OpenAI testet ab sofort Werbung in ChatGPT. Der Start erfolgt in den USA für kostenlose Nutzer. Für Unternehmer in Deutschland ist das zunächst nicht relevant – aber die Entwicklung zeigt, wohin KI-Plattformen sich bewegen.
OpenAI hat am 16. Januar 2026 angekündigt, Werbeanzeigen in ChatGPT zu testen. Der KI-Assistent, den viele von uns täglich für Recherche, Texte oder Ideen nutzen, wird damit zur Werbeplattform. Für kleine Unternehmen in Deutschland ändert sich vorerst nichts – aber die Entwicklung ist einen genaueren Blick wert.
Was sind ChatGPT Ads?
ChatGPT Ads sind „Sponsored Recommendations“ – also gesponserte Empfehlungen, die unterhalb der eigentlichen Antwort erscheinen. Sie werden klar als Werbung gekennzeichnet und sollen die Antworten von ChatGPT nicht beeinflussen.
Das unterscheidet sich von Google-Suchanzeigen, bei denen Werbung oft ganz oben steht. Bei ChatGPT kommt zuerst die Antwort auf deine Frage, dann – in einem separaten Bereich – die Werbung. Du kannst einzelne Anzeigen ausblenden und angeben, warum sie nicht relevant waren.
OpenAI hat einige Einschränkungen angekündigt:
- Keine Werbung für Minderjährige. Nutzer unter 18 Jahren sehen grundsätzlich keine Anzeigen.
- Sensible Themen bleiben werbefrei. Gespräche über Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik zeigen keine Werbung.
- Personalisierung ist abschaltbar. Du kannst wählen, ob die Werbung auf deine Gespräche abgestimmt wird.
- Daten bleiben privat. Laut OpenAI werden Nutzerdaten nicht an Werbetreibende verkauft.
Wer sieht die Werbung – und wer nicht?
Der Test läuft zunächst nur in den USA und betrifft zwei Nutzergruppen: die kostenlose Version und das neue „ChatGPT Go“-Abo für 8 Dollar im Monat. Wer Plus (20 Dollar), Pro (200 Dollar) oder Enterprise nutzt, sieht keine Werbung.
OpenAI positioniert Werbung als Finanzierungsmodell für den kostenlosen Zugang. Die Logik: Lieber mit Werbung finanzieren als den kostenlosen Dienst einschränken. Für Nutzer, die keine Werbung sehen wollen, gibt es die bezahlten Abos.
Wann kommen ChatGPT Ads nach Deutschland?
Aktuell gibt es keine Ankündigung für den deutschen Markt. Der Test läuft ausschließlich in den USA, und es ist unklar, wann oder ob internationale Werbetreibende Anzeigen schalten können.
Selbst wenn ChatGPT Ads irgendwann nach Deutschland kommen, wird es dauern. OpenAI muss ein Werbesystem aufbauen, das für internationale Märkte funktioniert – mit lokalen Werbekunden, deutschen Datenschutzanforderungen und einem Buchungssystem für Unternehmer außerhalb der USA.
Lohnt sich ChatGPT Ads für kleine Unternehmen?
ChatGPT Ads könnten tatsächlich ein interessanter Kanal für kleine Unternehmen werden. Millionen Menschen nutzen ChatGPT täglich für Recherche und Entscheidungen – genau der Moment, in dem Werbung relevant sein kann.
Der Ansatz unterscheidet sich von Google Ads: Bei der Suchmaschine erreichst du Menschen, die aktiv nach einer Lösung suchen. Bei ChatGPT geht es um Gespräche und Empfehlungen. Jemand fragt nach Rat, bekommt eine Antwort – und darunter eine passende Empfehlung.
Das ist ein anderer, aber potenziell wertvoller Moment in der Customer Journey. Gerade für Dienstleister, bei denen Vertrauen und Beratung wichtig sind, könnte das gut funktionieren. Die Frage ist, wie präzise die Zielgruppenansprache wird und zu welchen Kosten.
ChatGPT Ads haben das Potenzial, ein weiterer relevanter Kanal neben Google Ads zu werden. Für Unternehmer, die online werben, bedeutet das: Die Möglichkeiten werden mehr, nicht weniger. Sobald ChatGPT Ads in Deutschland verfügbar sind, lohnt sich ein Test.
Was bedeutet das für die Online-Werbung?
Der Werbemarkt verändert sich. KI-Assistenten wie ChatGPT werden für viele Menschen zur ersten Anlaufstelle für Informationen und Entscheidungen. Das schafft neue Werbemöglichkeiten neben den klassischen Kanälen.
Für Unternehmer ist das eine gute Nachricht: Mehr Kanäle bedeuten mehr Optionen, um die richtige Zielgruppe zu erreichen. Wer heute mit Google Ads arbeitet, bekommt perspektivisch einen weiteren Kanal dazu – keinen Ersatz, sondern eine Ergänzung.
Deine Checkliste
So bereitest du dich als Unternehmer auf ChatGPT Ads vor:
- Entwicklung verfolgen. Behalte im Blick, wann ChatGPT Ads für den deutschen Markt verfügbar werden.
- Testbudget einplanen. Sobald der Kanal verfügbar ist, lohnt sich ein Test mit kleinem Budget.
- Online-Präsenz stärken. Eine gute Website und klare Positionierung helfen dir auf allen Kanälen – auch bei KI-gestützten Empfehlungen.
- Offen bleiben. Neue Werbekanäle sind Chancen, keine Bedrohung. Wer früh testet, hat einen Vorsprung.
ChatGPT Ads: Ein neuer Kanal entsteht
OpenAI bringt Werbung in ChatGPT – und das könnte für kleine Unternehmen ein spannender neuer Kanal werden. Der Test läuft zunächst in den USA, aber wenn das System funktioniert, wird es auch nach Deutschland kommen.
Für Unternehmer bedeutet das: Es entstehen neue Möglichkeiten, Kunden zu erreichen. ChatGPT Ads werden Google Ads nicht ersetzen, aber ergänzen. Wer online wirbt, sollte die Entwicklung im Blick behalten – und bereit sein, den neuen Kanal zu testen, sobald er verfügbar ist.
Updates umsetzen oder Chancen verpassen?
Googles Entwicklungen zeigen eine klare Richtung: Mehr Automatisierung, strengere Datenschutz-Compliance und bessere Self-Service-Tools. Das bietet Chancen für KMUs mit begrenzten Zeitressourcen – allerdings ersetzt Technologie nie dein Geschäftsverständnis und deine Kundenkenntnis. Nutze diese Tools als Unterstützung für deine Strategie, nicht als Ersatz.
Wenn dir die Umsetzung dieser Neuerungen zu komplex erscheint, stehe ich dir zur Seite. In einem kostenlosen Beratungsgespräch identifizieren wir gemeinsam die für dein KMU relevantesten Maßnahmen und entwickeln einen praktikablen Implementierungsplan.