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Wie wird der Qualitätsfaktor in Google Ads berechnet?
· Aktualisiert am Google Ads Lexikon 9 Min. Lesezeit

Wie wird der Qualitätsfaktor in Google Ads berechnet?

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Qualitätsfaktor in Google Ads wird auf einer Skala von 1 bis 10 berechnet und basiert auf drei Komponenten: der erwarteten Klickrate (CTR), der Anzeigenrelevanz und dem Zielseitenerlebnis. Jede Komponente wird als “Überdurchschnittlich”, “Durchschnittlich” oder “Unterdurchschnittlich” bewertet. In diesem Artikel erfährst du, wie Google diese Werte ermittelt, wo du sie findest und was du bei einem niedrigen Qualitätsfaktor konkret tun kannst.

Was ist die Qualitätsfaktor-Berechnung?

Gut zu wissen

Die Qualitätsfaktor-Berechnung ist Googles Bewertungssystem für die Qualität deiner Keywords, Anzeigen und Zielseiten. Google vergibt jedem Keyword in deinem Konto eine Note von 1 (schlecht) bis 10 (hervorragend). Diese Note basiert auf drei Einzelbewertungen, die Google aus historischen Daten und Vergleichswerten ableitet. Der Qualitätsfaktor beeinflusst direkt, wie viel du pro Klick zahlst und ob deine Anzeige überhaupt erscheint.

Viele Unternehmer denken, der Qualitätsfaktor sei eine einfache Formel wie “CTR + Relevanz + Zielseite = Score”. So einfach ist es leider nicht. Google veröffentlicht keine exakte Formel. Was wir aber wissen: Der sichtbare Qualitätsfaktor in deinem Konto ist eine Momentaufnahme, die auf historischen Leistungsdaten basiert. Die eigentliche Berechnung, die in der Anzeigenauktion zum Einsatz kommt, ist deutlich komplexer und berücksichtigt Echtzeitdaten.

Was bedeutet das konkret? Wenn du als Handwerker in Hamburg das Keyword “Rohrreinigung Hamburg” in deinem Konto hast, bewertet Google anhand vergangener Auktionen, wie gut deine Anzeige und Zielseite im Vergleich zu anderen Werbetreibenden abschneiden, die auf dasselbe Keyword bieten.

Die 3 Komponenten im Detail

Der Qualitätsfaktor setzt sich aus genau drei Komponenten zusammen. Jede wird einzeln bewertet und erhält eine von drei Einstufungen: “Überdurchschnittlich”, “Durchschnittlich” oder “Unterdurchschnittlich”.

1. Erwartete Klickrate (CTR)

Die erwartete CTR ist Googles Prognose, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand auf deine Anzeige klickt, wenn sie für genau dieses Keyword erscheint. Dabei rechnet Google Faktoren wie die Anzeigenposition und Anzeigenerweiterungen heraus, um einen fairen Vergleich zwischen allen Werbetreibenden zu ermöglichen.

Überdurchschnittlich bedeutet, dass deine Anzeige voraussichtlich häufiger geklickt wird als der Durchschnitt aller Anzeigen, die auf dieses Keyword bieten. Deine Anzeigentexte sind offenbar ansprechend und treffen die Suchintention.

Durchschnittlich heißt, deine erwartete Klickrate liegt im Mittelfeld. Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf, aber Verbesserungspotenzial.

Unterdurchschnittlich ist ein klares Signal: Deine Anzeige wird im Vergleich zu Mitbewerbern weniger oft geklickt. Das kann an wenig ansprechenden Texten, fehlenden USPs oder einer schlechten Keyword-Anzeigen-Kombination liegen.

2. Anzeigenrelevanz

Die Anzeigenrelevanz misst, wie gut deine Anzeige inhaltlich zum Keyword passt. Google prüft, ob der Anzeigentext thematisch mit dem übereinstimmt, was der Nutzer gesucht hat.

Überdurchschnittlich bedeutet eine starke thematische Übereinstimmung zwischen Keyword und Anzeigentext. Dein Keyword taucht in der Anzeige auf und die gesamte Botschaft passt zur Suchintention.

Durchschnittlich heißt, die Verbindung zwischen Keyword und Anzeige ist vorhanden, aber nicht besonders eng. Das passiert oft, wenn eine Anzeigengruppe zu viele verschiedene Keywords enthält.

Unterdurchschnittlich zeigt, dass deine Anzeige kaum Bezug zum Keyword hat. Ein typisches Beispiel: Du wirbst mit dem Keyword “Steuerberater Hamburg” und dein Anzeigentext spricht allgemein von “Finanzberatung bundesweit”. Hier fehlt die direkte Verbindung.

3. Zielseitenerlebnis

Das Zielseitenerlebnis bewertet, wie nützlich und relevant deine Landingpage für den Nutzer ist, der auf die Anzeige geklickt hat.

Überdurchschnittlich bedeutet, deine Zielseite bietet genau das, was der Nutzer erwartet. Sie lädt schnell, ist mobilfreundlich, enthält relevante Inhalte und hat eine klare Handlungsaufforderung.

Durchschnittlich heißt, deine Seite erfüllt die Grundanforderungen, sticht aber nicht hervor. Ladezeit, Inhalte und Nutzererfahrung sind in Ordnung, aber nicht optimiert.

Unterdurchschnittlich ist ein deutliches Warnsignal. Häufige Ursachen: Die Seite passt nicht zum Anzeigentext, lädt zu langsam, ist nicht mobiloptimiert oder bietet keine klare Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.

Wie Google den Qualitätsfaktor tatsächlich berechnet

Hier wird es spannend, denn es gibt zwei unterschiedliche Berechnungen, die du kennen solltest.

Der sichtbare Qualitätsfaktor in deinem Konto

Der Qualitätsfaktor, den du in Google Ads siehst (die Zahl von 1 bis 10), ist ein historischer Wert. Er basiert auf den gesammelten Leistungsdaten deines Keywords und wird regelmäßig aktualisiert. Dieser Wert dient dir als Diagnose-Werkzeug, um Schwachstellen zu erkennen.

Wichtig: Wenn ein neues Keyword noch keine oder kaum Daten hat, zeigt Google zunächst keinen Qualitätsfaktor an oder gibt einen Standardwert aus. Erst nach ausreichend Impressionen und Klicks wird der Wert aussagekräftig.

Der Echtzeit-Qualitätsfaktor in der Auktion

Bei jeder einzelnen Suchanfrage berechnet Google in Echtzeit einen Qualitätswert, der in die Anzeigenauktion einfließt. Dieser Echtzeit-Wert ist nicht identisch mit dem sichtbaren Qualitätsfaktor und berücksichtigt zusätzliche Signale wie den Standort des Nutzers, das Gerät, die Tageszeit und den genauen Suchbegriff.

Das bedeutet: Selbst wenn dein sichtbarer Qualitätsfaktor eine 7 anzeigt, kann die tatsächliche Bewertung in einer konkreten Auktion höher oder niedriger ausfallen, abhängig vom Kontext der Suchanfrage.

Die Rolle historischer Daten

Google nutzt historische Leistungsdaten, um den Qualitätsfaktor zu berechnen. Dabei fließen ein:

  • Die bisherige CTR des Keywords (bereinigt um Positionseffekte)
  • Die CTR der Anzeigen-URL (wie gut hat diese Domain bei ähnlichen Keywords performt)
  • Die allgemeine Kontohistorie (wie gut schneiden deine Keywords und Anzeigen insgesamt ab)

Ein frisches Google Ads-Konto ohne Historie startet daher nicht bei null, sondern Google schätzt auf Basis von Durchschnittswerten anderer Werbetreibender. Mit zunehmenden eigenen Daten wird diese Schätzung durch deine tatsächliche Performance ersetzt.

Wo siehst du deinen Qualitätsfaktor?

Den Qualitätsfaktor und seine drei Komponenten kannst du direkt im Google Ads-Interface einsehen. So findest du die Werte:

  1. Gehe in deinem Google Ads-Konto zu “Kampagnen” und dann zu “Zielgruppen, Keywords und Inhalte” und dort auf “Suchbegriffe”.
  2. Klicke auf das Spalten-Symbol (das Balkendiagramm-Icon) oberhalb der Tabelle.
  3. Wähle “Spalten anpassen”.
  4. Suche im Bereich “Qualitätsfaktor” und aktiviere die folgenden Spalten:
    • Qualitätsfaktor (die Gesamtnote 1-10)
    • Erwartete CTR (Überdurchschnittlich / Durchschnittlich / Unterdurchschnittlich)
    • Anzeigenrelevanz (Überdurchschnittlich / Durchschnittlich / Unterdurchschnittlich)
    • Zielseitenerlebnis (Überdurchschnittlich / Durchschnittlich / Unterdurchschnittlich)
  5. Klicke auf “Übernehmen”.

Jetzt siehst du für jedes Keyword den Gesamtwert und die drei Einzelbewertungen. Optional kannst du auch die historischen Qualitätsfaktor-Spalten einblenden, um zu sehen, wie sich die Werte über die Zeit verändert haben.

Was tun bei niedrigem Qualitätsfaktor?

Ein niedriger Qualitätsfaktor (1-5) bedeutet konkret: Du zahlst mehr pro Klick und deine Anzeigen werden seltener oder auf schlechteren Positionen ausgeliefert. Statt pauschal zu optimieren, solltest du die drei Einzelbewertungen prüfen und dort ansetzen, wo der Schuh drückt.

Bei unterdurchschnittlicher erwarteter CTR

Die erwartete CTR signalisiert, dass deine Anzeigentexte nicht ansprechend genug sind. Was du tun kannst:

Anzeigentexte überarbeiten. Formuliere deine Überschriften so, dass sie den Suchbegriff direkt aufgreifen und ein klares Versprechen machen. Statt “Wir bieten professionelle Rohrreinigung” besser “Rohrreinigung Hamburg - In 60 Min. vor Ort”.

Anzeigenerweiterungen einsetzen. Sitelinks, Zusatzinformationen und Anruferweiterungen machen deine Anzeige größer und auffälliger. Das erhöht die Klickwahrscheinlichkeit.

Suchintention treffen. Prüfe, ob deine Anzeige wirklich das verspricht, was der Nutzer mit seiner Suche erreichen will. Wer “Notdienst” sucht, braucht Soforthilfe, keine allgemeine Leistungsbeschreibung.

Bei unterdurchschnittlicher Anzeigenrelevanz

Die Anzeigenrelevanz leidet, wenn Keyword und Anzeigentext nicht zusammenpassen. Was du tun kannst:

Anzeigengruppen enger strukturieren. Fasse nur Keywords zusammen, die thematisch eng verwandt sind. Wenn “Steuerberater Hamburg” und “Buchhaltung Freelancer” in derselben Anzeigengruppe liegen, kann die Anzeige nicht für beide optimal relevant sein.

Keywords im Anzeigentext verwenden. Dein Hauptkeyword sollte mindestens in einer Überschrift erscheinen. Bei responsiven Suchanzeigen kannst du eine Überschrift mit dem Keyword anpinnen, damit sie immer erscheint.

Unpassende Keywords verschieben. Wenn ein Keyword thematisch nicht zur Anzeigengruppe passt, erstelle eine eigene Anzeigengruppe mit passendem Anzeigentext.

Bei unterdurchschnittlichem Zielseitenerlebnis

Das Zielseitenerlebnis betrifft deine Website. Was du tun kannst:

Relevanz sicherstellen. Die Landingpage muss inhaltlich zum Keyword und zur Anzeige passen. Wer nach “Arbeitsrecht Anwalt Hamburg” sucht und auf einer allgemeinen Kanzlei-Startseite landet, springt schnell ab.

Ladezeit optimieren. Teste deine Seite mit Google PageSpeed Insights. Komprimiere Bilder, reduziere unnötige Skripte und nutze Browser-Caching. Gerade mobil zählt jede Sekunde.

Mobilfreundlichkeit prüfen. Über 60% der Suchanfragen kommen von mobilen Geräten. Wenn deine Seite auf dem Smartphone schlecht bedienbar ist, leidet das Zielseitenerlebnis massiv.

Klare Handlungsaufforderung einbauen. Ein Kontaktformular, eine Telefonnummer oder ein Chat-Widget sollten sofort sichtbar sein. Der Nutzer muss schnell finden, was er sucht.

Experten-Tipp

Konzentriere dich zuerst auf Keywords mit hohem Suchvolumen oder hohen Kosten, die einen Qualitätsfaktor unter 5 haben. Hier ist das Verbesserungspotenzial am größten. Ein Sprung von QF 3 auf QF 6 bei einem Keyword mit 500 Klicks pro Monat kann deine Klickkosten spürbar senken. Keywords mit wenig Traffic und einem mittleren QF von 6-7 kannst du später optimieren, denn hier ist der Hebel deutlich kleiner.

Häufige Fragen zur Qualitätsfaktor-Berechnung

Wird der Qualitätsfaktor in Echtzeit berechnet?

Ja und nein. Der sichtbare Qualitätsfaktor in deinem Konto wird regelmäßig aktualisiert, ist aber ein historischer Durchschnitt. Bei jeder Anzeigenauktion berechnet Google jedoch einen Echtzeit-Qualitätswert, der zusätzliche Signale wie Gerät, Standort und Tageszeit berücksichtigt. Der sichtbare QF ist also ein Diagnosewerkzeug, nicht die tatsächliche Auktionsbewertung.

Beeinflusst der Qualitätsfaktor Smart Bidding?

Nicht direkt. Smart Bidding nutzt eigene Machine-Learning-Modelle, die weit über die drei Qualitätsfaktor-Komponenten hinausgehen. Allerdings fließen ähnliche Signale ein: Anzeigenrelevanz, Nutzererfahrung und erwartete CTR sind auch für den Smart-Bidding-Algorithmus relevant. Ein hoher Qualitätsfaktor schadet also nie, aber Smart Bidding optimiert unabhängig davon.

Hat mein Budget oder Gebot Einfluss auf den Qualitätsfaktor?

Nein. Weder dein Tagesbudget noch die Höhe deines Gebots haben einen direkten Einfluss auf den Qualitätsfaktor. Google bewertet ausschließlich die Qualität von Keyword, Anzeige und Zielseite. Du kannst also auch mit kleinem Budget einen Qualitätsfaktor von 10 erreichen, wenn deine Anzeigen und Zielseiten überdurchschnittlich gut sind.

Gibt es eine ideale Qualitätsfaktor-Zahl?

Ein Qualitätsfaktor von 7 oder höher gilt allgemein als gut. Bei Marken-Keywords (dein eigener Firmenname) sollte der QF bei 8-10 liegen. Bei generischen Keywords mit starkem Wettbewerb ist ein QF von 6-7 oft realistisch. Wichtiger als eine absolute Zahl ist der Vergleich der drei Komponenten: Dort, wo “Unterdurchschnittlich” steht, gibt es konkreten Handlungsbedarf.

Verliert ein pausiertes Keyword seinen Qualitätsfaktor?

Nein. Wenn du ein Keyword pausierst, bleibt der zuletzt berechnete Qualitätsfaktor erhalten. Allerdings veralten die zugrunde liegenden Daten mit der Zeit. Wenn du das Keyword nach Monaten wieder aktivierst, kann sich der QF ändern, sobald neue Auktionsdaten gesammelt werden.

Checkliste
  • Qualitätsfaktor-Spalten einblenden. Aktiviere in Google Ads die Spalten für Qualitätsfaktor, Erwartete CTR, Anzeigenrelevanz und Zielseitenerlebnis.
  • Unterdurchschnittliche Komponenten identifizieren. Filtere nach Keywords mit “Unterdurchschnittlich” in einer der drei Komponenten.
  • Bei niedriger Anzeigenrelevanz: Anzeigengruppen prüfen. Stelle sicher, dass Keywords und Anzeigentexte thematisch eng zusammenpassen.
  • Bei niedriger erwarteter CTR: Anzeigentexte verbessern. Überarbeite Überschriften, nutze das Keyword und formuliere ein klares Versprechen.
  • Bei niedrigem Zielseitenerlebnis: Landingpage optimieren. Prüfe Ladezeit, Mobilfreundlichkeit und inhaltliche Relevanz zur Suchanfrage.
  • High-Impact-Keywords priorisieren. Beginne mit Keywords, die viele Klicks oder hohe Kosten verursachen und einen QF unter 5 haben.
  • Regelmäßig kontrollieren. Prüfe den Qualitätsfaktor mindestens einmal im Monat, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Benjamin Häntzschel

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