Januar 6

Google Ads senkt Mindest-Zielgruppengröße auf 100 Nutzer: Was das für KMUs bedeutet

Das Wichtigste zusammengefasst

Google hat die Mindestgröße für Zielgruppen von 1.000 auf 100 aktive Nutzer gesenkt. Das gilt ab sofort für alle Netzwerke und Zielgruppentypen. Für B2B-Dienstleister und Unternehmen mit spezialisierten Angeboten ist das eine wichtige Änderung, die Remarketing und Kundenlisten deutlich zugänglicher macht.

Was hat Google bei den Zielgruppen geändert?

Die Mindestgröße für Zielgruppensegmente wurde einheitlich auf 100 aktive Nutzer reduziert. Das betrifft Customer Match Listen, Remarketing-Listen und andere Zielgruppensegmente auf allen Netzwerken: Suche, Display und YouTube.

Bisher galten unterschiedliche Mindestgrößen je nach Netzwerk. Für Suchkampagnen waren 1.000 aktive Nutzer erforderlich, für andere Kampagnentypen variierten die Anforderungen. Diese Unterschiede sind jetzt vereinheitlicht.

Die Änderung betrifft auch die Zielgruppen-Insights in Google Ads. Auch dort wurde die Mindestgröße von 1.000 auf 100 Nutzer gesenkt. Du bekommst also bereits bei kleineren Listen Einblicke in demografische Merkmale und Interessen deiner Zielgruppe.

Warum ist das für kleinere Unternehmen relevant?

Die bisherige Grenze von 1.000 Nutzern war für viele KMUs eine echte Hürde. Besonders B2B-Unternehmen mit spezialisierten Angeboten oder längeren Verkaufszyklen haben selten so große Listen. Mit der neuen Grenze von 100 Nutzern können deutlich mehr Unternehmen Remarketing nutzen.

Ein Beispiel: Ein IT-Dienstleister, der sich auf mittelständische Unternehmen in einer bestimmten Region spezialisiert hat, generiert vielleicht 200 qualifizierte Website-Besucher pro Monat. Mit der alten Grenze hätte er diese Besucher nicht gezielt wieder ansprechen können. Jetzt ist das möglich.

Ähnlich sieht es bei Customer Match Listen aus. Wenn du eine Kundendatenbank mit 150 E-Mail-Adressen hast, kannst du diese jetzt für Kampagnen nutzen. Das war vorher nicht möglich, weil die Liste unter der Mindestgrenze lag.

Welche Zielgruppentypen sind betroffen?

Die Änderung gilt für alle Zielgruppensegmente, die du in Google Ads verwenden kannst.

Remarketing-Listen
Besucher deiner Website, die bestimmte Seiten aufgerufen oder Aktionen durchgeführt haben. Zum Beispiel alle, die deine Kontaktseite besucht, aber kein Formular ausgefüllt haben.

Customer Match
Hochgeladene Kundenlisten mit E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder postalischen Adressen. Google gleicht diese mit angemeldeten Nutzern ab und erstellt eine Zielgruppe daraus.

Ähnliche Zielgruppen
Listen, die Google basierend auf deinen bestehenden Zielgruppen erstellt. Diese funktionieren nur, wenn die Ursprungsliste groß genug ist.

Expertentipp

Für B2B-Unternehmen ist Customer Match oft wertvoller als klassisches Website-Remarketing. Du kannst gezielt deine bestehenden Kunden ansprechen, um Cross-Selling zu fördern, oder Interessenten aus deinem CRM erneut erreichen. Mit der neuen Mindestgröße von 100 Nutzern wird das auch für kleinere Kundenstämme praktikabel.

Wie wirkt sich das auf deine Kampagnen aus?

Wenn du bisher Zielgruppen hattest, die unter der Mindestgröße lagen und daher nicht nutzbar waren, solltest du diese jetzt erneut prüfen. In der Zielgruppenverwaltung siehst du den Status jeder Liste. Listen, die vorher als „zu klein“ markiert waren, könnten jetzt aktiv sein.

Für neue Kampagnen bedeutet die Änderung mehr Flexibilität bei der Segmentierung. Du kannst spezifischere Remarketing-Listen erstellen, ohne dir Sorgen machen zu müssen, dass die Mindestgröße nicht erreicht wird.

Beachte jedoch, dass sehr kleine Zielgruppen auch Nachteile haben können. Mit nur 100 Nutzern ist das Lernpotenzial für den Algorithmus begrenzt. Die automatische Gebotsoptimierung funktioniert besser mit größeren Datensätzen. Bei sehr kleinen Listen kann es sinnvoll sein, breitere Zielgruppen zu nutzen und die spezifischen Listen nur für die Beobachtung einzusetzen.

Was solltest du bei der Umsetzung beachten?

Die technische Umsetzung hat sich nicht geändert. Du erstellst Zielgruppen weiterhin über die Zielgruppenverwaltung oder den Google Ads Tag auf deiner Website. Der einzige Unterschied ist die niedrigere Schwelle, ab der Listen nutzbar werden.

Ein paar Punkte sind trotzdem wichtig:

  • Listenqualität vor Größe
    Eine kleine, aber relevante Liste ist wertvoller als eine große, unspezifische. Nutze die Möglichkeit, präzisere Segmente zu erstellen.
  • Datenschutz beachten
    Bei Customer Match Listen musst du sicherstellen, dass du die Daten nutzen darfst. Das gilt unabhängig von der Listengröße.
  • Kombinationen testen
    Kleine Zielgruppen kannst du mit anderen Targeting-Optionen kombinieren, um Reichweite und Relevanz zu balancieren.
  • Performance beobachten
    Bei sehr kleinen Listen kann die Performance stärker schwanken. Gib dem System Zeit und bewerte Ergebnisse über längere Zeiträume.

Für wen lohnt sich die Änderung besonders?

Am meisten profitieren Unternehmen, die bisher an der Mindestgröße gescheitert sind. Das sind typischerweise B2B-Dienstleister mit spezialisierten Angeboten, lokale Unternehmen mit begrenztem Einzugsgebiet oder Nischenanbieter mit kleinen, aber wertvollen Kundenstämmen.

Auch für Unternehmen mit längeren Verkaufszyklen ist die Änderung relevant. Wenn zwischen dem ersten Website-Besuch und der Kaufentscheidung Wochen oder Monate liegen, ist Remarketing besonders wertvoll. Mit der niedrigeren Mindestgröße kannst du auch kleinere Besuchergruppen über diesen Zeitraum begleiten.

Die Änderung wurde laut Search Engine Land Ende Dezember 2024 vollständig ausgerollt. Sie gilt rückwirkend auch für bestehende Listen, die jetzt möglicherweise den neuen, niedrigeren Schwellenwert erreichen.

Deine Checkliste

Empfohlener Ablaufplan für die Umsetzung:

  • Bestehende Listen prüfen
    Gehe in die Zielgruppenverwaltung und kontrolliere, ob vorher inaktive Listen jetzt nutzbar sind.
  • Customer Match aktivieren
    Wenn du eine Kundenliste mit mindestens 100 Adressen hast, teste Customer Match für deine Kampagnen.
  • Spezifischere Segmente erstellen
    Nutze die Gelegenheit, präzisere Remarketing-Listen anzulegen, etwa für bestimmte Produktseiten oder Besucheraktionen.
  • Zielgruppen-Insights nutzen
    Prüfe, ob du jetzt für mehr deiner Listen Einblicke in die Zielgruppen-Insights bekommst.

Updates umsetzen oder Chancen verpassen?

Googles Entwicklungen zeigen eine klare Richtung: Mehr Automatisierung, strengere Datenschutz-Compliance und bessere Self-Service-Tools. Das bietet Chancen für KMUs mit begrenzten Zeitressourcen – allerdings ersetzt Technologie nie dein Geschäftsverständnis und deine Kundenkenntnis. Nutze diese Tools als Unterstützung für deine Strategie, nicht als Ersatz.

Wenn dir die Umsetzung dieser Neuerungen zu komplex erscheint, stehe ich dir zur Seite. In einem kostenlosen Beratungsgespräch identifizieren wir gemeinsam die für dein KMU relevantesten Maßnahmen und entwickeln einen praktikablen Implementierungsplan.


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