeit für dein Kerngeschäft“) gegen Headlines, die Features nennen („24/7 Support, 30 Jahre Erfahrung“). Oft gewinnt der Nutzen, aber nicht immer.

Dringlichkeit vs. Vertrauen
Vergleiche aktivierende Formulierungen („Jetzt Angebot sichern“) mit vertrauensbildenden („Seit 2010 zuverlässig an deiner Seite“). Je nach Branche und Zielgruppe kann beides funktionieren.

Produktbilder vs. Anwendungsbilder
Zeigst du dein Produkt freigestellt oder im Einsatz beim Kunden? Das kann einen deutlichen Unterschied in der Klickrate machen.

Video vs. kein Video
Falls du Videos hast, teste ob PMax-Kampagnen mit Videos besser performen als ohne. Google bevorzugt Video-Assets, aber das heißt nicht automatisch, dass sie für dein Geschäft die besten Ergebnisse liefern.

Was du bei der Auswertung beachten solltest

Ein Test ist nur so gut wie seine Interpretation. Hier ein paar Hinweise für die Auswertung.

  • Statistische Signifikanz abwarten. Google zeigt dir an, wenn ein Ergebnis statistisch belastbar ist. Vorher solltest du keine Entscheidungen treffen, auch wenn eine Variante besser aussieht.
  • Nicht nur Conversions anschauen. Schau dir auch Klickrate, Kosten pro Conversion und Conversion-Wert an. Eine Variante mit mehr Conversions bei deutlich höheren Kosten ist nicht unbedingt besser.
  • Kontext berücksichtigen. Saisonale Effekte oder externe Faktoren können Testergebnisse verzerren. Wenn du während eines Feiertags testest, sind die Ergebnisse möglicherweise nicht auf den Normalbetrieb übertragbar.
  • Ergebnisse dokumentieren. Halte fest, was du getestet hast und was dabei rauskam. So baust du über Zeit ein Verständnis auf, was bei deiner Zielgruppe funktioniert.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan für deinen ersten Asset-Test:

  • Hypothese formulieren. Überlege dir vorher, was du erwartest und warum. Das hilft bei der Auswertung.
  • Eine Variable isolieren. Ändere nur Headlines oder nur Bilder, nicht beides gleichzeitig.
  • Gemeinsame Assets festlegen. Definiere, welche Assets in beiden Varianten gleich bleiben sollen.
  • Mindestens 3-4 Wochen laufen lassen. Kürzere Tests liefern selten belastbare Ergebnisse.
  • Ergebnisse dokumentieren. Schreib auf, was funktioniert hat und was nicht, für zukünftige Kampagnen.

Weitere Details findest du in der offiziellen Dokumentation zu Performance Max Asset Testing.

Updates umsetzen oder Chancen verpassen?

Googles Entwicklungen zeigen eine klare Richtung: Mehr Automatisierung, strengere Datenschutz-Compliance und bessere Self-Service-Tools. Das bietet Chancen für KMUs mit begrenzten Zeitressourcen – allerdings ersetzt Technologie nie dein Geschäftsverständnis und deine Kundenkenntnis. Nutze diese Tools als Unterstützung für deine Strategie, nicht als Ersatz.

Wenn dir die Umsetzung dieser Neuerungen zu komplex erscheint, stehe ich dir zur Seite. In einem kostenlosen Beratungsgespräch identifizieren wir gemeinsam die für dein KMU relevantesten Maßnahmen und entwickeln einen praktikablen Implementierungsplan.


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