Google ermöglicht jetzt, statische Produktbilder direkt im Merchant Center in kurze Animationen zu verwandeln. Für Online-Shops mit Shopping- oder Performance-Max-Kampagnen kann das die Creative-Vielfalt erhöhen, ohne externe Video-Tools zu benötigen.
Bewegte Bilder funktionieren oft besser als statische Fotos. Das ist keine neue Erkenntnis. Das Problem war bisher: Video-Assets für Shopping-Kampagnen zu produzieren, kostet Zeit und Geld. Viele kleinere Online-Shops haben deshalb darauf verzichtet und nur mit Produktfotos gearbeitet.
Google hat jetzt eine Funktion eingeführt, die diese Hürde senkt. Im Product Studio innerhalb des Merchant Centers kannst du aus statischen Produktbildern kurze Animationen erstellen lassen. Die KI fügt Bewegungseffekte hinzu, ohne dass du selbst Videos produzieren oder externe Tools nutzen musst.
Wie funktioniert das neue Animations-Feature?
Das Product Studio im Merchant Center bietet jetzt eine Animations-Funktion. Du wählst ein Produktbild aus, bekommst Text-Prompts vorgeschlagen und die KI generiert daraus eine kurze Video-Animation. Das Ergebnis kannst du für Shopping-Anzeigen, Performance Max oder auch Social Media nutzen.
Die Funktion ist Teil des Product Studio, das Google als kostenloses KI-Tool-Paket für Händler bereitstellt. Neben der Animation gibt es dort auch Hintergrundentfernung mit einem Klick und Bildvergrößerung für höhere Auflösung. Diese Tools sollen die Creative-Produktion beschleunigen, ohne dass du Photoshop oder Video-Software brauchst.
Der Prozess ist relativ einfach gehalten. Du lädst dein Produktbild hoch oder wählst eines aus deinem Feed, bekommst Vorschläge für Animationseffekte und lässt die KI arbeiten. Das Ergebnis ist ein kurzes Video, das du dann in deinen Kampagnen einsetzen kannst.
Was bringt das für Shopping und Performance Max?
Bei Performance Max bevorzugt Google Kampagnen mit mehr Asset-Vielfalt. Wer nur statische Bilder liefert, nutzt nicht alle verfügbaren Platzierungen optimal aus. Video-Inventar etwa wird dann nicht oder nur eingeschränkt bespielt.
Das Problem für viele Online-Shop-Betreiber: Echte Videoproduktion ist aufwändig. Ein Produktvideo zu drehen, zu schneiden und zu optimieren, kann schnell mehrere Stunden dauern. Bei einem Sortiment von hunderten Produkten ist das kaum machbar.
Die KI-Animationen sind kein vollwertiger Ersatz für professionelle Videos. Aber sie ermöglichen es, zumindest bewegte Assets zu haben, wo vorher nur Standbilder waren. Das kann helfen, mehr Inventar zu erschließen und die Asset-Bewertung in Performance Max zu verbessern.
Teste die Animationen zuerst mit deinen Top-Produkten. Nicht jedes Produktbild eignet sich gleich gut für automatische Animation. Produkte mit klaren Konturen und einfachem Hintergrund funktionieren erfahrungsgemäß besser als komplexe Szenen.
Für welche Shops ist das relevant?
Die Funktion richtet sich an alle, die Google Shopping oder Performance Max für E-Commerce nutzen. Besonders interessant ist sie für kleinere Shops, die bisher keine Ressourcen für Video-Content hatten.
Wenn du bereits hochwertige Produktvideos hast, ist der Mehrwert geringer. Die KI-Animationen ersetzen keine professionell produzierten Videos. Sie schließen eher die Lücke für Shops, die sonst nur mit statischen Bildern arbeiten würden.
Die Funktion ist in über 30 Ländern verfügbar, einschließlich Deutschland. Du findest sie im Merchant Center unter Product Studio. Falls du das Product Studio noch nicht siehst, kann es sein, dass der Rollout in deinem Account noch nicht abgeschlossen ist.
Worauf solltest du achten?
Automatisch generierte Animationen sind nicht immer perfekt. Die KI kann Produktdetails manchmal verzerren oder Bewegungen erzeugen, die unnatürlich wirken. Deshalb solltest du die Ergebnisse vor dem Einsatz prüfen.
Google verlangt außerdem, dass KI-generierte Produktbilder im Merchant Center entsprechend gekennzeichnet werden. Das betrifft nicht nur Animationen, sondern auch andere KI-generierte Inhalte wie Hintergrundänderungen. Achte darauf, dass deine Assets den Richtlinien entsprechen.
Ein weiterer Punkt: Die Animationen sind kurz gehalten, gedacht für schnelle Aufmerksamkeit. Für ausführliche Produktvorstellungen oder Erklärvideos brauchst du weiterhin andere Lösungen.
Lohnt sich der Aufwand?
Der Aufwand ist überschaubar. Du musst keine neue Software lernen, keine Videos produzieren, sondern nur ein paar Klicks im Merchant Center machen. Das Risiko ist gering, die potenzielle Wirkung auf die Asset-Vielfalt kann positiv sein.
Laut Google berichten 80 Prozent der Händler, die Product Studio nutzen, von Zeitersparnis. Und Produktangebote mit mehreren Bildern erzielen im Schnitt mehr Klicks als solche mit nur einem Bild.
Ob sich das für deinen Shop konkret auszahlt, hängt von vielen Faktoren ab. Produkttyp, bestehende Asset-Qualität, Kampagnenstruktur. Aber einen Test ist es wert, besonders wenn du bisher nur mit statischen Bildern arbeitest.
Deine Checkliste
Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:
- Product Studio öffnen. Gehe in dein Merchant Center und prüfe, ob das Product Studio verfügbar ist.
- Testprodukt auswählen. Starte mit einem Top-Seller oder einem Produkt mit klarem Produktbild.
- Animation generieren. Nutze die vorgeschlagenen Prompts und lass die KI eine Animation erstellen.
- Ergebnis prüfen. Schau dir die Animation an. Wirkt sie professionell? Sind die Produktdetails korrekt dargestellt?
- In Kampagne einsetzen. Wenn das Ergebnis passt, füge die Animation als Asset zu deiner Performance-Max-Kampagne hinzu.
Updates umsetzen oder Chancen verpassen?
Googles Entwicklungen zeigen eine klare Richtung: Mehr Automatisierung, strengere Datenschutz-Compliance und bessere Self-Service-Tools. Das bietet Chancen für KMUs mit begrenzten Zeitressourcen – allerdings ersetzt Technologie nie dein Geschäftsverständnis und deine Kundenkenntnis. Nutze diese Tools als Unterstützung für deine Strategie, nicht als Ersatz.
Wenn dir die Umsetzung dieser Neuerungen zu komplex erscheint, stehe ich dir zur Seite. In einem kostenlosen Beratungsgespräch identifizieren wir gemeinsam die für dein KMU relevantesten Maßnahmen und entwickeln einen praktikablen Implementierungsplan.