Google hat für Demand Gen Kampagnen endlich die Location-Einstellungen nachgerüstet, die du aus Search-Kampagnen kennst. Du kannst jetzt zwischen „Präsenz oder Interesse“ und „Präsenz“ wählen und damit Streuverluste vermeiden.
Wer mit Demand Gen Kampagnen arbeitet, kennt das Problem: Du schaltest Anzeigen für Hamburg, siehst aber Impressionen aus München, Berlin oder sogar aus dem Ausland. Bisher konntest du die geografische Reichweite nur über umständliche Ausschlusslisten kontrollieren. Das führte oft zu Budgetverschwendung und ungenauen Performance-Daten.
Google hat jetzt nachgebessert und bringt die Location-Targeting-Optionen, die du aus Search-Kampagnen kennst, auch für Demand Gen. Das bedeutet: Mehr Kontrolle, weniger Streuverluste und genauere Daten.
Was hat sich konkret geändert?
Google Ads bietet jetzt für Demand Gen Kampagnen zwei Location-Targeting-Optionen an: „Präsenz oder Interesse“ und „Präsenz“. Du findest die Einstellung direkt im Kampagnen-Setup unter Standorte.
Bisher fehlte Demand Gen die präzise geografische Kontrolle, die Search-Kampagnen schon lange haben. Das Problem: Demand Gen arbeitet mit Discovery- und Awareness-Platzierungen (YouTube, Gmail, Discover). Ohne klare Location-Einstellungen hat Google auch Nutzer erreicht, die lediglich Interesse an einem Standort zeigten, dort aber nicht physisch waren.
Ein Beispiel: Du bist Installateur in Hamburg und schaltest Demand Gen Anzeigen für „Sanitär Hamburg“. Ohne die neue Einstellung konnte Google auch Leute in München erreichen, die nach „Umzug nach Hamburg“ suchen. Die sehen deine Anzeige, können aber nicht dein Kunde werden.
Laut Search Engine Land wurde dieses Update Mitte Dezember 2025 ausgerollt und behebt ein strukturelles Problem, das viele Unternehmer dazu gebracht hat, Demand Gen für lokale Kampagnen zu meiden.
Welche Option solltest du wählen?
Google bietet dir jetzt zwei Einstellungen an. Welche die richtige ist, hängt von deinem Geschäftsmodell ab.
Präsenz (empfohlen für die meisten lokalen Unternehmen)
Diese Einstellung zeigt deine Anzeigen nur Nutzern, die sich tatsächlich in deinem Zielgebiet befinden. Das ist sinnvoll, wenn deine Kunden vor Ort sein müssen – etwa bei Handwerkern, lokalen Dienstleistern, Anwaltskanzleien oder Gastronomie. Dein Budget fließt nur in Nutzer, die wirklich zu Kunden werden können.
Präsenz oder Interesse
Diese breitere Einstellung erreicht auch Nutzer, die Interesse an deinem Standort zeigen, aber nicht dort sind. Das kann sinnvoll sein, wenn du beispielsweise Umzugsdienstleistungen anbietest oder Kunden anziehst, die in deine Region ziehen wollen. Für die meisten lokalen Businesses führt diese Einstellung aber zu Streuverlusten.
Die Einstellung „Präsenz“ reduziert nicht nur Budgetverschwendung, sondern verbessert auch deine Reporting-Qualität. Wenn alle Impressionen aus deinem echten Einzugsgebiet kommen, kannst du Performance-Daten besser interpretieren und fundierte Entscheidungen treffen.
Wie richtest du die neue Einstellung ein?
Die Umstellung ist unkompliziert.
Neue Kampagnen haben die Standort-Optionen direkt im Setup-Prozess. Wähle deine Zielregion aus (z.B. Hamburg, 50 km Radius) und setze die Targeting-Option auf „Präsenz“.
Bestehende Kampagnen kannst du jederzeit anpassen. Gehe in deine laufenden Demand Gen Kampagnen, klicke auf „Standorte“ und dann auf „Standortoptionen“. Dort stellst du von „Präsenz oder Interesse“ auf „Präsenz“ um. Google übernimmt die Änderung sofort.
Nach der Umstellung solltest du die Performance in den ersten Tagen beobachten. Du wirst wahrscheinlich weniger Impressionen sehen, aber eine bessere Conversion-Rate und relevantere Klicks.
Was bedeutet das konkret für dein Business?
Diese Änderung bringt Demand Gen näher an das Kontroll-Level von Search-Kampagnen. Für lokale Businesses bedeutet das drei direkte Vorteile.
Weniger Budgetverschwendung
Du zahlst nicht mehr für Impressionen bei Nutzern, die nie deine Kunden werden können, weil sie hunderte Kilometer entfernt sind.
Bessere Datenqualität
Wenn deine geografischen Signale sauber sind, kannst du Performance nach Region analysieren und verstehen, wo deine besten Kunden herkommen. Das hilft bei Budget-Allokation und strategischen Entscheidungen.
Vertrauen in den Kanal
Viele Unternehmer haben Demand Gen für lokale Kampagnen gemieden, weil die geografische Streuung zu groß war. Mit präziser Location-Kontrolle wird Demand Gen für lokale Lead-Generierung interessanter.
Die Präsenz-Einstellung funktioniert über GPS-Daten, IP-Adressen und andere Standort-Signale. Die Genauigkeit ist vergleichbar mit Search-Kampagnen.
Solltest du jetzt sofort umstellen?
Nicht automatisch. Die richtige Vorgehensweise hängt davon ab, wie deine aktuellen Demand Gen Kampagnen performen.
Wenn du bereits Demand Gen nutzt und dabei auf Location-Ausschlusslisten gesetzt hast, kannst du diese jetzt durch die „Präsenz“-Einstellung ersetzen. Das vereinfacht dein Setup und macht die Kontrolle transparenter.
Wenn du Demand Gen bisher gemieden hast, weil dir die geografische Kontrolle fehlte, ist jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Test. Starte mit kleinem Budget, setze „Präsenz“ als Targeting und vergleiche die Performance mit deinen Search-Kampagnen.
Wenn deine aktuellen Demand Gen Kampagnen gut laufen und du dir unsicher bist, ob die Umstellung hilft, dann dupliziere die Kampagne, stelle eine Version auf „Präsenz“ und vergleiche die Ergebnisse über zwei Wochen. So siehst du, ob Conversion-Qualität und Effizienz sich verbessern.
Gehe nicht davon aus, dass die Umstellung sofort bessere Zahlen bringt. Demand Gen braucht Zeit für die Optimierung. Gib der neuen Einstellung mindestens zwei Wochen, bevor du Performance bewertest. Achte dabei besonders auf Conversion-Qualität und geografische Konsistenz.
Deine Checkliste
Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:
- Bestehende Kampagnen prüfen. Gehe in deine Demand Gen Kampagnen und schaue unter Standorte, welche Einstellung aktuell aktiv ist.
- Auf „Präsenz“ umstellen. Ändere die Location-Option auf „Präsenz“, wenn du lokale Kunden suchst.
- Impressions und Engagement beobachten. Prüfe in den ersten Tagen, ob sich die geografische Verteilung ändert.
- Conversion-Qualität vergleichen. Analysiere nach zwei Wochen, ob Conversions aus relevanteren Regionen kommen und die Qualität steigt.
Updates umsetzen oder Chancen verpassen?
Googles Entwicklungen zeigen eine klare Richtung: Mehr Automatisierung, strengere Datenschutz-Compliance und bessere Self-Service-Tools. Das bietet Chancen für KMUs mit begrenzten Zeitressourcen – allerdings ersetzt Technologie nie dein Geschäftsverständnis und deine Kundenkenntnis. Nutze diese Tools als Unterstützung für deine Strategie, nicht als Ersatz.
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