KI in der Kanzlei: Was Arbeitsrechtler bei unserem Seminar erlebt haben
Am 14. Februar 2026 haben wir ein ganztägiges KI-Seminar für Arbeitsrechtler gehalten. Ein Rückblick auf das, was die Teilnehmer am meisten beeindruckt hat und warum kleine Kanzleien keine teuren Legal-AI-Tools brauchen.
Mitte Februar war es soweit: Zusammen mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht Axel Pöppel habe ich ein ganztägiges Seminar über KI-Einsatz in der Kanzlei gehalten. Das Ganze läuft unter advoThink - unserer gemeinsamen Marke für KI und Kanzleidigitalisierung. Die Zielgruppe: kleine Kanzleien mit ein bis zwei Anwälten, Schwerpunkt Arbeitsrecht, wenig bis keine KI-Erfahrung.
Ein voller Tag, von morgens bis nachmittags. Die Diskussionen zwischendurch waren so intensiv, dass wir uns am Ende mehr Zeit genommen haben als geplant. Das hat gezeigt: Das Thema trifft einen Nerv.
Warum ein KI-Seminar für Anwälte?
Wer sich als Anwalt mit KI beschäftigt, stößt schnell auf Namen wie Harvey AI, Legora oder Beck-Noxtua. Das Problem: Die meisten dieser Lösungen sind für Großkanzleien gebaut. Harvey kostet über 1.000 Euro im Monat bei mindestens 20 Nutzern. Legora richtet sich an Kanzleien mit Teams.
Für eine Einzelkanzlei oder eine Zwei-Personen-Kanzlei sind das keine realistischen Optionen. Die Frage, die wir uns gestellt haben: Was geht mit KI in der kleinen Kanzlei, ohne ein Vermögen auszugeben?
Die meisten KI-Tools für Anwälte sind für Großkanzleien konzipiert und kosten entsprechend. Gleichzeitig gibt es leistungsstarke KI-Werkzeuge, die für einen Bruchteil des Preises verfügbar sind. Das Seminar hat gezeigt, wie Anwälte diese Werkzeuge für ihren Kanzleialltag nutzen können.
Wie das Seminar aufgebaut war
Das Seminar hatte drei Blöcke mit einem klaren Spannungsbogen: Vom Überblick über die Live-Praxis bis hin zu einer Lösung, die speziell für kleine Kanzleien entwickelt wird.
Im ersten Block ging es um die KI-Landschaft: Welche Anbieter gibt es, was kosten sie und warum passen die meisten nicht für kleine Kanzleien? Hier haben wir auch direkt die wichtigste Regel gesetzt: KI erstellt Entwürfe, der Anwalt prüft und entscheidet.
Im zweiten Block haben wir live gezeigt, was KI bei typischen Arbeitsrechtsaufgaben schon heute kann. Schriftsätze, Verträge, Recherche - alles am Monitor, kein PowerPoint-Kino. Die Teilnehmer konnten direkt sehen, wo KI Arbeit abnimmt und wo ihre Grenzen liegen.
Der dritte Block war das Herzstück: Unser Konzept eines Kanzlei-Betriebssystems mit spezialisierten KI-Skills. Statt jede Aufgabe einzeln in ChatGPT einzutippen, arbeitet das System mit den vorhandenen Mandantendaten und erledigt Aufgaben mit einem Sprachbefehl.
Der Moment, der den größten Eindruck hinterlassen hat
Die Demo, über die danach am meisten gesprochen wurde: Ein Arbeitszeugnis in drei Stufen.
Wir haben denselben Fall dreimal bearbeitet - erst mit ChatGPT, dann mit einem spezialisierten Custom GPT und zum Schluss mit unserem Kanzlei-OS. Der Unterschied war für alle im Raum sofort sichtbar.
| ChatGPT | Custom GPT | Kanzlei-OS | |
|---|---|---|---|
| Zeugnissprache | Oberflächlich | Gut | Exzellent |
| Mandantendaten | Manuell eintippen | Manuell eintippen | Automatisch aus Akte |
| Dateierstellung | Copy & Paste | Copy & Paste | Word direkt erstellt |
| Ablage | Von Hand | Von Hand | Automatisch in Akte |
| Datenschutz | Cloud (OpenAI) | Cloud (OpenAI) | Lokal auf dem Rechner |
Keine Fehler in der Zeugnissprache. Alles automatisch abgelegt. Ein Sprachbefehl, wenige Minuten, fertig. Das war der Punkt, an dem es im Raum still wurde.
Was die Teilnehmer am meisten beeindruckt hat
Neben der Zeugnis-Demo gab es einige Momente, die besonders hängen geblieben sind:
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Die KI arbeitet auf dem eigenen Rechner. Keine Cloud, keine fremden Server. Für Anwälte mit Berufsgeheimnis ein entscheidender Punkt.
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Automatische Dokumentensortierung. Neue Mandanten bringen Unterlagen mit, das System sortiert und kategorisiert sie. Das kennt jeder Anwalt als zeitfressende Aufgabe.
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Das Tagesbriefing. Morgens eine Übersicht mit kritischen Fristen, offenen Mandaten und Warnungen. Kein Mandat vergessen, keine Frist übersehen.
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KI-Spracheingabe im Kanzleialltag. Sachverhalte einsprechen statt tippen. Einige Teilnehmer haben sich das Tool noch während der Pause installiert.
Ein Teilnehmer mit Schwerpunkt Verkehrsrecht meinte nach dem Seminar, sein gesamter Bereich ließe sich hervorragend mit diesen Werkzeugen automatisieren. Genau solche Reaktionen zeigen: KI ist für Anwälte kein Zukunftsthema mehr, sondern ein Werkzeug, das heute schon funktioniert.
Für wen ist das relevant?
Das Seminar war auf Arbeitsrechtler zugeschnitten, aber die gezeigten Prinzipien gelten für jede kleine Kanzlei. Die Kernfragen sind dieselben:
- Wie nutze ich KI, ohne meine Mandantendaten in die Cloud zu schicken?
- Welche Aufgaben kann KI wirklich übernehmen und wo bleibe ich als Anwalt unverzichtbar?
- Was kostet das realistisch, und wo spare ich mir teure Spezialsoftware?
Wer sich diese Fragen stellt, ist genau richtig.
Wie geht es weiter?
Das Interesse an KI unter Anwälten ist groß. Viele wissen, dass sich etwas verändert, aber nicht, wo sie anfangen sollen. Teure Enterprise-Tools sind keine Lösung für die Einzelkanzlei, und „einfach mal ChatGPT ausprobieren” reicht auf Dauer nicht.
Die Antwort liegt dazwischen: Spezialisierte Werkzeuge, die den Kanzleialltag tatsächlich vereinfachen. Kein Standardprodukt, sondern ein System, das auf die jeweilige Arbeitsweise zugeschnitten ist.
Das nächste Seminar ist bereits in Planung. Das Kanzlei-OS wird laufend weiterentwickelt.
Wer als Anwalt beim nächsten Seminar dabei sein möchte oder Fragen zum Kanzlei-OS hat: Meldet euch bei uns.
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