AI Max in Google Ads: Warum du die Empfehlung nicht einfach übernehmen solltest
Google zeigt seit Kurzem auffällig große Empfehlungskarten für AI Max direkt im Empfehlungs-Tab. Die Funktion kann die Performance verbessern, aber nur wenn dein Account dafür vorbereitet ist. Hier erfährst du, wann AI Max sinnvoll ist und wann du besser die Finger davon lässt.
Was ist AI Max und warum drängt Google es so offensiv?
Google zeigt eine ungewöhnlich große Empfehlungskarte für AI Max im Empfehlungs-Tab an. Die Karte ist so prominent platziert, dass sie kaum zu übersehen ist. Das ist kein Zufall: Google möchte, dass möglichst viele Werbetreibende die Funktion aktivieren.
AI Max ist Googles KI-gestützte Optimierungsschicht für Suchkampagnen. Wenn du es aktivierst, kann Google gleichzeitig an Geboten, Targeting, Keyword-Zuordnung und Anzeigenauslieferung drehen. Im Grunde gibst du der KI deutlich mehr Kontrolle über deine Kampagne als bei einer normalen Suchkampagne.
Google selbst spricht von durchschnittlich 14 Prozent mehr Conversions bei gleichem CPA. Für Kampagnen, die überwiegend mit Exact Match und Phrase Match Keywords arbeiten, soll der Uplift sogar bei 27 Prozent liegen.
Warum die 14 Prozent nicht für jeden gelten
Diese Zahlen klingen überzeugend. Aber sie stammen aus Googles eigenen Tests und gelten für große Accounts mit viel Datenvolumen, sauberem Conversion-Tracking und durchdachter Negativ-Keyword-Struktur.
Für kleinere Accounts sieht die Realität anders aus. Gerade bei Budgets unter 2.000 bis 3.000 Euro im Monat und wenigen Conversions hat die KI schlicht zu wenig Daten, um sinnvolle Muster zu erkennen. AI Max braucht Volumen, um zu funktionieren. Ohne ausreichend Signale optimiert die KI ins Leere oder verstärkt zufällige Schwankungen.
Und selbst wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine Verbesserung nicht garantiert. In der Praxis sehen wir regelmäßig Accounts, die alle Grundlagen sauber aufgestellt haben und bei denen AI Max trotzdem keine besseren Ergebnisse liefert als eine gut gepflegte manuelle Kampagne. Die KI ist kein Wundermittel, sondern ein Werkzeug, das manchmal hilft und manchmal nicht.
AI Max verstärkt, was in deinem Account bereits vorhanden ist. In gut aufgestellten Accounts kann das bessere Ergebnisse bedeuten. In kleinen Accounts mit wenig Daten fehlt aber die Grundlage, auf der die KI überhaupt sinnvoll arbeiten kann.
So erkennst du, ob dein Account bereit ist
Bevor du AI Max aktivierst, solltest du drei Dinge prüfen. Erstens: Ist dein Conversion-Tracking zuverlässig? Zählt es die richtigen Aktionen, und stimmen die Zahlen mit deinen tatsächlichen Anfragen oder Verkäufen überein? Wenn du dir da nicht sicher bist, ist das ein klares Zeichen, dass du noch nicht bereit bist.
Zweitens: Hast du eine solide Negativ-Keyword-Liste? Ohne Negativ-Keywords wird AI Max deine Anzeigen für Suchanfragen ausspielen, die nichts mit deinem Angebot zu tun haben. Die KI kann nur so gut filtern, wie du es ihr vorgibst.
Drittens: Läuft deine Kampagne seit mindestens vier Wochen stabil? AI Max braucht eine Baseline, gegen die es optimieren kann. Wenn deine Kampagne erst seit ein paar Tagen läuft oder kürzlich größere Änderungen hatte, fehlt diese Grundlage.
Die Empfehlungen im Google Ads Interface sind keine neutralen Vorschläge. Sie sind so gestaltet, dass du sie möglichst schnell übernimmst. Der Optimierungsfaktor deines Kontos steigt, wenn du Empfehlungen annimmst, aber das sagt nichts über die tatsächliche Performance deiner Kampagnen aus. Lass dich davon nicht unter Druck setzen.
Was du stattdessen tun kannst
Wenn dein Account noch nicht bereit für AI Max ist, konzentriere dich auf die Grundlagen. Prüfe dein Conversion-Tracking. Aktualisiere deine Negativ-Keywords. Stelle sicher, dass deine Anzeigentexte und Landing Pages zusammenpassen.
Wenn dein Account gut aufgestellt ist und genug Datenvolumen hat, kannst du AI Max gezielt testen. Aktiviere es in einer einzelnen Kampagne, die stabil läuft. Beobachte die Ergebnisse über mindestens zwei Wochen und vergleiche dabei nicht nur die Conversion-Anzahl, sondern auch die Qualität der Anfragen. Wenn sich nichts verbessert oder die Anfragen schlechter werden, schalte es wieder ab.
Die ehrliche Einschätzung: Für die meisten kleineren Accounts bringt AI Max aktuell keinen Mehrwert. Eine gut gepflegte Suchkampagne mit durchdachten Keywords und regelmäßiger Optimierung liefert oft bessere Ergebnisse als eine KI, der die Datengrundlage fehlt.
Deine Checkliste
Empfohlener Ablaufplan:
- Conversion-Tracking prüfen. Stimmen die gezählten Conversions mit deinen tatsächlichen Anfragen überein? Falls nicht, erst das korrigieren.
- Negativ-Keywords aktualisieren. Prüfe die Suchbegriffe der letzten 30 Tage und schließe irrelevante Begriffe aus.
- Kampagnen-Stabilität bewerten. Läuft die Kampagne seit mindestens vier Wochen ohne größere Änderungen? Dann ist ein Test möglich.
- Gezielt testen. AI Max nur in einer Kampagne aktivieren und die Ergebnisse über zwei Wochen beobachten.
Entdeckt von: Hana Kobzová, PPC-Spezialistin
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