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Google Ads schlägt jetzt Experimente vor – solltest du sie nutzen?
Google Ads 4 Min. Lesezeit

Google Ads schlägt jetzt Experimente vor – solltest du sie nutzen?

Das Wichtigste zusammengefasst

Google Ads schlägt Werbetreibenden jetzt direkt im Experiments-Bereich vor, welche Tests sie durchführen sollten. Das klingt hilfreich – aber die Empfehlungen folgen Googles Logik, nicht deiner Geschäftsstrategie. Hier erfährst du, wann sich die Vorschläge lohnen und wann du besser eigene Tests planst.

Wer den Experiments-Bereich in Google Ads öffnet, findet dort seit Kurzem etwas Neues: Empfohlene Experimente. Google analysiert dein Konto und schlägt dir konkrete Tests vor – basierend auf deinen Kampagneneinstellungen und bisherigen Performance-Daten.

Auf den ersten Blick wirkt das wie ein nützliches Feature. Aber wie bei allen Google-Empfehlungen lohnt sich ein genauer Blick, bevor du auf „Starten” klickst.

Was genau hat sich geändert?

Gut zu wissen

Google Ads zeigt im Experiments-Bereich jetzt automatisch generierte Testvorschläge an. Diese basieren auf deinem Konto-Setup, historischen Daten und Optimierungssignalen. Du musst Tests nicht mehr komplett selbst konzipieren – das System liefert fertige Hypothesen.

Bisher musstest du Experimente in Google Ads komplett eigenständig aufsetzen. Du hast eine Hypothese formuliert, einen Kampagnenentwurf erstellt und den Test manuell konfiguriert. Das war aufwändig – und viele Werbetreibende haben deshalb gar nicht getestet.

Jetzt schlägt Google vor, was du testen könntest. Das können Änderungen an Gebotsstrategien sein, Anpassungen bei der Anzeigenrotation oder Tests mit anderen Kampagneneinstellungen. Die Vorschläge erscheinen direkt in der Experiments-Oberfläche.

An der Funktionsweise von Experimenten selbst ändert sich nichts. Split-Tests, Kampagnenentwürfe und A/B-Strukturen funktionieren wie bisher. Neu ist nur, dass Google dir sagt, was du testen solltest.

Warum du nicht blind folgen solltest

Das Problem ist nicht die Funktion selbst, sondern die Perspektive dahinter. Google optimiert auf Plattform-Metriken – mehr Conversions, bessere CTR, höherer Qualitätsfaktor. Das sind wichtige Kennzahlen, aber sie decken sich nicht immer mit deinen Geschäftszielen.

Ein Beispiel: Google könnte vorschlagen, eine Smart-Bidding-Strategie zu testen, die auf mehr Conversions optimiert. Für dich als Dienstleister zählt aber vielleicht nicht die Anzahl der Anfragen, sondern deren Qualität. Zehn unqualifizierte Leads sind weniger wert als drei, die zu echten Aufträgen werden.

Ähnlich bei Budget-Empfehlungen: Google schlägt gerne vor, Budgets zu erhöhen, weil das System mehr Spielraum zum Optimieren bekommt. Ob das zu deiner Cashflow-Planung passt, weiß das System nicht.

Experten-Tipp

Die Experiment-Vorschläge zeigen dir, wie Googles Algorithmus dein Konto einschätzt. Das ist an sich wertvolle Information. Aber behandle die Vorschläge als Impulse, nicht als Anweisungen. Prüfe bei jedem Vorschlag: Passt die Hypothese zu meinem tatsächlichen Geschäftsziel – oder optimiert sie nur eine Plattform-Metrik?

Wann die Vorschläge trotzdem sinnvoll sind

Trotz der genannten Einschränkungen gibt es Situationen, in denen die Empfehlungen echten Mehrwert bieten.

Du testest bisher gar nicht
Viele KMUs lassen ihre Kampagnen einfach laufen, ohne strukturiert zu testen. In diesem Fall sind Googles Vorschläge ein guter Einstieg. Selbst ein von Google initiierter Test ist besser als gar kein Test.

Du suchst nach Ideen
Manchmal weißt du, dass du optimieren solltest, aber dir fehlt der konkrete Ansatzpunkt. Die Empfehlungen können Bereiche aufzeigen, die du übersehen hast – zum Beispiel eine Gebotsstrategie, die du noch nicht in Betracht gezogen hast.

Du willst Googles Sicht verstehen
Die Vorschläge verraten, wo Google Optimierungspotenzial sieht. Das ist nicht immer die richtige Richtung, aber es zeigt dir, wie das System dein Konto bewertet. Diese Transparenz kann bei der eigenen Analyse helfen.

Was du stattdessen testen solltest

Die besten Tests kommen aus deiner eigenen Geschäftsrealität, nicht aus einem Algorithmus. Hier sind drei Testideen, die für KMUs oft wertvoller sind als Googles Standardvorschläge.

Anzeigentexte mit unterschiedlichen Wertversprechen
Teste nicht nur verschiedene Formulierungen, sondern unterschiedliche Botschaften. Funktioniert „Kostenlose Erstberatung” besser als „15 Jahre Erfahrung”? Das sagt dir mehr über deine Zielgruppe als jeder Gebotsstrategietest.

Landingpage-Varianten
Oft liegt das Problem nicht bei der Kampagne, sondern bei der Seite, auf der Nutzer landen. Teste eine Version mit Kontaktformular gegen eine mit Telefonnummer als primärem CTA.

Keyword-Strategien
Teste, ob Exact-Match-Keywords bei gleichem Budget bessere Anfragen liefern als Broad Match mit Smart Bidding. Die Antwort ist nicht immer dieselbe – sie hängt von deiner Branche und deinem Wettbewerbsumfeld ab.

Deine Checkliste

Checkliste
  • Empfohlene Experimente prüfen. Öffne den Experiments-Bereich in Google Ads und sieh dir an, was Google vorschlägt. Bewerte jeden Vorschlag kritisch.
  • Geschäftsziel abgleichen. Frage dich bei jedem Vorschlag: Optimiert dieser Test auf das, was mir als Unternehmer wichtig ist – oder auf eine Google-Metrik?
  • Eigene Hypothese formulieren. Überlege, welcher Test den größten Einfluss auf deine Anfrage-Qualität oder deinen Umsatz hätte. Das ist oft wertvoller als Googles Vorschlag.
  • Einen Test starten. Ob eigener oder empfohlener Test – wichtig ist, dass du überhaupt testest. Ein laufender Test pro Quartal ist ein guter Anfang für KMUs.

Weitere Details zu den neuen Experiment-Empfehlungen findest du bei Search Engine Land.

Benjamin Häntzschel

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